Online-Scoring Jinya Yamaguchi vs. Kyotara Yoshida u. Undercard, Youtube đŸ‡ŻđŸ‡”


Gladio

Mesmerising Measures
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Ich tippe eher auf eine etwas andere technische AusfĂŒhrung mit mehr generierter Kraft. Aber da könnten @timeout4u und @Gladio vermutlich mehr zu sagen. Ich kann auch nur raten.
Es gib im Boxsport drei Arten den KO herbeizufĂŒhren der zum kurzfristigen Verlust des Bewusstseins fĂŒhrt.

a) Ein KO wird durch eine GehirnerschĂŒtterung verursacht. Dabei wird das Gehirn durch die Wucht des Schlags gegen die Innenseite des SchĂ€dels geschleudert. Dies kann zu einer temporĂ€ren Funktionsstörung der Hirnzellen fĂŒhren, die fĂŒr das Bewusstsein und die Motorik zustĂ€ndig sind.

b) Die Wucht des Schlages zum Kopf ist so groß, dass die neuronalen Verbindungen im Gehirn augenblicklich gestört werden. Diese fĂŒr das Gleichgewicht, die Koordination und das Bewusstsein verantwortlichen Verbindungen werden dabei sofort blockiert. Oft fĂŒhrt dies dazu, dass der Boxer das Bewusstsein verliert oder dizzy wird.

c) Ein harter und prĂ€ziser Schlag auf den Kopf, kann einen vorĂŒbergehenden Abfall des Blutdrucks im Gehirn verursachen. Dieses wiederum verringert Sauerstoffversorgung des Gehirns und kann zur Ohnmacht fĂŒhren.

Typisches JAV Boxing findet zu einem großen Teil im Stand, Toe to Toe in der Pocket statt. Zudem ist eines ihrer wichtigsten Attribute bei SchlĂ€gen zum Kopf, kurze, harte und prĂ€zise EinzelschlĂ€ge auf die Druckpunkte des Kopfes zu setzten. Die da wĂ€ren die Kinn Spitze, die SchlĂ€fen oder SchlĂ€ge kurz hinter das Ohr.

Das kann zu folgendem KO Ergebnis fĂŒhren. Der Körper kann bei einem harten und prĂ€zisen Schlag, mit einer Reflexreaktion reagieren, bei dieser die Muskeln sich plötzlich entspannen und der Boxer aprupt zu Boden fĂ€llt. Dies ist im Grunde eine Schutzreaktion des Körpers, um weiteren Schaden zu vermeiden.

Ich hoffe ich konnte eure Frage detalliert beantworten.
 
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timeout4u

Bankspieler
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Heftig. Schade das es keine guten japanischen Schwergewichte gibt. Oder vielleicht auch gut.
Vereinzelt gibt es schon welche. Mitsuro Brandon Tajima zum Beispiel. Kommt zwar darauf an, wie man "gut" definiert, hier reicht ja oft nicht mal ein Top10 Ranking aus, um als gut zu gelten, aber bis zu seinen Niederlagen sah man ihn national zumindest durchaus als eine Art HW-Hoffnung und er ist ja trotzdem noch aktiv. :saint:
 

Young KaelinđŸ„Š

merthyr matchstick
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Ich tippe eher auf eine etwas andere technische AusfĂŒhrung mit mehr generierter Kraft. Aber da könnten @timeout4u und @Gladio vermutlich mehr zu sagen. Ich kann auch nur raten.
Fand noch ganz interessant, was KI dazu sagt:

Knockouts im japanischen Boxen wirken oft besonders hart, da der Sport dort durch eine extrem aggressive Trainingskultur, eine spezifische KampfmentalitÀt und eine starke Konzentration auf technische PrÀzision in den unteren Gewichtsklassen geprÀgt ist.

1. Trainings- und Sparringskultur
Ein Hauptgrund fĂŒr die HĂ€rte ist die japanische Sparringskultur.
  • IntensitĂ€t: In vielen japanischen Gyms wird „hart“ gesparrt, oft mit einer IntensitĂ€t, die fast an einen echten Kampf herankommt.
  • Disziplin: Der Fokus liegt auf extremer Ausdauer und dem „Samurai-Geist“ (Yamato Damashii), was bedeutet, dass KĂ€mpfer oft bis zur totalen Erschöpfung weitermachen und seltener das Handtuch werfen.
  • Verschleiß: Diese „Alles-oder-Nichts“-MentalitĂ€t fĂŒhrt dazu, dass KĂ€mpfer oft schon mit einer gewissen VorschĂ€digung in KĂ€mpfe gehen, was die Wahrscheinlichkeit fĂŒr schwere Knockouts erhöht.

2. Boxtechnik und Stil
Es gibt keine „Technikprobleme“, sondern vielmehr einen spezifischen Stil, der auf maximale Wirkung ausgelegt ist:
  • PrĂ€zision und Timing: Japanische Boxer wie Naoya Inoue sind bekannt fĂŒr ihre enorme Genauigkeit. Sie nutzen oft einen breiteren Stand fĂŒr bessere Balance und ExplosivitĂ€t bei Kontern.
  • Kompakte SchlĂ€ge: Ein technisches Merkmal ist das Schlagen „aus dem Ellbogen“, was SchlĂ€ge kĂŒrzer, schneller und schwerer vorhersehbar macht.
  • Körpertreffer: Es wird sehr viel Wert auf prĂ€zise Leber- und Körperhaken gelegt, die den Gegner oft komplett ausschalten.

3. Boxhandschuhe
In Japan werden keineswegs Handschuhe verwendet, die „hĂ€rter“ sind; im Gegenteil:
  • Winning: Die bekannteste japanische Marke ist Winning. Diese Handschuhe gelten weltweit als die sichersten („Pillows“), da sie die HĂ€nde des Angreifers und den Kopf des Gegners durch spezielle Schaumstoffschichten extrem gut schĂŒtzen.
  • Widerspruch: Dass trotz dieser weicheren Handschuhe so harte KOs passieren, unterstreicht, dass die Schlagkraft und PrĂ€zision der KĂ€mpfer entscheidender sind als das Material.

4. Gewichtsklassen und Physiologie
Japan dominiert traditionell die unteren Gewichtsklassen (bis 55 kg). In diesen Klassen ist das Tempo oft höher, und die KÀmpfer gehen hÀufiger an die Grenzen des Weight Cuttings. Eine starke Dehydration kann die Schutzschicht des Gehirns schwÀchen, was SchlÀge noch gefÀhrlicher macht.

Zum Bandagieren:

Im japanischen Boxsport gibt es tatsĂ€chlich Besonderheiten beim Tapen der HĂ€nde, die eng mit der strengen Reglementierung durch die Japan Boxing Commission (JBC) verknĂŒpft sind. Japan gilt weltweit als einer der MĂ€rkte mit den striktesten Regeln fĂŒr die Handbandagen bei ProfikĂ€mpfen.

Spezielle Merkmale des japanischen Tapings
  • Strikte Materialvorgaben: Die JBC schreibt exakt vor, wie viel Verbandsmaterial und Tape verwendet werden darf. Anders als in manchen westlichen VerbĂ€nden, in denen oft "Gaze und Tape" nach eigenem Ermessen (innerhalb gewisser Grenzen) kombiniert werden, wird in Japan penibel auf die Einhaltung der Millimeter- und Lagenvorgaben geachtet.
  • PrĂ€zision und Schutz: Japanische Trainer sind bekannt fĂŒr ihre chirurgische PrĂ€zision beim Bandagieren. Das Ziel ist ein extrem kompakter Schutz, der die Hand wie eine Schiene stabilisiert, ohne die Schlagkraft durch zu viel Polsterung ("Pillow-Hands") zu dĂ€mpfen.
  • Offizielle Aufsicht: In Japan ist es ĂŒblich, dass ein offizieller Kommissar der JBC den gesamten Prozess des Tapens in der Kabine ĂŒberwacht und das fertige Tape mit einem Siegel oder einer Unterschrift versieht, bevor der Handschuh angezogen wird.

Kulturelle EinflĂŒsse und AusrĂŒstung
  • Ursprung des Kinesio-Taping: Japan ist das Ursprungsland des Kinesio-Taping, das von Kenzo Kase entwickelt wurde. WĂ€hrend dies eher der Rehabilitation dient, fliesst das tiefe japanische VerstĂ€ndnis fĂŒr Anatomie und StĂŒtzapparate auch in die Technik der Kampfbandagen ein.
  • Winning Equipment: Japan ist die Heimat von Winning, einer Marke, die weltweit fĂŒr den besten Handschutz im Boxen bekannt ist. Die Kombination aus den hochwertigen Winning-Bandagen und der speziellen japanischen Wickeltechnik gilt unter Profis als Goldstandard fĂŒr den Schutz der Mittelhandknochen.

Vergleich: Japan vs. International

MerkmalJapan (JBC Standard)International (z.B. USA/Nevada)
KontrolleExtrem streng, oft durch JBC-BeamteAbhÀngig vom jeweiligen Verband (AC)
TechnikFokus auf "chirurgische" KompaktheitTeilweise mehr Spielraum bei Polsterung
TraditionHoher Stellenwert von Disziplin & DetailFokus oft auf maximalem Komfort

Xxxxxxxx

Ja, das sogenannte "Stacking" ist im japanischen Boxsport ein sehr kontroverses Thema und fĂŒhrt international regelmĂ€ssig zu Diskussionen. Japan gilt als einer der wenigen Orte, an denen bestimmte Formen dieser Technik offiziell durch die Japan Boxing Commission (JBC) erlaubt sind, wĂ€hrend sie in vielen anderen LĂ€ndern (z. B. USA oder UK) als regelwidrig eingestuft werden.

Was ist "Stacking" und warum ist es gefÀhrlich?
Beim Stacking wird das Tape nicht nur zur Stabilisierung des Handgelenks genutzt, sondern direkt auf die Haut oder in abwechselnden Schichten mit Gaze (Tape-Gaze-Tape) aufgetragen.

  • Der "Gips"-Effekt: Durch die Schichtung von hartem Tape und Gaze entsteht eine extrem feste, fast gipsartige OberflĂ€che ĂŒber den Knöcheln.
  • Erhöhte Schlagkraft: Kritiker argumentieren, dass das Stacking die Hand so stark versteift, dass der Boxer mit maximaler Kraft zuschlagen kann, ohne eine Verletzung der eigenen Hand zu riskieren. Dies fĂŒhrt zu einer unnatĂŒrlich harten Schlagwirkung beim Gegner.
  • Risiko fĂŒr den Gegner: Die "betonharten" FĂ€uste erhöhen das Risiko fĂŒr schwere Kopfverletzungen und Gehirnblutungen beim Kontrahenten deutlich.

Prominente Kontroversen: Der Fall Naoya Inoue
Der japanische Superstar Naoya Inoue stand mehrfach im Zentrum dieser Debatte:
  • Stephen Fulton (2023): Vor ihrem Kampf beschwerte sich Fultons Team öffentlich ĂŒber Inoues Wickeltechnik und bezeichnete sie als illegal. Sie forderten, dass Inoue seine HĂ€nde unter internationalem Standard neu bandagieren mĂŒsse.
  • David Picasso (2025): In jĂŒngeren Berichten wurde Inoue erneut beschuldigt, durch Stacking einen unfairen Vorteil zu erlangen. In diesem Fall musste er seine HĂ€nde vor dem Kampf umbandagieren, woraufhin Beobachter anmerkten, dass seine SchlĂ€ge weniger Wirkung zeigten als gewohnt.
Aktuelle Entwicklungen in Japan
Aufgrund mehrerer tragischer TodesfĂ€lle im Ring hat die JBC im Jahr 2025 angekĂŒndigt, die Sicherheitsregeln im japanischen Profiboxen zu verschĂ€rfen. WĂ€hrend der Fokus zunĂ€chst auf Dehydrierung und Gewichtsmanagement lag, wĂ€chst der internationale Druck, auch die "Stacking"-Praxis weltweit zu vereinheitlichen, um die Sicherheit der KĂ€mpfer zu gewĂ€hrleisten.
 

timeout4u

Bankspieler
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Was die oft nachgesagte extrem aggressive Trainings/Sparringskultur angeht:
in Japan ist es zum Beispiel so, dass Amateurboxer erst Profi im JBC werden dĂŒrfen, wenn sie eine schriftliche PrĂŒfung sowie einen Praxistest in Form von einem 2 Runden Sparring erfolgreich bestehen. Paradoxer/widersprĂŒchlicherweise wird dabei ĂŒberwiegend besonderer Wert auf Kenntnis der Schutz/Sicherheitsregeln sowie die Technik/Defensive gelegt.
Ebenso unterstehen in Japan die angeschlossenen Gyms inzwischen einer strengen Aufsicht der JBC, d.h. Trainer und Manager mĂŒssen jĂ€hrlich ihre Lizenz erneuern, die JBC fĂŒhrt regelmĂ€ssig Gymkontrollen, GewichtsprĂŒfungen, Sparrings(verbot)kontrollen usw. durch.
Es hat sich hier in den letzten Jahren also einiges getan, was das Überdenken jenes Samureikampfgeistes oder die bedingungslose Unterwerfung einer absoluten GymautoritĂ€t angeht.
Persönlich war ich leider noch nie in einem japanischen Boxgym, aber in GesprÀchen mit Boxern, Trainern, die dort schon mal waren, ist das mit der HÀrte "heute" nicht mehr wörtlich gemeint, sondern bezieht sich auf die hohe Konkurrenz und die ausgeglichene Leistungsdichte dort, was das Sparring entsprechend anspruchsvoller und damit "hÀrter" macht, allerdings arbeitet man dort genauso mit Vorgaben, Aufgaben und bis zur Erschöpfung oder bis zur Aufgabe sparren ist die Ausnahme. Zumindest in der Breite und was die Tendenz angeht. "Krieg", "Erschöpfung", ne "Schlacht" oder ein "KO" kommt in jedem Gym schon mal vor, gehört dazu, kann passieren und die MentalitÀt der Japaner kann dazu beitragen, was Sieg/Niederlage/Leistungsdruck angeht, doch diese physische aggressive Alles-oder-Nichts-Sparringseinstellung scheint nicht mehr derart vorherrschend dort.
 
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