Okay, macht Spaß

Bin bisher bei:
1. LeBron James
2. Shaquille O'Neal
3. Tim Duncan
4. Stephen Curry
Dann geht es für mich zum nächsten Tier und auch da wird es wieder ziemlich eng. Wer mir da alles im Kopf rumschwirt, sind besonders
Kobe Bryant,
Kevin Garnett und
Dirk Nowitzki. Dicht gefolgt von
Kevin Durant.
Kurzer Disclaimer: aktive Spieler, die noch wirklich etwas reißen können wie Jokic oder Giannis, habe ich bewusst rausgelassen. Wenn Curry oder LeBron noch einen Titel holen, ändert das nichts für ihre Gesamteinordnung. Bei KD, Paul und Harden schließe ich es einfach mal aus und da ist das Fenster für Championship als erste Option sowieso zu.
Ich denke, nach meinen Ausführungen habe ich mich selbst überzeugt, Bryant auf Platz 5 zu setzen

Letztlich stimmt da einfach der Mix aus individueller Klasse, persönlicher Erfolge und Teamerfolg. Das ist insgesamt schwer zu schlagen, obwohl die Lücken in Kobes Game nicht unerheblich waren. Der Impact war dann insgesamt eben doch auf Top 5 Niveau seit des Millenniums.
Dann tue ich mich schon schwerer. Für die Plätze 6 und 7 kommen für mich eigentlich nur Dirk und Kevin Garnett in Frage. Beide mit klaren Vorzügen und nur kleinen Fragezeichen.
KG war vielleicht der beste Defender aller Zeiten. Wenn nicht der Beste (sowieso schwer, das klar zu definieren), dann einer der Besten. Individuell, egal ob als Post-Defender, im Switch oder als Rim Protector absolutes All-Time Level. In der Team Defense als Helper und in der Pick&Roll Coverage ein Biest. Absolut Matchup-resilient, Screen Navigation, fast nie Fehler im Positioning und eine Antizipation sowie Reaktionsschnelligkeit zum Zunge schnalzen. Das war auf allen Ebenen fast unerreichbar gut.
Offensiv sieht es da schon ein bisschen anders aus. Garnett war als erste Scoring Option ohne passenden Supporting Cast nie auf dem höchsten Level. In der Regular Season oft stark, in der Postseason dann aber doch deutlich schwächer. Ja, die Sample Size ist klein, es gab Verletzungen und das Wolves Roster war überwiegend wirklich schwach. Trotzdem hat sich in Minnesota bestätigt, dass er in den Playoffs offensiv nicht in der Lage ist, ein Team zu tragen. Das heißt aber selbstverständlich nicht, dass er kein herausragender Offensivspieler war. Nur eben nicht im allerobersten Regal.
Garnett war dafür offensiv unglaublich skalierbar und sah immer dann am besten aus, wenn er als Playfinisher agieren konnte und einen noch besseren Offensivspieler neben sich hatte. Sein Skillset war perfekt, um als Trailer in Transition abzuschließen, als Roll-Man aus dem Pick&Roll zu attackieren oder einen offensiven Vorteil auszuspielen (Advantage Extension).
Natürlich hat er auch als Post Scorer funktioniert, aber da war er nie elitär. Sein Shooting, aktives Passing und off Ball Movement machen ihn einfach zum perfekten offensiven Co-Star. Das ist unglaublich viel wert, aber eben nicht auf dem Niveau von Shaq, Duncan oder auch Dirk.
Garnett fällt für mich eher in die Kategorie David Robinson/Anthony Davis. Defensive Monster und vorne sehr gut(!), vor allem als Playfinisher, aber nicht in der Lage, ein Team allein zu tragen oder die Team-Offense auf historisches Niveau zu heben. Für mich reicht der Gesamtimpact dann aber für Platz 6. Die Kombination aus extremen defensivem Impact und sehr guter (Team-)Offense ist einfach ein Pfund.
Tja und dann sind wir schon bei "uns Dirk". Bei Nowitzki ist alles gesagt, deshalb gehe ich lieber darauf ein, warum ich ihn vor Kevin Durant sehe. Beide gehören zu den besten Midrange-Scorern aller Zeiten, galten lange Zeit als oversized Wings und bringen vermeintlich außer Scoring keine anderen herausragenden Qualitäten mit.
Ich halte Kevin Durant für überschätzt. Natürlich auf sehr, sehr hohem Level, but still. Durant ist als Scorer hypereffizient und effektiv. Hier bewegt er sich auf absolutem All Time Level. Er kann sich aus jeder Situation immer einen hochprozentigen Abschluss generieren. Das ist gerade in den Playoffs super viel wert und kann oft über Sieg und Niederlage entscheiden. Dazu ist er extrem skalierbar und funktioniert in nahezu jedem Team-Konstrukt. Trotzdem fehlt mir bei KD einfach der große Impact abseits des Scorings. Ja, er hatte gute defensive Phasen und kann solide den Ball bewegen. Das hat sich aber selten extrem positiv auf seine Teams ausgewirkt. Das ist dann auch einer der Gründe, warum seine Teams mit ihm als besten Spieler nie eine Serie als Underdog gewonnen haben (2013 vs. Spurs kann man hier eventuell mit zwei zugedrückten Augen nennen).
Die größten Erfolge hat er im vielleicht besten Team aller Zeiten gefeiert. Neben einem Spieler, der auf fast allen All Time Listen vor ihm gesehen wird. Das gab es bei keinem anderen Superstar. Und ich bleibe dabei:
Wenn deine Mitspieler so gut sind, dass der Gegner lieber einen freien Layup von dir kassiert, als Platz an der Dreierlinie abzugeben, weil da fucking Steph Curry steht, dann hattest du es leichter als nahezu jeder andere Superstar in der Geschichte. Ja, er hat super performt, die Titel geholt und ist Finals MVP geworden, aber eben unter nie zuvor oder danach dagewesenen Umständen.
Wenn er klar "The Man" war, gibt es da eine krasse Serie gegen Milwaukee, ein paar gute Leistungen bei den Thunder und eine Menge Enttäuschungen post Golden State. Durant war individuell gut genug, um Teams über Phasen offensiv zu tragen. Er hat aber mit seinem Spiel zu selten die globale Team Offense auf historisches Niveau gehoben und das hat seine Gründe. Nach vorne dribbeln und gegen alles und jeden abdrücken zu können UND zu treffen, ist krass. Hilft aber nicht unbedingt den Mitspielern und die tragen nun mal auch zum Erfolg bei.
Durant hat oft zu wenig Druck auf den Ring ausgeübt und sich nicht elitär off Ball bewegt. Das sind alles Faktoren, die es den Teammates ermöglichen, zu glänzen. So entstehen Freiräume, die genutzt werden können. So wird die gesamte Offense besser und da haben wir auch die perfekte Überleitung zu Dirk Nowitzki.
Dirk hat neben dem elitären Scoring als Midrange Hub seine Teams messbar besser gemacht und das liegt vor allem an den Aspekten, die ich bei Durant kritisiert habe. Die Gravity, die Dirk abseits des Balles hatte, war stellenweise fast auf Curry Niveau. Dirks Positioning hat ganze Defensivschemes manipuliert und die Teams defensiv so beschäftigt, dass das riesige Räume für die Mitspieler eröffnet hat.
Wenn Nowitzki off Ball in irgendeiner Aktion involviert war, war defensiv sofort Alarm. Das hat einen riesigen und mMn stark unterschätzten Wert. Gegenspieler ohne Ball in den Händen zu binden, ist ein fettes Plus für die Teamoffense. Das kreiert immer wieder Vorteile, die dann als Anspielstation Dirk selbst nutzen konnte, aber auch die Teammates in aussichtsreiche Positionen gebracht hat.
Als Midrange Hub war er durch sein reaktionsschnelles Passing und sein Decision Making einfach wertvoller als Durant. Dazu kommt seine Aggressivität im Drive und das Ziehen von Freiwürfen. Auch hier wieder ein Plus für die Offense des Teams im Vergleich zum hochprozentigen Midrange Wurf.
Tja und dann ist da natürlich der Titel 2011. Das Level der Gegner und die individuelle Klasse Nowitzkis waren einfach außergewöhnlich bei diesem Run. Dazu das Mavs-Team, das zwar gut, aber weit entfernt von vielen Rostern ist, in denen Durant gespielt hat. Dirks Titel wiegt für mich deutlich schwerer als die beiden der Warriors von Durant. Abseits der Titel hat Dirk 2007 und die Finals 2006 als Downer. Dafür aber insgesamt mehr starke Serien als Durant. Defensiv war Durant wohl besser, aber nicht konstant gut genug, um da für mich das Zünglein an der Waage zu sein. Am Ende ist es wohl auch etwas Geschmacksache, aber die Punkte, die mir bei der Bewertung am wichtigsten sind, sprechen für Nowitzki.
Heißt dann also:
5. Kobe Bryant
6. Kevin Garnett
7. Dirk Nowitzki
8. Kevin Durant