Superstar Angie K. - Der Thread


Wie viele GS werden am Ende in Angie's Trophäenschrank stehen?


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Jones 86

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Vor ein paar Jahren hat Kohlschreiber noch einen extra Thread bekommen weil er bei den AO in der dritten Runde sensationell Roddick besiegt hat. Nun hat Deutschland wieder einen GS Champ, da ist es höchste Eisenbahn ihr einen eigenen Thread zu widmen. Nach fast 17 Jahren hat Angelique Kerber dem warten ein Ende bereitet, also bitte feiert sie etwas mehr.:)

Ein Interview mit Kerber von gestern
http://de.tennisnet.com/a/australian-open-angelique-kerber-ich-brauche-niemandem-mehr-etwas-zu-beweisen-66026

Kerbers Auftritt im Sportstudio

Die Quoten zum Spiel
Als Angelique Kerber gegen 11:52 Uhr die Sensation perfekt machte, jubelten 2,55 Millionen Zuschauer bei Eurosport mit. Der Marktanteil stieg zu dieser Zeit auf herausragende 21,4 Prozent beim Gesamtpublikum an. Noch besser lief es bei den jüngeren Zuschauern: Dank 1,14 Millionen Zuschauern aus der klassischen Zielgruppe lag der Marktanteil im Moment des Sieges hier sogar bei 24,2 Prozent. Eurosport war damit um kurz vor 12 Uhr klarer Marktführer bei Jung und Alt.
Bis zu 21,4 Prozent Marktanteil sind für Eurosport gigantische Werte. Obwohl die ÖR Tennis seit Jahren meiden, sieht man doch, das Tennis noch nicht komplett vergessen ist. Wäre es auf ARD oder ZDF gelaufen mit entsprechendem Hype vor dem Spiel wäre sicherlich auch das doppelte drin gewesen.

Ganz egal was die Medien machen 4 Jahre fast am Stück in den top 10 haben deutlich mehr Aufmerksamkeit und Respekt verdient.
Auch wenn ich kein Kerber Fan bin eine tiefe Verneigung vor dem was sie in den letzten Jahren geschafft und natürlich besonderen gestern. Hoffentlich ist sie locker genug um die kommenden Tage/Wochen zu genießen und dennoch fokussiert genug um weiter auf diesem Niveau Tennis zu spielen.
 

Analyst

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Die Einschaltquoten bei Kerbers Endspielsieg sind eigentlich ein Witz. Marktanteil von 21,4% früh um 11h an einem Sonntag, wo auf den anderen Sendern nichts Gescheites läuft und die meisten Leute Zeit haben, finde ich auch schwach.

Der Thread wird bald einschlafen, was schade ist.

Ob irgendein Bayernspieler gerade Blähungen hat, ist für Sport - Deutschland interessanter als ein Australian Open Sieg einer Deutschen.

Ich sehe Fußball ja auch gerne. Aber der Fußball hat die meisten anderen Sportarten kannibalisiert.

Ob Fußball ein interessanterer Fernsehsport als einige andere Sportarten ist, bezweifle ich. Aber darum geht's ja auch gar nicht mehr. Zum Fußball drängt alles. Die Fußballverichterstattung konzentriert sich immer mehr auf Bayern.

Als ich z. B. die Sportbild vor einem Jahr noch gelesen habe, nahm die Berichterstattung über Bayern München sicher mehr Heftseiten ein als die Berichterstattung zur ganzen zweiten Fußballbundesliga.
 

Jones 86

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Die Einschaltquoten bei Kerbers Endspielsieg sind eigentlich ein Witz. Marktanteil von 21,4% früh um 11h an einem Sonntag, wo auf den anderen Sendern nichts Gescheites läuft und die meisten Leute Zeit haben, finde ich auch schwach.

Der Thread wird bald einschlafen, was schade ist.

Ob irgendein Bayernspieler gerade Blähungen hat, ist für Sport - Deutschland interessanter als ein Australian Open Sieg einer Deutschen.

Ich sehe Fußball ja auch gerne. Aber der Fußball hat die meisten anderen Sportarten kannibalisiert.

Ob Fußball ein interessanterer Fernsehsport als einige andere Sportarten ist, bezweifle ich. Aber darum geht's ja auch gar nicht mehr. Zum Fußball drängt alles. Die Fußballverichterstattung konzentriert sich immer mehr auf Bayern.

Als ich z. B. die Sportbild vor einem Jahr noch gelesen habe, nahm die Berichterstattung über Bayern München sicher mehr Heftseiten ein als die Berichterstattung zur ganzen zweiten Fußballbundesliga.
Die Quoten sind ein Witz im Vergleich zu früher oder im Vergleich zu dem was das Spiel verdient hätte. Dennoch ist es das erste mal seit vielen Jahren das ein Spiel in diese Regionen kommt. Man darf nicht vergessen, dass Eurosport einen Martktanteil von 0,6 oder 0,7% hat. Über das gesamte Turnier habe habe ich von AO oder USO in den letzten Jahren Anteile von 0,8 oder 0,9 im Kopf. Ein Finale Nadal Vs Federer oder Djokovic dann 3-5 Prozent. Da sticht Kerbers Quote doch deutlich hervor. Mit so einem krassen Unterschied hätte ich nicht gerechnet, da es für mein empfinden vor dem HF und Finale sehr ruhig war. Kein Vergleich zu dem Finale von Lisicki damals.

Die AO gehen hier in den Medien am meisten unter, da die Spiele Nachts stattfinden oder zumindest morgens, wenn die Mehrheit arbeitet oder schläft. Bei den FO oder noch mehr Wimbledon nimmt Deutschland aufgrund der fehlenden Zeitverschiebung und der Tradition deutlich mehr Teil. Von daher haben mich die Quoten positiv überrascht.

Ich bin durchaus gespannt wie die Auswirkungen auf den Fed Cup sind und mir auch entsprechende Vergleichsquoten suchen. Bisher kann ProSiebenSat noch nicht wirklich zufrieden sein. Vielleicht ändert sich das jetzt. Das Fed Cup Finale im letzten Jahr war trotz großer Werbung in Reinfall.
 

Eric

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Die Quoten kann man nicht mit den Zeiten von Becker und Graf vergleichen. Die Medien und TV Landschaft ist heute ganz anders als damals. Die Fußball WM ist heute das einzige, bei dem Nation geschlossen vor der Glotze sitzt. Es hat schon seinen Grund, dass auch eine Sendung wie "Wetten Dass" heute zutage nicht mehr die Quoten haben kann, wie zu Zeiten als es nur 5 Programme gab.

Einen Tennis-Hype wird es jetzt auch nicht geben. Damals haben die ÖR viel Tennis gezeigt und das normale Programm unterbrochen, um irgendwelche Spiele von Becker und Graf zu zeigen. Heute sieht es da ganz anders aus. Wenn ich mich richtig erinnere kam der Fed-Cup zuletzt auf Sat 1 Gold. Ich habe das auch nur zufällig mitbekommen und wusste bis dahin auch gar nicht, dass es diesen Sender gibt und dass ich ihn tatsächlich selber habe.
 

Vega

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Die Quoten kann man nicht mit den Zeiten von Becker und Graf vergleichen. Die Medien und TV Landschaft ist heute ganz anders als damals. Die Fußball WM ist heute das einzige, bei dem Nation geschlossen vor der Glotze sitzt. Es hat schon seinen Grund, dass auch eine Sendung wie "Wetten Dass" heute zutage nicht mehr die Quoten haben kann, wie zu Zeiten als es nur 5 Programme gab.

Einen Tennis-Hype wird es jetzt auch nicht geben. Damals haben die ÖR viel Tennis gezeigt und das normale Programm unterbrochen, um irgendwelche Spiele von Becker und Graf zu zeigen. Heute sieht es da ganz anders aus. Wenn ich mich richtig erinnere kam der Fed-Cup zuletzt auf Sat 1 Gold. Ich habe das auch nur zufällig mitbekommen und wusste bis dahin auch gar nicht, dass es diesen Sender gibt und dass ich ihn tatsächlich selber habe.
Handball-EM hat am Sonntag auch gezeigt, dass sie das kann. Aber ist natürlich nicht der Regelfall.

Der FedCup läuft auch jetzt am Wochenende auf Sat1Gold. Hätte man irgendwas von einem Hype mitnehmen wollen, müsste man das auf das Hauptprogramm von Sat1 legen. Wird aber wohl nicht passieren..
 

Giftpilz

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Das Problem bei Tennis ist immer, dass die Länge des Spiels einfach nicht kalkulierbar ist (und angesichts der im Vergleich zu Becker & Graf geringeren Sicherheit, dass ein deutscher Sportler wohl ziemlich weit kommen wird, ist das Risiko auch nicht klein, dass man ab einem Viertelfinale ohne deutsche Beteiligung da steht und Zuschauer abseits der echten Fans nicht mehr einschalten). Idealerweise überträgt also ein Sportsender schlichtweg das ganze Turnier, denn die großen Hauptsender werden einfach nicht mutig genug sein, um auch den nötigen Vorlauf zu senden. Das bedeutet nämlich regelmäßige Ausstrahlung der Spiele und Turniere, damit die Zuschauer die Sportler und ihre Gegner auch kennen.
Fußball und auch Handball sind im Vergleich perfekt: Eh schon etabliert, mit - Verlängerungen ausgenommen - relativ exakten Spielzeiten, um die herum man das andere Programm planen kann. Vermutlich ist aus dem Grund auch Wintersport (neben dem Umstand, dass es im Winter zwangsläufig mit Ausnahme von wenigen Flutlichtveranstaltungen tagsüber, also zu relativ quotenarmen Zeiten stattfindet) für die Öffentlich-Rechtlichen so viel attraktiver.
Dagegen aber Tennis: Niemand weiß, ob ein Match 45 Minuten oder 3 Stunden dauern wird. Was ständig heißt, dass du drumherum kein festes Programm ansetzen kannst (oder für dieses aus dem Match aussteigen musst) und möglicherweise das Stammpublikum verprellst, das doch sonst sonntagmorgens irgendeinen gewohnten Quark sehen möchte.

Achja, on topic: Schon gewaltig, was Kerber da jetzt erreicht hat. Ein sehr tennisbegeisterter Kumpel hat seit Jahren immer wieder gesagt, dass das Talent da sei, aber dass sie es mal so würde abrufen können, wenn es richtig zählt, hatte auch er nicht erwartet.
 

Jones 86

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Der FedCup läuft auch jetzt am Wochenende auf Sat1Gold. Hätte man irgendwas von einem Hype mitnehmen wollen, müsste man das auf das Hauptprogramm von Sat1 legen. Wird aber wohl nicht passieren..
Eine Woche vorher ist relativ kurzfristig und beim Finale 2014 ist man derbe auf die Fresse geflogen.

Prag (SID) - Der erste Tag des Fed-Cup-Finals zwischen Deutschland und Gastgeber Tschechien in Prag hat dem übertragenden Fernsehsender Sat.1 eine schwache Quote beschert. Das erste Einzel zwischen Andrea Petkovic (Darmstadt) und Wimbledonsiegerin Petra Kvitova (2:6, 4:6) verfolgten lediglich 630.000 Zuschauer. Der Marktanteil (MA) betrug 6,5 Prozent. Das zweite Einzel zwischen Angelique Kerber (Kiel) und Lucie Safarova (4:6, 4:6) verfolgten nur noch 590.000 Zuschauer (MA 5,0 Prozent).

In der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag der Marktanteil sogar nur bei entäuschenden 6,1 Prozent (erstes Einzel) beziehungsweise 4,9 Prozent (zweites Einzel).
http://www.zeit.de/news/2014-11/09/tennis-fed-cup-finale-mit-schwachen-tv-quoten-bei-sat1-09121804

Das war leider deutlich unter Senderschnitt und das ist bei einer relativ teuren Live Veranstaltung leider ein Todesurteil. Von daher wird es einen weiteren Versuch wohl erst geben, wenn man auf Sat 1 Gold einen deutlich Anstieg der Quoten erlebt.

Das Problem bei Tennis ist immer, dass die Länge des Spiels einfach nicht kalkulierbar ist (und angesichts der im Vergleich zu Becker & Graf geringeren Sicherheit, dass ein deutscher Sportler wohl ziemlich weit kommen wird, ist das Risiko auch nicht klein, dass man ab einem Viertelfinale ohne deutsche Beteiligung da steht und Zuschauer abseits der echten Fans nicht mehr einschalten). Idealerweise überträgt also ein Sportsender schlichtweg das ganze Turnier, denn die großen Hauptsender werden einfach nicht mutig genug sein, um auch den nötigen Vorlauf zu senden. Das bedeutet nämlich regelmäßige Ausstrahlung der Spiele und Turniere, damit die Zuschauer die Sportler und ihre Gegner auch kennen.
Fußball und auch Handball sind im Vergleich perfekt: Eh schon etabliert, mit - Verlängerungen ausgenommen - relativ exakten Spielzeiten, um die herum man das andere Programm planen kann. Vermutlich ist aus dem Grund auch Wintersport (neben dem Umstand, dass es im Winter zwangsläufig mit Ausnahme von wenigen Flutlichtveranstaltungen tagsüber, also zu relativ quotenarmen Zeiten stattfindet) für die Öffentlich-Rechtlichen so viel attraktiver.
Dagegen aber Tennis: Niemand weiß, ob ein Match 45 Minuten oder 3 Stunden dauern wird. Was ständig heißt, dass du drumherum kein festes Programm ansetzen kannst (oder für dieses aus dem Match aussteigen musst) und möglicherweise das Stammpublikum verprellst, das doch sonst sonntagmorgens irgendeinen gewohnten Quark sehen möchte.

Achja, on topic: Schon gewaltig, was Kerber da jetzt erreicht hat. Ein sehr tennisbegeisterter Kumpel hat seit Jahren immer wieder gesagt, dass das Talent da sei, aber dass sie es mal so würde abrufen können, wenn es richtig zählt, hatte auch er nicht erwartet.
Alles richtig was du schreibst. Dennoch braucht ein Hype auch seinen Platz auf den großen Sender sonst ist der Hype schneller verschwunden als viele glauben an einen Boom wollen wir überhaupt nicht denken.

Mit dem was du schreibst erklärst du auch nochmal schön warum der Davis Cup bzw Fed Cup wichtig ist, denn da braucht es keinen Vorlauf des Turniers um Spannung zu erzeugen und die Anfangszeiten stehen zumindest fest. Ein großer Sender könnte nie ab dem z.B. Viertelfinale die Spiele der deutschen übertragen, weil nicht feststeht wann die Spiele beginnen. Die Leute wollen wissen wann sie einschalten müssen. Im Davis Cup kann ein Spiel nur länger gehen als geplant, aber wenn es länger geht ist es auch entsprechend spannend und die Leute bleiben dran. Das ist deutlich weniger schlimm als nicht zu wissen wann es losgeht.

Ich frage mich auch schon länger warum die ÖR keinen Spartensender für Sport haben. Es wird so viel Sport gezeigt im Hauptkanal gezeigt und gleichzeitig fallen andere Sportarten noch immer hinten runter. Das könnte mit einem Sportsender abgefangen werden.
Wenn Österreich mit gut 8Mio Einwohner einen ÖR Sender finanzieren kann warum kann D das nicht mit gut 80Mio. Dann könnten der ganze Wintersport den keinen wirklich interessiert auf diesem Sportsender laufen und Biathlon oder meinetwegen auch Skispringen dann im Hauptprogramm gezeigt werden. Es ist schon krass, wenn Sportarten wie Bob, Rodeln oder Skeleton am Ende des Jahres mehr live Minuten auf ARD und ZDF haben, als Tennis wobei der DTB ein vielfaches an Mitgliedern hat. Mit einem Sportsender könnten die organisatorischen Probleme die zu diesem Missverhältnis führen beseitigt werden. Wenn man die Rechte an einem großen Turnier hat kann es auf dem Sportsender laufen und wenn dann ein deutscher ins F oder vielleicht auch schon ins HF kommt, dann könnte man ein Spiel übernehmen. Dann kann so etwas wie beim Wimbledon Finale von Lisicki nicht passieren.

Wenn die ÖR in den letzten Jahren Tennis gezeigt haben, dann war es das Turnier aus Düsseldorf im WDR, das ATP und WTA Turnier von Stuttgart im SWR und das ATP Turnier von München im bayrischen Fernsehen. Das ganze dann am besten erst ab Mittwoch 2.Runde und maximal ein Spiel in voller Länge. Wenn Jemand Sport schauen will, dann zappt er nicht durch die dritten. Es bekommt doch kein normaler Sportinteressierter mit das es da läuft, aber gleichzeitig ärgern sich einige wenn ihre lokale Kaffeeklatsch Sendung wegen Tennis ausfällt. Das hat alles imo wenig Sinn gemacht. Wenn Sport im dritten gezeigt wird sollte es lokalen Bezug haben, also Fussball Regionaliga oder die Zusammenfassung der lokalen Teams der dritten Liga usw. Ein internationales ATP Turnier ist dagegen kein wirklich lokales Produkt.
Tennis wird keinen Boom durch Kerber erfahren, aber ich hoffe das der Abwärtstrend gestoppt wird und dafür ist eine faire Begleitung der ÖR Sender noch immer von großer Bedeutung. Nicht für mich persönlich, ich bin mit Sky und streams gut ausgestattet, aber für die Masse ist es noch immer wichtig.
Wir sind in Sachen Medienpräsenz und Mitglieder nicht auf dem Stand vor dem Boom, sondern deutlich schlechter. Die Mitglieder stehen bei 1,4 Mio und das ist so schlecht wie seit 1981 nicht mehr. Mit den Medien lässt sich nicht so einfach eine Zahl nennen, aber tendenziell ist es noch schlimmer als 1981. Die 1,4 Mio sind noch reichlich geschönt mit Karteileichen, während es Ende der 70er Anfang der 80er teilweise Aufnahmestopps in den Tennis Clubs gab. Sprich wir sind mittlerweile in den 70er gelandet.
 

supafly03

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Also ich glaube, am besten wäre es, wenn die ÖR sich zumindest soweit mal aufraffen würden, dass sie Teile von Grand Slams übertragen, selbst wenn Sky oder Eurosport dafür etwas im Gegenzug sehen wollen.

Aber sowas hat man ja damals selbst beim Finaleinzug von Lisicki nicht auf die Reihe bekommen, weil man ja auch ein paar Euros an Sky hätte zahlen müssen.

Insgesamt finde ich die GS gut bei Eurosport aufgehoben und einzig und allein Wimbledon könnte interessant sein, da die Sendezeiten perfekt wären und man dieses Turnier wohl noch am ehesten der deutschen Öffentlichkeit verkaufen könnte, wegen Bobele damals usw...
Zudem weiß ich auch nicht wie lange Sky die Rechte noch hat, aber auch da sind dann halt alle zwei Jahre Welt- oder Europameisterschaften im Weg, weswegen man dafür halt nichts weiter zahlen möchte.
 

Giftpilz

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Mit dem was du schreibst erklärst du auch nochmal schön warum der Davis Cup bzw Fed Cup wichtig ist, denn da braucht es keinen Vorlauf des Turniers um Spannung zu erzeugen und die Anfangszeiten stehen zumindest fest. Ein großer Sender könnte nie ab dem z.B. Viertelfinale die Spiele der deutschen übertragen, weil nicht feststeht wann die Spiele beginnen. Die Leute wollen wissen wann sie einschalten müssen. Im Davis Cup kann ein Spiel nur länger gehen als geplant, aber wenn es länger geht ist es auch entsprechend spannend und die Leute bleiben dran. Das ist deutlich weniger schlimm als nicht zu wissen wann es losgeht.
Noch dazu: Mit Vorlauf meinte ich die tatsächliche regelmäßige Ausstrahlung des Sports. Mannschaftsballsportarten funktionieren da noch halbwegs, weil die einzelnen Athleten weniger wichtig sind, aber bei Einzelsportarten sieht es etwas anders aus, wenn der einzelne Sportler stark im Vordergrund steht. Skispringen und Formel 1 haben sich ja auch deswegen als Selbstläufer halten und einen ganz beträchtlichen Fanstamm entwickeln können, weil sie eben verlässlich jede Woche liefen und man neben Schumi bis Vettel bzw. Weißflog/Thoma über Hannawald/Schmitt bis Freitag dadurch auch die Konkurrenz kannte und die Duelle so für viele aussagekräftiger wurden. Wenn jetzt Deutschland im Fed Cup auf die Schweiz trifft (und da ist es ziemlich egal, auf welchen Gegner man trifft: Abseits von Williams und Scharapowa kennt der Durchschnittszuschauer doch kaum jemanden. Ivanovic ist vielen nur wegen Schweinsteiger bekannt, und ich bezweifle dass abseits von Tennisfans, die eh schon dabei sind, jemand wie Halep irgendwem was sagt), fehlt da vielen einfach das Kennen der Athleten. Man kann sich da reinfinden, gerade da es für die Zuschauer in Deutschland einfach ist, hier für eine Seite Partei zu ergreifen, aber angesichts quasi unbekannter Gegner fehlt da das Zugpferd, das zusätzlich noch möglich wäre. Und eben über den Fed Cup hinaus auch bei den anderen Turnieren besser funktionieren würde. Ich bin ja halbwegs sportinteressiert, aber da ich bei Tennis auch schon einige Jahre nur mäßig zugeschaut habe, habe ich gewaltige Lücken, weil ich viele Spielerinnen nicht kenne (nicht so übel wie im von mir angeführten Beispiel des Durchschnittszuschauers, aber aus der aktuellen Top 20 der WTA kenne ich immerhin 6 überhaupt nicht).

Mit dem Sportkanal der Öffentlich-Rechtlichen hast du natürlich Recht. Fände ich auch gut.
 

le freaque

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Die Einschaltquoten bei Kerbers Endspielsieg sind eigentlich ein Witz. Marktanteil von 21,4% früh um 11h an einem Sonntag, wo auf den anderen Sendern nichts Gescheites läuft und die meisten Leute Zeit haben, finde ich auch schwach.

Der Thread wird bald einschlafen, was schade ist.

Ob irgendein Bayernspieler gerade Blähungen hat, ist für Sport - Deutschland interessanter als ein Australian Open Sieg einer Deutschen.

Ich sehe Fußball ja auch gerne. Aber der Fußball hat die meisten anderen Sportarten kannibalisiert.
Ich weiß nicht so recht, warum du da indirekt das Verhalten der Userschaft kritisierst. Du selbst hast doch im Tennisforum...mal nachschauen...satte 3 Beiträge in gut zwölf Jahren gepostet (im Fußball wohl so 150). Und da wirfst du dem Forum vor, dass es sich nicht genug für Tennis interessiert und der Thread ja sowieso bald einschläft? Finde ich ein bisschen merkwürdig.
 

Aronofsky

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Ein Hype würde auch nicht auf Sat 1 entstehen. Natürlich erzielt man höhere Quoten aber ich denke nicht das sich das rechnet. Als Senderchef würde ich wohl auch weiterhin den Fed Cup auf Sat 1 Gold senden weil die Quoten einfach nicht hoch genug sein werden. Sat 1 ist auch einfach die falsche Plattform dafür. Das liegt jetzt nicht am Tennis sondern am Sport allgemein der dort so gut wie überhaupt nicht gesendet wird. Da nützt der Kerber Sieg jetzt auch nichts. Selbst wenn man von Montag an rund um die Werbungen für die Übertragung auf sämtlichen Partnerkanälen geschaltet hätte man gewinnt dadurch nicht auf die Schnelle ein neues Publikum.
Ein Hype entsteht erst wenn die ÖR einsteigen, solange wird sich leider nichts ändern, auch ein weiterer Turniersieg nicht.
 

Dorian Gray

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Das Problem bei Tennis ist immer, dass die Länge des Spiels einfach nicht kalkulierbar ist (und angesichts der im Vergleich zu Becker & Graf geringeren Sicherheit, dass ein deutscher Sportler wohl ziemlich weit kommen wird, ist das Risiko auch nicht klein, dass man ab einem Viertelfinale ohne deutsche Beteiligung da steht und Zuschauer abseits der echten Fans nicht mehr einschalten). Idealerweise überträgt also ein Sportsender schlichtweg das ganze Turnier, denn die großen Hauptsender werden einfach nicht mutig genug sein, um auch den nötigen Vorlauf zu senden. Das bedeutet nämlich regelmäßige Ausstrahlung der Spiele und Turniere, damit die Zuschauer die Sportler und ihre Gegner auch kennen.
Das stimmt. Ich weiß nicht genau, welche Sender in anderen Ländern nun Tennis austrahlen. Vieles wird natürlich von Sportsendern übertragen und die können dem unkalkulierbaren Charakter der Sportart Tennis gerecht werden. Es wird häufig gesagt, dass Tennis aufgrund seiner Spieldauer und nicht unvorherseharem Verlauf aus der Zeit gefallen sei und damit wird dann teilweise, vielleicht nicht zu unrecht, der Abstieg der Sportart in Deutschland begründet. Komischerweise ist Tennis nichtsdestotrotz eine Sportart, die weltweit boomt. Im restlichen Europa, Australien, Südamerika ist Tennis sehr angesagt und insbesondere in Asien immer mehr im Kommen. Die Frage möglicher Regeländerungen ist also eine ziemliche aktuelle.
Aufgrund des weltweiten Booms denke ich aber, dass Regeländerungen nicht zwingend nötig sind. Ich möchte auf lange, legändere 5-Satz-Spiele nicht verzichten, aber vielleicht bin ich da auch zu sehr Traditionalist.

Es ist aber nun mal so, dass die Menschen heutzutage viel mehr Möglichkeiten haben, Ihre Freizeit zu gestalten. Ob in Deutschland noch mal ein Boom wie in den 80ern möglich ist, ist schwer zu sagen, denn Deutschland ist ein Speziellfall. Fußball dominiert fast die ganze Welt, aber in Deutschland ist diese Dominanz schon besonders stark ausgeprägt.

Andere Sportarten kommen oft nur zum Zug, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Zunächst ist es so, dass Herrentennis einfach mehr zieht als Damentennis. Die
weltweiten Zahlen belegen das.
Dazu ist es wichtig, dass der kommende Star einer Sportart jung ist. Es reizt, wenn seine ganze Karriere am TV-Bildschirm noch begleitet werden kann und der Sportler Potential für viele weitere Erfolge hat. Ein 28-jähriger Tommy Haas hätte mit einem Grand-Slam Titel auch keinen Boom mehr ausgelöst. Diese beiden Voraussetzungen waren bei Boris Becker, Michael Schumacher, Jan Ullrich, Martin Schmitt und Sven Hannawald gegeben. Die Grand Slam-Finalteilnahmen von Rainer Schüttler und Sabine Lisicki sind doch vollends verpufft, auch wenn ein Titel sicher noch mal was anderes und Kerbers Titel gut für den Tennissport ist. Das ist alles nicht schön, aber es bringt auch nichts, sich davor zu verschließen.


Ein Hype entsteht erst wenn die ÖR einsteigen, solange wird sich leider nichts ändern, auch ein weiterer Turniersieg nicht.
Die ÖR steigen erst ein, wenn es einen Hype gibt und auch durch die ÖR-Übertragungen ensteht kein Hype. Dafür müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein.
Die ÖR können einen Boom nur forcieren oder Interesse wecken. Und wenn man sich den Zustand unseres Herrentennis anguckt, könnten die ÖR vermutlich 24 Stunden am Tag Tennis senden und es gäbe dennoch keinen Boom.


Also ich glaube, am besten wäre es, wenn die ÖR sich zumindest soweit mal aufraffen würden, dass sie Teile von Grand Slams übertragen, selbst wenn Sky oder Eurosport dafür etwas im Gegenzug sehen wollen.

Aber sowas hat man ja damals selbst beim Finaleinzug von Lisicki nicht auf die Reihe bekommen, weil man ja auch ein paar Euros an Sky hätte zahlen müssen.
Sky hatte wohl horrende Preisvorstellungen, was aber verständlich ist. Ich glaube nicht, dass es dann aus ARD-Sicht sinnvoll ist, sehr viel Geld für nur ein Finale zu zahlen. Da bräuchte man eine langfristige Strategie.
 
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Big d

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wobei der becker boom schon extrem war, Tennis ist weltweit immer noch gesund, aber einen echten boom sehe ich nicht. in der schweiz z.b. hat federer kaum einfluss auf das Tennis dort gehabt, es gibt sicherlich mehr spieler, aber zur zeit gibt es hinter roger und stan niemanden und auch bei den Junioren gibt es niemanden (es gibt bencic bei den Frauen, aber die hat wie Hingis und stan tschechische/slovakische wurzeln wo Tennis seit jeher ein riesen ding ist und die kinder auch von den Eltern entsprechend gedrillt werden).

und im US Tennis sieht es jetzt auch nicht so toll aus (auch wenn es im Moment wieder ein paar gute junge leute gibt).

einen wirklichen tennisboom wie bei becker gab es nirgendwo anders, die leute schauen sich einen federer oder nadal gerne im fernsehen an, aber sie bringen die leute nicht dazu Tennis zu spielen.
 

Dorian Gray

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wobei der becker boom schon extrem war, Tennis ist weltweit immer noch gesund, aber einen echten boom sehe ich nicht. in der schweiz z.b. hat federer kaum einfluss auf das Tennis dort gehabt, es gibt sicherlich mehr spieler, aber zur zeit gibt es hinter roger und stan niemanden und auch bei den Junioren gibt es niemanden (es gibt bencic bei den Frauen, aber die hat wie Hingis und stan tschechische/slovakische wurzeln wo Tennis seit jeher ein riesen ding ist und die kinder auch von den Eltern entsprechend gedrillt werden).
Bei den vielen Alternativen für die Menschen, wie sie Ihre Freizeit gestalten können, muss man sich natürlich fragen, inwieweit ein Boom möglich ist. Grundsätzlich gibt es so etwas.
Federers Einfluss auf das Schweizer Tennis kann man aber nicht nach den kommenden Top-Junioren bewerten, da die Schweiz ein kleines Land mit kleinem Spielerpool ist. Da braucht man viel Glück, um einen Superstar zu produzieren. Die Schweiz hat dennoch ein gutes Nachwuchssystem, das Einrichtungen des Verbandes mit privaten Akademien exzellent verknüpft. Ich kann nicht beurteilen, wie groß Federers Erfolge jenes beeinflussten, aber sieht doch stark nach einem Zusammenhang aus.

einen wirklichen tennisboom wie bei becker gab es nirgendwo anders, die leute schauen sich einen federer oder nadal gerne im fernsehen an, aber sie bringen die leute nicht dazu Tennis zu spielen.
In Japan z.B. herrscht schon ein ziemlicher Tennisboom. Es gab bei den Australian Open dreitägige "Nishikori-Reisen" mit Hinreise, Spiel und Abreise, was schon für einen extremen Boom spricht. Generell greifen immer mehr Asiaten zum Tennisschläger, was sich auch in den Junioren-Weltranglisten widerspiegelt. In Australien wird Tennis viel auf Plätzen in den Straßen gespielt. Da hat er "Boom" quasi Tradition. Also es ist schon so, dass Erfolge und großes Tennis die Menschen dazu bringen, Tennis zu spielen.
Wenn wir einen 20-jährigen Wimbledon-Sieger in Deutschland hätten, würde sich auch einiges ändern.

Was ich noch hinzufügen wollte: Tennis steht unter den Top 5 der beliebtesten Sportarten weltweit. Das ist sicher ein Boom, denn sonst wäre der Begriff Boom einfach zu eng definiert, was fast heißen würde, dass es nur im Fußball einen Boom gäbe.
 
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wobei der becker boom schon extrem war, Tennis ist weltweit immer noch gesund, aber einen echten boom sehe ich nicht. in der schweiz z.b. hat federer kaum einfluss auf das Tennis dort gehabt, es gibt sicherlich mehr spieler, aber zur zeit gibt es hinter roger und stan niemanden und auch bei den Junioren gibt es niemanden (es gibt bencic bei den Frauen, aber die hat wie Hingis und stan tschechische/slovakische wurzeln wo Tennis seit jeher ein riesen ding ist und die kinder auch von den Eltern entsprechend gedrillt werden).

und im US Tennis sieht es jetzt auch nicht so toll aus (auch wenn es im Moment wieder ein paar gute junge leute gibt).

einen wirklichen tennisboom wie bei becker gab es nirgendwo anders, die leute schauen sich einen federer oder nadal gerne im fernsehen an, aber sie bringen die leute nicht dazu Tennis zu spielen.
Es ist halt immer eine Frage wann man die Erfolge einfährt.
Eine Spitze hätte es für Tennis in D imo auch ohne Becker in den 90er Jahren gegeben. Tennis war in den 70ern und 80ern halt im Trend und wurde immer populärer. Das gilt für Deutschland aber auch den Großteil von Europa. Hätte es Becker nicht gegeben, dann hätte man Graf in den Medien noch mehr gefeiert und wenig später dann Stich als ersten Mann. Nochmal der prozentuale Wachstum beim DTB
1971 14,5%
1972 13.1%
1973 8,7%
1974 19%
1975 14,8%
1976 13,6%
1977 16,9%
1978 12,9%
1979 11,2%
1980 12%
1981 10,2%
1982 8,5%
1983 4%
1984 4,1%
1985 1,2%
1986 4,2%
1987 6,1%
1988 6,4%
1989 3,5%
...
Wo versteckt sich hier der große Becker Boom? Becker war halt der erste der nach ewigen Zeiten einen GS Sieg geholt hat und deshalb gab es zweistellige Mio vor den Bildschirmen. Diesen Trend den es damals beim Tennis gab kann man alleine mit Becker aber nicht beschreiben. Becker und seine Erfolge waren das Tüpfelchen auf dem i, aber er war nicht der Auslöser eines Booms in Deutschland.
In der Schweiz verlief die Entwicklung ähnlich und man hatte in den 80ern und 90ern mit Heinz Günthardt, Hlasek und Rosset mehrere gute Spieler für so ein kleines Land. Danach ging es genau wie in D ab 1994 abwärts, trotz einer Hingis oder auch Schnyder. Diesen Trend konnte Federer meines Wissens stoppen/verlangsamen.

Den großen Wachstum gibt es heute wohl nur noch in Asien.
 

Dorian Gray

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Der durch Becker ausgelöste Boom zeigt sich wahrscheinlich eher in Einschaltquouten, Sponsoring, Zuschauerzahlen, Anzahl der Turniere usw. In Deutschland war und ist Tennis hauptsächlich eine Sportart der Oberschicht. Der Arzt, der abends nach der Arbeit den Schläger schwingt, interessiert sich vermutlich nicht immer für den Profizirkus. In anderen Ländern ist das zum Teil anders.

Aber es stimmt wahrscheinlich, dass die Wachstumspotentiale außerhalb von Asien größtenteils ausgeschöpft sind. Aber neue Superstars können auch wieder neue Entwicklungen heraufbeschwören. Die USA und Kanada haben viele großartige Talente, was heißt, dass sich der Markt in Nordamerika auch wieder verändern kann
 
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Jones 86

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Der durch Becker ausgelöste Boom zeigt sich wahrscheinlich eher in Einschaltquouten, Sponsoring, Zuschauerzahlen, Anzahl der Turniere usw. In Deutschland war und ist Tennis hauptsächlich eine Sportart der Oberschicht. Der Arzt, der abends nach der Arbeit den Schläger schwingt, interessiert sich vermutlich nicht immer für den Profizirkus. In anderen Ländern ist das zum Teil anders.

Aber es stimmt wahrscheinlich, dass die Wachstumspotentiale außerhalb von Asien größtenteils ausgeschöpft sind. Aber neue Superstars können auch wieder neue Entwicklungen heraufbeschwören. Die USA und Kanada haben viele großartige Talente, was heißt, dass sich der Markt in Nordamerika auch wieder verändern kann
Sicherlich sind die Einschaltquoten kurzfristig explodiert, aber wenn sie das nicht bei Becker wären, dann wären sie es halt bei Graf und später Stich. Auch in 1986 gab es schon Turniere in Köln, Hamburg, München, Stuttgart und den World Team Cup in Düsseldorf. Das konnte sich also auch schon sehen lassen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz hat es fast eine identische Entwicklung gegeben, das lag/liegt imo nicht an einzelnen Sportlern.

Nur mit der Vorbildwirkung Musters ist dieser Boom aber kaum erklärbar. Dies wird schon daraus ersichtlich, dass der massive Anstieg der Zahl der Tennisspieler in Österreich schon vor der großen Erfolgsserie Musters eingesetzt hatte. Muster gab vielleicht dem Boom ein wenig, dem Vereinstennis möglicherweise sogar etwas Aufwind (siehe Tabelle , S. ), er war aber wohl mindestens ebenso Produkt dieses Booms. Denn dass er überhaupt zum Spitzensportler im Tennis werden konnte, setzte diesen Boom gewissermaßen voraus: Zum einen wegen der größeren Verbreitung von Tennis auch in einfachen Beamten- und Angestelltenschichten (aus welchen Muster stammt); zum anderen, weil ein gewisses Ausmaß von aktivem Potenzial und Zuschauern erst die Grundlage für die Professionalisierung des Tennissports in diesem Umfang schuf.
Ich finde hier könnte man 1 zu 1 Muster und Österreich rausnehmen und D und Becker einfügen.

Tennis kostet sicherlich ein paar Euro mehr als Fussball, aber ist doch schon lange nicht mehr der Sport der Oberschicht. Was sind dann Golf und sämtliche Disziplinen die mit Pferden zu tun haben.
Meine Theorie ist eher das Tennis nach dem Krieg nur von einer gewissen Oberschicht bezahlbar war. Das änderte sich dann langsam in den 60ern und 70ern. Gleichzeitig forcierten weitere technische Entwicklungen das Spiel. Auf der einen Seite verbesserte Schläger, die das Spiel einfacher machten als mit den schweren Holzschlägern. Das machte den Zugang für Frauen und noch mehr für Kinder einfacher. Zum anderen die Einführung von gelben Bällen, die gepaart mit besseren Fernsehern den Sport erst TV tauglich machten. Durch das allmählich gestiegene Interesse kamen mehr Turniere nach Europa, also gab es mehr Turniere die ohne Zeitverschiebung gezeigt werden konnten. Solch eine Begründung ist halt nicht so spektakulär und griffig wie ein Becker Boom, aber vielleicht näher an der Wahrheit.
Heute bedrängen neue Trendsportarten das Spiel. Gleichzeitig bekommen die Profis mehr und mehr Konkurrenz aus Asien, wo das Spiel populärer wird und wo durch wirtschaftlichen Aufschwung auch mehr Turniere stattfinden. Das macht es für Tennis nicht gerade einfach, aber in der Schweiz und Österreich hat sich Tennis im Gegensatz zu Deutschland stabilisiert und darauf hoffe ich jetzt auch.
 
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