Als ich noch bei Braun in Kronberg gearbeitet habe, da habe ich regelmäßig Sport gemacht. Is ja auch kein großes Hindernis, verfügt die Firma doch über eine eigene Turnhalle und Braun hatte es vor der Übernahme durch Gilette auch zur Bedingung gemacht, dass das Sportangebot für die Mitarbeiter erhalten bleibt.
Ein Mal die Woche 2 Std. Tischtennis, ein Mal die Woche 2 Std. Badminton ... und dazu einige Kilometer pro Woche (gut 100), um mit dem Fahrrad zur Arbeit und zurück zu kommen.
Das war vielleicht meine "fitteste" Phase nachdem ich bei der Bundeswehr-Grundausbildung war.
Nunja, mit der Diplomarbeit schwand die Zeit und wieder zurück in Dresden hab ich keinen regelmäßigen Sport mehr angefangen. Die Kilos, die ich 2009 abgenommen hatte, die kamen in den Folgejahren dann auch größtenteils wieder zurück
Nunja, seit gut zwei Jahren zwickt mein linkes Knie. Mal mehr, mal weniger. Beim Aufstehen, beim Treppensteigen ... zuweilen auch beim Radfahren (ich fahr die meisten Tage mit dem Rad zur Arbeit). Werd ich alt? Oder bin ich einfach alt?
Bin ja nicht mehr Mitte 20 (wie damals bei Braun), sondern Mitte 30.
Physiotherapie und entsprechende Übungen haben begrenzt geholfen. Zuweilen gings meinem Knie besser, aber irgendwann kamen die Schmerzen doch mal wieder zurück. Besonders, wenn ich mal etwas mehr Anstrengung meinen Beinen auferlegt habe.
Wie auch immer, mehrere Arbeitskollegen bei meiner Firma nehmen alljährlich an der "REWE Team Challenge" teil (ein 5km-Lauf mit gut 25.000 Teilnehmern durch die Stadt, ein "Firmen-Lauf" sozusagen). Im Laufsport war ich als Schüler recht gut, aber als Erwachsener war das nie was für mich ... ich hab ja ein Fahrrad.

Dennoch, die Erzählungen der Kollegen klangen interessant und das Event unterhaltsam. Irgendwann wollte ich doch mal mitmachen. Letztes Jahr habe ich mich quasi nicht "getraut" es mit dem Laufen zu probieren, zu sehr ärgerte mich mein Knie.
Dieses Jahr habe ich mich aber (zur Verwunderung meiner Kollegen) doch angemeldet. Vor ein paar Wochen (nach Ostern) habe ich dann doch mal mit dem Laufen angefangen, obgleich es mir zunächst etwas unbehaglich war, wenn Fußgänger schauen während jemand an ihnen vorbei schnauft. Wer so lange - außer der Radfahrerei - kaum Sport macht, der hat dann natürlich erstmal Muskelkater. Aber schon nach zwei Wochen ein unerwarteter Effekt ... mein Knie macht deutlich weniger Ärger. Weniger bis garkeine Schmerzen beim Aufstehen oder Treppensteigen, mehr Power beim In-die-Pedale-Treten. Es "fühlt" sich quasi stabiler an in der Bewegung.
Gibt es nicht die Aussage (oder vielmehr den "Mythos"), dass Joggen schlecht für die Gelenke sei? Vielleicht ist es doch eher andersrum. Scheinbar haben sich schon bald ein paar Muskeln gekräftigt, welche das Knie entlasten ... oder so.
Letzte Woche habe ich dann an der Team-Challenge teilgenommen. Da es meine erste Teilnahme war und ich nicht allzu "trainiert" bin, habe ich mir das seeeehr vorsichtige Ziel gesteckt, die 5km innerhalb von 45 Minuten zu schaffen.
Ok ... inoffiziell war mein Ziel eine halbe Stunde.
Letztlich bin ich mit einer Zeit von 0:27:03 ins Ziel gekommen, was auch meine beste Zeit von meinen ganzen (Übungs)-Läufen seit Ostern ist. Damit bin ich gar der schnellste von unserer Konstruktions-Abteilung.
Klar, das ist keine schnelle Zeit und für die erfahrenen Läufer unter euch wahrscheinlich Pillepalle. Aber für mich ists schon ein großer Erfolg und die Veranstaltung hat durchaus Spaß gemacht.
Wahrscheinlich werd ich mit dem Laufen weiter machen. Meinem Knie geht's besser und der Kondition kommts auch zugute.
Lieber einmal die Woche keuchend und schwitzend zu Hause ankommen, als sich 7 Tage die Woche ne Treppe hochzuärgern.
Zudem soll Laufen gut für den Blutdruck sein. Wäre mal interessiert, wie sich das so entwickelt...
Nebenbei habe ich auch den Wunsch oder das Ziel irgendwann beim Gewicht wieder zwischen 85 von 90kg anzukommen. Vielleicht kommt die Lauferei dem ja entgegen
