Naja, man muss ja auch sehen, dass manche Teams sowas halt gar nicht machen (siehe aktuell Chicago), die eigentlich in der Position wären, dass sie viel eher tanken sollten, aber die Besitzer nicht wollen, dass man für 1-2 Saisons richtig schlecht ist.
Andererseits gibt es dann Teams, die zwar regelmäßig hoch draften, aber trotzdem keinen Erfolg haben (Charlotte, Pistons (noch), Wizards aktuell).
Das Glück der NBA insgesamt ist, dass sich das ganze durchaus die Waage hält. Klar gibt es richtig harte Tankingmoves - teilweise aus unterschiedlichsten Gründen. Manchmal wartet ein großer Preis in der Draftclass, manchmal will man einfach das Team komplett rebuilden, weil man mit dem bisherigen nix reißt, der Starspieler verabschiedet sich oder ein neuer GM, der was eigenes aufbauen will.
Gleichzeitig gibt es aber noch genügend Teams, die im Mittelfeld mitschwimmen, die zwar nicht zwingend hochkompetitiv sind, aber dennoch ihre Siege holen, am Playoff/Play-In ranspielen. Die einfach Tickets verkaufen wollen und damit zufrieden sind. Im Vakuum würde man natürlich ganz anders handeln, da würde es allein darum gehen, ein Championship-Team zusammenzubauen und wenn das nicht geht, von vorn zu beginnen und sich über die Draft neu aufzubauen. Nur funktioniert das ganz selten und wird auch nur selten gemacht. Chicago aktuell ist ein Beispiel, die Pacers rebuilden z.B. auch nie komplett, sondern sind eigentlich immer mindestens am Mittelfeld orientiert, selbst als sie kein wirklich gutes Team hatten, aber da hat man auch nicht XY getradet, sondern das Maximum versucht rauszuholen.
Mit dem Play-In-Plätzen hat man nun auch noch jeweils 4 Mannschaften mehr die Möglichkeit gegeben, an der Postseason zu partizipieren und allein das bewirkt eben schon, dass das untere Mittelfeld eher auf Siege geht. Durch die Erhöhung der Odds für die Teams im unteren Lotterybereich fällt auch noch etwas Bereitschaft weg, zwingend die schlechteste Bilanz der Liga holen zu müssen.
Die Nets stehen halt aktuell vor dem Nirgendwo. Es bringt ihnen auch einfach nichts, jetzt irgendwie noch erfolgreich zu sein, weil das Team nirgendwo hingeht. Man hat es sogar eher verpasst, das Team schlechter zu machen, für DFS gab es sicherlich früher bessere Deals, jetzt ist man halt ein wenig davon überrascht, dass man so viele Siege holt. Aber für die Nets ist es völlig okay, wenn sie komplett rebuilden und bei denen kann man sogar sagen, dass es okay ist, nachdem sie es mit KD, Harden, Kyrie & Co. versucht haben. Da fand ich die Moves der Jazz vor 1,5 Jahren schon lächerlicher, als man bis zur Deadline eigentlich auf Kurs Play-In war und dann alles gebencht hat, was gut war. Nur wird da auch irgendwann der Druck kommen, dass der Erfolg zurückkehrt.
Irgendwie geht das Konstrukt so ziemlich gut auf, der Draft ist ja auch so ein wenig der Ausgleich für die kleineren Märkte, die im FA-Markt niemals Chancen auf einen absoluten Superstar haben.