Sagen wir so: Dass an all den unfairen Tricks, von denen er spricht, im Skispringen oder in der Nordischen Kombination etwas dran ist, das glaube ich schon. Letztlich hat er dazu auch nichts Neues gesagt, sondern merh oder weniger wiederholt, was schon viele andere - vorrangig ehemalige - Sportler erwähnt haben. Insofern ist das nichts Neues.
Beim Vergleich zwischen Doping und Materialbetrug muss man aus meiner Sicht allerdings etwas differenzieren. Es gibt sicher solche Veränderungen am Material, meinetwegen am Schuh oder an der Bindung, die die Flugeigenschaften verbessern, aber die Landung schwieriger und den Sport daher anfälliger für Verletzungen machen. Derartigen Materialbetrug finde ich durchaus mit Doping vergleichbar, denn dort geht es letztlich auch darum, dass man seine Leistungsfähigkeit steigert und dabei in Kauf nimmt, dem eigenen Körper langfristig Schaden zuzufügen. Bei einem etwas zu weiten Sprunganzug ist das allerdings eher nicht der Fall; deswegen ist Doping insgesamt aus meiner Sicht nochmals eine Stufe verwerflicher als Materialbetrug.
Und überhaupt nicht mit gehe ich bei seiner Glorifizierung des Langlaufs, wie fair es da doch zugehe. Da gab es doch oft genug schon Berichte über ungewöhnlich viele Sportler, die beispielsweise an Asthma leiden - weswegen sie bestimmte Mittel, die sonst verboten wären, ganz legal nehmen dürfen. Nein, die typischen Ausdauersportarten wie Langlauf, Biathlon oder Radsport sind meiner Ansicht nach noch wesentlich größere Sauställe.