Es wurden vor der Saison zwei Zwecke und Ziele des Videobeweises formuliert, immer wieder dieselben:
1. Der Videobeweis sorgt für mehr Gerechtigkeit.
2. Der Spielfluss wird nicht drunter leiden.
Je länger das ganze läuft, desto weiter wird sich davon entfernt.
Der Spielfluss leidet immer mehr drunter.
Und noch schlimmer; und das ist für mich der alles entscheidende Punkt:
Die Gerechtigkeit hat nicht zu-, sondern abgenommen.
Die absolute Fehleranzahl insgesamt ist gesunken, aber die Schere zwischen großen und kleinen Vereinen
ist durch den Videobeweis noch weiter auseinandergegangen, weil dort nämlich noch stärker für den Großen
entschieden wird als vorher. Der absolut negative Höhepunkt war der korrekte Elfmeter in Berlin, der durch den Videobeweis zurückgenommen wurde.
Das galt vorher als undenkbar, weil ja immer wieder betont wurde, dass nur bei klaren Fehlern eingegriffen wird.
Nur die "Verschörungstheoretiker" (wie sie immer genannt werden) wussten vorher, dass das passieren wird, und auch genau für wen.
Dass das dann aber so schnell passieren wird, hat selbst sie überrascht.
Dieses Argument, das von Anfang an kam, funktioniert leider nicht: "Das wird sich schon alles einpendeln; das wird noch". Nein, im Gegenteil, es wird immer ungerechter.
Am Anfang wurde durch den Videobeweis im Zweifel für den Großen entschieden. Dann wurden klare Fehler zu Gunsten des Großen nicht korrigiert. Und jetzt ist man sogar schon da, richtige Entscheidungen zu korrigieren.
Ja, es pendelt sich ein. Aber leider nicht so wie gehofft, sondern in genau die andere Richtung.
Der Videobeweis ist bisher ein bisschen wie eine Sozialpolitik, in der man von unten nach oben umverteilen würde.
Das ist höchst ungerecht und braucht kein Mensch (außer die großen Vereine und deren Fans).
Und ich habe nicht den Eindruck, dass die Verantwortlichen daran was ändern wollen (dürfen).