Materialthread


Elysa

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Ich stimme dem uneingeschränkt zu. Ich habe ein Problem damit, dass von den Norwegern geschaffene Fakten umgedreht und somit ein Stück weit legitimiert werden. Das kann es nicht sein. Es klingt aber in einigen Aussagen heraus und das ist beschämend.
Das Verhalten der norwegischen Springer im Nachgang und publizierte Äußerungen auch von ehemaligen Aktiven lassen mich fassungslos und fragend zurück.
Die Manipulationen haben dem Sport einen Bärendienst erwiesen. Einen Schaden angerichtet, der nur mühsam wieder repariert werden kann. Davor kann man bei aller Kritik an der FIS nicht die Augen verschließen.

Dennoch kann es halt auf der anderen Seite kein „Weiter so!“ von Seiten der FIS geben. Man MUSS sich da anders aufstellen. Dies bedeutet auch, das Kontrollsystem zu erneuern. Die hier gebrachten Vorschläge, mehrere Ansprechpartner zu haben, auch um Sprachbarrieren zu überbrücken, kann man durchaus als gute Gedanken für den perspektivischen Umgang mit der Problematik sehen. Auch wenn es das Verhalten der Norweger nicht rechtfertigt.
Es würde auch Kathol oder wer auch immer für die Materialkontrolle verantwortlich zeichnet, aus der Schusslinie nehmen. Womöglich wird es dann immer noch Kritik geben, wahrscheinlich sogar, da immer noch die üblichen Spezialisten die Entscheidungen kritisieren werden.
Ich persönlich bin für eine Null-Toleranz-Linie. Regeln, die transparent sind und strikt eingehalten werden. Regeln, die nicht unter der Saison untergraben und oder neu definiert werden. Zu Beginn der neuen Saison kann man dann - bei Bedarf - anpassen und Innovationen Raum geben.
Macht den Kontrolleur sicher nicht beliebter, aber akzeptierter.
Wer was wann wo gesagt hat, sei dahin gestellt. Ich bin aber zu 100 Prozent deiner Meinung.
Was da über Jahre versäumt wurde, ist nun so richtig in den Brunnen gefallen. Regeln müssen strikt eingehalten und kontrolliert werden. Und zwar so kontrolliert, dass keinerlei Diskussionen aufkommen, ob jemand bevorzugt oder benachteiligt werden kann.
Es wird ohnehin sehr schwer sein, den Schaden der nun dieser Sportart zugefügt wurde, wieder auf gesunde Füße zu stellen.
Ich für meinen Teil werde, solange da sich nichts Grundlegendes ändert, keinen Fuß mehr an eine Schanze setzen. Auf zweifelhafte Ergebnisse kann ich gern verzichten.
 

Lazergirl

EFF #3
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Ich stimme dem uneingeschränkt zu. Ich habe ein Problem damit, dass von den Norwegern geschaffene Fakten umgedreht und somit ein Stück weit legitimiert werden. Das kann es nicht sein. Es klingt aber in einigen Aussagen heraus und das ist beschämend.
Das Verhalten der norwegischen Springer im Nachgang und publizierte Äußerungen auch von ehemaligen Aktiven lassen mich fassungslos und fragend zurück.
Die Manipulationen haben dem Sport einen Bärendienst erwiesen. Einen Schaden angerichtet, der nur mühsam wieder repariert werden kann. Davor kann man bei aller Kritik an der FIS nicht die Augen verschließen.

Dennoch kann es halt auf der anderen Seite kein „Weiter so!“ von Seiten der FIS geben. Man MUSS sich da anders aufstellen. Dies bedeutet auch, das Kontrollsystem zu erneuern. Die hier gebrachten Vorschläge, mehrere Ansprechpartner zu haben, auch um Sprachbarrieren zu überbrücken, kann man durchaus als gute Gedanken für den perspektivischen Umgang mit der Problematik sehen. Auch wenn es das Verhalten der Norweger nicht rechtfertigt.
Es würde auch Kathol oder wer auch immer für die Materialkontrolle verantwortlich zeichnet, aus der Schusslinie nehmen. Womöglich wird es dann immer noch Kritik geben, wahrscheinlich sogar, da immer noch die üblichen Spezialisten die Entscheidungen kritisieren werden.
Ich persönlich bin für eine Null-Toleranz-Linie. Regeln, die transparent sind und strikt eingehalten werden. Regeln, die nicht unter der Saison untergraben und oder neu definiert werden. Zu Beginn der neuen Saison kann man dann - bei Bedarf - anpassen und Innovationen Raum geben.
Macht den Kontrolleur sicher nicht beliebter, aber akzeptierter.
Es sollten sich alle zusammen setzen. Mit den Kontrolleuren. Mehrere professionelle, nicht nur die ganze Verantwortung beim armen Kathol.
Auch Athleten dazu holen. Aus jeder Nation einen. Und den jeweiligen Chefcoach. Schulungen für alle, man kann ja auch mal Kontrolleure bei einem normalen Training kommen lassen.
 

sj44

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Dennoch kann es halt auf der anderen Seite kein „Weiter so!“ von Seiten der FIS geben. Man MUSS sich da anders aufstellen. Dies bedeutet auch, das Kontrollsystem zu erneuern. Die hier gebrachten Vorschläge, mehrere Ansprechpartner zu haben, auch um Sprachbarrieren zu überbrücken, kann man durchaus als gute Gedanken für den perspektivischen Umgang mit der Problematik sehen. Auch wenn es das Verhalten der Norweger nicht rechtfertigt.
Es würde auch Kathol oder wer auch immer für die Materialkontrolle verantwortlich zeichnet, aus der Schusslinie nehmen. Womöglich wird es dann immer noch Kritik geben, wahrscheinlich sogar, da immer noch die üblichen Spezialisten die Entscheidungen kritisieren werden.
Ich persönlich bin für eine Null-Toleranz-Linie. Regeln, die transparent sind und strikt eingehalten werden. Regeln, die nicht unter der Saison untergraben und oder neu definiert werden. Zu Beginn der neuen Saison kann man dann - bei Bedarf - anpassen und Innovationen Raum geben.
Macht den Kontrolleur sicher nicht beliebter, aber akzeptierter.
Es ist klar, dass man das mit den Kontrolloren breiter aufstellen muss. Es besteht ja ein großer Zeitdruck, schließlich möchte man das offizielle Ergebnis nicht drei Tage später verkünden. Und es gibt ja viel zu kontrollieren. Nicht nur die Anzüge. Computer können helfen, ja. Aber das muss dann wirklich ordentlich ausgetestet und immer wieder überprüft werden.
Bei den Sprachen muss man realistisch bleiben, weil 15 bis 20 verschiedene muttersprachliche Experten wird es nicht geben. Die lingua franca ist Englisch und damit müssen alle zurechtkommen. Die Damen haben eine Polin und bei den Herren hatten wir ja auch den Finnen Jukkara. Ich kann mich dran erinnern, wie er von von Österreichern gelobt wurde. Widhölzl gefiel seine strenge Linie und auch Kraft hat sich da positiv geäußert. Obwohl von den beiden sicher keiner Finnisch kann. Ich glaube auch, dass es für Widhölzl kein größeres Problem war, Jukkara was verständlich zu machen, wenn er was wissen wollte.
 

Lila

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Es ist klar, dass man das mit den Kontrolloren breiter aufstellen muss. Es besteht ja ein großer Zeitdruck, schließlich möchte man das offizielle Ergebnis nicht drei Tage später verkünden. Und es gibt ja viel zu kontrollieren. Nicht nur die Anzüge. Computer können helfen, ja. Aber das muss dann wirklich ordentlich ausgetestet und immer wieder überprüft werden.
Bei den Sprachen muss man realistisch bleiben, weil 15 bis 20 verschiedene muttersprachliche Experten wird es nicht geben. Die lingua franca ist Englisch und damit müssen alle zurechtkommen. Die Damen haben eine Polin und bei den Herren hatten wir ja auch den Finnen Jukkara. Ich kann mich dran erinnern, wie er von von Österreichern gelobt wurde. Widhölzl gefiel seine strenge Linie und auch Kraft hat sich da positiv geäußert. Obwohl von den beiden sicher keiner Finnisch kann. Ich glaube auch, dass es für Widhölzl kein größeres Problem war, Jukkara was verständlich zu machen, wenn er was wissen wollte.
Trotzdem wollte man Jukkara wenn ich mich recht erinnere aus welchen Gründen auch immer nach einer Saison dringend wieder loswerden. Ich glaube damals wurde von einigen argumentiert, dass es ihm am Fingerspitzengefühl fehle. Vielleicht hätte dieses "fehlende Fingerspitzengefühl" dem Sport langfristig sehr gut getan.
 

sj44

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Trotzdem wollte man Jukkara wenn ich mich recht erinnere aus welchen Gründen auch immer nach einer Saison dringend wieder loswerden. Ich glaube damals wurde von einigen argumentiert, dass es ihm am Fingerspitzengefühl fehle. Vielleicht hätte dieses "fehlende Fingerspitzengefühl" dem Sport langfristig sehr gut getan.
Die Einschätzungen waren in der Tat unterschiedlich und auf Jukkara wurde ziemlich draufgehaut. Der hat dann selber das Handtuch geworfen. Aber wohl auch zur Freude vieler wie Horngacher und auch den Polen.
Dazu kommt noch Sepp Gratzer, der in seiner Rente vom Balkon runterkeppelt und auf seine Nachfolger losgeht.
 

Kirsten

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Dazu kommen ja auch noch minimalste Abweichungen beim Gewicht, wo dann der Anzug vielleicht etwas anders sitzt. Kann man da nicht etwas toleranter werden....Dass es um cm geht und nicht um mm ?
Das werden dir Experten besser beantworten, ich würde sagen, das geht nicht. Man hat ja bewusst die Anzüge schmäler gemacht, damit sie nicht mehr so viel Tragfläche bieten. Und es geht eben um x Millimeter, die der Anzug größer sein darf als der Körper. Selbst, wenn man da jetzt sagen würde, es wäre 1 cm erlaubt, dann gegen alle an die 1 cm ran und ab 1,1 cm wäre es zu viel. Würde man da dann 1cm Spielraum erlauben, wären sofort doch alle bei 2 cm. Und dann kommt der nächste und sagt, aber ich bin doch nur 1 mm über dem Toleranzbereich, stellt euch nicht so an, der 1mm.

Das System ist so feinfühlig, dass da wirklich mm eine enorme Wirkung haben, deswegen muss man da so streng sein.
 

Elysa

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Es ist sehr mühselig und eigentlich ist es sehr traurig dass wir diese Diskussionen führen müssen. Traurig was aus einem so begeisterungswürdigen Sport geworden ist. 😭
Jeder/Jede wird sich daran erinnern, was im Profiradsport abging und wie lange es gedauert hat, bis diese Dopingfälle verarbeitet bzw. verdaut wurden. Und dennoch bleiben diese Betrügereien im Hinterkopf und man hat immer gewisse Zweifel, ob wirklich alles aufgedeckt wird. Und so wird es nun leider auch im Skispringen sein. Wenn der wirkliche Wille fehlt, alles unter absoluter Kontrolle zu stellen und dies auch glaubhaft öffentlich kommuniziert, wie soll dann man Vertrauen schaffen?
 

Drizzels

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Einfach 0,0 Toleranz und dann bauen alle ihre Anzüge 0,2mm zu klein oder so.
Und ab 3 DSQ pro Saison 3-6 Monate Sperre und niemand geht mehr freiwillig an die Grenzen.
 

Domi

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Wenn ich das alles hier lese, scheint es wirklich extrem schwer zu sein eine gute Lösung zu finden. Die großen Teams werden immer Lücken suchen, alle Springer werden immer das Maximum rausholen, die Körperhaltung oder Atmung wird immer entscheidend sein bei der Kontrolle.

Außer die FIS würde Musteranzüge selbst nähen, aber ob das so sinnvoll ist, bezweifle ich. Mehr Vertrauen untereinander würde es geben, wenn die Teams gegenseitig die Anzüge kontrollieren oder sogar nähen. Aber auch das ist wohl zu ungewöhnlich, um umgesetzt zu werden.
 

LeZ

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Ich frage mich, was die Argumentation "Anzüge unter Kontrolle der FIS wären zu teuer" soll? Was ist da teuer, der Geräteschuppen? Wahnwitzige Kontrollen mit "KI", Röntgen, Spezialkameras usw., DAS ist teuer. Die FIS schließt einen Vertrag mit mehreren Herstellern zu einem Standardprodukt, die Teams oder Sponsoren tragen die Kosten so wie jetzt auch. Das kostet keinen Cent mehr. Hightech-Testerei, das ist Irrsinn.

Allerdings habe ich die leise Idee, dass die FIS an dem Problem gar nichts ändern will, nur den Skandal UEFA-style loswerden. Der ganze Betrug wäre mit Anzügen unter Verschluss sofort beendet, die Manipulationsmöglichkeit aber eben auch.
 

Hakuba

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Die lingua franca ist Englisch und damit müssen alle zurechtkommen.

Nein, Deutsch ist ebenso eine lingua franca im Skispringen, sogar noch wichtiger als Englisch, wenn es um die Dinge dazwischen, also die nicht bei Sitzungen oder anderen offiziellen Anlässen besprochenen Dinge geht.

Nicht umsonst hat seinerzeit Ôno Manabu bei seinem Studienaufenthalt in Österreich auch gut Deutsch gelernt, damit er bzw. Japan nicht immer außen vor bleibt, sondern alle wichtigen Informationen und Zugänge bekommt.
 

sj44

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Nein, Deutsch ist ebenso eine lingua franca im Skispringen, sogar noch wichtiger als Englisch, wenn es um die Dinge dazwischen, also die nicht bei Sitzungen oder anderen offiziellen Anlässen besprochenen Dinge geht.

Nicht umsonst hat seinerzeit Ôno Manabu bei seinem Studienaufenthalt in Österreich auch gut Deutsch gelernt, damit er bzw. Japan nicht immer außen vor bleibt, sondern alle wichtigen Informationen und Zugänge bekommt.
Da kann ich dir nicht widersprechen. Die offizielle Sprache ist bei der FIS aber Englisch. Bei der aktuellen Springergeneration allerdings fallen mir außer den Muttersprachlern nicht viele ein, die Deutsch sprechen können. War früher ein wenig anders. Onu Manabu wäre während seines Studienaufenthalts wahrscheinlich mit Englisch in Österreich verhungert, weil das dann doch schon Jahrzehnte her ist und da die Situation eine etwas andere war. Aber er war sowieso einer, der weit mehr Weitblick als so manch anderer Japaner hatte.
 

Finn-Lady

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Es sollten sich alle zusammen setzen. Mit den Kontrolleuren. Mehrere professionelle, nicht nur die ganze Verantwortung beim armen Kathol.
Stimme ich zu. Hatte ich ja schon anklingen lassen.
Am Ende der Saison hilft nur eine schonungslose, aber vor allem sachliche Aufarbeitung ohne gegenseitige Vorwürfe und ohne das allseits beliebte „Wir zeigen mit dem Finger auf Andere“, was lange genug gelebt und praktiziert wurde. Eine Aufarbeitung in dem festen Willen, Veränderung zu schaffen.

Auch Athleten dazu holen. Aus jeder Nation einen. Und den jeweiligen Chefcoach. Schulungen für alle, man kann ja auch mal Kontrolleure bei einem normalen Training kommen lassen.
Ich würde den einzelnen Verbänden gar keine zu große Macht geben, um jegliches Mißtrauen untereinander zu minimieren, ausschließen lässt es sich wohl kaum. In der Aufarbeitung der jetzigen Situation natürlich, mit Aktivensprecher, hauptverantwortlicher Trainer und Presse-/Verbandsprecher.

Ansonsten darf man die Rolle der FIS nicht kleiner machen, als sie ist. Sie ist nun mal DIE Organisation, die für die Veranstaltung verantwortlich zeichnet. Und sie gibt am Ende die Regeln vor. Friss oder stirb. Je mehr Leute, die natürlich ihre eigenen nationalen Interessen vertreten, mitreden und entscheiden können, umso mehr macht man sich zum Spielball. Daher benötigt die FIS eine andere Darstellung nach außen. Weil sie eben so zahm und manchmal strange wirkt. Da fehlt das klare Profil.

Der/die Controller muss/müssen wieder zur Respektsperson werden. Das geht mir in der ganzen Diskussion ein wenig verloren. Die DQ muss transparent sein und ebenso transparent kommuniziert werden.

Ich würde eine Expertenkommission* einberufen, die aus einigen ehemaligen Aktiven, Trainern… besteht. In ihr können etwaige Wünsche, auch in der Materialgestaltung eingebracht werden, neue Anzüge vorgeführt werden, die dann nur von der FIS und ihrer Expertenkommission beraten, eventuell getestet und positiv oder negativ beschieden werden. Das kann natürlich auch einen Besuch beim Training oder eigene Windkanaltestungen beinhalten.
Die aktuellen Springer und Trainer haben in der finalen Entscheidung kein Mitspracherecht.
Die Expertenkommission legt mit der FIS gemeinsam die Regeln fest. Punkt. Null Toleranz. Diskutieren wir nicht, weil… isso. Kinners, ihr habt es drauf ankommen lassen und das habt ihr davon. (Warum klinge ich gerade so wie in meinem Job? 🤣)

* ob es bereits eine solche Kommission bereits gibt, weiß ich nicht. Es ging mir nur durch den Kopf.
 

Lazergirl

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Das werden dir Experten besser beantworten, ich würde sagen, das geht nicht. Man hat ja bewusst die Anzüge schmäler gemacht, damit sie nicht mehr so viel Tragfläche bieten. Und es geht eben um x Millimeter, die der Anzug größer sein darf als der Körper. Selbst, wenn man da jetzt sagen würde, es wäre 1 cm erlaubt, dann gegen alle an die 1 cm ran und ab 1,1 cm wäre es zu viel. Würde man da dann 1cm Spielraum erlauben, wären sofort doch alle bei 2 cm. Und dann kommt der nächste und sagt, aber ich bin doch nur 1 mm über dem Toleranzbereich, stellt euch nicht so an, der 1mm.

Das System ist so feinfühlig, dass da wirklich mm eine enorme Wirkung haben, deswegen muss man da so streng sein.
Es kann aber auch nicht sein dass es von der Atmung abhängt, ob man durch die Kontrolle kommt. Oder wie man steht. Das ist doch nicht mehr nachvollziehbar. Es ist Zufall.
 

Hakuba

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Die offizielle Sprache ist bei der FIS aber Englisch.
Ja, sag ich ja. Aber mit Deutsch kommt man genauso gut zurecht.
Nur dumm für die, die weder die eine noch die andere Sprache entweder als Muttersprache oder, weil es für sie nicht besonders schwer ist, gut in der Schule gelernt haben.
Takanashi hat bei der verhängnisvollen Kontrolle in Zhangjiakou (@blackswan hat es erwähnt) um die Hinzuziehung eines Betreuers gebeten, was nach den Regeln ihr Recht ist, aber es wurde ihr verwehrt.
Skispringer verdienen ihr Geld als Skispringer und nicht als Talkmaster, Influencer oder sonst etwas in dieser Branche, die Beherrschung des Englischen ist keine Voraussetzung. Wer nicht fließend Englisch oder Deutsch parliert, darf nicht schlechter gestellt sein. Das scheint mir nicht immer gegeben.
 

Kirsten

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Es kann aber auch nicht sein dass es von der Atmung abhängt, ob man durch die Kontrolle kommt. Oder wie man steht. Das ist doch nicht mehr nachvollziehbar. Es ist Zufall.
Natürlich ist es das. Aber bei Millimeterbereichen einfach kein Wunder. Und ich sehe da auch keine Möglichkeit, das anders zu handhaben. Egal, wo du die Grenze setzt, ab da wird es immer um Millimeterabweichungen gehen.
 

Paracelsus

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Ja, sag ich ja. Aber mit Deutsch kommt man genauso gut zurecht.
Nur dumm für die, die weder die eine noch die andere Sprache entweder als Muttersprache oder, weil es für sie nicht besonders schwer ist, gut in der Schule gelernt haben.
Takanashi hat bei der verhängnisvollen Kontrolle in Zhangjiakou (@blackswan hat es erwähnt) um die Hinzuziehung eines Betreuers gebeten, was nach den Regeln ihr Recht ist, aber es wurde ihr verwehrt.
Skispringer verdienen ihr Geld als Skispringer und nicht als Talkmaster, Influencer oder sonst etwas in dieser Branche, die Beherrschung des Englischen ist keine Voraussetzung. Wer nicht fließend Englisch oder Deutsch parliert, darf nicht schlechter gestellt sein. Das scheint mir nicht immer gegeben.
Das sehe ich ehrlich gesagt anders. Mir ist bewusst, dass es für Deutsche oder Norweger viel leichter ist Englisch zu lernen als z.B. für Japaner, aber wenn ich Profi in einer international - in erster Linie in Europa ausgetragenen - Sportart bin, gehören Englischkenntnisse zum Job dazu. Niemand verlangt Essays auf C2-Niveau, aber Basiskenntnisse und ein paar fachbezogene Vokabel zur Verständigung müssen drin sein. Von jedem anderen international tätigen Arbeitnehmer wird dasselbe verlangt.

Dass es Vorteile hat mit Funktionären am kurzen Dienstweg in Muttersprache kommunizieren zu können sehe ich genauso, aber das ist ein Faktor den man so oder so nicht wegbekommt solange Menschen am Werk sind.
 

gentleman

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Ja, sag ich ja. Aber mit Deutsch kommt man genauso gut zurecht.
Nur dumm für die, die weder die eine noch die andere Sprache entweder als Muttersprache oder, weil es für sie nicht besonders schwer ist, gut in der Schule gelernt haben.
Takanashi hat bei der verhängnisvollen Kontrolle in Zhangjiakou (@blackswan hat es erwähnt) um die Hinzuziehung eines Betreuers gebeten, was nach den Regeln ihr Recht ist, aber es wurde ihr verwehrt.
Skispringer verdienen ihr Geld als Skispringer und nicht als Talkmaster, Influencer oder sonst etwas in dieser Branche, die Beherrschung des Englischen ist keine Voraussetzung. Wer nicht fließend Englisch oder Deutsch parliert, darf nicht schlechter gestellt sein. Das scheint mir nicht immer gegeben.
Eine Frage an dich als Japan-Expertin: Da ja der schulische Standard (wie man auch immer wieder hierzulande in Dokumentationen und Reportagen hört) in Japan extrem hoch ist, wundert es mich dann aber, wieso Englisch (offenbar?) dann immer noch relativ wenig Bedeutung hat in der Ausbildung und im Lernplan von japanischen Schülerinnen und Schülern? Oder lernen sie das eh alle super fleißig, "trauen" sich dann aber diese Kenntnisse später (am Beispiel japanischer Sportler im Skispringen oder Kombination usw) nicht anzuwenden? Kannst du dazu etwas sagen? Würde mich sehr interessieren, weil ich immer wieder beeindruckt davon bin wenn ich sehe, was für unglaublich lange und harte Tagespläne japanische Kinder so abspulen müssen und wie hart diese jeden Tag für entsprechenden Erfolg in der schulischen Ausbildung und später im Studium arbeiten...
 

moiag

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Was bitte ist daran verwerflich, vorher abklären zu lassen, ob etwas erlaubt ist oder nicht.
Ach ja, so ein System ist oeffentsichtlich nicht klar genug.
Man kann das System schon als "schwach" bezeichnen, aber nicht wegen Kathol.
Stimm, nicht wegen Kathol. Kathol ist aber offensichltich nicht der richtige Person um richtige Sachen zu veraendern.
Kann man da nicht etwas toleranter werden....Dass es um cm geht und nicht um mm ?
Dann werden sie aber alle zu 0,999 cm mit Atmen und mit hochwerfigen Armen probieren.
Vielleicht hätte dieses "fehlende Fingerspitzengefühl" dem Sport langfristig sehr gut getan.
Nein. Man braucht klare Vorschriften und keine Messungen des Anzugs am Koerper.
 

Hakuba

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@gentleman
Danke für die Frage!
Vorab: Das Verhältnis in der Wichtigkeit von mündlicher und schriftlicher Kommunikation ist bei uns anders als in Japan (wahrscheinlich ganz Ostasien). Dort wird mehr visuell aufgenommen als bei uns. Nicht umsonst schreiben Japaner und Chinesen mit Schriftzeichen, deren Bedeutung man sieht (nicht lautiert, obwohl sie natürlich auch einen Lautwert/mehrere Lautwerte repräsentieren) und nicht umsonst ist die Manga-Kultur genau in Japan entstanden.

In Japan spielt Englisch natürlich eine Rolle in der Schulbildung, es ist wohl fast überall die einzige Fremdsprache. Warum entsprechen die Ergebnisse nach unserem Verständnis nicht der Stundenzahl beim Lernen und nicht dem Fleiß und dem Aufwand, den die Schüler betreiben? 1. Die Lehrmethoden und die Lehrer sind nicht gut genug. 2. Es wird sehr viel Gewicht auf das Leseverständnis gelegt, einschließlich Lexik- und Grammatikerwerb, die mündliche Kommunikation, vor allem das Hörverständnis (die Mutter allen Spracherwerbs!) kommt viel zu wenig vor. Das Ergebnis ist, dass Japaner sehr viel besser englische schriftliche Texte als mündliche verstehen. Und sie können wahrscheinlich auch viel besser schriftliche Texte verfassen als bei einem Interview Fragen zu beantworten.
Eine gewisse Schüchternheit, die daraus resultiert, dass sie sich dieser Schwäche bewusst sind, kommt hinzu.

Ich verstehe nicht, warum man ihnen das immer wieder vorhält und als Arroganz oder sonst etwas Negatives auslegt.
Wie wäre es, wenn hier alle Kinder in der Schule Arabisch, Chinesisch, Japanisch oder Koreanisch lernen würden? Wie weit würden sie kommen?
 
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