Kürzlich gelesene Literatur - Biographien


Auge

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Jumpingjack

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Madonna

Von Andrew Morton. So wenig ich Madonna mag, so erstaunlich gut geschrieben und spannend finde ich ihre Biographie.
 

wirr

...
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FLAKE
Ich hab mit jetzt "Tastenficker" von Flake, dem Keyboarder von Rammstein besorgt. Unheimlich cool und witzig geschrieben. Inhaltlich geht es überhaupt nicht um Ramstein (die er selbst als "gigantische peinliche Schmierenkomödie" beschreibt), sondern eher um die teilweise echt subversive Vorwendezeit in der Zone und seine Gedanken zu GOTT und der Welt. Ich hab die Zeit ja noch selbst in dem Alter erlebt und finde vieles wieder, aber es ist generell ein faszinierendes Buch.
 

UnbekannterUser

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Habe letztens das Buch "Der Traumhüter: Die unglaubliche Geschichte eines Torwarts" von Ronald Reng gelesen. Es geht um die sehr kurzlebige Profi-Karriere des deutschen Torhüters Lars Leese, der seine erfolgreichste Zeit in England absolvierte. Gerade für Fußball-Interessierte ein ganz interessantes Buch, lässt sich nebenbei wunderbar lesen. Ist jetzt kein absoluter Top-Tipp, aber interessante, leichte Kost für zwischendurch.
 

Sengo

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Ich schreibe hier einmal was, obwohl das Unterforum ziemlich tot scheint.

Ich finde Reng auch ziemlich gut, habe von ihm den Traumhüter und die Enke-Biographie (extrem gut) gelesen. Nun habe ich gesehen, dass er auch eine Biographie über Miroslav Klose geschrieben hat. Eigentlich stehe ich nicht so auf Biographien von Spitzensportlern, aber einerseits ist sie von Reng, dem ich zutraue, nicht irgendeinen 0815-Müll zu schreiben (Kahn-Biographie, etc ...) und andererseits ist der Werdegang von Klose interessant. Also, hat die schon jemand gelesen?

Ein anderes Thema (nerdiger), über das ich gerne lese, sind Radsport-Biographien. Bislang habe ich die Bücher von/über Phil Gaimon, Tyler Hamilton, Dominik Nerz und Charles Wegelius gelesen. Und in dieser Reihenfolge würde ich sie auch ranken.

Gaimons Bio, den ich persönlich vorher nicht kannte, obwohl ich mich gerade in den 2000ern sehr für Radsport interessiert habe, ist super. Man merkt, dass er das Buch selbst geschrieben hat, es ist teilweise wirklich witzig.

Hamilton (einer meiner Helden, Giro 02, Tour 03) war auch interessant, auch weil ich immer noch (trotz allem) große Sympathien für den Dachs habe.

Nerz ist gut, Wegelius in Ordnung, aber nicht mehr.

Nun meine Fragen dazu. Kennt ihr noch andere empfehlenswerte Radsport-/Sportler-Biographien? Ich habe gesehen, dass Jonathan Vaughters seine Biographie veröffentlicht hat. Hat die schon jemand gelesen?
 

MrStylo

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Die Biografien von Tom simpson, Paul Kimmage sind auch gut. Die von Fignon ( hung und unbekümmert) fand ich richtig schlecht, sehr eitel, wenig selbstkritisch. Richtig gut und auch anders als andere sind die von Peter Winnen und Bob Roll. Müssten alle im covadonga Verlag erschienen sein
 

Mahoney_jr

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Ich lese gerade einen Mix aus Bio und Sachbuch: "Hitler" von Ian Kershaw. Durch Babylon Berlin Rewatchable mit der Frau habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich extrem viel Wissen aus dieser Zeit aufgebaut habe, aber das Leben vom Hauptprotagonisten eher fadenscheinig in Erinnerung geblieben ist. Daher ackere ich mich jetzt da durch. 1.300 Seiten, von denen noch 1.200 vor mir liegen. Bislang aber durchaus gut.
 

Jerry

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Ich lese gerade einen Mix aus Bio und Sachbuch: "Hitler" von Ian Kershaw. 1.300 Seiten, von denen noch 1.200 vor mir liegen. Bislang aber durchaus gut.
Ich muss sagen, dass ich die Biografie von Kershaw wirklich überragend fand und sie auch jedem empfehlen würde, der (nicht nur) mehr über Hitler erfahren möchte. Sehr viel fundiertes, quellenbasiertes Detailwissen, dazu noch sehr gut geschrieben. Würde ich auch Nicht-Historikern empfehlen. Meine Freundin hat es mir vor knapp drei Jahren geschenkt und wollte vor Weihnachten nur kurz mal reinlesen und hatte dann fix in paar Tagen 300 Seiten gelesen, weil sie kaum mehr aufhören konnte...
 

Tour de Lennard

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Ich lese gerade einen Mix aus Bio und Sachbuch: "Hitler" von Ian Kershaw. Durch Babylon Berlin Rewatchable mit der Frau habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich extrem viel Wissen aus dieser Zeit aufgebaut habe, aber das Leben vom Hauptprotagonisten eher fadenscheinig in Erinnerung geblieben ist. Daher ackere ich mich jetzt da durch. 1.300 Seiten, von denen noch 1.200 vor mir liegen. Bislang aber durchaus gut.
Bei 1300 Seiten dürfte das der zweite Band ab 1936 sein. Habe leider nur diesen auf hd und lese daher grad eine eher furztrockene Mao Biografie. Habe bei Kershaw nur kurz rein geschaut und war leicht angefixt, aber würde schon gerne mit dem ersten Band anfangen.
 

Mahoney_jr

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Bei 1300 Seiten dürfte das der zweite Band ab 1936 sein. Habe leider nur diesen auf hd und lese daher grad eine eher furztrockene Mao Biografie. Habe bei Kershaw nur kurz rein geschaut und war leicht angefixt, aber würde schon gerne mit dem ersten Band anfangen.
Äh, hab's verdreht, ja. Bin in Band 1. Also 9xx Seiten.

edit: ich lese auf dem Kindle. Da ist das mit der Seitenanzahl eine komplett sekundäre Information. % Gesamt und X Minuten bis Kapitelende sind essenzieller :)
 
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John Lennon

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Vor ein paar Wochen gelesen...



Beeindruckende Geschichte einer Frau, die sich gegen alle Widerstände durchgesetzt hat und heute als Anwältin für Ausländerrecht und Asylrecht in Essen arbeitet. Nizaqete Bislimi flieht mit ihrer Familie im Alter von 14 während des Jugoslavienkriegs aus dem Kosovo nach Deutschland. Danach beginnt eine 14jährige Odyssee mit Kettenduldung und dem Damoklesschwert der Abschiebung über der Familie, die der Roma-Community angehört.
 

Eric

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Nikolaus von Horthy - Ein Leben für Ungarn



Dieses Buch hatte ich schon sehr lange lesen wollen und meine Freundin hatte es dann bei irgendeinem Antiquariat auftreiben können.

Admiral Miklós Horthy de Nagybánya hatte ein sehr bewegtes Leben gehabt. Von niederem ungarischem Adel hat er sich zum Flügeladjutanten des Kaisers Franz-Josef I und später zum letztem Oberbefehlshaber der Flotte von Österreich-Ungarn hochgearbeitet. Nach der Niederschlagung der kurzlebigen ungarischen Räterepublik war Horthy zwischen 1919 und 1944 Reichsverweser des Königreichs Ungarn, nicht ohne dabei zwei Restaurationsversuche des Hauses Habsburg zu vereiteln. Horthy hat zunächst laviert zwischen den Westmächten einerseits und dem Dritten Reich, das Ungarn Möglichkeiten eröffnete, Gebiete von Jugoslawien, der Slowakei und Rumänien zurückzugewinnen, die nach dem ersten Weltkrieg im Vertrag noch Trianon abgetreten werden mussten. Zudem versprach er sich von Hitler Schutz vor der Sowjetunion. Seine prodeutsche Politik hat sich zunächst für Ungarn in Form von Gebietsgewinnen ausgezahlt, die gemeinsamen Kriegsanstrengungen gegen die Sowjetunuon endeten jedoch schliesslich katastrophal. Sein Versuch, als die deutsche Niederlage absehbar war, mit den Sowjets einen Separatfrieden zu schliessen, endete mit seiner Absetzung durch einen von Deutschland inszenierten Putsch der ungarischen Faschisten (Pfeilkreuzler).

Die letzen Jahre seine Lebens verbrachte der "König ohne Königreich/Admiral ohne Flotte" im Exil in West-Deutschland und Portugal, wo er seine Autobiografie in deutscher Sprache verfasste und verfügte, dass er erst in Ungarn zur Ruhe gebettet werden möchte, wenn der letzte russische Soldat das Land verlassen hat.

Das Buch liest sich ganz gut und bietet einen Ausschnitt von der Zeit der alten euopäischen Monarchien, die in Folge des ersten Weltkriegs zusammengebrochen sind, bis zum Ende des zweiten Weltkriegs. Es behandelt auch die Probleme mit denen die kleineren europäischen Staaten in Folge des Aufstiegs der Sowjetunion und des Dritten Reiches konfrontiert wurden, sowie die diversen ethnischen Konflikte in Südosteuropa. Ferner ist es eine einzige Anklage gegen den Vertrag von Trianon, der Ungarn im Prinzip härter getroffen hat, als Deutschland mit dem Versailler Vertrag.

Das Interessante an diesen apologetischen Werken ist für mich immer, wie die die Autoren ihre eigene Rolle bei den unmöglich zu ignorierenden historischen Fehlleistungen und Verbrechen darstellen (s. auch die Memoiren von Manstein, Dönitz, Guderian, Speer etc.). Bei Horthy drängt sich da natürlich sein opportunistisches Verhalten gegenüber dem Dritten Reich auf, was geradewegs in Ungarns Beteiligung am Angriff auf die UdSSR geführt hat. Dem Autor, der erkennbar aus einer monarchisch geprägten k.u.k Welt des 19. Jahrhunderts stammt, fällt es schwer alles schönzureden, wofür er als autoritärer Regent eines Königreiches Verantwortung getragen hat. Oftmals berichtet er über Ereignisse als eine Art Beobachter, als seien seine Mitarbeiter und Untergebenen die eigentlichen Akteure gewesen (insbesondere bzgl. des Bruchs des Nichtangriffspakts mit Jugoslawien). Er lässt dann oftmals offen, ob eine alternative Vorgehensweise möglich gewesen wäre und was er, der Regent, dazu hätte beitragen können.

Im Kern läuft es hingegen meist darauf hinaus, dass Ungarn, spätestens nach dem Fall von Frankreich, keine wirksame Unterstützung von den Westmächten hätte bekommen können und er schon seit dem Münchner Abkomen immer wieder vor der Wahl stand, die zweifelhaften "Geschenke" des böhmischen Gefreiten anzunehmen und dafür entsprechende Gegenleistungen zu erbringen, oder alleine der Sowjetunion gegenüberzustehen. Zudem hätten die Deutschen immer die Pfeilkreuzler in der Hinterhand gehabt, sollte er (Horthy) ein zu schwieriger Partner werden. Er habe daher getan was möglich war, um Schlimmeres zu verhindern, sich dem deutschen Einfluss jedoch unmöglich völlig entziehen können.

Immer wieder kommt durch, dass dem Autor schon klar ist, dass sein persönlicher, altertümlicher Ehrbegriff von seinem politischen Handeln in Frage gestellt wird. Er versucht das dann ein wenig dadurch auszugleichen, in dem er darstellt, dass er Hitler, diesen wenig kultivierten Mann vom anderen Ende des gesellschaftlichen Spektrums, im persönlichen Gespräch durchaus klare Ansagen gemacht habe. Die Sachzwänge, bis hin zu Bedrohungen seiner Familie, hätten seinen Spielraum gegenüber Deutschland jedoch stets eingeschränkt.

Zwischen den Zeilen ist erkennbar, dass er eine gewisse Mitverantwortung für den für Ungarn so katastrophalen Krieg und die folgende sowjetische Besatzung einräumen muss, bzgl. des Holocausts weist er jedoch jedwede Mitverantwortung von sich. Das sei zwar alles bedauerlich, aber daran seien nur die Deutschen und die Pfeilkreuzler schuld.

Einerseits war das Buch sehr interessant, gerade auch was Horthys Leben in der kuk Monarchie vor dem ersten Weltkrieg angeht. Im Gegensatz zu manch anderem apolgetischen Machwerk, war es aber auch enttäuschend, da Horthys Kampf gegen Hitler (und Stalin) zuweilen nur auf die Ebene persönlicher Eitelkeiten abgleitet, und er viel zu intelligent scheint, um zu glauben, der Leser würde ihm die völlige Abolution erteilen, nur weil er kultivierter und gebildeter ist. Imho spricht daraus eine Menge Enttäuschung über sich selber, dass er, als Vertreter der alten Ordnung, den modernen brutalstmöglichen Diktatoren nicht viel entgegenzusetzen hatte.

Horthy galt in Ungarn während dem Kommunismus als Nazis-Kollaborateur. Später dann als eine Art nationalkonservatives Fossil, das mit seiner kurzsichtigen revanchistischen Politik Ungarn in eine Katastrophe geführt hat. Unter Viktor Orban wurde Horthy weitgehend rehabilitiert. Orban sieht ihn als Retter des Vaterlands nach dem Zusammenbruch im ersten Weltkriegs und Bollwerk gegen die Sowjetunion.
 
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Buschmeister

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z.Zt. also genau gesagt ab gestern lese ich Benjamin v. Stuckrad-Barre / Panikherz. Den wollte ich immer mal schon lesen. Ich habe viel von ihm gehört . z.B. in Talkshows. Ich mag die etwas wirren, unkonventionellen Typen. Und v.St.B. ist flüssig und amüsant zu lesen. Mir gefällt dieser Stil. Ich werde mir noch ein paar Sachen von ihm zulegen.
Auch "schwerere Kost" wie z.B. die Gedichte von Jim Morrison oder Allen Ginsberg ziehe ich in Abständen aber regelmäßig aus dem Regal. Es ist immer ein neues Erlebnis, komisch.
 

Mahoney_jr

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z.Zt. also genau gesagt ab gestern lese ich Benjamin v. Stuckrad-Barre / Panikherz. Den wollte ich immer mal schon lesen. Ich habe viel von ihm gehört . z.B. in Talkshows. Ich mag die etwas wirren, unkonventionellen Typen. Und v.St.B. ist flüssig und amüsant zu lesen. Mir gefällt dieser Stil. Ich werde mir noch ein paar Sachen von ihm zulegen.
Auch "schwerere Kost" wie z.B. die Gedichte von Jim Morrison oder Allen Ginsberg ziehe ich in Abständen aber regelmäßig aus dem Regal. Es ist immer ein neues Erlebnis, komisch.
Den Prolog muss man sich als Hörbuch anhören. Udo am LAX Airport :D
 

Giannis

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z.Zt. also genau gesagt ab gestern lese ich Benjamin v. Stuckrad-Barre / Panikherz. Den wollte ich immer mal schon lesen. Ich habe viel von ihm gehört . z.B. in Talkshows. Ich mag die etwas wirren, unkonventionellen Typen. Und v.St.B. ist flüssig und amüsant zu lesen. Mir gefällt dieser Stil. Ich werde mir noch ein paar Sachen von ihm zulegen.
Soloalbum fand ich von ihm großartig. Unterscheidet sich aber stark von Panikherz, da lockerer und humorvoller. Wie er dort die Pointen gesetzt hat, machte mir sehr viel Spaß.
 
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