Meine Liste fällt diesmal kürzer aus. Ich habe nicht mehr so viel (und Lust) mich so intensiv mit dieser Liste zu beschäftigen. Ich habe die Liste in drei Kategorien eingeteilt und mich da auf jeweils fünf Alben beschränkt.
Gute Alben (8/10)
Moron Police – Pachinko
Moron Police bezeichnen sich selbst als „weird band from Norway“ und das trifft es ziemlich auf den Punkt. Das Album
ist „weird“. Ein Konzeptalbum das davon handelt, dass ein Mann zu einem Spielautomaten (Pachinko) in Tokyo wird. Okaaaayyyy......
Die Musik dazu ist meistens schnell und schrill, genauso bunt wie das Cover. Hin und wieder gibt es ein paar Momente zum Durchatmen.
Waiting Around For You |
Pachinko Pt I |
Okinawa Sky
Daefheaven – Lonely People With Power
Die sanfte Phase von Deafheaven währte nicht lange. Auf dem neuen Album geht es wieder aggressiver zur Sache. Das Gekeife überwiegt, es gibt nur wenig Klargesang. Die Kompositionen vereinen aber den typischen Blackgaze Sound den Deafheaven geprägt haben. Ich hätte mir etwas mehr Klargesang gewünscht wie in dem gelungen Closer
The Marvelous Orange Tree. So wird das Album mit 62min Spiellänge schon ein bisschen anstrengend auf die Dauer.
Heathen |
Body Behavior |
The Marvelous Orange Tree
Matt Berninger – Get Sunk
Ein Album ohne einen großen Ausreißer nach oben aber auch ohne einen Ausrutscher nach unten. Berninger liefert gewohnte Qualität zum Wohlfühlen und bei seinem sanften Bariton wird es warm ums Herz.
No Love |
Frozen Oranges |
Times of Difficulty
Big Thief – Double Infinity
Bleibe ich gleich bei Wohlfühlmusik im besten Sinne. Big Thief mit Sängerin Adrienne Lenker schaffen es wieder mit ruhigen Tönen und wärmen Folk Sound zu fesseln
Los Angeles |
Double Infinity |
Grandmother
Spiritbox – Tsunami Sea
Weniger kuschelig geht es bei Spiritbox zu. Das Leitmotiv des Albums ist inspiriert von ihrer Heimat auf Vancouver Island und dem umgebenden Meer. Viel Power, großartige Refrains und experimente mit neuen Klangelementen. Die sind mir manchmal für meinen Geschmack zu viel und Autotune hat Sängerin Courtney LaPlante auch nicht nötig. Zum Glück alles noch dezent und schadet dem Gesamtwerk nicht zu stark.
Soft Spine |
A Heaven With Two Faces |
Deep End
Sehr gute Alben (9/10)
Seigmen – Dissonans
Nur ein Jahr nach dem überraschenden Comeback mit
Resonans bringen die Norweger ein weiteres Album raus.
23Bud und
Disiplin wurden schon relativ kurz nach
Resonans veröffentlicht und ließen wohl jeden Fan auf mehr hoffen. Und auch
Dissonans beginnt richtig stark. Die A-Seite knüpft nahtlos an den Vorgänger an. Aber leider kann die B-Seite das sehr hohe Niveau nicht halten. Im Allgemeinen wird es ruhiger und düsterer. Die Songs verändern ihre Stimmung nicht mehr, man wartet, darauf dass noch irgendetwas passiert aber dieser Moment bleibt aus. Aber das ist wirklich Kritik auf hohem Niveau und auch dem geschuldet, dass Seigmen mit
Resonans die Messlatte selbst so hoch gelegt haben. Die gute Nachricht: es wird wohl noch ein weiteres Album aus dieser Reihe geben
(Interferens?)
@Savi sorry, aber eine ausführlichere Review wird es nicht geben
(Dyret)23bud |
Disiplin |
Ave
Thrice – Horizons West
Auch
Horizons West ist Teil einer Albumreihe. Nur haben sich Thrice ziemlich viel Zeit gelassen mit dem zwiten Album denn
Horizon East ist nun auch schon vier Jahre her. Der zweite Teil dieser Serie ist schwerfälliger und wie vieles aus 2025 zeichnet auch Horizons West eher mit dunklen musikalischen Tönen. An hymnischne Refrains, kraftvollen Vocals und eingängien Sound hat sich aber nichts verändert.
Albatross |
The Dark Glow |
Distant Suns
Sprints – All That is Over
Die Iren legen nach dem guten Debüt gleich nach. Der Sound ist aggressiver aber auch kälter. Das Tempo ist durchweg hoch, langweilig wird es nicht. Zum Ende lockert sich die Stimmung etwas indem ein wärmerer Sound Einzug erhält. Das ist mein einziger Kritikpunkt: diese Abwechslung hätte ruhig etwas früher kommen können.
Descartes |
Something's Gonna Happen |
Better
Car Seat Headrest – The Scholars
Will Toledo und seine Mitstreiter bringen hier ein ziemlich ambitioniertes Werk an den Start. The Scholars ist eine Rock Opera die sich um Sehnsüchte und spirituelle Krisen der Gelehrten dreht. Auch wenn es hin und wieder musikalische Anleihen aus dem Classic Rock gibt, bleiben Car Seat Headrest dem Indie Stil treu, was das Album noch spannender macht. Überlange Songs mit bis zu 19min Spielzeit findet man in dem Genre sonst nicht allzu oft.
Devereaux |
The Catastrophe |
Reality
White Lies – Night Light
Mit regelmäßiger Zuverlässigkeit veröffentlichen die Briten solide Alben. Klar, ein zweites
Loose My Life werden wir nicht mehr bekommen. Wenn man sich damit abgefunden hat, findet man Gefallen an Songs mit eingängigen Refrains und poppigen Melodien. Auf Night Light trauen sich White Lies instrumentallen Passagen mehr Raum zu geben und auch statt Synthesizer Saxophon einzubauen. Die Gitarren rutschen lehnen sich teilweise an Classic Rock an.
All The Best |
Juice |
I Just Wanna Win One Time
Hervorragende Alben (10/10)
Turnstile – Never Enough
Über die letzten Jahre haben Turnstile dem Hardcore einen frischen Wind eingehaucht. Das setzt sich auf Never Enough weiter durch. Das Album ist locker, luftig, energiegeladen und macht einfach immer wieder Spaß.
Never Enough |
Dreaming |
Slowdive
Deftones – Private Music
Die Routiners zeigen, dass sie noch mehr als Durchschnitt zu bieten haben. Die Songs gehen unter die Haut, sowohl in den harten Passagen als auch in den ruhigeren Momenten. Deftones waren schon immer eine Band die versucht haben eine dringliche, intensive Atmospähre zu schaffen. Hier gelingt ihnen das ausgezeichnet.
Infinite Source |
Milk Of The Madonna |
Departing The Body
Steven Wilson – The Overview
Ein Album bestehend aus nur zwei Songs klingt nach einem Fall für den nerdigen Wilson. Und er ist auch jemand der es versteht solche Longtracks spannend zu gestalten. Das Album ist ein Trip in die tiefen der Galaxie in der unsere alltäglichen Probleme so verschwindend gering sind. Eine musikalisch spannende Reise und auch visuell großartig umgesetzt bei der Tournee.
Kauan – Way Home
Zwei Songs ein Album? Da sagen Kauan „Hold my beer“ und machen einem Song zu einem Album. Ok, ganz konsequent ist es nicht umgesetzt um sowohl den modernen Hörgewohnheiten gerecht zu werden als auch den traditionellen (es passen nun mal keine min auf eine Seite einer LP). Wie üblich bei den Finnen ist die Musik ziemlich düster und teilweise auch sehr heavy. Vocals gibt es nicht so viele und wenn sind sie auf finnisch gesungen. Dadurch gibt es keine Ablenkung für das eigene Kopfkino
David Judson Clemmons – Everything A War
Wenn ich mich auf ein Lieblingsalbum aus 2025 festlegen sollte, dann wäre es das. Clemmons arrangiert ein fantastisches Prog Rock Album mit unzähligen Gänsehautmomenten. Die Melodien wecken Emotionen, der Sound ist pompös an genau den richtigen Stellen und klingt auch nie zu dick aufgetragen und erzwungen. Ein sehr dynamisches Album, das düster und wunderschön zugleich ist.
Learn To Resist |
Drones & Satellites |
Songs In The Key Of You