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Vorwort:
Eigentlich hat @supafly03 immer die Threads eröffnet. Leider hat er sich seit März hier nicht mehr blicken lassen. Ich hoffe sehr, dass dies einzig und allein aus Desinteresse geschieht und dass es ihm ansonsten gut geht.

Durch seine Abstinenz hat der Fohlen-Thread natürlich auch mächtig an Bedeutung verloren, was man kaum auffangen kann. Ich werde zumindest nun im August einen Thread inklusive Einleitung eröffnen, damit es weitergeht. Eine neue Saison unserer Borussia steht an und es gibt reichlich Gesprächsstoff.
Die sportliche Ausgangssituation:

Die sportliche Glanzzeit mit Max Eberl wurde von Roland Virkus nur wenig erfolgreich fortgeführt, wobei es sicherlich auch unfair gegenüber Don Rollo wäre, dies einzig und allein auf ihn abzuwälzen. Fakt ist, dass sich Borussia in den vergangenen Jahren äußerst schwertat.
Nach einer über weite Strecken erfolgreichen Saison 2024/25, in der man hinten heraus aber noch Europa verspielte, folgte in der vergangenen Saison ein Katastrophenstart samt der Entlassung von Trainer Seoane und Don Rollo. Ein Vorgehen, das unausweichlich erschien.
Im weiteren Saisonverlauf übernahm unser U23-Trainer Eugen Polanski das Ruder und tat sich über weite Strecken enorm schwer, konnte die Borussia letztlich jedoch zum Klassenerhalt und auf Platz 12 führen. Ein wichtiger Teilerfolg, der ihm nun eine gezielte Vorbereitung sowie eine weitere Saison beschert, die es zu nutzen gilt.
Rouven Schröder als Hoffnungsträger

Die ersten Testspiele wurden gewonnen und bei Borussia zeichnet sich eine optimistisch-euphorische Stimmung ab. Woher kommt sie? Das dürfte primär wirklich am neuen Sportchef Rouven Schröder liegen, der bislang – sofern man das überhaupt schon beurteilen kann – sehr gute Arbeit leistet.
Nach den wilden und teils fragwürdigen Jahren unter Virkus hat man bei Schröder von Beginn an das Gefühl, dass er hochprofessionell arbeitet und genau weiß, woran anzusetzen ist. So gab es zahlreiche strukturelle Veränderungen beim Verein, wodurch unter anderem auch Oliver Neuville seinen Posten räumen musste.
Besonders imponierend ist die Tatsache, dass Schröder sehr früh auf dem Transfermarkt aktiv wurde und die Weichen stellte. So präsentierte man bereits im Juli acht Transfers für die erste Mannschaft und verpflichtete zudem Bolin fest, der zuvor im Winter ausgeliehen war. Ein rasanter Umbruch, der trotz einer überlangen Weltmeisterschaft sehr frühzeitig vollzogen wurde. Eine Handschrift, die man früher auch an Max Eberl schätzte, der seine Transfers gerne schon vor Beginn des Trainingslagers abschloss.
Schröder gibt Borussia wieder Solidität und Zuversicht, wobei man natürlich abwarten muss, wie sich der Umbruch sportlich einordnen wird. Bleiben die Resultate aus, wird man ihn selbstverständlich zügig und deutlich kritisieren. Die Vorzeichen stehen meiner Meinung nach jedoch durchaus günstig und Schröder hat bislang geliefert.
Die Trainerfrage birgt das größte Konfliktpotenzial

Weniger zuversichtlich wird sicherlich die Position des Trainers beurteilt. Polanski weist als Cheftrainer kaum Erfahrung auf und tat sich über sehr weite Strecken der vergangenen Saison maximal schwer. Neben den durchwachsenen Resultaten war auch die Spielweise wirklich unansehnlich und von einer gewissen Armut geprägt. So zeigte sich die Mannschaft selbst im Borussia-Park gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten aus Heidenheim sehr kompakt und vorsichtig, überließ dem Gegner den Ball, um zu kontern.
Auch wenn das ein pragmatischer Ansatz sein mag, erwartet man insbesondere in Heimspielen schon mehr spielerischen Mut. Dies führte dazu, dass Polanski sehr früh zur Disposition stand und ein Verbleib ungewiss erschien. Schließlich wurde der Klassenerhalt eingetütet und Polanski erhält nun die Chance, mit einer gezielten Vorbereitung und einem veränderten Kader zu zeigen, was er kann.
Sollte der Saisonstart jedoch sportlich misslingen, dürfte schnell massive Unruhe aufkommen – wobei man das als Trainer in der Bundesliga wohl überall erleben muss.
Polanski wird auch an der spielerischen Ausrichtung beurteilt
Dass Polanski selbst nicht zufrieden mit der spielerischen Ausrichtung war, gestand er mehrfach ein. Die sportliche Situation habe dies erfordert.Sein Versprechen an die Fans lautet, dass im Borussia-Park wieder attraktiver Fußball zelebriert werden soll. Hierfür wechselt man vom 3-4-2-1-System auf eine Viererkette, was einen proaktiveren Ansatz verspricht.
Polanski wird also nicht nur an den Resultaten gemessen, sondern zugleich auch an spielerischen Verbesserungen, die er implementieren soll. Eine knifflige Aufgabe, die auch eine gewisse Fallhöhe mit sich bringt.
Transfer-Abgänge

- Rocco Reitz (RB Leipzig)
- Marvin Friedrich (ablösefrei zu Union Berlin)
- Jonas Omlin (ablösefrei zum FC Basel)
- Shio Fukuda (Karlsruher SC)
- Grant-Leon Ranos
- Noah Pesch (Rot-Weiss Essen)
- Gio Reyna (RC Strasbourg)
Verliehene Spieler (Rückkehr zum Stammverein)
- Haris Tabaković (zurück zur TSG Hoffenheim, inzwischen RB Salzburg)
- Yannik Engelhardt (zurück zu Como, inzwischen SC Freiburg)
- Kota Takai (zurück zu Tottenham Hotspur)
Den Großteil unserer Transferbemühungen konnten wir durch den Verkauf von Rocco Reitz finanzieren, der für mindestens 20 Millionen Euro nach Leipzig wechselte. Sicherlich ein betrüblicher Transfer für die Fans, die Reitz als Identifikationsfigur betrachteten, doch zur sportlichen Konsolidierung war dieser Schritt wohl erforderlich.
Ansonsten hat man das letzte große Missverständnis aus der Eberl-Zeit, Marvin Friedrich, endlich von der Payroll bekommen, da sein üppiger Vertrag ausgelaufen ist. Ebenso gab man Topverdiener Jonas Omlin ab, der vermutlich zum Nulltarif nach Basel wechselte. Mit Florian Neuhaus hätte man noch einen weiteren Kandidaten dieser Kategorie im Kader, dieser scheint seinen Vertrag jedoch stoisch aussitzen zu wollen, den Don Rollo ihm einst mit vier Millionen Euro jährlich feierlich ausstattete.
Gio Reyna war selten fit und spielte entsprechend wenig. Das Missverständnis wurde inzwischen ebenfalls beendet und Reyna wechselte für eine ähnliche Summe nach Strasbourg. Ein wichtiger Schritt, denn der BVB hatte offenbar noch weitere Klauseln in Höhe von drei Millionen Euro eingebaut, die wohl niemand zusätzlich zahlen wollte. Spielerisch bringt Reyna durchaus Qualität mit, doch mit seiner absurd schwachen Physis hilft er keiner Mannschaft, die sich ihre Erfolge hart erarbeiten muss.
Mit Tabaković und Engelhardt verließen Borussia zudem zwei ausgeliehene Stammspieler. Beide waren wichtige Stützen, ihre Positionen wurden jedoch neu besetzt. Darüber hinaus gibt es einige verliehene Talente, die ich nicht explizit aufgeführt habe. Dazu gehören Torwart Tiago Pereira Cardoso, der in die erste belgische Liga wechselte, sowie Niklas Swider, der sich Viktoria Köln anschloss.
Transfer-Zugänge

Daniel Batz (1. FSV Mainz 05)
Batz ist bei uns als zweiter Torwart eingeplant und bringt reichlich Erfahrung mit. Er gilt als kommunikativer Typ, der uns auch außerhalb des Platzes weiterbringen soll. In der vergangenen Saison stand er mehrfach zwischen den Pfosten und präsentierte sich dabei solide.
Jan Leszczynski (Legia Warschau)
Drei Millionen Euro hat uns Fredi Bobic für den jungen Polen abverlangt, der großes Potenzial besitzen soll. Jan ist ein beidfüßiger Innenverteidiger, was ihm natürlich zugutekommt. Festgespielt hat er sich in Polen bislang noch nicht, weshalb der Schritt in die Bundesliga ein großer ist. Dennoch scheint er sich bislang hervorragend zu machen und wirkt wie ein vielversprechender Perspektivtransfer, der möglicherweise schon früh Spielzeit erhalten könnte.
Jan Herold (Karlsruher SC)
Herold wies als Linksverteidiger in der 2. Bundesliga hervorragende statistische Werte auf, die Begehrlichkeiten weckten. Davon profitierte er natürlich auch als Schienenspieler. Herold scheint ein sehr aktiver Außenverteidiger zu sein, der offensiv mit Flanken Akzente setzen kann, was insbesondere für unsere Mittelstürmer interessant sein dürfte. Natürlich bleibt abzuwarten, wie er sich in einer Viererkette in der Bundesliga schlägt, doch für eine Ablöse von drei bis vier Millionen Euro erscheint der Transfer sehr vielversprechend.
Yukhym Konoplya (Schachtar Donezk)
Der Transfer des Rechtsverteidigers von Schachtar Donezk hatte sich überhaupt nicht angedeutet. Umso überraschender war es, dass der ukrainische Nationalspieler ablösefrei im Borussia-Park auftauchte. Sicherlich ein interessanter Transfer, wobei ich Konoplya bislang kaum beurteilen kann. Leider verletzte er sich bereits in der Vorbereitung und fällt einige Wochen aus, weshalb kurzfristig Ersatz verpflichtet wurde.
Daiki Hashioka (Leihspieler von Slavia Prag)
Da Joe Scally den Verein noch verlassen könnte und Konoplya unmittelbar ausfiel, verstärkte man sich kurzfristig mit Hashioka. Er ist ein eher defensiv orientierter Rechtsverteidiger, der auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden kann. In Kombination mit dem offensiv ausgerichteten Herold auf der linken Seite gefällt mir diese Statik durchaus. Zum Saisonstart dürfte er direkt die Chance erhalten, sich zu präsentieren. Das finanzielle Risiko des Transfers hält sich ebenfalls in Grenzen.
Enzo Leopold (ablösefrei von Hannover 96)
Den Abgang von Engelhardt soll Enzo Leopold auffangen, der ablösefrei von Hannover 96 kam und dort zuletzt Kapitän war. Leopold war sicherlich ein überdurchschnittlicher Zweitligaspieler mit Entwicklungspotenzial und Führungsqualitäten – ein Profil, das durchaus reizvoll erscheint. Ein weiterer Zweitligatransfer, den manche kritisch sehen, der vom Preis-Leistungs-Verhältnis jedoch sehr interessant wirkt.
Zento Uno (Shimizu S-Pulse)
Ein weiterer Japaner für Borussia ist der 22-jährige Zento Uno, der für rund 500.000 Euro verpflichtet wurde. Japanische Sechser genießen in der Bundesliga einen hervorragenden Ruf, wenn man an Endo oder Sano denkt. Entsprechend darf man auch bei Uno optimistisch sein. Er soll aggressiv gegen den Ball arbeiten und sich ständig anbieten. Ob er der ersten Mannschaft bereits sofort helfen kann, bleibt abzuwarten. Für eine halbe Million Euro dürfte das Risiko jedoch äußerst gering sein.
Isac Lidberg (SV Darmstadt 98)
Ein weiterer Torjäger aus der 2. Bundesliga für die Sturmspitze. Lidberg war ein begehrter Spieler und kostete Borussia wohl drei bis vier Millionen Euro. Nach dem Abgang von Tabaković musste man im Angriff nachlegen. Mit Lidberg erhielt man einen Abschlussstürmer, der zugleich Dynamik mitbringt. Natürlich bleibt abzuwarten, wie sich ein erfolgreicher Zweitligastürmer in der Bundesliga behauptet. Der Unterschied ist erheblich, dennoch wirkt er als Alternative zu Kleindienst zunächst beruhigend.
Weitere potenzielle Transfers
Rouven Schröder hat den Kader frühzeitig umgekrempelt und viele ablösefreie beziehungsweise kostengünstige Transfers getätigt. Eine klare Handschrift, die man beim Vorgänger vermisst hat, bei dem praktisch jeden Sommer mindestens ein kostspieliger Mega-Flop für acht bis zehn Millionen Euro am Niederrhein aufkreuzte. Diese Zeiten scheinen vorerst beendet zu sein.Weitere Transfers sind jederzeit möglich, hängen jedoch in erster Linie von möglichen Verkäufen ab.
Moritz Nicolas soll über eine Ausstiegsklausel verfügen und gehörte in der vergangenen Saison zu den besten Torhütern Deutschlands und Europas – erstaunlicherweise hat bislang jedoch kein Verein diese gezogen.
Auch Nico Elvedi spielte sich bei der Weltmeisterschaft erneut ins Blickfeld. Womöglich entsteht ebenfalls noch einmal Interesse an Franck Honorat.
Im Falle eines Millionentransfers könnte dies zu einer weiteren Neuverpflichtung führen. Andernfalls dürfte der Kader weitgehend komplett sein.
Ausblick auf die kommende Saison

Zuletzt befand sich Borussia in unruhigen Fahrgewässern und trieb phasenweise etwas orientierungslos dahin. Mit Rouven Schröder hat man nun einen sportlichen Kapitän gefunden, der das stürmische Fohlenboot mit einer ruhigen und professionellen Herangehensweise wieder in ruhigere Gewässer geleiten soll.
Selbstverständlich müssen die kostengünstigen Neuzugänge zunächst ihre Qualität unter Beweis stellen. Auch hinter Trainer Eugen Polanski steht noch ein großes Fragezeichen. Dennoch wirkt die allgemeine Stimmung derzeit positiv.
Mit Hack und Kleindienst kommen hoffentlich zwei wichtige Stammspieler zurück, die in der letzten Saison fast vollständig ausfielen. Zugleich erhofft man von Spielern wie Mahoya oder Bolin große Sprünge nach vorne.
Von daher erwartet uns sicherlich eine interessante und hoffentlich erfolgreiche Saison. Vom Gefühl her würde ich Borussia realistisch als Anwärter auf Platz 8 bis 11 einschätzen.
Wie seht ihr das? Bin ich zu optimistisch oder gefallen euch die besonnenen und preiswerten Transfers ebenfalls so gut wie mir?