WC Oslo 13.-15.03.2026 (Damen und Herren)


Hakuba

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Robi und Widhölzl hatten den Arsch nicht in der Hose...

Ich sehe das anders.
Ebenso wie man Raimunds Entscheidung verstehen/loben/würdigen kann, sollte man auch die Entscheidung anderer, trotz des Windes zu springen, respektieren.
Auch Horngacher hat seine Jungs nicht zurückgepfiffen.
Und Hrgota und Widhölzl hätten ganz sicher keinen ihrer Leute daran gehindert, den Aufzug nach unten zu nehmen.

Bei einem grob unfairen Wettkampfgeschehen oder Gefahr gibt es auch das Mittel des Protetestes. Davon hat aber offensichtlich niemand Gebrauch gemacht.

Die Jury bestand übrigens aus den drei Herren Andi Bauer, Fritz Fredriksen und Sandro Sambugaro, die als Vertreter ihrer Länder (GER, NOR, ITA) das Amt innehatten.
 

Finn-Lady

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Man kann sicher die Entscheidung anderer Athleten respektieren, wenn sie springen. Tue ich am Ende auch, selbst wenn ich nach wie vor der Überzeugung bin, dass es mehr solcher Hilles bräuchte.
Mündige Athleten, die einfach mal den Mut haben, für sich selbst, ihre Gesundheit und ja, auch für einen fairen Wettbewerb einzustehen. Da kann nicht ein Mizernykh, ein Frantz oder ein Zografski sein (und das nicht despektierlich gemeint), das müssen schon die Stars der Szene tun. Hille als Olympiasieger ist diesen Schritt gegangen, es bräuchte zudem einen Daniel Tschofenig, einen Domen Prevc oder einen Ryôyû Kobayashi.
Es ist einfacher am Ende in ein Mikrofon zu lamentieren, dass es ja so ein irreguläres Springen war, dass man um alle Chancen gebracht wurde, dass die Jury nicht in der Lage war, einen für ALLE Springer annähernd fairen Wettbewerb zu schaffen. Ja, ich weiß, es ist ein Outdoor- Event und nein, ich behaupte nicht, dass die genannten Springer lamentiert haben. Sie dienen als Beispiel.
Letztendlich war dieses Springen keine Werbung für den Sport. Selbst wenn für irgendwen immer die richtigen Athleten auf dem Podest stehen.
Und was die Jury betrifft, die mögen einen wie auch immer gearteten Pass haben. Sie stehen aber da eigentlich als neutrale Person für jeden Athleten, der startet. Was die Erwähnung, woher die Jury kam, soll, erschließt sich mir in diesem Kontext daher nicht.
 

Hakuba

J-Fan
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Die Springer, besonders die erfahrenen, sind genaue Kenner von Wind und Wetter.
Wer sich trotz Windverhältnissen, wie sie gestern herrschten, entscheidet zu springen, tut das bewusst. Das ist kein Zeichen dafür, kein "mündiger Athlet zu sein. Mir gefällt diese Kategorisierung nicht.

Was die Jury angeht: Die Mitglieder vertreten ihren Verband, ein Mitglied ist immer Vertreter des Gastgeberlandes. Natürlich sollen sie im Interesse aller Springer handeln und diese Aufgabe ist ihnen bekannt.
Im übrigen wurde hier im Forum die dem slowenischen Jurymitglied in Oberstdorf zugeschriebene Stimme, die sich dafür aussprach, Domen Prevc verspätet starten zu lassen, auch thematisiert.
Hätte man bei einem Jurymitglied aus Japan, Slowenien oder Finnland in Oslo nicht den Verdacht geäußert, dass mit einem Durchziehen des 1. DG gute Plazierungen und Punkte gesichert werden sollten? Ich bin da nicht sicher.
 

Finn-Lady

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Mir gefällt nicht, dass du implizierst, dass wir, die das Durchziehen des ersten Durchgangs kritisiert haben, es nur tun, weil favorisierte Springer nicht vorne standen. Das ist, gelinde gesagt, eine Frechheit.
Ich persönlich habe mir beispielsweise keine Gedanken über die Zusammensetzung der Jury gemacht. Ich habe nur gesehen, dass etliche Springer keine faire Chance hatten. Und da erwarte ich von der Jury ein neutrales Fingerspitzengefühl.
Wenn die Jury gestern nur mit Blick auf die Athleten ihres Heimatlandes gehandelt hätte, wäre der DG nämlich NICHT zu Ende geführt worden. Deine Aussage legt nur nahe, dass du das in diesem Fall womöglich angeführt hättest. Und das ist das Traurige daran.
Ich habe nicht das Gefühl, dass hier irgendjemand Tomofumi den Erfolg nicht gönnt. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass irgendjemand Antti den Podestplatz nicht gönnt. Im Gegenteil. Selbst Finnenfans fanden den Bewerb irregulär. Eben weil differenziert wurde zwischen Bedingungen und Athlet. Das nenne ich Größe.
Ich hätte allen Athleten den Podestplatz lieber unter faireren Bedingungen gegönnt, weil so leider ein Geschmäckle bleibt.
 
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