Kurzer Blick auf die Main-Card. Ich finde sie nicht einmal verkehrt. Fundora ist must see und Thurman zumindest ein guter Name, kann man machen. Die anderen beiden Kämpfe haben Potential abzuliefern, lediglich der Schwergewichtsepos wirkt schwach auf der Brust, wird aber auch seine Liebhaber finden. Für 10 € ist das ein guter Deal.
Übrigens hat Gausha sein Gewicht auch im Nachwiegen um 1 kg verfehlt, der Kampf stand deshalb auf der Kippe.
Sebastian Fundora (23-1-1) und Keith Thurman (31-1), Superweltergewicht:
Fundora ist mit 1,97 m aktuell der größte Weltmeister gewichtsklassenübergreifend – und das im Superweltergewicht, was ein echtes Kuriosum darstellt.
Auf der Gegenseite steht mit Thurman ein ehemaliger Elite-Boxer, wenngleich seine Glanzzeit eher rund zehn Jahre zurückliegt. Er lebt stark von seinen früheren Erfolgen und war zuletzt nur selten aktiv. Der Größenunterschied von über 20 cm dürfte erheblich ins Gewicht fallen. Zwar besitzt Thurman grundsätzlich die boxerischen Fähigkeiten, um Fundora gefährlich zu werden, doch ob er noch die physischen Voraussetzungen mitbringt, um im Jahr 2026 auf Weltklasseniveau zu performen, bleibt fraglich.
Yoenis Tellez (11-1) vs. Brian Mendoza (23-4), Superweltergewicht:
Tellez war WBA-Interimschampion und stand kurz vor einer Weltmeisterschaftschance, musste sich jedoch gegen Abass Baraou geschlagen geben. Der Kubaner ist zweifellos ein starker Boxer, wenngleich er bislang nicht zur absoluten Weltspitze zählt. Mendoza hingegen stoppte Hauptkämpfer Fundora vor drei Jahren spektakulär, verlor seitdem jedoch zwei Kämpfe nach Punkten. Er verfügt über Schlagkraft und große Nehmerqualitäten, was gegen Tellez entscheidend sein könnte. Ein spannender und ausgeglichener Kampf, der stilistisch Action verspricht.
Yoenli Hernandez (9-0) vs. Terrell Gausha (24-5-1), Mittelgewicht:
Hernandez ist ein vielversprechendes kubanisches Prospect mit Schlagkraft, musste jedoch gegen Kyrone Davis erstmals über die Runden gehen. Im derzeit eher schwach besetzten Mittelgewicht könnte er in den kommenden Jahren eine Rolle spielen, allerdings bestehen noch einige offene Fragen hinsichtlich seines Potenzials. Gausha ist Olympiateilnehmer und technisch stark ausgebildet. Er kann auch gegen hochklassige Gegner mithalten und sie vor Probleme stellen, verliert jedoch aufgrund seiner geringeren Workrate häufig nach Punkten. Für den aktuellen Entwicklungsstand von Hernandez ist er ein gelungener Prüfstein.
Gurgen Hovhannisyan (9-0) vs. Cesar Navarro (15-3), Schwergewicht:
Ursprünglich war geplant, dass Richard Torrez Jr. und Frank Sanchez auf diesem Event kämpfen sollten. Da dieser Kampf ausfiel, wurde nun dieses Schwergewichtsduell als Ersatz angesetzt. „Big Gurgen“ wurde früh mit Tyson Fury verglichen, allerdings stagnierte seine Profikarriere in den vergangenen ein bis zwei Jahren etwas. Navarro begann seine Karriere sogar im Superleichtgewicht und legte körperlich enorm zu. Im vergangenen Jahr machte er mit einer knappen Punktniederlage gegen Dainier Pero auf sich aufmerksam, bei der er den Kubaner zweimal zu Boden schickte und beinahe stoppte. Kann er nun auch Hovhannisyan gefährlich werden?