Das hatte ich dabei durchaus im Hinterkopf. Povetkin muss gleich Vollgas geben, nur dann kann er Klitschko vielleicht in die Halbdistanz zwingen und Wirkungstreffer anbringen. Und wenn der erst einmal wackelt (dazu reicht auch Povetkins Schlagkraft) ist alles möglich.
Richtet Povetkin hingegen seine Taktik auf 12 Runden aus, spielt er Klitschko in die Hände, der dann den Kampf anfangs mit seinem Jab kontrollieren und bestimmen und dadurch an Sicherheit gewinnen wird. Ab Runde 4 oder 5 setzt der stets übervorsichtige Wladimir auch mal seine Rechte ein und in Runde 6, 7 oder 8 dürfte es für Povetkin angesichts seiner Deckungsschwächen dann in der Tat vorbei sein.
Von daher muss es Povetkins Ziel sein, Wladimir früh aus dem Konzept zu bringen. Die Gefahr dabei selber erwischt zu werden ist zwar vorhanden, aber Wladmir bringt seine Schlaghand zumeist erst dann häufiger, wenn er sich sicher fühlt und meint das Risiko eingehen zu können, die Rechte vom Kinn zu nehmen (daher gewinnt er auch selten kurzrundig). So war es jedenfalls in seinen letzten Kämpfen, die deshalb ziemliche Schlaftabletten waren.
Tief in Wladimir steckt immer noch der panische Krabbel Wladi und den muss Povetkin wieder hervor holen