Ich verstehe schon was du meinst und teile auch die Einschätzung, dass die Diszpilin insgesamt lauflastiger ist. Aber ich finde nicht, dass man Einzel und Team auf diese Weise sinnvoll vergleichen kann. Du hast im Einzel pro Athlet 1 Sprung und 10 km Langlauf. Im Teamsprint sind es pro Athlet 1 Sprung und 7,5km Laufen, in Summe also
2 Sprünge bei 15 km Laufen. Wenn man die Gewichtung genau gleich wie im Einzel-Gundersen haben möchte, dürfte man also ohnehin nicht denselben Umrechnungsfaktor verwenden.
Dass die Gewichtung hier etwas zum Laufen geschoben wird macht aus Gründen der Attraktivität schon Sinn, wie
@johnny erläutert hat. Es würde sich niemand anschauen, wenn (zurückblickend auf die große Viererstaffel) nach vier Sprunggruppen jeweils eine Minute zwischen den Podestkandidaten liegt. Aus heutiger Sicht würde man da vllt das Compact-Format mit fixen Abständen verwenden, das es damals noch nicht gab.
Genau gleich dürfte er dann nicht sein - aber dass man gerade mal ein Drittel der Zeit für dieselbe Punktedifferenz gutgeschrieben bekommt, finde ich weiterhin etwas zu wenig.
Ich würde auch nicht sagen, dass der Wettkampf durch größere Zeitabstände unattraktiv geworden wäre. Wenn man jetzt 2 Sekunden pro Punkt gegeben hätte statt 1,33 Sekunden pro Punkt, dann hätten die Deutschen halt ca. 20 Sekunden Vorsprung auf Norwegen gehabt, ca. 30 s auf Japan, 40 s auf Finnland und knapp 45 s auf Österreich.
Schwer zu sagen, wie das dann ausgegangen wäre; es hätte mindestens länger gedauert, bis sich alles zusammengeschoben hätte; vielleicht hätte Norwegen dann Deutschland auch abgehängt, bevor Finnland und Österreich dran gewesen wären.
Je nach Konstellation könnte es dadurch auch mal interessanter werden; falls zum Beispiel Japan seine beste Sprungform mal wieder findet und die Japaner dann mal mit einem größeren Vorsprung auf die Loipe gingen, gäbe es ein ganz anderes Spannungsmoment: Werden sie überhaupt eingeholt?
Ich ticke da aber vielleicht auch ein bisschen anders: Für mich ist ein Rennen, bei dem sich nach kurzer Zeit eine Gruppe bildet, die dann die ganze Zeit gemeinsam läuft, nicht unbedingt spannender als eines, bei dem es am Anfang gewisse Abstände gibt, die dann aber im Lauf der Zeit schrumpfen.
Und ich meine: Von solchen Abständen, wie es sie 1994 in Lillehammer gab, als noch die 3 x 10 km-Staffel bei den Kombis (mit zwei Sprungdurchgängen) gelaufen wurde, sind wir ja weit weg.
de.wikipedia.org
Damals gewann Japan mit fast 5 Minuten Vorsprung auf Norwegen; die Schweiz auf Platz 3 hatte bereits fast 8 Minuten Rückstand (und Deutschland auf Platz 10 über eine Viertelstunde).
edit: Nicht vom Einleitungstext täuschen lassen; da ist sogar von einer 3 x 15 km-Staffel die Rede; am Anfang des Artikels steht aber 3 x 10 km, und das passt von den Zeiten auch besser.