Bei Ronaldo und seinen Verletzungen hatte ein Freund immer eine Theorie, die ich als absoluter Laie in diesen Bereich immer interessant fand und zwar, dass seine Spielweise alleine schon so eine große Belastung für seinen Körper darstellte, dass das mit den Verletzungen weniger Pech als Konsequenz waren. Dabei denke ich als Beispiel dann immer an das berühmte eins gegen eins bei Inter wo er den Torwart nach zig Übersteigern verlädt und locker verwandelt. Wenn man da darauf achtet, vor welche Lasten er seinem Körper da setzte, mit aggressiven Richtungswechseln, das war nicht ohne. Aber wie gesagt, ich kann diese Theorie gar nicht bewerten, doch so bleibt zumindest nicht der bittere Nachgeschmack, dass uns Zuschauer irgendwas genommen wurde, das nicht hätte sein müssen.
Dazu kommt, dass sein Comeback für mich seine größte Errungenschaft war. Ohne die frühere Beweglichkeit nochmal zum besten der Welt zu werden war ein großes Beispiel von Überwindung in den letzten Jahren in diesem Sport.
Für mich war der Real Madrid Ronaldo der kompletteste. Er war viel stärker bei Kombinationen, hat sich Diagonal viel mehr über das Feld bewegt, arbeitete an seinem Spiel mit dem Rücken zum Tor bis es zur Elite gehörte und wurde beim Finishing *noch* effizienter. Und zum Kult Ronaldo gehört halt dazu, sich vorzustellen was gewesen wäre, wenn es diesen reiferen Ronaldo mit den physischen Qualitäten seiner früheren Tage gegeben hätte, eine Szenario das man natürlich lieber vor Augen als im Kopf gehabt hätte, dessen Eintreffen aber selbstverständlich auch keiner hätte garantieren können.
Der beste Ronaldo war für mich der von Inter, bei dem die Linien Spielverständnis und physische Attribute am höchsten Punkt getroffen haben. Er beeindruckte das Publikum noch mit seinen Dribblings, aber konnte seinem Spiel mehr Fülle geben, ohne das er sonst im damaligen Calcio auch nicht triumphiert hätte. Die wichtigste Entwicklung war, dass er gelernt hatte wie er seine Mitspieler besser machen konnte, seiner Mannschaft mit seinen Fähigkeiten Breite und Höhe geben konnte mit seiner Positionierung und die Bedrohung, die er ausstrahlte. Ab da war Ronaldo die zentrale Figur der Spiele, nicht die Torchance oder Ende des Spielzugs. Wobei das schlimmer klingt, als es war, denn bei Barcelona wurde er sofort zur Legende und man müsste vielleicht bis Pele zurück gehen, um einen Spieler zu finden, der so jung so gut war, wie der PSV Ronaldo.
Alleine wie er die WM 2002 praktisch alleine gewonnen hat und das nachdem er lange verletzt war und ich glaube das Jahr davor nicht gespielt hat.
Das halte ich für eine gewagte These bei einer Mannschaft mit Roberto Carlos, Cafu und Rivaldo, der meiner Meinung nach sogar der bessere Spieler im Turnier war.
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zum Threadtitel ist meine Haltung: Warum ist das überhaupt interessant? Man muss nicht alles gegeneinander aufwiegen.