Nun sind wir mittlerweile 2 Wochen zurück aus Namibia und da das Ankommen in Deutschland noch ziemlich schwer fällt und man eigentlich sofort ein One-Way-Ticket zurück buchen möchte, hatte ich noch nicht die Muße hier ein wenig, wie versprochen, zu berichten.
Ich werde einfach mal mit den ersten Tagen beginnen und je nach Resonanz dann peu à peu den Bericht fortführen. Das soll natürlich keine Bettelei um Reaktionen sein, aber wenn es keine Sau interessiert, macht es ja wenig Sinn hier Romane zu schreiben;-)
Anreise:
Die Anreise zum Flughafen lief relativ reibungslos. 1 Std Verspätung bei der Bahn sind ja mittlerweile nichts, so dass wir noch ausreichend Zeit hatten um einen Freund mit seiner Tochter am Flughafen zu treffen. An der Sicherheitskontrolle war so gut wie nichts los, so dass wir auch hier mit einem entspannten Gefühl hingingen. Tja, natürlich waren wir genau an dem Band, an dem die Technik versagte und anstatt unser Handgepäck über ein anderes Band zu kontrollieren, meinte das Sicherheitspersonal + Bundespolizei unsere Sachen händisch zu kontrollieren. Absolut nervig, da damit jegliches System, was man so in seinem Rucksack und Co für einen Langstreckenflug hat somit schön durcheinandergewirbelt wurde. Der Bundespolizist war irgendwie auch etwas übereifrig und fragte uns noch nach unserem Reiseziel und lies unsere Pässe überprüfen. Auch das war sehr nervig.
So schrumpfte das Zeitpolster dann rapide und das Boarding ging dann auch fast schon los und das eingeplante Abendessen am Flughafen entfiel.
Glücklicherweise gab es natürlich an Board ein sogar recht gutes Abendessen bzw ein Mitternachtsessen und wir konnten sogar ein paar Stunden Schlaf finden, was sonst eher nicht wirklich im Flugzeug gelingt.
Windhoek:
Nach einem somit sehr angenehmen Flug landeten wir am nächsten Morgen einigermaßen entspannt in Windhoek und machten uns auf zur Visa/Passkontrolle.
Anfang April wurde das E-Visa in Namibia eingeführt, was neben Kosten auch extreme Nervenbelastung aufgrund massiv angestiegener Wartezeiten verursacht. Da wir uns vorher recht gut informierten, haben wir uns für das alte Visa on Arrival entschieden, fix das Visaformular vor Ort ausgefüllt und waren somit in einer deutlich kürzeren Schlange als die ganzen Touris, die brav in Deutschland das E-Visa beantragt hatten. Diese Logik ist nur schwer nachzuvollziehen und bis heute scheint sich die Situation nicht gebessert zu haben.
Nun denn, Koffer eingesackt, Sim-Karte und Bargeld besorgt und noch kurz den Inhaber unserer namibischen Booking-Agentur getroffen zur Übergabe unserer Garmin-Navis und dann ging es auch "schon" mit dem Shuttle der Leihwagenbude zu unserer Unterkunft.
Wir waren 3 Stunden vor Check-in dann schon bei unserer Unterkunft, konnten aber glücklicherweise direkt einchecken, fix duschen und dann mussten wir auch fix los um noch ein paar erste Dinge einzukaufen, da auch in Namibia der 1. Mai ein Feiertag ist und die Supermärkte somit nur bis mittags geöffnet hatten. Und da Feiertag ist, wird in Namibia auch kein Alkohol in Geschäften verkauft und so gab es zum Mittag was von der heißen Theke im Supermarkt und alkoholfreies Cider auf unserem Balkon des Zimmers
Abends hatten wir uns einen Tisch in Joes Beerhouse reserviert, was nach den Dünen der Namib und dem Etosha wohl die drittbekannteste Attraktion des Landers ist. Somit leider auch ein beliebter Tourispot, der insbesondere viele chinesische Touris angezogen hat und die mit einer unfassbaren Penetranz und Distanzlosigkeit alles fotografiert haben, was ihnen so vor die Linse kam.
Das Essen war soweit gut (Zebra, Kudu und Springbock), das Bier geschmacksarm, wie man es eben in südlicheren Regionen kennt und so fuhren wir mit dem Taxi gut gesättigt zu unserer Unterkunft zurück, wo wir nach der langen Anreise dann auch zeitnah einschliefen.



Am nächsten Morgen machten wir uns dann nach einem kleinen, aber feinen und vor allem frisch zubereiteten Frühstück auf den Weg zur Christuskirche, der wohl so einzig richtigen Sehenswürdigkeit der namibischen Hauptstadt.
In Namibia werden Brückentage offenbar auch gerne in öffentlichen/kirchlichen/touristischen Einrichtungen genutzt, so dass die Kirche nicht zu besichtigen war und auch beim auf der anderen Straßenseite liegenden Independence Museum konnten wir nur noch zum Panorama-Restaurant um einen ganz netten Blick über die Stadt zu erhaschen.
Anschließend ging es noch ins Craft Centre um erste Souvenirs einzusacken. Den Rückweg von ca 45 Minuten gingen wir dann zu Fuß durch die Stadt und konnten somit einen vielleicht ganz guten Einblick in das normale Leben der Leute dort bekommen und lernten vor allem Straßen zu überqueren. Da Fußgängerampeln dort entweder nicht vorhanden sind oder nur sehr kurze Grünphasen haben, orientierten wir uns einfach an den Locals, die mit einer Seelenruhe trotz massiven Autoverkehrs die Straßen überquerten
Bevor wir am nächsten Tag dann unser Auto übernehmen und uns auf Richtung Namib machen, ging es abends noch in ein Restaurant nahe unserer Unterkunft, wo wir wieder ein gutes Essen hatten, aber "irritiert" waren, wie die weiße Inhaberin ihre schwarzen Mitarbeiter permanent korrigierte, kontrollierte und vor allem zurechtwies. Absolut unangenehm sowas gleich zum Anfang der Reise zu erleben.
Auf Richtung Namib:
Am nächsten Morgen wurden wir zur vereinbarten Zeit per Shuttle unserer Autoverleihbude abgeholt und bekamen vor Ort eine ausführliche Einweisung in unser Fahrzeug. Reifenwechsel, Luft ablassen, aufpumpen und und und. Aufgrund der Straßenverhältnisse muss theoretisch oft der Reifendruck angepasst werden und auch ein platter Reifen ist immer im Bereich des Möglichen.
Da wir zu Hause mit einem Kleinwagen prima zurechtkommen und das erste und letzte Mal Linksverkehr auch schon 3 Jahre zurücklagen, war ich ein wenig nervös das Schiff namens Hilux Double Cab sicher durch Windhoek zu bewegen, nach den ersten Metern und der sicheren Ankunft am Spar-Supermarkt war ich aber absolut überrascht, wie gut mein Hirn noch den Linksverkehr abgespeichert hatte.
Wir kauften also recht beruhigt ein und machten uns dann auf den Weg ins Abenteuer
Die Gravelroad ließ nicht lange auf sich warten, war aber auf der ca 300 km langen Strecke zu unserer Unterkunft in der Nähe des Sossusvlei, überwiegend angenehm zu fahren. Der Spreethoghte-Pass war fahrtechnisch etwas anspruchsvoller, bietete dafür aber eine spektakuläre Aussicht und wir machten auch die Bekanntschaft der Panzergrillen, die uns (leider) auf unserer Reise immer wieder begegneten, teilweise in hoher Anzahl.



Nach ca 5 Stunden Fahrt mit Mittagspause erreichten wir durchgeschwitzt das Desert Camp, wo wir uns entschlossen hatten und selbst zu versorgen und den Grill zum Braii anzuwerfen. So gab es für mich am ersten Abend ein Oryx-Steak und für die vegetarische Hälfte der Reisegruppe Grillgemüse, Salat und Veggiewürstchen;-)


Da mir das Forum grad anzeigt, dass nur 10 Fotos pro Beitrag möglich sind, geht es dann "demnächst" - "bald" weiter. Den nächsten Tag haben wir dann im Naukluft-Nationalpark verbracht mit seinen berühmten Dünen und Vleis

Es geht also dann quasi nach dem Vorgeplänkel so richtig los
