Der finanzielle Vorsprung des FC Bayern ist natürlich ein Riesenproblem für die Liga und es spielt aktuell auch keine Rolle, ob oder dass der Vorsprung auch gut etwas damit zu tun hat, dass andere Vereine (die ähnlich dastehen könnten) in den letzten Jahrzehnten einfach auch kapitale Fehler gemacht haben, die Bayern nicht gemacht hat. Der HSV nach den 80ern, der BVB nach seinem CL-Sieg in den 90ern, Hertha nach der Einheit, der VfB Stuttgart nach eigentlich jeder Meisterschaft - da wurden schon sehr viele gute Chancen auf Entwicklung sehr fahrlässig vergeben.
Aber sei es drum, der Status Quo ist nunmal (logisch) da und tut der Liga nicht gut.
Mir geht es einfach zu oft darum, Bayern zu schwächen um national mehr Wettbewerb zu haben. Das kann man machen, aber mMn schießt man sich damit selbst ins Knie. Die Liga braucht außerhalb des FCB mehr Geld, das echte Geld liegt aber nicht in der internen Verteilung (wo man eh nur effektiv an die Verteilung der nationalen TV-Gelder gehen kann, bei einer Umverteilung der imternationalen Gelder meckert nicht nur Bayern, sondern genauso auch die anderen regelmäßigen Europateilnehmer wie BVB. B04 oder RB), sondern in der internationalen Vermarktung.
Es hilft bei der internationalen Vermarktung aber genau gar nicht, wenn man zu Gunsten einer spannenden Liga die Bayern so sehr schwächt, dass auch sie keine Rolle mehr in der CL spielen. Dann lässt sich die BL NOCH schlechter vermarkten als jetzt schon.
Wir brauchen keine spannendere Liga, in der jeder das gleiche Geld bekommt (dann will ich mal unsere NM und die Attraktivität der Liga in 10 Jahren sehen, wenn einfach kein Verein mehr international eine Rolle spielt und alle Top-Talente schon mit 17/18 ins Ausland gehen). Wir brauchen einfach MEHR gute Vereine, die international bestehen können.
Das kann man über Öffnung für Investoren machen,also weg von 50+1. Oder über eine wirklich gute Auslandsvermarktung, wo die Liga vielleicht auch nal geschlossen auftritt. Damit meine ich nicht Pokalspiele in Saudi Arabien, das kann nicht der Weg sein.
Aber viele Vereine machen wirklich sehr wenig, was die Auslandsvermarktung angeht (Auslandsreisen mit Spielen, Vorbereitung nicht nur in Belek, sondern auch mal weiter weg, Eröffnung von Büros im Ausland, Kooperationen außerhalb Europas). Das sind dann aber immer die, die am lautesten nach nationaler Umverteilung rufen.
Da ist viel mehr drin. Ich könnte mir auch vorstellen, dass BL-Clubs sich in der Vorbereitung absprechen und z.B. Bayern, Stuttgart, Bremen und Köln ihre Vorbereitung in einer Region mit einem entsprechenden Turnier vor Ort abhalten und Dortmund, Leipzig, HSV und Schalke in einer anderen Region. Irgendwelche gemeinsamen Aktionen halt, wo für die Liga als Gesamtprodukt geworben wird.
Oder das aufstrebende BL-Stars, die international interessant sind, gemeinsam für das Produkt BL werben, auch mit internationalen Auftritten.
Das bringt nicht von heute auf morgen Aufmerksamkeit, aber wir haben durch unsere Piefigkeit ja auch nicht von heute auf morgen international den Vermarktungssanschluss verloren. Gemeinsame Vermarktung kann schon ein echter Schlüssel sein, auch gemeinsames Werben um Investoren (es muss ja nicht um Vereinsanteile gehen). Wir können mit unserer Infrastruktur, den Stadien, dem Fanerlebnis werben (ein echtes Plus gegenüber ALLEN anderen Ligen). Warum bietet die DFL nicht über ein eigenes, Club-Finanziertes Reiseunternehmen Fanreisen aus dem Ausland mit Stadien- und Spielbesuchen bei verschiedenen Teams an? Premium sogar mit Führungen und Meet and Greets mit Spielern?
Kostet auch alles Geld, aber dafür kann man ja Fonds einrichten, in die ein FC Bayern natürlich ein Vielfaches vom SC Freiburg einzahlen muss.
Aber wir schaufeln der Liga doch ihr eigenes Grab, wenn wir den Spitzenclub schwächen. Wir brauchen keinen schwächeren FC Bayern - was ist denn das für eine Forderung beim MItgliederstärksten Einzelsportverband der Welt? Wir brauchen mehr starke Vereine und eine starke, selbstbewusste Liga, die sich auch gemeinsam stark vermarktet. Und ja, natürlich muss der FCB sich dafür ein gutes Stück von seiner Selbstvermarkzung wegbewegen, der BVB auch. Aber die kleinen Clubs müssen auch bereit sein, selbst mehr (mitzu)machen, anstatt immer nur zu fordern,