🇦🇹 Team Österreich


Wer bei den Österreichern zur WM fährt, wird sicher auch nicht uninteressant. Da gab es zuletzt ja einen klaren Aufwärtstrend. Stefan Kraft und Daniel Huber sind sicher klar - aber wie geht es dahinter weiter? Dann kommen schon Leute wie Fettner, Hayböck, Aschenwald in der Weltcupwertung, die aber allesamt nicht wirklich überzeugt haben. Fast eher könnten da schon Aigner oder gar Hörl in Frage kommen, die sich zuletzt ja recht gut geschlagen haben. Oder sollte doch noch Gregor Schlierenzauer ein WM-Ticket bekommen? Für ihn wäre es wohl schon eine herbe Enttäuschung, wenn er sich nicht für die Heim-WM qualifizieren sollte. Aber ein bisschen was muss er eigentlich dann in Lahti und Willingen schon zeigen.
 

Der ÖSV ist der Meinung, dass der fatale Unfall auf dem Kulm als Freizeitunfall einzustufen ist, Müller hingegen will dies als Arbeitsunfall eingestuft sehen. Der Fall Müller, über den in der ORF-Sportsendung "Thema" am Montag sowie am Dienstag in diversen österreichischen Tageszeitungen berichtet wurde, ist seither gerichtsanhängig. Müllers Anwalt, Andreas Ermacora, bringt die Causa nun vor den Verwaltungsgerichtshof. Davor hatte die Kärntner Gebietskrankenkasse Müllers Tätigkeit als Vorspringer als Dienstleistung anerkannt, das Bundesverwaltungsgericht wies nach Einspruch des ÖSV Müllers Begehren aber wieder ab. - derstandard.at/2000098206833/Lukas-Mueller-Rechtsstreit-mit-der-OeSV-Geschaeftsfuehrung
 

Der ÖSV ist der Meinung, dass der fatale Unfall auf dem Kulm als Freizeitunfall einzustufen ist, Müller hingegen will dies als Arbeitsunfall eingestuft sehen. Der Fall Müller, über den in der ORF-Sportsendung "Thema" am Montag sowie am Dienstag in diversen österreichischen Tageszeitungen berichtet wurde, ist seither gerichtsanhängig. Müllers Anwalt, Andreas Ermacora, bringt die Causa nun vor den Verwaltungsgerichtshof. Davor hatte die Kärntner Gebietskrankenkasse Müllers Tätigkeit als Vorspringer als Dienstleistung anerkannt, das Bundesverwaltungsgericht wies nach Einspruch des ÖSV Müllers Begehren aber wieder ab. - derstandard.at/2000098206833/Lukas-Mueller-Rechtsstreit-mit-der-OeSV-Geschaeftsfuehrung

Danke, dass du das gepostet hast! Das ist mMn echt ein Armutszeugnis vom Ă–SV. Ich meine mich noch zu erinnern, dass es direkt nach seinem Unfall hieĂź, sie wĂĽrden alles tun, um ihn zu unterstĂĽtzen...
 
Danke, dass du das gepostet hast! Das ist mMn echt ein Armutszeugnis vom Ă–SV. Ich meine mich noch zu erinnern, dass es direkt nach seinem Unfall hieĂź, sie wĂĽrden alles tun, um ihn zu unterstĂĽtzen...
So wie es sich auch gehört...aber da heißt es eher im ersten Moment schlechte Presse zu vermeiden und dann hofft man, dass das ganze ein wenig in Vergessenheit gerät...
FĂĽr mich ist die Diskussion eh Unfug...Skispringen war sein Beruf und dabei kam es zu den Unfall
 
So wie es sich auch gehört...aber da heißt es eher im ersten Moment schlechte Presse zu vermeiden und dann hofft man, dass das ganze ein wenig in Vergessenheit gerät...
FĂĽr mich ist die Diskussion eh Unfug...Skispringen war sein Beruf und dabei kam es zu den Unfall

Ja, sehe ich genauso! Vor allem wurde es zunächst ja als Arbeitsunfall eingestuft - ich bin wirklich fassungslos, dass dann der ÖSV (gerichtlich?) Einspruch dagegen erhebt (n)
 
Wenn er als (geringfügig) Beschäftigter eingestuft worden wäre, dann hätte man Abgaben an die Sozialversicherung abführen müssen. So galt er als eine Art freier Unternehmer. Wenn er als Beschäftigter eingestuft wird, dann muss es auch für andere gelten. Da werden dann in Zukunft als auch womöglich auch aus der Vergangenheit Zahlungen fällig. Da kann auch pötzlich der Vorwurf der Abgabenhinterziehung im Raum stehen.

Der ÖSV verlangt zwar eine Versicherung, wenn da jemand als Vorspringer runterspringt (und da kriegt(e) er 700000 Euro). Allerdings ist man bei einem Arbeitsunfall besser abgesichert. Kenne selber solche Fälle und das kann einen Riesenunterschied machen.
Bei ihm kommt noch dazu, dass er in keinem ÖSV-Kader war, aber prinzipiell auch für den ÖSV sprang und ..... dass er weder bei der Polizei noch beim Heer war. Dann hätte er dieses Problem nicht.

Jedenfalls glaube ich (bzw. hoffe ich), dass es dann doch als Arbeitsunfall eingestuft wird. Es spricht vieles dafĂĽr. Wobei mich die Strategie und die Argumente des Anwalts nicht restlos ĂĽberzeugen.
 
Das ist ein total schweres Thema! Der ÖSV wäre gut beraten, ihm einfach die nötige finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Rechtlich gesehen, ist das aber wirklich eine nicht ganz so einfache Geschichte. Der Fall zeigt somit an erster Stelle, dass hier nichts halbes und nichts ganzes vorhanden ist. Weder ist Lukas Müller in dem Moment ein echter Profi gewesen, noch ein einfacher Freizeitsportler. Da muss man auch sicherlich von Seiten der FIS überlegen, wie man damit umgeht, was das Thema Vorspringer betrifft.
 
Gregor Schlierenzauer wird bis zum Saisonende nicht mehr am WC teilnehmen, was mich jetzt nicht verwundert.
Offensichtlich wird ĂĽber sein Karriereende spekuliert.

Wien – Gregor Schlierenzauer ist nach eigenen Angaben nicht für die kommenden Skisprung-Weltcupbewerbe im Rahmen der norwegischen Raw-Air-Serie nominiert worden. Damit sei die Saison für ihn leider auch schon zu Ende, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des Rekordgewinners im Weltcup. Zu den kommenden Wochen und Monaten sagte Schlierenzauer: "Ich lasse mir aktuell alles offen."
weiter gehts hier:
 
Tja, wundern wĂĽrde es mich ja nicht - die Heim-WM dĂĽrfte schon ein groĂźes Ziel fĂĽr ihn gewesen sein, und demnach war es sicher auch ein harter Schlag fĂĽr ihn, als er dafĂĽr nicht nominiert wurde. Unter dem Strick war das aber berechtigt - auĂźer dem 12. Platz zu Saisonbeginn in Kuusamo hat er nicht wirklich etwas Greifbares vorzuweisen.
Und dass man auch jetzt eher nochmal jüngeren Springern wie Hörl oder den anderen aus dem WM-Team die Chance gibt, sich zu beweisen, finde ich auch verständlich.

Dennoch wäre es natürlich schade, wenn seine Karriere so enden sollte. Ich würde ihm schon wünschen, dass er nochmals die Kraft findet, sich ins Weltcupteam zurückzukämpfen und da nochmals den ein oder anderen Erfolg zu feiern. Und wenn ich das Intervie so lese, hat er das Wort "Karriereende" ja so auch nicht in den Mund genommen, das hat die Zeitung gleich in die Überschrift geschmuggelt, weil er sich "alles offen" lässt. Mal sehen, wie es weitergeht.
 
Wäre absolut verständlich...die Saison hätte bitterer nicht verlaufen können. Österreichische Medien schreiben auch, dass er keinen Kaderplatz erhält.
Neben dem Sturz von Siegel und der erneuten Verletzung von Freund das blödste dieses Jahr.
Ich hoffe, dass es alle drei nochmal packen.
 
Eigentlich wollte ich dazu gar nichts sagen. Aber bei der ekelhaften Ăśberheblichkeit gewisser Herren in den Medien platzt mir doch etwas der Kragen.

Aber von den zwei Hampelmännern mal kurz ab eine provokante Frage: Was soll er denn "Greifbares" vorzuweisen haben, wenn er den Großteil der Saison im Training war? Den Saisonbeginn würde ich da gar nicht mehr berücksichtigen. 1. lief der für das gesamte Team sehr dürftig und 2. ist er ja genau deshalb ins Training gegangen.

Und danach kann man kaum behaupten, er habe nichts vorzuweisen. In Lahti hatte er am gesamten Wochenende, also an 3 Sprungtagen, genau 2 schwache Sprünge, zwei! Leider war einer davon im Wettkampf, was das Gesamtbild halt schwächt, wenn man nicht wirklich hinschaut.
Und in Willingen lief der Freitag gar nicht schlecht, da war er viertbester Österreicher und hätte theoretisch ins Team gehört. Der Samstag war halt Mist, klar, und Sonntag hatte er nicht die Chance, was zu zeigen. De facto war er aber in Willingen in ALLEN (!!) Sprüngen besser als Hörl - mit einer einzigen Ausnahme, und das war ein Trainingssprung (oder Probe), wo er die denkbar schlechtesten Verhältnisse und somit keine Chance hatte.

Grundsätzlich könnte man die Nominierung von Hörl schon rechtfertigen mit seinen Vorleistungen (wobei er ganz deutlich am absteigenden Ast war) und seinem Alter. Problem ist nur, dass das komplett anders kommuniziert wurde im Vorfeld und im Endeffekt nur der Schlusspunkt vieler aus meiner Sicht unmöglicher Aktionen war.

Geht los im Sommer, wo Felder mit allen bei Adam und Eva angefangen und ganz viel an "Skisprung-Grundausbildung" gemacht hat. Fand ich super. Schadet nichts, den Sommer zu nutzen, um noch mal von Grund auf die Bewegungsabläufe zu schulen. Aber wie bitte kann es sein, dass man über eine ganze Saisonvorbereitung hinweg Bewegungsabläufe schult oder zumindest nicht korrigiert, von denen man dann plötzlich zu Saisonbeginn merkt: "Huch, funktioniert so nicht. Fang bitte noch mal ganz von vorn an." Kann nicht angehen. Es gab haufenweise Lehrgänge, viel mehr als unter Kuttin. Es gab ausreichend Sommerwettkämpfe. Und natürlich auch ausgiebiges Training daheim inklusive Videomaterial davon (wenn man sich denn dafür interessiert). Da MUSS auffallen, wenn die Technik so gar nicht passt.

Den Liegl Flo dann fĂĽr 10 Wochen abzustellen zum Training ist das einzige, was ich Felder wirklich hoch anrechne, weil diese Trainingsphase einfach unglaublich effektiv war. Ich bin vom Flo total begeistert, trainingstechnisch (soweit ich das beurteilen kann) wirkt es, als wisse er ganz genau, was er tut. Und menschlich respektive sportpsychologisch hat er auch einiges drauf (im Gegensatz zu so manch anderem). Er hat richtig Ahnung von mentalen und neuronalen EinflĂĽssen und bringt das super rĂĽber.
Es ist für alle Beteiligten eine absolute Frechheit von Felder und Stecher zu behaupten, da sei nichts passiert, weil sich der Springer ja auf nichts Neues einlässt. Ich frage mich, wie man sowas behaupten kann, wenn man nie dabei gewesen ist. Dass sich da einiges getan hat, hat man ja wohl in Bhofen und Lahti gesehen - und auch im Training, wenn man denn da gewesen wäre. Und Flo selbst hat auch diverse male öffentlich betont, dass es sehr gut läuft. Es ist ja nicht so, dass Gregor 2,5 Monate täglich auf der Schanze war und massig Zeit hatte, neue Abläufe zu verinnerlichen. Die mussten ja erstmal überhaupt erarbeitet werden - bei Trockenübungen, bei Sprüngen von winzigen Schanzen und erst sehr spät dann mal auf der Normalschanze.
Großschanzensprünge konnte man fast an einer Hand abzählen und kamen im Prinzip auch viel zu früh. Als er nach Bhofen zum COC angereist ist, hatte er 3 Einheiten auf der Großschanze in den Beinen, also praktisch nichts. Und dennoch lief es da super. Dass mit dieser Hau-Ruck-Methode in so kurzer Zeit nicht alles in jedem Sprung und bei allen Bedingungen abrufbar sein kann, müsste doch klar sein. Dabei meine ich vor allem Sprünge auf der Großschanze. Auf der Normalschanze, wo er viel mehr Sprünge hatte, lief das schon viel besser. Daraus abzuleiten, er lasse sich auf nichts Neues ein, weil er bei manchen Sprüngen wieder in alte Muster zurückfällt, ist eine Frechheit, und zwar Springer und Trainer gegenüber, die sich über all die Wochen dermaßen reingehangen haben und sich dann so einen Mist anhören können.

Dann springt er beim COC in Bhofen unerwartet gut, versaut sich mit etwas Übermotivation selbst nur knapp den Sieg, will das gute Gefühl noch mal in Planica festigen vor der Reise nach Lahti (was enorm wichtig gewesen wäre!) und bekommt die Chance ganz kurzfristig noch verwehrt, weil Felder einfällt, dass er ja eh mit Hayböck in Innsbruck trainiert und Gregor da lieber dazukommen soll. Ganz großes Kino. Die Chance auf ein gutes Ergebnis in Planica war riesig, zumal er die Schanze gut kennt und gut mit ihr klarkommt. Wäre so wichtig gewesen, um mit einem guten Gefühl in den WC zurückzukommen.

Dann läuft es in Lahti wieder unerwartet gut, aber nach EINEM schwachen Wettkampfsprung wird alles andere mal vergessen und resümiert, dass seine Leistung unzureichend war. Großartige Taktik, das eben leicht ansteigende Selbstvertrauen wieder zu zerstören.
In dem Moment wäre es ein feiner Zug gewesen, ihn gemeinsam mit Aigner rauszunehmen und nach Oberstdorf zu schicken statt nach Willingen. Denn da hatte er ja offenkundig eh keine wirkliche Chance. Kommuniziert wird, dass Vorleistungen für die endgültige Entscheidung ausgenommen werden, dafür aber ALLE Sprünge in Willingen sowie eine allgemeine Tendenz berücksichtigt werden. Genau davon will man aber am Ende nichts mehr wissen offenbar. Sonst wäre Hörl raus gewesen. In allen Sprüngen schwächer inklusive starker Tendenz nach unten. Wie gesagt, könnte man rechtfertigen. Aber nicht mit der Vorankündigung.

Gregor selbst hat gesagt, es bleibe das Gefühl, nie wirklich eine Chance gehabt zu haben. Und das teile ich. Ein sehr guter und intensiver Trainingsblock, der viel gebracht hat. Top Ergebnisse im COC (in dem einen, den er springen durfte), gute und sogar recht konstante Leistungen in Lahti. Gute Leistungen am 1. Tag Willingen, konstant besser als Hörl... Und am Ende? Nichts.

Gut, man mag über die WM-Nominierung denken, wie man will. War hart, aber am Ende zu verkraften. Das Verhalten seitdem finde ich aber noch viel ärger. Da wird auf unglaublich überhebliche Weise dumm dahergeredet und Mist erzählt. Sowas kann man sich nicht ausdenken. Da fällt von Stecher die Aussage, Gregor hätte sich halt über den COC beweisen müssen, was er ja nicht wollte. What the...??? Planica wurde er rausgenommen, Oberstdorf wurde ihm verwehrt, weil er lieber zu der großen Show nach Willingen reisen musste. Die einzigen COCs, was er von sich aus nicht angetreten ist, waren Brotterode und Rena. Da war er KRANK! Und wir sprechen hier nicht von Männergrippe und fröhlichem Gejammer über ein wenig Schnupfen. Aber hey, wer zur RAW Air will, muss COC springen, auch mit hohem Fieber. Klar, oder?

Die Herrschaften Felder und Stecher wissen ganz genau, was sie da anrichten und was es bedeutet, keinen Kaderstatus zu besitzen. Komplett auf sich allein gestellt sind die Chancen ja enorm groĂź, wieder ranzukommen. Aber das sind halt so die Methoden, wie man im Ă–SV mit verdienten Athleten umgeht. Menschlich und sportlich unterirdisch.
 
Ich glaube ohne die Disqualifikation in Willingen hätten sie ihn wahrscheinlich zur WM mitgenommen. Denn Hörl hat an dem Wochenende ja überhaupt keine Leistung gezeigt. Die Disqualifikation kam halt zum allerungünstigsten Zeitpunkt beim letzten Weltcup-Sprung vor der WM und ist mMn auch das einzige, was sich Schlierenzauer vorwerfen kann. In Lahti im Team war er ja sehr überzeugend.
 
Schlechter Vergleich. Die ausgeboteten "DFB Stars" sind nach wie vor gut versorgt bei ihrem Verein und ihre Karriere nicht in Gefahr.
Ne.. um Finanzen geht's mir nicht. Ein Schlierenzauer hat sicher auch top verdient und kann es sich locker leisten seine Karriere fortzusetzen.
Es geht vielmehr um den Umgang mit verdienten Sportler. Sachen wie Respekt und Dankbarkeit fĂĽr das geleistete.
 
Was das Thema "Verdienst" betrifft, muss man aber auch vorsichtig sein. Da kann man auch falsche Akzente setzen, wenn man zu sehr in die Vergangenheit schaut. Der Leistungssport ist eben hart und nicht immer gerecht. Ich denke Schlierenzauer befindet sich in einer ähnlichen Situation wie einst Martin Schmitt. Er kommt immer mal wieder gut zurecht, aber richtig durchschlagend ist es auch nicht mehr. Dann passiert es eben schnell, dass ein junger Athlet den Vorzug erhält.
 
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