Jack Johnson war seinerzeit (WM von 1908 – 1915) was das Boxtechnische betrifft eine absolute Ausnahmeerscheinung, spielte gewissermaßen gegenüber den anderen boxenden Zeitgenossen in einer eigenen, höheren Liga.
Seine Kämpfe gegen Burns und Willard sind also durchaus »quervergleichstauglich«. Allerdings liegen zwischen diesen beiden Kämpfen 7 Jahre, die bei Johnson gewisse Abnutzungserscheinungen wahrscheinlich machen. Sei’s drum.
Tommy Burns : 1,70m, 1,85m Reichweite, wog beim Johnson Kampf im Jahr 1908 etwas über 74 kg
(HW WM von 1906 – 1908)
Jess Willard : 1,99m, 2,11m Reichweite, wog beim Johnson Kampf im Jahr 1915 etwas über 108 kg
(HW WM von 1915 – 1919)
Jack Johnson, damals 30 Jahre alt, hatte Tommy Burns beim Kampf am 26.12. 1908 schon in der 1. Runde am Boden und anschließend diesen regelrecht vorgeführt. Der Kampf wurde in der 14. Runde abgebrochen.
Jess Willard besiegte am 05.04.1915 den damals 37 jährigen Jack Johnson in der 26. Runde mittels ko.
Burns ein mit allen derzeitigen Wassern gewaschener Taktiker im Ring, behände und schnellfüßig, boxte einen technisch recht ausgefeilten Stil und war gemessen an seinen Körperbau mit einer beachtlichen Schlagkraft und »Kinn« ausgestattet.
Willard trotz seiner Körpergröße recht gewandt, mit einem respektablen Schlagrepertoire, guten Nehmerfähigkeiten und vor allem mit ordentlich Schlagkraft ausgestattet, aber nur mit einer recht behäbiger Beinarbeit – der Rückwärtsgang war wohl oft defekt - gesegnet.
Ein Boxer der ständig nach vorne marschierte mit außergewöhnlichem Punch. (seinem Gegner John Young brach er mit einer Rechten das Genick)
Jess Willard war kein tumber »Haudrauf« und wäre wohl in der Lage gewesen, seine physischen Vorteile zu nutzen und Tommy Burns irgendwann im Kampfverlauf auszuknocken.