Der Wetter-Thread


Jetzt droht auch noch die Ruhrtalsperre überzulaufen, u.a. Düren und Jülich würden dann im 'Schussfeld' liegen und das dann Mitten in der Nacht... Steinbachtalsperre droht ein Damm zu brechen, 4000 schon seit heute Nachmittag Menschen evakuiert.

1300 Menschen im Kreis Ahrweiler gelten noch als vermisst :(

Welche eine Katastrophe

Da muss man aber dazu sagen, dass dort auch die Kommunikationsnetze komplett ausgefallen sind und man hier zumindest bei vielen hofft, dass in vielen Fällen es dadurch einfach nicht möglich ist sie zu erreichen.
Da nicht von mehr eingestürzten Häusern als bekannt die Rede ist dürfte es mehr als unwahrscheinlich sein, dass wirklich annähernd so viele vom Wasser erwischt wurden. Denke dies sind vornehmlich etwas abgelegener wohnende, wo man auch physisch nicht hinkam als Verwandter/Freund oder die einfach ihren Aufenthaltsort nach Evakuierung nicht allen mitgeteilt haben können, deshalb jemand sie vermisst meldet bei den Behörden. Was schlimm genug ist für alle Beteiligten ...
 
1300 Menschen im Kreis Ahrweiler gelten noch als vermisst :(

Welche eine Katastrophe

...und wenn man nun nach einem Minimum an Inhalt sucht:

23.16 Uhr: Nach der schweren Hochwasserkatastrophe werden im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler 1300 Menschen vermisst. Das teilte die Kreisverwaltung am Donnerstagabend mit. Eine Sprecherin erklärte, das Mobilfunknetz sei lahmgelegt – und daher gebe es keinen Handy-Empfang und viele Menschen seien nicht erreichbar. »Wir hoffen, dass sich das klärt«, sagte sie zu der hohen Zahl. Zugleich teilte der Kreis mit, dass es weitere Todesopfer gebe. Zahlen wollte die Sprecherin dazu noch nicht nennen.

War hier nicht die Rede von Sachlichkeit? :rolleyes::sleep:

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Mal zur Einordnung für Forennutzer, die nicht hier in der Ecke wohnen - ich kenne bspw. locker 30 Leute, die in den betroffenen Städten/Kommunen/Regionen wohnen. Wenn ich aktuelle und ehemalige Arbeitskollegen dazurechne, eher deutlich über 50. Erftstadt z.B. ist erweiterter Kölner Speckgürtel, mehrere Kollegen wohnen da.

Von den Leuten tiefer Richtung Eifel habe ich einige teils erst vor Stunden erreicht bzw. die schrieben Nachrichten, weil sie erstmal recht weit rausfahren mussten aus den Ortschaften, um wieder Netz zu kriegen. Und wer entweder eingeschlossen ist vom Wasser, oder gar kein eigenes Auto hat - der kann sich halt nirgends melden.

Von daher ist doch sehr zu hoffen, dass diese Zahl größtenteils hinfällig sein wird und es einfach Vermisstenmeldungen von Angehörigen sind, die (verständlicherweise) in Sorge sind. Obwohl die, die vermeintlich vermisst sind, sich einfach nur nicht melden können.
 
Es darf selbstverständlich kein schräger Grund sein sich nicht um einen möglichst weitgehenden Wechsel in der Klimapoilitik zu bemühen, aber ich befürchte, dass wir mindestens einen dieser ominösen Kipppunkte des Klimawandels bzw points of no return längst überschritten haben. Innerhalb kürzester Zeit gab es extreme Dürre, Schnee und nun Regenchaos. Weder habe ich hier (Ruhrgebiet) jemals eine so krasse Hitze erlebt wie in den vorangegangenen Sommern, noch so einen Schneesturm wie letzten Winter oder einen so lang anhaltenden Starkregen wie in der letzten Woche. Ich bin pessimistisch, ganz egal welche Partei rumpfuschen darf. Wir sollten vielmehr lernen, unsere Situation als das zu begreifen was sie ist, nämlich ein Ausnahmezustand, in dem die konsumistische Dekadenz und ein immer höher, besser, weiter völlig fehl am Platze ist.
Nicht zu vergessen das schlimmste Schneechaos in Madrid seit Jahrzehnten oder der katastrophale Tornado an der tschechisch österreichischen Grenze. Wenn die ganzen Klimawandelleugner mit ihrem „ist halt Wetter und gabs früher schon“ Gelaber aufhören und ernsthaft die Augen öffnen würden, würden sie alleine diesen Jahr von etlichen definitiv NICHT normalen europäischen Extremwetter Ereignissen erschlagen werden.
Aber ich denke den Leuten ist eh nicht zu helfen, muss es halt der vernünftige Rest regeln, damit sich das alles „halbwegs“ in Grenzen hält.
 
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Muss man bei dem Thema jetzt ernsthaft wieder Politik ins Spiel bringen und seine Antipathie ausleben?

Absolut erschreckende Bilder einfach nur

Ja, dieses Thema muss politisch ausgetragen werden, weil genau das unsere Zukunft sein wird. Du diskutierst lieber über den Lebenslauf über Annalena, während im Westen zig Menschen wegen schlechter Klimapolitik sterben. Und ja, man muss dieses Hochwasser zum Politikum machen

Was gerade im Westen abgeht, hätte uns vor einer Woche (Franken) auch treffen können. In den Landkreisen Kitzingen und NEA stand alles unter Wasser und wir konnten von Glück reden, dass der Regen irgendwann eher Richtung Westen gezogen ist und sich quasi quer über Franken verteilt hat. Sonst wären auch wir hier schnell bei 150 Liter + gewesen und man hätte mich auch aus den Fluten ziehen dürfen.

Wir können von Glück reden, dass Landkreise hier bereits nach der letzten Hochwasserkatastrophe die ersten konsequenzen gezogen haben und einige Bäche renaturiert und Auen geschaffen haben, die das Hochwasser deutlich verlangsamen und einiges an Wasser abfangen. Und genau an den Orten war weniger Hochwasser..

Vernünftige Maßnahmen um solche Katastrophen abzumildern:
- Bäche und Flüsse renaturieren
- Moore wieder bewässern
- Auwälder schaffen
- Flächenversiegelungen an Gewässern stoppen
- Deiche anlegen

 
Deutschland hat sicher nicht genug getan beim Klima, allerdings produziert Deutschland gerade mal 2% des weltweiten co2 und auch eine Reduzierung des co2 auf Null in Deutschland würde die weltweite co2 Uhr nur etwa um drei Jahre zurückdrehen.

Naturlich ist Deutschland trotzdem mit Schuld weil sie sich weigern trotz Wohlstands mit gutem Beispiel voranzugehen und dadurch andere es auch leichter haben zu verweigern, aber auf solche Katastrophen hätte eine Reduzierung des deutschen co2 auf null nur relativ geringe Auswirkungen, da in 3-4 Jahren der weltweite Anstieg diese ersparnis wieder aufgefressen hätte.

Wie gesagt muss Deutschland und die EU natürlich mehr tun, auch um mehr Druck auf andere Länder zu machen, aber wenn es um konkreten Schutz vor solchen Katastrophen geht müssen in den nächsten 20 Jahren erst einmal andere Maßnahmen her die hier lokal helfen
 
Werden Eigenheimbesitzer, deren Haus vom Fluss weggerissen oder mitsamt Baugrund talwärts gerauscht ist, oder Pendler, deren Auto ebenso unter Wasser gesetzt wurde wie zahlreiche Keller und teilweise Wohnungen von Mietern, eigentlich auch sozialverträglich entschädigt? Oder ist die soziale Frage nur wichtig, wenn man an der Tankstelle pro Liter 50 Cent mehr für das Benzin zahlt? :saint:

Aber gut, wenn man lieber Schwerstkriminelle als Gesundheits- und Verkehrsminister behalten will, die mehr Schäden anrichten als das Hochwasser, bevor man es mit einer Kanzlerin versucht, deren größtes Vergehen ein schlecht zusammenkopiertes Buch war, dann wird man mit der Frage leicht überfordert sein und sich eine Diskussion verbitten...
 
Deutschland hat sicher nicht genug getan beim Klima, allerdings produziert Deutschland gerade mal 2% des weltweiten co2 und auch eine Reduzierung des co2 auf Null in Deutschland würde die weltweite co2 Uhr nur etwa um drei Jahre zurückdrehen.

Naturlich ist Deutschland trotzdem mit Schuld weil sie sich weigern trotz Wohlstands mit gutem Beispiel voranzugehen und dadurch andere es auch leichter haben zu verweigern, aber auf solche Katastrophen hätte eine Reduzierung des deutschen co2 auf null nur relativ geringe Auswirkungen, da in 3-4 Jahren der weltweite Anstieg diese ersparnis wieder aufgefressen hätte.

Wie gesagt muss Deutschland und die EU natürlich mehr tun, auch um mehr Druck auf andere Länder zu machen, aber wenn es um konkreten Schutz vor solchen Katastrophen geht müssen in den nächsten 20 Jahren erst einmal andere Maßnahmen her die hier lokal helfen
Bei diesem Thema geht es nicht um Co2, sondern um Natur- und Flächenschutz. Dem Hochwasser ist es egal, wie viel wir Co2 einsparen.

Wir müssen den CDU/FDP Flächenversiegelung ist Wirtschaftsaufschwung und Klimaschutz Fetischismus im September beenden, weil dieser kann nämlich für viele Bürger sehr kritisch enden. Dort wo die Natur halbwegs intakt ist, macht das Hochwasser wenig schaden. Dort wo Flüsse nicht kerzengerade fließen, sondern kurvenreich mit teils natürlichen kleinen See und Auen geprägt sind, fallen Hochwasser deutlich schwächer aus.

Genau dort müssen wir ansetzen. Allerdings befürchte ich dass Laschet das zum Anlass nehmen wir und große riesige Dämme errichten wird, die am Ende allen schaden. Der Mensch, der optisch leiden wird, die Natur, die noch mehr industrialisiert wird.

Eig müsste man bereits bei der Forstwirtschaft anfangen und gerade im Einzugsgebiet von großen Gewässern auf naturnahe Flüsse setzen anstatt auf plattgefahrene Waldwege. Die Landwirtschaft müsste massig Flächen abgeben, damit wir die Bäche renaturieren können. Wir müssten anstatt auf Einzelwohnungen auf Hochhäuser ohne Keller setzen.

Außerdem wäre es sinnvoll in Städten Grünflächen anzubauen, damit auch dort Wasser versinken kann. Dürre, kaputte Böden, Flächenversiegelung, zu stark bewirtschaftete Flächen (Wald, Wiesen, Äcker), starke Regenfälle = Katastrophe mit Ansage. Aber hey, wählen wir halt CDU und FDP, wir müssen ja den Wohlstand vor einem Linksbündnis schützen (y)
 
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Ja, dieses Thema muss politisch ausgetragen werden, weil genau das unsere Zukunft sein wird.
Das muss es definitiv. Allerdings sollte es eben um mögliche Maßnahmen gehen, wie du ja mit z.B.
Vernünftige Maßnahmen um solche Katastrophen abzumildern:
- Bäche und Flüsse renaturieren
- Moore wieder bewässern
- Auwälder schaffen
- Flächenversiegelungen an Gewässern stoppen
- Deiche anlegen
eiinige richtig anregst. Ich glaube, wir tun der Sache, uns selbst und der Diskussion im Forum keinen echten Gefallen, wenn wir hier jetzt genau das tun, was wir Politikern vorwerfen: nämlich diese Katastrophe für Wahlkampf zu nutzen.
Es ist schlimm genug, dass Politiker das tun, das sollten wir hier nicht noch mit derselben Polemik fortführen. Bringt doch nichts und ist in der aktuellen Situation m.E. nicht angebracht (ist nicht an dich gerichtet, sondern an alle).
Ich nehme übrigens jedem Politiker, ob Laschet, Scholz oder Baerbock trotzdem ab, dass sie von der Situation und der Notlage vieler Menschen als Mensch tatsächlich betroffen sind.
 
Der Klimawandel bleibt weiterhin abstrakt.
Und eben das ist für mich das größte Problem, wenn es darum geht, als Wissenschaftler oder auch als vernunftbegabter Politiker die Menschen von der Notwendigkeit von Verhaltensveränderungen zu überzeugen. Der Mensch ist einfach nicht dafür gemacht, mit abstrakten Bedrohungen umzugehen. Das hat man bei Diskussionen um Atommülllagerung gesehen, beim Klimawandel oder auch bei Corona.
Niemand würde in ein brennendes Haus laufen (es sei denn, um jemanden drinnen zu retten) Bei den genannten und etlichen anderen Themen machen wir aber gerade das pemanent und sogar mit Anlauf. Aber wenn es keine akuten, sichtbaren und unmittelbar direkten Konsequenzen gibt, fällt es dem Menschen offenbar extrem schwer, Gefahren als solche zu erkennen.
 
Richtig, das wollte ich hören. Mit einer Baerbock an der Spitze wäre endlich alles perfekt. Das Klima würde in Zukunft einen Bogen um Deutschland machen. Dazu ihre Glaubhaftigkeit und Kompetenz, unschlagbar!

Danke für diese tollen Worte, deine Argumentation ist ungefähr so als wenn man den Leichenbestatter verantwortlich dafür macht, dass die gestorbene Person nicht wiederbelebt worden ist.
 
Und eben das ist für mich das größte Problem, wenn es darum geht, als Wissenschaftler oder auch als vernunftbegabter Politiker die Menschen von der Notwendigkeit von Verhaltensveränderungen zu überzeugen. Der Mensch ist einfach nicht dafür gemacht, mit abstrakten Bedrohungen umzugehen.

Findest du? Ich hab schon den Eindruck, die Menschen checken, dass die Kacke generell gewaltig am dampfen ist. Ich seh das Problem eher darin, dass viele offenbar der Ansicht sind/waren, dass der Klimawandel ihre Generation noch nicht so hart treffen wird, beziehungsweise eine Industrienation wie Deutschland die schlimmsten Auswirkungen vorerst abfedern kann. Die Länder mit dem höchsten Katastrophenrisiko im Hinblick auf Effekte des Klimawandels sind Inselstaaten oder Länder in Zentralafrika. Ich bin der subjektiven Ansicht, dass eine weit verbreitete Denke, salopp formuliert, lautet: "Mir doch latte, ob ein paar ***** oder kommende Generationen zu leiden haben, solange ich kein Iota meiner Lebensqualität aufgeben muss." Das lässt sich halt schlecht laut aussprechen, weil die bösen, bösen Bessermenschen dann sofort wieder einen gemeingefährlichen Shitstorm loslassen.

Und da fängt dann das Dilemma an. Denn dagegen, dass etwas getan werden muss, lässt sich nur schwer argumentieren. Mit der Behauptung, dass es keinen menschengemachten Klimawandel gibt, steht man heute ob der erdrückenden wissenschaftlichen Fakten jedenfalls eher auf verlorenem Posten. Der eine oder andere nuschelt noch ein "übertriebene Klimahysterie" oder "blöde Ökofaschisten" in seinen Bart. Aber dass menschengemachter Klimawandel existiert und seine Auswirkungen negativ sind, ist denke ich weitgehend Konsens. Das mag eines schönen Tages, wenn die Maßnahmen und Vorgaben der Politik zum Klimaschutz einschneidender werden, anders aussehen. Dann zerrt man womöglich wieder jeden "Abweichler", der sein im Kopp-Verlag erschienenes Buch promoten möchte, vor die Kamera und fragt: "WARUM WERDEN DIESE KRTISCHEN STIMMEN NICHT GEHÖRT??? WARUM WIRD JEDER, DER NICHT MIT DEM STROM SCHWIMMT, MUNDTOT GEMACHT???". Aber Stand jetzt seh ich das noch nicht.

Aktuell wird im Hinblick auf Maßnahmen gegen den Klimawandel von deren Kritikern eher die Schiene gefahren, dass man sich erst rühren will, wenn "die Anderen" aus dem Quark kommen: "Warum sollen wir verzichten, während die Schlitzaugen weiter in Saus und Braus leben?" Und auch sonst wird alles getan, um die Verantwortung im Kreis weiterzureichen: SUV-Fahrer zeigen auf Kreuzfahrtschiffe, die zeigen auf Flugreisende, die zeigen auf pupsende Kühe, die zeigen auf abgeholzte Regenwälder in Brasilien, die zeigen auf Kohlekraftwerke in Deuschland und dort fragen die Politiker pampig, warum denn dieses Mode-Thema jetzt so plötzlich hochgehypt wird. Und am Ende klopfen sich alle auf die Schulter und versichern sich, dass man da ja jetzt nicht von heute auf morgen was machen kann. Denn was soll nur aus der Wirtschaft werden? Und kann nicht auch mal jemand an die Kinder denken? Und überhaupt: Wenn alle nur ein bisschen Schuld haben, hat ja eigentlich keiner so richtig Schuld, oder?

Beliebt ist auch die alberne Verrenkung, nicht gegen konkrete Klimaschutzmaßnahmen zu argumentieren, sondern sich an polarisierenden Stellvertretern grüner Politik abzuarbeiten. Selten auf sachlicher Ebene: Höhö, Greta ist schon mal Flugzeug geflogen! Hihi, Luisa hat ein Iphone! Hehe, ich hab welche von den Fridays-for-Future-Bälgern im Mc Donalds gesehen (der so ziemlich dümmste Vorwurf der Forengeschichte)! Was man mit derlei geistigen Tiefflügen konkret über "grüne Forderungen" aussagen möchte, bleibt ja absichtlich im Vagen. Die Stoßrichtung scheint mir aber zu lauten: "Da schaut's her: Wir haben die Heuchelei enttarnt. Selbst die Posterboys und Girls eurer Verbotsbewegung sind nicht perfekt. Solange ihr Moralapostel euch nicht den Arsch mit Tannenzapfen abwischt, sind alle eure Warnungen und Forderungen automatisch Unsinn".

Die Hoffnung bleibt, dass die jüngsten Katastrophen in dem einen oder anderen Kopf zu einem Umdenken geführt haben. Und sei es nur aus zutiefst egoistischen Gründen und der Erkenntnis, dass doch nicht nur "die Anderen" vom Klimawandel betroffen sind. Wirklich optimistisch bin ich aber nicht. Ein Verzicht, der mit hoher Wahrscheinlichkeit erst kommenden Generationen zugute kommen wird? Dafür ist der Mensch wohl zu sehr . . . nunja, Mensch.
 
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Findest du? Ich hab schon den Eindruck, die Menschen checken, dass die Kacke generell gewaltig am dampfen ist. Ich seh das Problem eher darin, dass viele offenbar der Ansicht waren, dass der Klimawandel ihre Generation noch nicht so hart treffen wird, beziehungsweise eine Industrienation wie Deutschland die schlimmsten Auswirkungen vorerst noch abfedern kann. Die Länder mit dem höchsten Katastrophenrisiko im Hinblick auf Effekte des Klimawandels sind Inselstaaten oder Länder in Zentralafrika. Ich bin der subjektiven Ansicht, dass eine weit verbreitete Denke, salopp formuliert, lautet: "Mir doch latte, ob ein paar ***** oder kommende Generationen zu leiden haben, solange ich kein Iota meiner Lebensqualität aufgeben muss." Das lässt sich halt schlecht laut aussprechen, weil die bösen, bösen Bessermenschen dann sofort wieder einen gemeingefährlichen Shitstorm loslassen.

Und da fängt dann das Dilemma an. Denn dagegen, dass etwas gegen den Klimawandel getan werden muss, lässt sich nur schlecht argumentieren. Mit der Behauptung, dass es keinen menschengemachten Klimawandel gibt, steht man heute ob der erdrückenden wissenschaftlichen Fakten jedenfalls eher auf verlorenem Posten. Der eine oder andere nuschelt noch ein "übertriebene Klimahysterie" oder "blöde Ökofaschisten" in seinen Bart. Aber dass es den menschengemachten Klimawandel gibt und seine Auswirkungen negativ sind, ist denke ich weitgehend Konsens. Das mag eines schönen Tages, wenn die Maßnahmen und Vorgaben einschneidender werden, anders aussehen. Dann zerrt man womöglich wieder jeden "Abweichler", der sein im Kopp-Verlag erschienenes Buch promoten möchte, vor die Kamera und fragt: "WARUM WERDEN DIESE KRTISCHEN STIMMEN NICHT GEHÖRT??? WARUM WIRD JEDER, DER NICHT MIT DEM STROM SCHWIMMT, MUNDTOT GEMACHT???". Aber Stand jetzt seh ich das noch nicht.

Aktuell wird im Hinbick auf Maßnahmen gegen den Klimawandel eher die Schiene gefahren, dass man sich erst rühren will, wenn "die Anderen" aus dem Quark kommen. "Warum müssen wir verzichten, während die Schlitzaugen in Saus und Braus leben?" Und auch sonst wird alles getan, um die Verantwortung weiterzureichen: SUV-Fahrer zeigen auf Kreuzfahrtschiffe, die zeigen auf Flugreisende, die zeigen auf pupsende Kühe, die zeigen auf abgeholzte Regenwälder in Brasilien, die zeigen auf Kohlekraftwerke in Deuschland und dort fragen die Politiker pampig, wie denn dieses Mode-Thema jetzt so plötzlich hochgehypt werden konnte. Am Ende klopfen sich alle auf die Schulter und versichern sich, dass man da ja jetzt nicht von heute auf morgen was machen kann. Denn: Was soll nur aus der Wirtschaft werden? Kann nicht auch mal jemand an die Kinder denken? Und überhaupt: Wenn alle nur ein bisschen Schuld haben, hat ja eigentlich keiner so richtig Schuld, oder?

Beliebt ist auch, nicht gegen Maßnahmen gegen den Klimawandel zu argumentieren, sondern sich an polarisierenden Stellvertretern grüner Politik abzuarbeiten. Selten auf sachlicher Ebene: Höhö, Gretha ist schon mal Flugzeug geflogen! Hihi, Luisa hat ein Iphone! Hehe, ich hab, welche von den Fridays-for-Future-Bälgern im Mc Donalds gesehen (der so ziemlich dümmste Vorwurf der Forengeschichte)! Was man mit derlei geistigen Tiefflügen konkret über "grüne Forderungen" aussagen möchte, bleibt ja absichtlich im Vagen. Die Stoßrichtung scheint mir aber zu lauten: "Da schaut's her: Wir haben die Heuchelei enttarnt. Selbst die Posterboys und Girls eurer Verbotsbewegung sind nicht perfekt. Solange die Moralapostel und sich nicht alle den Arsch mit Tannenzapfen abwischen, muss sich auch niemand umstellen".

Die Hoffnung bleibt, dass die jüngsten Katastrophen im einen oder anderen Kopf zu einem Umdenken geführt haben. Und sei es nur aus zutiefst egoistischen Gründen und der Erkenntnis, dass wohl nicht nur "die Anderen" oder kommende Generationen vom Klimawandel betroffen sein werden.

Super Beitrag, danke (y)

Das Hauptproblem ist einfach, dass das bedeutsamste Fundament unserer Gesellschaft, nämlich die Demokratie in Sachen Klimawandel eine erhebliche Schwachstelle aufweist, denn ein Großteil der Wählerschaft ist bspw. Ü-60 und nicht erst seit der Corona Krise zeigt sich, dass man Wahlen nur gewinnen/gut abschneiden kann wenn man für die ältere Klientel Politik macht. Das zeigt sich bspw. auch in der Rentendiskussion, bei der ein Olaf Scholz es als "unsozial" bezeichnet, wenn 40 führende Ökonomen für 2025 einen Kollaps des heutigen Rentensystems vorhersagen.

Diese Ü-60 Generation wird man nur schwer davon überzeugen können, dass wir für den Klimawandel in den nächsten 30 Jahren Abstriche machen müssen, da Sie persönlich die Resultate bzw. die realen Konsequenzen nicht mehr miterleben werden.

Und genau dieses Problem wird unsere Gesellschaft auf eine Zerreißprobe stellen, denn wie man bereits an der Hexenjagd auf Baerbock erkennen kann suchen viele Menschen förmlich nach einer Begründung, warum man trotz der drohenden Katastrophe jemanden wie Kohle Laschet wählt obwohl eigentlich klar ist, dass es dadurch eher Stillstand statt grüner Revolution geben wird.
 
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