Und wieder einer mehr, der nicht begriffen hat, was Uli eigentlich meinte...
Was meinte Uli eigentlich damit? Das ist aber, wie Solomo richtig festgestellt hat, eigentlich völlig irrelevant. Er hat Kraft mit diesen Worten abgesägt und für die sportlichen sowie vereinsinternen Probleme den Torwart-Wechsel als Grund angeführt. Das ist hochgradig lächerlich. Wie Maier richtig anmerkte, herrscht doch schon seit Jahren Theater im Verein. Zuerst als man Klinsmann einstellte und dessen Autorität relativ schnell unterminiert hat. Später als er Van Gaal öffentlich attackierte. Ist das ein Arbeitsumfeld, in dem man langfristig erfolgreich arbeitet? Ganz, ganz sicher nicht.
Vielleicht sollte man sich man sich mal davon verbschieden, jedes Mal den Zirkus der Bundesliga abzugeben, sobald man um Platz drei bis vier spielt. Ich denke, es gibt seriösere Lösungen und Verhaltensweisen. Macht man in dieser Manier weiter, gefährdet man mittel- bis langfristig die Vormachtsstellung im deutschen Fußball.
Es darf natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass van Gaal sich vom Triumph blenden lassen und im Rausch die größten Fehler gemacht hat. Ich will sagen, dass van Gaal einen nicht unerheblichen Teil am sportlichen Absturz zu verantworten. Beispielsweise ist es Van Gaals geschulten Auge entgangen, dass die Abwehr ausgebessert hätte werden müssen. Da stellt sich die Frage, warum der große Lautsprecher und scheinbar unfehlbare Papst des Vereins, Uli Hoeneß, hier nicht interveniert hat? Und warum hat Hoeneß die halbgare Lösung akzeptiert, dass gechasste der van Gaal zunächst bis zum Saisonende weiterarbeiten soll. Jeder angetrunkende Doppelpass-Zuseher konnte sich erschließen, dass das in die Lederhose geht.
Hoeneß war in den vergangenen Jahren unstrittig der beste Manager der Bundesliga und hat dem FC Bayern zu dem gemacht, was ist er heute ist. Dankbarkeit ist jedoch ein ganz schlechter Ratgeber bezüglich der Postenbesetzung. Meiner Ansicht nach hat Hoeneß dem Verein in den vergangen Jahren mehr geschadet, als genutzt. Was war denn? Ich höre nur Geschrei. Ich sehe nur eine Installation eines zwar halbwegs eloquenten und sehr adretten, aber mittlerweile nicht mehr in seiner Integrität unversehrten Manager, der den Namen Christian Nerlinger trägt. Er ist doch nur eine Marionette. Diese hat es auch nicht geschafft, die Mannschaft so zusammenzustellen und so auf van Gaal einzuwirken, dass man sich erkennbar entwickelt. Oder hat man erst im Oktober nach ausgedehnten Studien anhand der Bundesliga-Tabelle festgestellt, dass Fußball keine "One-Man-Show" ist? Aber natürlich: In der Euphorie, das weiß jedes Kind, macht man die größten Fehler. Besonnenheit und Selbstreflexion sind das, was Hoeneß zu sehr abgeht.