@tennisfun
Ja, das Video erklärt grob ganz gut den Stand der Dinge.
Aber da fehlen noch ein paar Stränge, um die Gemengelage zu erklären.
erstens:
Variante 1 mit 3.Liga aufstocken auf 22 Mannschaften mit 5 Absteiger wird nicht kommen. Bei Variante 2 fragt man sich, wer denn auf die Idee eines Play Offs aller 5 Meister gekommen ist?
Vielleicht weil es das schonmal gab, seit Einführung einer 3. Profiliga mit der Reform 2008.

Davor gab es 2 "Amateur" Regionalligen Süd und Nord.
Die erste Version war:
- 3. Liga mit 20 Mannschaften, 3 Absteiger.
- die neue jetzt nur noch vierthöchste Amateurklasse blieb die Regionalliga, nun auf 3 Staffeln West, Nord und Süd aufgeteilt und herumgereicht.
- mit den 3 Meistern als Aufsteiger in die neue 3. Liga.
- Jeder Meister stieg auf.
- Die einstmalige RL Südwest wurde zu diesem Zweck zum xten Male verschoben.
Das war aber ein ziemlicher Reinfall, vor allem finanziell. Weite Reisewege und dubiose geografische Zuordnung.
Pleiten und freiwillige Rückzüge waren die Folge.
www.sueddeutsche.de
Also gab es die nächste große Reform 2012:
Nun 5 Regionalligen mit besserem regionalen Bezug. Weiterhin 3 Aufsteiger.
Weil man dafür wieder eine neue RL Südwest mit 4 Bundesländern stricken musste, belohnte man diese Kompromissbereitschaft mit theoretisch 2/3 Aufstiegsplätzen.
In einem Playoff der 5 Meister und des SW-Zweiten um den Aufstieg.
Das wiederum fanden nach einiger Zeit ziemlich viele ebenfalls irgendwie doof. Sechs Vereine (5 Meister) für nur 3 Plätze.
Darum eine weitere Reform 2017:
- Die 3. Liga legte einen zusätzlichen 4. Absteiger drauf und gab damit einen aus, unter der Prämisse, dass bis 2020 die Regionalligen auf 4 gekürzt werden sollen.
- Die SW-Verbände ließen sich auf einen weiteren Kompromiss ein, verzichtete auf den 2. Playoffplatz auf dem Weg zu diesem Ziel und bekam dafür immerhin einen festen Aufstiegsplatz als Trost.
Die RL West, die RL Südwest und die RL Nordost definieren sich inzwischen als Profiligen.
Die größte Diskrepanz zwischen Dorfclubs mit Amateur-Infrastruktur und Profitum hat es vielleicht (derzeit) in der RL Nord und in der RL Süd, aber die kann man nunmal einfach geografisch schlecht zusammenlegen

und die sind auch nicht auf ewig in Stein gemeißelt. Die ehemalige DDR-Oberliga bekam bspw. viel Zuwachs von oben herab.
zweitens:
Täuscht mich mein Gefühl das es im laufe der Zeit immer mehr Mannschaften gibt die mit der 2. Mannschaft 4. bzw. 3. Liga spielen? Waren es früher weniger?
Wäre eine eigene Liga nicht besser?
Wenn Profibedingungen notwendig sind, um den Anforderungen einer Regionalliga gerecht werden zu können, kann man vielleicht je nach RL gar nicht auf U 23 oder Reserve-Teams von höherklassigen Vereinen verzichten.
Wer würde dann nachrücken? Windige Spekulanten mit obskuren Strukturen ohne irgendein Mindestmaß an nötiger Infrastruktur. Angefangen bei einer Spielstätte.
Türkgücü München, Ponomarev Uerdingen.
Die "Profiliga" RL West hatte letzte Saison 4 Absteiger, davon 3 mal Pleite und einer windig.
Ohne die 5 Reserveteams wären Spiele gegen u.a. MSV Duisburg gar nicht möglich gewesen.
Aber sie sollten mMn kein Aufstiegsrecht für die 3. Liga erhalten.
Ein Heranführen und Übungsfeld für Jugend / Rekonvaleszenten / Degradierten gegen Erwachsene ist auch in den Regionalligen möglich.
Da müssen sie nicht auch noch einen Platz (ohne Aufstiegsoption) in einer 3. Liga blockieren.