Ich glaube, dass es weniger an der medizinischen Abteilung liegt (Siehe Thiago, Martinez und Co.) und dafür mehr an Robben selbst, weil er wohl mehr auf seinen Körper hört. Und natürlich wie du sagst spielt der Zufall ne große Rolle.
Ansonsten muss ich tatsächlich mal mass zustimmen. Robben war schon bei Chelsea ein absoluter Topspieler und iirc für 40 Mio zu Real gewechselt. 2007 war das noch ne echte hammer Summe. Bei Real wurde er verkauft, weil er oft verletzt war und sie vor allem dringend Geld brauchten, weil Ronaldo und Kaka finanziert werden mussten. Ich erinnere mich, dass die Real Fans trotzdem nicht besonders glücklich über den Verkauf waren. Bei Bayern hat Robben sich aber nochmal deutlich in Sachen Torgefahr/Effizienz gesteigert. Was sicherlich auch daran liegt, dass er Anfangs (neben dem öfter verletzten Ribery) DER star war und und es sich erlauben konnte sehr egoistisch zu spielen (was oft kritisiert wurde). Es hat sich aber definitiv ausgezahlt. Außerdem ist Arjen imo als Mensch gereift, man merkt in seinen Interviews, dass er absolut zufrieden mit seinem Leben ist und nach wie vor riesen Bock auf Fußball hat. Das kombiniert mit seinem (durch die Erfolge) mächtigen Selbstbewusstsein lässt ihn so spielen wie er spielt.
Die medizinische Abteilung hat schon einen beachtlichen Anteil, weil Robbens Probleme fast immer muskulärer Art waren und das glücklicherweise eben auch das Spezialgebiet MWs ist.
Beim Rest stimme ich dir zu. Er ist durchaus auch stärker geworden,
weil man ihm die Egotrips erlaubte und er drei Trainer am Stück hatte, die komplett auf ihn bauten. Die Veränderungen im Spiel kamen mMn weniger durch die Taktikschulungen Trainer, als durch ihn selbst und die Erfolge. Durch die enorme Anerkennung der Trainer und die Erfolge (besonders natürlich sein persönlicher Triumph im CL-Finale) wurde er als Persönlichkeit immer mittiger und weniger verbissen, ohne an Ehrgeiz einzubüßen. Er spielt einfach teamorientierter, weil er mehr in sich selbst ruht....und auch die Schwalberei ist in dieser Saison deutlich weniger geworden (was es auch musste).
Kurz: Robben ist von einem Top-Spieler zu einer echten Spielerpersönlichkeit geworden und das ist zuallererst sein eigener Verdienst. Das hat er z.B. Ribery weit voraus. Der ist auch immer noch ein Top-Spieler, aber eben auch nicht mehr und das wird er auch nicht mehr. Schweinsteiger ist auch diesen Weg gegangen, Hummels ist es manchmal fast zu sehr (oder fühlt sich mit gerade 25 zu sehr von sich selbst genötigt, das zu sein...weil er das eben schon von Jugendzeiten an immer in jeder Mannschaft war), Reus oder Götze werden das wohl nie sein. Müssen sie auch nicht, richtig gut Fußball spielen reicht völlig aus, es ist halt immer auch eine Typsache. Kehl z.B. war immer ein guter, aber nie
der Topspieler. Aber was Standing und Gerade-Machen auf und Verhalten außerhalb des Platzes angeht, ist er für mich eine der größten noch aktiven Spielerpersönlichkeiten der BL. Sportlich nicht und nie auf Robben/Schweinsteiger-Level, aber als Persönlichkeit für mich ein ganz Großer (und in der Rolle beim BVB-Aufschwung, was die öffentliche Wahrnehmung angeht, völlig unterschätzt).
Solche Persönlichkeitsentwicklungen kann kein Verein und kein Trainer steuern, die geschehen immer durch den Spieler selbst - und vielleicht noch sein privates Umfeld. Wer einen solchen Spieler hat, kann glücklich sein. Wir als FC Bayern haben mit Robben und Schweinsteiger, mMn auch Neuer gleich drei solcher extrem leistungsorientierten Typen, die gleichzeitig auch als Personen völlig bei sich sind und grundpositiv auf Mannschaft, Liga und den gesamten Sport wirken, Das haben wir uns als FCB nicht erarbeitet, da haben wir einfach Glück. Und ich bin sehr, sehr dankbar dafür.