In der jüngsten Vergangenheit kann ich mich da auch nicht spontan dran erinnern, allerdings hat sich das Gestöhne halt auch eingebürgert.
Ich kann mich allerdings daran erinnern, dass sich Martina Navratilova und Nathalie Tauziat seinerzeit beim Schiedsrichter über Monica Seles beschwert haben und zwar über die Lautstärke des Stöhnens an sich. In Wimbledon wurde Seles sogar verwarnt.
Navratilova hat sich immer sehr negativ über das Stöhnen geäussert und gesagt, dass sie Seles' Schläge manchmal völlig falsch eingeschätzt hat, da das Stöhnen die akkustischen Informationen, die man beim Treffen des Balles auf den Schläger übermittelt bekommt, völlig überlagert hat. Und wenn man selber Tennis spielt, dann weiss man, dass man zB einen Rahmenschlag, oder einen Rückhand Slice Drop-Shot im Vergleich zum normalen Slice, hören kann, noch bevor man ihn optisch erkennt.
Hier sieht man eine völlig lautlose Maria Scharapova mit 14 Jahren in der beim Training in der Bollettieri Academy.
Das laute Gestöhne ist insofern nicht natürlich, sondern etwas, dass Spieler von den Trainern ganz bewusst so beigebracht bekommen und es dürfte einiges mit dem zu tun haben, was Navratilova daran stört.
Sehr gute Punkte!
Michael Stich hat sich daran auch sehr gestört, nicht nur Navratilova. Stich hatte zum Damentennis vor ca. 10 Jahren mal so was gesagt wie:
"Da kann man bald nicht mehr unterscheiden, ob man ein Tennismatch oder ein Porno schaut."
Das wurde 2001 auch noch anders gesehen als heute. Ich habe die Dezember-Ausgabe vom Tennismagazin noch hier, und da schrieb ein Autor zum Rücktritt von Anke Huber, und auch wenn ich es sehr abwürdigend und extrem derb fand (er zog sie quasi u. a. wegen ihrer Stöhnerei durch den Kakao, dabei hatte sie von A-Z ne sehr gute Karriere), aber damals durften sich selbst Autoren von Tenniszeitschriften etc. noch negativ zum Stöhnen äussern.
Man muss allerdings auch sagen, dass es Andre Agassi und Thomas Muster Ende der 80er und Anfang der 90er auch voll übertrieben!
Agassi hatte halt Glück, dass er ne relativ "leise" Stimme hatte, was sein ständiges Stöhnen erträglich machte, aber Muster war schon extrem lautstark. So haben kein Borg, Connors, McEnroe etc. gestöhnt.
Aber selbst unser Bum Bum Becker stöhnte 1985-1988 bei einigen Schlägen, besonders beim Aufschlag immer. Auch Steffi Graf tat es, aber sie hatte auch wie ihr Mann Andre ne sehr leise Stimme.
Hör mal bei Becker 1988, nahezu bei jedem Aufschlag und bei vielen Schlägen (startet an richtiger Stelle beim Klicken):
Aber wenn man sich Kuerten und Nadal so anhört, die haben das bei den Herren wirklich auf nen anderen Level gebracht. Es gibt mMn nen klaren Unterschied zwischen Stöhnen und Schreien, und das was die Weiber da von heute, von Sharapova bis heute so machen, das ist kein Stöhnen mehr sondern ein regelrechtes, extra LAUTES Schreien, wie ein Karateka der alle Energie zusammen nimmt um Eisblöcke und Holzbretter durchzuschalgen.
Das hat Mr. Miyagi Daniel schon im "Karate Kid" beigebracht (Clip startet an richtiger Stelle):
Da versteh ich s, aber beim Tennis nicht. Vlt ist das aber die "Grundidee" der heutigen Tennistrainer. Sprich nur durch regelrechtes Schreien kriegt man die volle Power rein.
Stöhnen ist ok, aber Schreien nicht mehr.