Die Bahn in Glasgow scheint verdammt schnell zu sein. Bei den Frauen gewann auch Zoe Hobbs mit 10.93 (AR) vor Amy Hunt mit 10.98 (0.01 hinter PB) und Torrie Lewis mit 10.99 (NR).
Bei den Schweizer Meisterschaften lief Di Tizio-Frey mit 10.96 wieder unter 11 Sekunden. Die finde ich wesentlich eindrücklicher als die erstmalige sub-11 (10.98) aus Bulle. Dies liegt hoch und ist bekannt für gute Windverhältnisse. Dass sie die Zeit im Letzigrund bestätigen kann, ist dann doch ein ziemlicher Fingerzeig an die Konkurrenz in Hinblick auf Birmingham.
Bei den deutschen Meisterschaften überzeugte Owen Ansah mit 10.00 über die 100 und 20.13 über die 200 (bei leichtem Gegenwind). Nur: hier schwingt gerade etwas eine „Doping-Affäre“ mit. Ansah soll einen Test verweigert haben, weil er sich den Konsequenzen einer Verweigerung wohl nicht bewusst war. Mal schauen, was hier noch kommt. Wäre unglaublich bitter, denn der Kerl macht richtig Freude. Erinnert aber gerade stark an die Causa Vondrousova im Tennis.
Der Hürdensprint bei den deutschen Damen war ebenfalls stark. Franziska Schuster gewinnt mit 12.69, insgesamt waren fünf Athletinnen unter 13 Sekunden. Starke Breite, aber die Überfliegerin fehlt dann doch etwas.
Honorable mentions: Simon Batz springt im Weitsprung 8.29m, bei der aktuellen Konkurrenz bleibt er in Birmingham dann aber trotzdem nur Aussenseiter. Über die 400m überzeugte Jean-Paul Bredau mit 44.72, der schnellsten deutschen Zeit seit Ingo Schultz 2001.
Der Damensprint ist in Deutschland aber gerade wirklich nicht überzeugend. Bei guten Bedingungen ging der Titel mit 11.26 an Jolina Ernst, zeitgleich mit Emma Goretzka und drei Hundertstel vor Gina Lückenkemper (die aber bekanntlich auf Grossanlässe aufdrehen kann). Die schnellste Deutsche ist an diesem Wochenende Tatiana Pinto mit 11.02 gewesen. Das Problem: seit diesem Jahr startet sie für Portugal.
Bei den österreichischen Meisterschaften gab es über die 400m Hürden der Damen ein schönes Ergebnis. Anja Dlauhy gewinnt in 54.52 und Landesrekord, Lena Pressler ist mit 54.55 nur knapp dahinter. Um ein interessantes Ergebnis abzurunden: Viola Fischer folgt als Dritte mit einer Zeit von 1:03.28.
Und abschliessend noch ein kurzer Blick nach Griechenland: dort hat es Miltiadis Tentoglou endlich geschafft und den Landesrekord von Tsatoumas egalisiert. Bislang lag er ja einen cm dahinter. Er hat eine verdammt starke Serie hingelegt: 8.52 (+1.1), 8.66 (+2.7), 8.66 (+1.0), 7.05 (+1.3), x, 8.64 (+0.7). Mit dieser Leistung ist er definitiv Topfavorit an der EM.
Apropos Birmingham: vier Titelverteidiger sind sicherlich nicht dabei. Nafi Thiam (Heptathlon), Cyrena Samba-Mayela (100mH), Alexander Doom (400m) und Lorenzo Simonelli (110mH) haben forfait erklärt.