Der Spielertyp ist natürlich in der gesamten Liga gesucht, aber die Jazz haben trotzdem oft Center gedrafted, obwohl man Gobert hat und man Ergänzungsspieler wie Bismark, McGee oder Whiteside recht leicht als FreeAgent signen kann.
Das ist auch etwas worüber ich die letzten Jahre gemeckert habe. Die Draftstrategie der Jazz war die letzten Jahre missraten. Ich habe mal die letzten 10 Jahre zusammengefasst.
- 2012 kein Erstrundenpick. Zweitrundenpick war Kevin Murphy, der seit langem raus aus der NBA ist.
- 2013 Trey Burke und Rudy Gobert. Bei Burke habe ich Luftsprünge gemacht als Utah ihn als frischgebackenen NCAA-Champ geholt hat. Leider hat er nach einer solider Rookiesaison nur noch eine künftige Rolle als Bankspieler wiedergefunden. Gobert: keine Worte. Einfach unglaublich wie stark er geworden ist. Das hätte glaube ich keiner von uns erwartet. Neto war ein solider Bankspieler.
- 2014 Dante Exum ist der größte Draftflop den Utah je hatte. Sicherlich auch Verletzungsbedingt, aber im Nachinein wäre Utah mit Marcus Smart besser gefahren. Rodney Hood hatte gute Jahre in Utah und ich erinnere mich gerne an ihn zurück. Damals an 23 ein Steal.
- 2015 Ich mochte Trey Lyles Rookiesaison. Er hatte starke Auftritte. Sein Sophomorejahr war jedoch wesentlich schwächer und er wirkte demotiviert. Utah hat ihn dann zwei Jahre später für Mitchell getauscht. Er war also kein Verlust.
- 2016: tradete man den 12. Pick für George Hill. Auch wenn der Deal von einigen allgemein positiv gesehen wurde, ich bin der Meinung das man für einen auslaufenden Vertrag es nicht hätte tun sollen. Hill war verletzungsanfällig und ein Jahr später weg. Den Jazz wurde damals Interesse an Dejounte Murray nachgesagt und er hatte ein sehr gutes Workout bei den Jazz. Warum man ihn nicht geholt hat oder runtergetradet hat um ihn zu bekommen, ist mir bis heute ein Rätsel.
- 2017: mit dem Hochtraden für Mitchell alles richtig gemacht. Ich war damals von Anfang ein Fan von Mitchell auch wenn ich eher die Hoffnung hatte er würde sich mehr in eine defensive Richtung entwickeln und mit Hayward, Gobert, Favors, Burks, Ingles und Hill ein cooles Team bilden. Der Abgang von "Verräter Hayward" hat seinen Höhenflug erst möglich gemacht.
Viel schlimmer ist es was die Jazz mit dem 28. Pick gemacht haben. Statt Josh Hart oder wenigstens Derrick White zu draften, verschebelten man den Pick für Tony Bradley (einen Center), der Anzeichen eines guten Backups zeigte. Dieser wurde dann später aus Capgründen weiterverscherbelt um Platz für Favors zu machen. Josh Hart ist ein vielseitiger Spieler und ich hätte ihn heute sehr gern neben Mitchell stehen.
Williams-Goss hatte eine Saison in der er zeigte das er kein NBA-Spieler ist.
- 2018: Die Jazz haben mit Grayson Allen einen interessanter Spieler geholt, den ich auch mochte. Ich wünschte wir hätten ihn damals im Trade für Conley nicht mitabgegeben. Einen wie ihn könnte Utah wieder gebrauchen.
- 2019 Darius Bazley wurde im Rahmen des Conleytrades nach OKC verschifft. Die Zweitrundenpicks Brantley, Oni und Wright-Foreman spielen alle nicht mehr in der NBA.
- 2020 Haben die Jazz mal wieder einen Center gedraftet. Ich fand Doku letztes Jahr nicht so schlecht. Er hat Fortschritte gemacht, aber mal ehrlich: wer hätte nicht lieber Desmond Bane im Team? Für mich war das damals der Tiefpunkt der Drafthistorie. Ich wollte eigentlich Jalen McDaniels der zumindestens auf dem Weg zu einem soliden Starter ist. Elijah Hughes in der zweiten Runde klang vielversprechend, aber er sieht nicht aus als hätte er eine Zukunft in der NBA.
- 2021 Pick 30 nach Memphis getradet. Mit Jared Butler als Pick 40 bin ich zufrieden. Ich hoffe er sieht nächstes Jahr viel mehr Spielzeit.
- 2022 kein Erstrundenpick der im Zuge des Conleytrades nach Memphis geht. Ich hoffe dennoch das man sich im Zuge einer Verjüngunskur in die erste Runde tradet, gibt ein paar interessante Wings.
Man kann also zusammenfassen das Mitchell und Gobert die beiden besten Picks waren die Utah in den letzten 10 Jahren gedraftet hat. Ausser Hood und Burke hat sonst keiner von denen geschafft sich langfristig in die Rotation zu spielen. Viele Chancen in den letzten Jahren verstrichen, weil man auf weniggebrauchte Center statt sehr gebrauchte Wings gesetzt hatte. Und die Picks der letzten Jahre gingen alle nach Memphis für einen Spieler der jetzt seinen Zenit überschritten hatte. Ich hatte auch nicht erwartet das Conley nach der starken letzten Saison, diese Saison so stark abbaut.
Ich könnte mit den Free Agents weitermachen, da hatte man mit Gay kein gutes Händchen bewiesen. Leider ist er noch zwei weitere Jahre unter Vertrag. Whiteside war solide, solange Gobert nicht verletzt war. Die Rückholaktion von Favors hat sich leider nicht gelohnt. Davor waren die vielversprechenden Signings wie Jeff Green, Ekpe Udoh, Emmanuel Mudiay, Thabo Sefelosha und Ed Davis gescheitert. Ich glaube Bojan Bogdanovic, Trevor Booker, Jonas Jerebko und Joe Johnson waren die wenigen guten FA-Signings der letzten 10 Jahre.