Verstorbene Personen mit Bezug zum Boxsport


Die Szenen habe ich gesehen und auch ein Video abgespeichert, kam aber nicht dazu es hochzuladen. Nimmt natürlich nun eine unschöne Wendung, sah aber schon sehr bescheiden im Ring leider aus.

Torres hat da einiges kassiert, klarste Treffer ins Gesicht. Er hat dann sich etwas versucht zu wehren, auch gehalten. Irgendwann warf die Ecke das Handtuch, der Ref winkte ab und Torres brach sofort zusammen, musste rausgetragen werden.
 
Es ist so traurig, echt so traurig 😿… Ich habe nie gewusst, wie viele Leute beim Boxen sterben. Das ist echt brutal. Die müssen da wirklich irgendwas tun – die Kämpfe früher abbrechen oder so. Ich weiß auch nicht genau, was man machen kann, aber es ist einfach verrückt. Selbst beim MMA sieht man nicht solche Todesfälle.

Im MMA gibt es praktisch keine Todesfälle, von daher ist das ein unpassender Vergleich.

Boxen ist sehr gefährlich. Das liegt primär auch an der langen Distanz von 8,10 oder gar 12 Runden. Der Sicherheitsstandard ist ebenfalls nicht toll. Ein Mazen Girke boxt mit seinen fast 200 Niederlagen an einem guten Wochenende auch zwei Mal. Die Matchmaker sind schmerzlos, die matchen auch alles an, wenn das irgendwie günstig und für sie sinnvoll ist.

Wenn man die Rundenanzahl drosseln würde, das Gewichtmachen verbieten und zügiger Abbrechen sollte, dann könnte man schon einige Fortschritte erzielen. Dürfte aber bei den Zuschauern nicht gut ankommen, die schon jetzt ständig über "british stoppages" sich aufregen.
 
Wenn man die Rundenanzahl drosseln würde, das Gewichtmachen verbieten und zügiger Abbrechen sollte

Als weitere Ursache muss hier noch die vorherrschende gesundheitsschädliche Belastungssteuerung beim Sparring erwähnt werden. Leider sind viele sture Old/School-"Trainer/Experten" immer noch der Meinung, dass es unbedingt mehrere harte Wettkampfsparringseinheiten über die gesamte Rundendistanz des bevorstehenden Kampfes braucht, um ua. die nötige Kondition und das nötige Boxlevel in Sachen Taktik/Ringverhalten etc. zu erreichen. Umgekehrt findet meist dazu jedoch keine ausreichende Erholung statt, geschweige denn Testungen, Sparringsprotokolle uä.
Folge: viele Boxer gehen mit "Schädigungen" in den Ring.

Es ist übrigens auch sportwissenschaftlich längst widerlegt, dass man volle Rundendistanzen mit hartem Kopfkontakt sparren muss, um die nötige Wettkampfkondition zu erreichen. Quelle z.B. Association of Ringside Physicians (ARP) und der American Medical Association (AMA).

Und auch im Profiboxsport gibt und gab es Trainer, die den Mythos "Kondition durch harten Kopfkontakt" widerleg(t)en und nicht/kaum praktizier(t)en wie Brandon Ingle oder der viel kritisierte Ben Davidson.
 
Ein Wettkampfsparring für Kämpfe über 8/10/12 Runden finden für gewöhnlich mit 12oz Handschuhen statt. Sie gehen im Idealfall über je 1x3 min Rundendauer, mit 30 Sekunden Pause und wechseln idealerweise alle paar Runden den Sparringspartner. Oft werden Runden eingebaut die nur zum Körper schlagen, z.B. zwei Runden voll, eine Runde Körper. Im Wettkampfsparring sind harte Hände zum Kopf eher selten gewollt. Das tut man nur in bedingten Maße, um zum Beispiel einem Sportler, dass Gefühl für einen hart Schlagenden Gegner zu vermitteln, damit dieser weiß, auf welches ungefähre Ausmaß an Einschlagskraft, dieser sich einrichten muss.

Wettkampfsaprring soll hauptsächlich Wettkampfvorbereitung sein. Sprich Kampfsimulation inklusive dem einstudieren/ausprobieren der technischen Stilmittel im Kampf, Kraft- und Ausdauereinteilung und der Programmierung des Körpers zur progressiven Überschreitung der eigenen Grenzlast. Sowie dem Eingewöhnen des Körpers, auf den Schock von Einschlägen, nicht mit Panik/Abwehrreaktion zu reagieren und entspannt und mobil zu bleiben.

Old School Trainer und Fachleute nutzen moderne Erkenntnisse, um Wettkampfsparringseinheiten, effizient und so sicher wie möglich zu gestalten.

Edit:
Es muss erwähnt sein das die Japaner weltweit, die ganz große Außnahme im Profil Boxen darstellen und auch im Wettkampfsparring hart zum Kopf schlagen. Leider macht sich das, unteranderem dem harten Wettkampfsparring geschuldet, an der hohen Anzahl an Verletzungen mit Todesfolge im japanischen Bocksport bemerkbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben