Okay, mag sein, dass charakterliche Defizite auch eine Rolle spielen, in Bezug auf Ernsthaftigkeit in jedem Spiel.
Aber Babbels sog. Erkenntnisse aus dem Trainerseminar "Wie mache ich alles richtig" haben doch unabhängig der Südamerikafraktion bzw. der Charakterdiven zu Umstellungen geführt. Es hieß ja nicht: Ronny statt Friend, sondern Grobmotoriker Lasogga statt Grobmotoriker Friend. Und mal ist Raffael draußen, mal Ramos, mal Rukavytsa, mal Domovchysky. Die konnten zu Beginn der Saison noch alle - und das sehr souverän - zusammenspielen.
Kaum läuft es nicht mehr, wird bunt durcheinander gewürfelt und eigenes Talent getestet.
Verschärft dadurch, dass die Abwehr ohne Mijatovic und Aerts nicht mehr funktioniert - die AVs sind nach hinten ein Dauerrisiko. Aber die spielen immer, während die vorher gut geölte "überlegene Spielstärke von Diven" - Maschinerie von Ausnahmekönnern (angesichts Liga 2) nach einem diffusen Zufallsprinzip rausrotiert und wieder reinrotiert werden.
Der Niemeyer konnte (vielleicht dank Mijatovic im Rücken) vorher ganz alleine auf der 6 aufräumen und davor hatte es bis zu 6 Granaten plus Kobiashvili als Offensivverteidiger, die jederzeit ein Spiel alleine entscheiden konnten.
Das hat trotz Divenhaftigkeit besser geklappt, als die jetzt vielleicht propagierten "Wir müssen den Kampf annehmen" - Umstellungen.
Heißt nicht, dass man gleich ALLE oben genannten Diven auf einmal bringen muss - bei Ronny UND Raffael ist eventuell ein "de Araujo" zuviel auf dem Platz.

Für Ronny plus Serbo-Australier gilt ähnliches. Dennoch hatte die Hertha mit der "Wir sind zu gut für Liga 2" - Aufstellung überlegen und souverän die Konkurrenz angeführt, bis zum Teil durch Not (Mijatovic, Aerts) und zum Teil ohne Not wild durcheinander gewechselt wurde.
Das hat der Babbel doch schon in Stuttgart so gemacht. "Huch, Doppelbelastung durch CL?! Was hab' ich gelernt? Rotation verhindert Substanzverlust."
So stand jede Woche eine andere Elf auf dem Platz, niemand konnte mit seinem Nebenmann zusammenspielen, aber immerhin war der Substanzverlust so gering, dass der VfB Stuttgart nach seiner Entlassung noch genügend Kraft für die Aufholjagd unter Gross hatte.