Fehlende Stimmung ist oftmals ein Punkt der Tennis von anderen Sportarten abhebt. Von daher sollte man experimentieren. Ablenkungen durch Lärm, kann man ohnehin nicht ausschließen, Nachbarplätzen, Verkehr usw nur die Fans dürfen nichts. Da sollte man sich Änderungen nicht komplett verschließen und schauen wie es die Spieler empfinden. Vielleicht gewöhnen die sich besser als man glaubt an eine veränderte Situation. In anderen Sportarten funktioniert es ja auch.
Es wird aber keine Stimmung erzeugt, indem die Zuschauer auf Toilette gehen können, wann sie wollen. Beim Fußball hilft dieser Freiraum auch nicht, die Stadien in einen Hexenkessel zu verwandeln, denn die Bierholer bemerkt man akustisch auch nicht. Für die Stimmung sind Fangesänge und das Anfeuern der Teams verantwortlich. Das passt aber nicht zur Natur des Tennissports und viele Tennisfans werden das auch nicht machen.
Natürlich gibt es gerade auf Nebenplätzen oder bei den US-Turnieren auch heute schon Lärm und eine unruhige Atmosphäre, aber ich weiß nicht, warum man das deshalb auf die Spitze treiben muss. Das wäre mit der Regel eine neue Dimension von Störungen. Zumal es für die Zuschauer, die sich nicht ständig bewegen wollen, eine Zumutung wäre.
Coaching findet doch bereits statt. Es wird fast nie unterbunden, die Trainer und Spieler geben es auch zu. Also warum soll etwas verboten sein, was doch jeder macht? Die Frage ist eigentlich nur in welcher Form es sinnvoll ist. Es sollte den Spieler nicht ferngesteuert aussehen lassen und dennoch interessant für den Zuschauer sein. Bei den anderen 1 vs 1 Sportarten wird in der Regel auch gecoacht ob Boxen oder Tischtennis. So lange in der jeweiligen Situation noch der Spieler entscheidet ob er longline oder Cross spielt.
Ich habe ja gesagt, dass ich die Argumentation in diesem Punkt nachvollziehen kann. Das Argument, dass heute schon hin und wieder Zeichen gegeben werden und damit gecoacht wird, kann ich aber nicht verstehen. Wenn man es konsequent bestrafen würde, wäre es schnell vorbei.
Die Problematik liegt darin, dass es schnell so aussehen könnte, als wäre der Spieler ferngesteuert. Es wäre schon etwas skurril, wenn im Wimbledon-Finale der Spieler im fünften Satz durch die taktische Raffinesse des Trainers das Spiel dreht. Da stellt sich dann noch mehr die Frage, wer war denn jetzt der beste Spieler. Den Einwand, dass Spieler vor dem Match so oder so gecoacht werden, kann ich aber verstehen.
Die Shotclock ist doch erstmal nur ein Instrument die Entscheidung transparenter macht. Man muss sie nicht automatisch genau wie im Basketball einsetzen. Der Punkt der Zeitüberschreitung und die nicht Ahndung der Stars ist einer der mich stört und eine shotclock kann helfen. Das bedeutet nicht, dass ein Ball der schon hoch geworfen wurde nicht mehr geschlagen werden darf weil hinten die Sirene geht.
Wenn man die Shotclock nur anwendet, um mehr Transparenz zu erzeugen, ist das in Ordnung. Wenn man die Spieler dann aber wegen kleinen Überschreitungen ständig verwarnt und unterbricht, macht es keinen Sinn. Ich hoffe aber nicht, dass eine Sirene ertönt und das am besten noch in der Aufschlagbewegung des Spielers. Das wäre grausam. Ich halte das Instrument letztlich aber nicht für notwendig. Ähnlich wie das Hawkeye als vollständigen Ersatz für die Linienrichter. Das momentane System mit Linienrichter plus Überprüfung durch das Hawkeye funktioniert sehr gut.