Es gibt eben immer noch einen Unterschied zwischen denen, die genau wissen, dass ihre Idee illegal ist, und die deshalb natürlich nicht zu Kathol gehen, um sie sich absegnen zu lassen - und denen, die ihre Idee für legal halten, aber eben nicht zu 100 % sicher sind. Da ist es selbstverständlich völlig vernünftig, bei der FIS nachzufragen, ob denn das wirklich OK ist.
Inwieweit Christian Kathol da vollkommen objektiv ist und bei Deutschen und Österreichern vielleicht eher mal ja sagt und bei Polen und Slowenen eher mal nein, kann ich als Außenstehender schwer beurteilen. Aber dass er es nicht ist, ist schon eine ziemlich heftige Unterstellung; das sollte man nicht tun, wenn sie nicht ziemlich sicher ist.
Im Übrigen: Ich wäre sofort dafür, die Materialregeln so klar wie möglich zu gestalten und die Möglichkeiten, durch gute Ideen einen Vorteil zu erhalten, so weit wie möglich zu reduzieren. Denn eins ist schon klar: Gegenüber den kleinen Nationen, die eben nicht das Geld haben, um ein ganzes Team an Tüftlern zu beschäftigen, die gezielt das Regelwerk nach (legalen) Schlupflöchern zu durchforsten, haben alle großen Teams einen Vorteil. Und ich würde schon gern sehen, dass auch der beste Springer gewinnt und nicht der mit dem besten Material - selbst wenn die Unterschiede legal sind.
Wenn Computer, Roboter und KI dabei helfen können, bin ich übrigens auch niemand, der das ablehnt - falls das bislang falsch herübergekommen ist. Ich glaube nur, dass die Kosten und die Komplexität des Themas dabei immer noch unterschätzt werden. Wenn ich mir beispielsweise vorstelle, wie lang es im Tennis gedauert hat, bis sich das "Hawkeye" durchgesetzt hat - ein System, das automatisch erkennt, ob der Ball noch auf der Linie war oder eben doch knapp dahinter -, dann glaube ich einfach nicht, dass sich das bis zur nächsten Saison im Skispringen so weit umsetzen lässt, wie es nötig wäre. Denn da sind die Anzugkontrollen weitaus komplexer. Wir brauchen aber eine Lösung, die bis dahin greift. Längerfristig kann man aber gern an KI-Systemen arbeiten.