Was regt euch auf?


Ganz schlimm finde ich, dass ich immer mehr diese Füllwörter mitbekomme: "Um ehrlich zu sein" (wahlweise auch "ehrliche Meinung"). Vornehmlich von BWLern aus dem englischen "to be honest" rübergeholt, mag es für den sprechenden vielleicht modern klingen. Für mich klingt es eher danach, dass ich mir ohne diesen Zusatz nicht sicher sein kein kann, ob mein Gegenüber grade ehrlich zu mir ist. Jedes mal wenn ich die Phrase jetzt höre, will ich eigentlich nicht mehr zuhören....
ganz schlimm ist auch, wenn jemand okay mit etwas ist. :panik:
 
Mich nervt dieses "Alles gut", welches auch des öfteren als Frage formuliert ist.

Früher hat man gesagt, "Alles ok" oder "Alles in Ordnung" oder "Nicht schlimm" oder dergleichen.
Heute hört man in jedem dritten Satz "Aas gut". :sleep:
 
Ich hasse es, wenn sich junge Mädels mit "Ey, Alter" titulieren. Wenn man schon Gossensprache nutzt, sollte man wenigstens den richtigen Genus verwenden :crazy:
 
Gossensprache?

Wird ja immer besser hier.

Sorry, ich mochte das noch nie, wenn sich Leute mit "Ey, Alter" ansprechen. Auch nicht in meiner Schulzeit. Das hat mE keinen Stil und wurde oft von den etwas schlechteren Schülern aus Problemfamilien benutzt. Zumindest bei uns. Wir haben dann irgendwann einfach ein "Ey, Altar!" (mit übertriebener Betonung des zweiten "A") draus gemacht, um das zu persiflieren ;)
Kannst du gerne anders interpretieren, sind lediglich meine Erfahrungen.
 
Das Wort "alter" hinter oder vor Sätzen höre ich von Leuten meiner Generation ständig. Auch von Studenten, berufstätigen etc. Finde da ist auch überhaupt nichts bei, außer man bringt das wirklich in jedem Satz. Das klingt dann meiner Meinung nach schon etwas dämlich.
 
Kannst du gerne anders interpretieren, sind lediglich meine Erfahrungen.

Es geht twolves denke ich darum, dass du mit einem solchen Begriff gleich Menschen in eine (soziale) Ecke schiebst, also Vorverurteilungen vornimmst.
Der Sprachgebrauch eines jeden ist nun mal von seiner Umwelt beeinflußt. Da eine so anfällige Wertung reinzubringen, ist halt unnötig und durchaus auch diskriminierend.
 
in Österreich gehört "oida" ja zum guten Ton und hat ca. 723 Bedeutungen, das stört mich nicht besonders. Aber ich vernehme bei meinen Schülern immer öfter "digga" und stellts mir die Nackenhaare auf :panik:
 
Entweder der Satz hört mit "Alder" auf, oder er fängt mit "Digger/Digga" an. Oder beides.
Bemerkenswert, wenn einer "Digger" in eine Gruppe ruft und es dreht sich lediglich genau der um, der gemeint ist.....:eek::skepsis:
 
Es gefällt mir halt einfach nicht. Punkt. Der Thread heißt, was regt euch auf und mich regt das eben auf. :crazy:

Für den Begriff "Gossensprache" entschuldige ich mich, aber es ist ein Sprachmittel, welches mir eben nicht zusagt. :belehr:

Ganz besonders, wenn es inflationär benutzt wird. Wenn dann noch passende gestiken und Mimiken hinzukommen und auch die Intonation an die Kanak Sprak angelehnt ist, nervt mich das eben und ich fühle mich unwohl. "Weissu, Alda?" geht halt einfach nicht für meine Ohren.
 
Ich sage bei Vorträgen oder Führungen immer dieses bescheuerte "genau" hinter jedem zweiten Satz...

Ich hasse das :LOL:
Haben ein ehemaliger Chef und eine ehemalige Dozentin von mir auch gemacht. Weil ersterer ein kompletter Vollidiot war hatte ich bei letzterer deshalb auch vietnamtrauma-mäßige Zustände bekommen :panik: Was der Sprachduktus einer Person alles bewirken kann...
 
In wenigen Stunden werde ich 30... und bin krank und auch für die nächsten zwei Werktage noch krankgeschrieben, somit wird das eher trostlos. tja, c'est la vie :clowns:
 
Nimms leicht. Ab Mitterncht gehst du auf die 40 zu, da kann man schon etwas gelassener sein...:D
 
Inwiefern krank, Erkältung? Dann doch einfach Kanne Tee, gutes Buch, Decke - und den Kalender einfach Kalender sein lassen. Das sind eh alles nur Zahlen. ;)
 
Inwiefern krank, Erkältung? Dann doch einfach Kanne Tee, gutes Buch, Decke - und den Kalender einfach Kalender sein lassen. Das sind eh alles nur Zahlen. ;)
Jo, grippaler Infekt und Bronchitis wie mir gestern gesagt wurde... wollte unbedingt heute "fit" sein um wenigstens bisschen unter Leute zu kommen, aber das wird jetzt halt verschoben. Und ja, die Gelassenheit und Vernunft haben ohnehin schon eingesetzt... ;)
 
Es geht twolves denke ich darum, dass du mit einem solchen Begriff gleich Menschen in eine (soziale) Ecke schiebst, also Vorverurteilungen vornimmst.
Der Sprachgebrauch eines jeden ist nun mal von seiner Umwelt beeinflußt. Da eine so anfällige Wertung reinzubringen, ist halt unnötig und durchaus auch diskriminierend.

Jep, sich gegenüber anderen abzuheben, weil man anders spricht ist dabei ja ein uraltes Mittel der Distinktion. Einmal natürlich über Alter/Jugend (früher waren Worte wie geil oder cool verpönt) und natürlich über soziales Milieu/Klasse. Da man in sowas erst einmal reingeboren wird, ist es etwas überheblich daraufhin andere abzuurteilen.
Andere würden sich wahrscheinlich über die 'schlichte Sprache' der meisten User hier amüsieren, weil sie in den meisten Fällen eben nicht bildungssprachlich ist.
 
Wie ich Sprache einsetze, welche Worte und Satzgebilde ich nutze und in welcher Weise eben diese vorgetragen werden, ist doch zudem absolut situationsabhängig - bei mir jedenfalls. Mag nicht auf jeden zutreffen.

Ich rede mit meinen Eltern anders als mit Freunden, mit diesen wieder anders als mit Klienten. Ich spreche Dialekt und Hochdeutsch. An der Uni nutze ich eine andere Sprache als im Reitverein oder beim Feiern, im Fußballstadion oder an der Schanze. Und ich schreibe im Forum anders als in wissenschaftlichen Arbeiten oder Berichten für Klienten.

Worauf ich hinauswill ist, dass man Menschen nicht zu schnell aufgrund von Sprache, die man in einer gewissen Situation mitbekommt, klassifizieren sollte. Ich gebe aber zu, ganz kann ich mich davon auch nicht freisprechen und Sprachvergewaltigungen bringen mich auf 180 😂 Aber das ist ja mein Problem und nicht das des Sprechenden.
 
Ich teile zwar nicht automatisch Sprache sozialen Milieus zu, aber ich erlaube es mir mit absoluter Selbstverständigkeit Sprache zu verurteilen. Und zwar wenn sie in meinen Augen pseudocool und zum Fremdschämen klingt. Und dieses "Digga und so, weißt du" findet man auch an Unis, während ich vermeindlich sozial schwache Familien kenne, die sich ausgezeichnet artikulieren.
 
Finde ich ehrlich gesagt halb so wild - ist bei mir abhängig in welcher Gruppe ich unterwegs bin. Teilweise haben wir Gruppen, da hat sich eine gänzlich eigene Sprache mit eigener Betonung sogar herausentwickelt - wenn das einer von außen hört der denkt auch die sind maximal bescheuert. Aber auf die Meinung Dritter pfeife ich sowieso dezent - wenn da einer jemand verurteilen muss, weil ein gewisses Wort fällt, dann ist das eben so. Tut ja keinen weh und der Verurteilende kann sich vielleicht überlegen fühlen - dann hat man ihm sogar noch eine Freude gemacht 😂
 
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