Alexander Zverev


Wie viele GS-Titel gewinnt A. Zverev?


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Tuco

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Nur mal aus meiner Sicht, weil ich von den "Stammusern" im Tennisbereich wohl am nähsten bei @Talib bin und mich zur Zeit des Prozesses und davor häufiger entsprechend geäußert habe:

Seit der Prozess eingestellt wurde habe ich es nicht mehr getan, weil es einfach nichts Neues dazu mehr gibt bzw. glücklicherweise keine weiteren Vorfälle, die öffentlich bekannt sind - da würde man sich insofern nur im Kreis drehen und alte Positionen wiederholen, ohne die Aussicht auf "Klärung" weil eben außer den Beteiligten niemand weiß, was genau passiert ist. Dass User die sich hier sonst nicht äußern zu diesem Anlass wo Zverev öffentlich gefeiert wird das jetzt tun, kann ich aber nachvollziehen.
 

chris☕

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Diese Aussagen sind fachlich irreführend. Wer sind denn „die Parteien“? Welche Rolle spielt beim § 153a StPO das Gericht? Wer ist „Herr des Verfahrens“?

Deine Fragen berühren den Kern meiner Aussage nicht. Du weißt, wer mit Parteien gemeint ist. Soweit ich weiß, müssen Angeklagter und Staatsanwaltschaft bzw. Gericht zustimmen, damit Paragraph 153a durchgeht. Patea musste formal nicht zustimmen, aber es geht aus den Berichten ja klar hervor, dass sie es mitgetragen hat – ob jetzt juristisch zwingend relevant oder nicht.

Wie überraschend aber auch, dass Du hier meine Aussage aufgreifst, die juristische Begriffe nicht korrekt verwendet und die deutlich problematischere Aussage von @Talib ignorierst. Ich komm einfach nicht drauf wieso :D
 
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Hans Meyer

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Nur mal aus meiner Sicht, weil ich von den "Stammusern" im Tennisbereich wohl am nähsten bei @Talib bin und mich zur Zeit des Prozesses und davor häufiger entsprechend geäußert habe:

Seit der Prozess eingestellt wurde habe ich es nicht mehr getan, weil es einfach nichts Neues dazu mehr gibt bzw. glücklicherweise keine weiteren Vorfälle, die öffentlich bekannt sind - da würde man sich insofern nur im Kreis drehen und alte Positionen wiederholen, ohne die Aussicht auf "Klärung" weil eben außer den Beteiligten niemand weiß, was genau passiert ist. Dass User die sich hier sonst nicht äußern zu diesem Anlass wo Zverev öffentlich gefeiert wird das jetzt tun, kann ich aber nachvollziehen.

Interessanterweise war das in den französischen Medien in den Schlagzeilen Thema nach seinem Grand Slam Titel
 

Talib

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Weil Du sie nicht kennst? Und weil Frauen schon häufig gelogen haben? Männer natürlich ebenso häufig, keine Frage!
Ich brauche nix mehr zu recherchieren, weil ich das schon gelesen habe.



Das ist eine extrem vereinfachte Darstellung. Ein Verfahren wird nicht einfach eingestellt, wenn ein Gericht von der Schuld überzeugt ist. Paragraph 153a wird nicht einfach beliebig gezogen. Und selbstverständlich gibt es eine Beweisaufnahme und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Zu sagen, es gab keine Prüfung der Schuld, stimmt nicht! Alle Parteien waren einverstanden, dass das Verfahren eingestellt wird, weil der Prozess eine Schlammschlacht mit ungewissen Ausgang geworden wäre.



Da gebe ich Dir Recht, wie Zverev damit öffentlich umgeht, ist spektakulär schlecht.



Erfrischend ehrlich (y)

Ist doch toll, wenn Du Dich nicht wunderst, dann bekommst Du wie erwartet Deine moralische Überlegenheit gespiegelt und bestätigt. We have a winner here, ladies and gentlemen! Nen anderen Zweck hatte doch der Einmarsch zum passenden Zeitpunkt hier ins Tennisforum gar nicht. Die Welt ist verkommen und schon wieder haben wir einen Beweis dafür!

Kein Problem, gerne. Der passende Zeitpunkt war der, als Becker und Stach vom "Vorbild Zverev" sprachen und Jubelstürme ob seines tollen Charakters ausbrachen. Moralische Überlegenheit my ass.

Ich bin seit Kindheitstagen Tennisfan und feiere den Sport und habe selbst lange gespielt. Aber, dass ausgerechnet Zverev jetzt gefeiert wird, ist schwer auszuhalten.

Und ich kann seine sportliche Leistung sogar respektieren.

Den Rest: Nie und nimmer. Dazu sind zu viele Dinge bekannt. Und ich weiß ganz gut, wie toxische Männlichkeit in solchen Machtstrukturen funktioniert.

Dann setze ich noch seinen öffentlichen Umgang damit obendrauf und fertig ist mein Bild. Danke.
 

leschmuh

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Diese Aussagen sind fachlich irreführend. Wer sind denn „die Parteien“? Welche Rolle spielt beim § 153a StPO das Gericht? Wer ist „Herr des Verfahrens“?
Das ist schon ein wichtiger Einwand und die Einstellung nach §153a StPO ist eben gerade keine Feststellung der Unschuld wie Zverev behauptet. Tatsächlich kann § 153a StPO z.B. zum Einsatz kommen, wenn das Gericht zwar davon ausgeht (nicht feststellt!), dass etwas vorgefallen ist, das grundsätzlich strafwürdig ist aber die weitere strafrechtliche Verfolgung nicht erforderlich scheint. Das heißt, dass es nichts war was besonders krass war, es heißt aber nicht, dass es eine Bagatelle war (oder gar gar nix): Es muss lediglich als Vergehen (Mindeststrafandrohung des Tatbestands < 1 Jahr Freiheitstrafe) eingestuft worden sein, aber das schließt z.B. auch einfache Körperverletzungsdelikte ein.
Einer solchen Verfahrensbeendigung würde ich als Angeklagter (und nicht in der Öffentlichkeit stehende Person) in der Regel nicht zustimmen, wenn ich mir sicher bin, meine Unschuld beweisen zu können (denn dann könnte ich mir einen sauberen Freispruch holen) bzw. die Auflagen und der Stress des Verfahrens nicht im Verhältnis zum Freispruch steht. Wir können hier die Motivlagen nicht klar nachvollziehen: Es kann natürlich sein, dass durch die Öffentlichkeit der Person "Zverev" im Laufe des Prozesses einfach auch Details öffentlich würden, die zwar nicht zu einem Schuldspruch führen, aber doch irgendwie hängen bleiben und durch die Einstellung des Verfahrens ist diese Gefahr natürlich gebannt (auch wenn ich dann keinen sauberen Freispruch kriegen kann). Daher würde ich bei solchen Konstellationen vorsichtig sein, all zu viel daraus abzulesen was die Schuldfrage betrifft. Richtig ist, dass es kein Schuldspruch ist. Allerdings -und das ist mir schon wichtig: Zverevs Haltung, dass seine Unschuld bewiesen worden sei, ist grundfalsch - das hätte er in einem Verfahren klären lassen können, aber das hat er eben gerade nicht gewollt! Er hat sich gegen die Klärung des Sachverhalts entschieden! Das ist sein gutes Recht. Und die Gründe dafür können zahlreich sein. Aber ein Grund kann selbstverständlich sein, dass die Vorwürfe zutreffend sind. Zverev bestreitet das (auch das ist sein gutes Recht), aber es ist auch jedermanns gutes Recht, die vorliegenden Informationen anders zu interpretieren.

Ich persönlich gönne Zverev den Titel bei den FO. Das heißt nicht, dass ich ihn als Person idealisiere - würde mich auch nicht als Fan bezeichen. Ich denke er hat große Schwierigkeiten, mit Zurückweisung & Kränkung umzugehen. Ich gehe auch so weit zu sagen, dass sich das in seinem "mental play" bei wichtigen Matches zeigt. Und ich halte es für absolut plausibel, dass sich das in privaten Situationen zeigen kann, wenn sich Dinge zuspitzen. Ich glaube dagegen nicht, dass dahinter "böse Absicht" oder ähnliches steckt (dadurch finde ich es auch für mich ganz gut trennbar vom Tennisaspekt - ich verstehe, wenn jemand das nicht trennen will, fühle mich aber ok das zu tun; wie gesagt: als Role Model außerhalb des tennisbezogenen Kontextes sehe ich ihn nicht und auch innerhalb des Tenniskontextes nur in Teilen...; und ein Psychologe (nicht nur Sportpychologe) würde ihm meiner Meinung nach nicht schaden oder hat er vielleicht auch schon mit Gewinn konsultiert, keine Ahnung - gut wär's).
 
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leschmuh

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Kein Problem, gerne. Der passende Zeitpunkt war der, als Becker und Stach vom "Vorbild Zverev" sprachen und Jubelstürme ob seines tollen Charakters ausbrachen. Moralische Überlegenheit my ass.
Da bin ich bei Dir - diese Verherrlichung von Zverev als Persönlichkeit, die insbesondere Stach gern zum Ausdruck bringt, finde ich auch schwierig. Ich finde zwar, dass er in vielen Aspekten durchaus als Vorbild dienen kann (Tennistechnisch; seine Beharrlichkeit und der Leistungsfokus trotz Rückschlägen; Umgang mit Diabetes und die Karriere als Profi trotz dieser Einschränkung; die positive Basiseinstellung in Bezug auf das Erreichen seiner Ziele). Ich denke, dass er die meiste Zeit auch ein umgänglicher Typ sein dürfte. Aber es gibt halt auch ander Seiten und die so komplett wegzuignorieren in der Gesamtbewertung und alles in rosa zu zeichnen ist schon schwierig.
 
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gentleman

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Da bin ich bei Dir - diese Verherrlichung von Zverev als Persönlichkeit, die insbesondere Stach gern zum Ausdruck bringt, finde ich auch schwierig. Ich finde zwar, dass er in vielen Aspekten durchaus als Vorbild dienen kann (Tennistechnisch; seine Beharrlichkeit und der Leistungsfokus trotz Rückschlägen; Umgang mit Diabetes und die Karriere als Profi trotz dieser Einschränkung; die positive Basiseinstellung in Bezug auf das Erreichen seiner Ziele). Ich denke, dass er die meiste Zeit auch ein umgänglicher Typ sein dürfte. Aber es gibt halt auch ander Seiten und die so komplett wegzuignorieren in der Gesamtbewertung und alles in rosa zu zeichnen ist schon schwierig.
Ben Rothenberg (gegen den Zverevs Verfahren ja noch läuft) hat zur Einordnung von Zverevs Sieg und den (fehlenden) kritischen Stimmen in den Medien einen längeren Artikel verfasst und kritisiert einige (vor allem TV-) Medien dafür, quasi gar nicht darauf einzugehen:
For writers at independent outlets who are less directly attached to the teat of corporate tennis, there’s no such requirement for congenial complicity when presented with a subject they cannot face with an empty smile.

There have been many English-language examples of critical Zverev coverage in recent days from which to choose, including from some of the biggest outlets.

“This result is uncomfortable for many fans and spectators around the world,” Tumaini Carayol wrote of Zverev’s win at The Guardian.

“Zverev’s ongoing quest for an elusive first Grand Slam title has divided fans and raised questions,” Charlie Eccleshare wrote at The Athletic, adding that “the discontinuation of Zverev’s case two years ago, with a decision that was ‘not a verdict’ and ‘not a decision about guilt or innocence,’ has essentially left tennis in limbo.”

There are also a couple of bits from other Substacks which I wanted to highight.

At Hard Court, Jessica Schiffer wrote a great piece before the final about how uncomfortable Zverev’s story has been for the few brands which have chosen to partner with him, particularly Adidas:

Some [Adidas] employees reportedly cringe whenever the brand has to heavily feature or promote Zverev, not because they question his talent as an athlete, but because they are uncomfortable with the baggage that accompanies him.
“We try not to center him in campaigns for obvious reasons,” one employee told me. “But posting about him is unavoidable.”
On Tennis Unfiltered, James Gray did not hold back about his view of Zverev from inside the press room, suggesting that a pessimist could correctly view Zverev’s win as “the successful completion of a whitewash that began years ago, an attempt to airbrush the image of a man who was too big to fail, and that tennis is now happy to overlook his faults because he is successful.”

 
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LukaD77

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Manche Aussagen hier sind mal wieder bezeichnend...
Naja, wieso sollten Zverev-Fans nicht ähnliche Einstellungen haben, ist ja nur konsequent....
 

chris☕

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Kein Problem, gerne. Der passende Zeitpunkt war der, als Becker und Stach vom "Vorbild Zverev" sprachen und Jubelstürme ob seines tollen Charakters ausbrachen.

Ich hab den Wortlaut nicht selber gehört, was sie gesagt haben, aber ja, seinen privaten Charakter extra lobend herausheben, finde ich auch schwierig.
 

Big d

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Ich glaube schon das an den Vorwürfen was dran war. Ich hoffe das er vielleicht daran gearbeitet hat und das inzwischen besser im Griff hat, aber zverev hatte ja früher auf dem platz teilweise erhebliche Ausbrüche und ich glaube das männer die probleme mit der wutregulation haben meistens irgendwann auch ihre frauen schlagen selbst wenn sie versuchen das über einen internen "frauen schlägt man nicht" wertkodex zu regulieren.


Ich glaube jemand der so gegenüber einem schiri reagiert wird irgendwann auch bei seiner Frau seine Beherrschung verlieren selbst wenn er selber aus tiefstem Herzen an "frauen schlägt man nicht" geglaubt haben sollte.



 

Huck huckt weg

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Die Takes hier mittlerweile sind einfach nur noch gaga, deshalb habe ich mich auch aus der Diskussion rausgezogen und lasse die reden, die hier negativ sind, weil sie Zverev seinen GS Erfolg nicht verkraften können und im Leben nicht ansatzwiese das gerissen haben. Wie da im Nebel rumgestochen wird und man Vermutungen über mögliche strafrechtlichliche Vorgänge aufstellt, ist schon ziemlich peinlich.
Ist natürlich nicht der Fall, aber lustig wäre es schon wenn hier Zverev seine Anwälte mitlesen würden, denn hier wäre einiges klagbar mit sehr guten Aussichten auf Erfolg.
 

Roberts

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Das ist schon ein wichtiger Einwand und die Einstellung nach §153a StPO ist eben gerade keine Feststellung der Unschuld wie Zverev behauptet. Tatsächlich kann § 153a StPO z.B. zum Einsatz kommen, wenn das Gericht zwar davon ausgeht (nicht feststellt!), dass etwas vorgefallen ist, das grundsätzlich strafwürdig ist aber die weitere strafrechtliche Verfolgung nicht erforderlich scheint. Das heißt, dass es nichts war was besonders krass war, es heißt aber nicht, dass es eine Bagatelle war (oder gar gar nix): Es muss lediglich als Vergehen (Mindeststrafandrohung des Tatbestands < 1 Jahr Freiheitstrafe) eingestuft worden sein, aber das schließt z.B. auch einfache Körperverletzungsdelikte ein.
Einer solchen Verfahrensbeendigung würde ich als Angeklagter (und nicht in der Öffentlichkeit stehende Person) in der Regel nicht zustimmen, wenn ich mir sicher bin, meine Unschuld beweisen zu können (denn dann könnte ich mir einen sauberen Freispruch holen) bzw. die Auflagen und der Stress des Verfahrens nicht im Verhältnis zum Freispruch steht. Wir können hier die Motivlagen nicht klar nachvollziehen: Es kann natürlich sein, dass durch die Öffentlichkeit der Person "Zverev" im Laufe des Prozesses einfach auch Details öffentlich würden, die zwar nicht zu einem Schuldspruch führen, aber doch irgendwie hängen bleiben und durch die Einstellung des Verfahrens ist diese Gefahr natürlich gebannt (auch wenn ich dann keinen sauberen Freispruch kriegen kann). Daher würde ich bei solchen Konstellationen vorsichtig sein, all zu viel daraus abzulesen was die Schuldfrage betrifft. Richtig ist, dass es kein Schuldspruch ist. Allerdings -und das ist mir schon wichtig: Zverevs Haltung, dass seine Unschuld bewiesen worden sei, ist grundfalsch - das hätte er in einem Verfahren klären lassen können, aber das hat er eben gerade nicht gewollt! Er hat sich gegen die Klärung des Sachverhalts entschieden! Das ist sein gutes Recht. Und die Gründe dafür können zahlreich sein. Aber ein Grund kann selbstverständlich sein, dass die Vorwürfe zutreffend sind. Zverev bestreitet das (auch das ist sein gutes Recht), aber es ist auch jedermanns gutes Recht, die vorliegenden Informationen anders zu interpretieren.
Genau. Ich habe mich der Sache zunächst nur aus juristischer Perspektive genähert und bin dem Irrtum aufgesessen, dass die Einstellung nach §153a StPO durch die Staatsanwaltschaft erfolgte. Dies ist aber falsch. Richtig ist vielmehr, dass im Rahmen des Ermittlungsverfahrens (Vorverfahren) die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl erlassen hat, d.h. sie hat eben nicht eine Einstellung nach § 153a StPO angeboten (was schon in der Regel mit einer Schuldbewertung der StA einhergeht) sondern sogar seine Schuld als so groß angesehen, dass sie gemäß § 407 StPO vorgeht. Es handelt sich hierbei demnach um die Bewertung der StA als ein Vergehen (Straftaten, die im Mindestmaß mit einer geringeren Freiheitsstrafe oder mit Geldstrafe bedroht sind), aber kein Verbrechen (rechtswidrige Taten, die im Mindestmaß mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr oder darüber bedroht sind.). Das zuständige Gericht hat dem Antrag der StA stattgegeben.
Die Anwälte von Zverev haben dann Einspruch erhoben, weshalb der Fall dann zur Verhandlung vor dem Amtsgericht Tiergarten in Berlin gekommen ist. Wichtig ist hier, dass es nur um den Fall Patea ging. Wichtig ist aber auch, dass Frau Patea juristisch korrekt nicht in das Verfahren im Sinne einer Partei eingebunden war. Sie wurde durch die zuständige Polizeibehörde vernommen, mehr nicht. Partei könnte hätte sie erst im Hauptverfahren werden können und das nur unter bestimmten hier ohnehin nicht gegebenen Voraussetzungen (Stichwort Nebenklage), die hier nicht gegeben waren.
Letztlich haben sich die Zverev- und die Patea-Seite außergerichtlich auf eine Beendigung sämtlicher Streitigkeiten im Sinne einer gemeinsamen Sorge für das Kind geeinigt, was dann die Staatsanwaltschaft veranlasst hat, das Strafverfahren nicht mehr weiter voranzutreiben. Das Gericht hat dann - nachdem bereits Anklage erhoben wurde - gemäß § 153a Abs. 2 StPO eingestellt, da die Voraussetzungen für eine Einstellung gegen Auflagen vorlagen und sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeschuldigte zugestimmt hatten. Herr des Verfahrens war daher das Gericht und nicht die Staatsanwaltschaft wie ich zunächst angenommen habe und man hat sich daher auch im Hauptverfahren befunden.

Juristischer Kern ist hier, dass es sich hier um einen Fall handeln muss, bei dem das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung durch Auflagen/Weisungen beseitigt werden kann (Zahlung einer Geldauflage). Das hat juristisch nichts mit dem Interesse von Frau Patea zu tun, auch wenn das Gericht die außergerichtliche Einigung und das Kindeswohl berücksichtigt hat.

Ein Angeklagter kann der Maßnahme zustimmen, was sich unter Umständen lohnen kann, weil so es formaljuristisch keine Vorstrafe gibt, keinen Eintrag in das Bundeszentralregister und in das Führungszeugnis und kein Schuldeingeständnis, d.h. die Einstellung ist rechtlich kein Schuldanerkenntnis. Es gilt trotz der Tatsache, dass ihn die Staatsanwaltschaft für schuldig hält, das Gericht die Schuldvermutung für so hinreichend hält, das Anklage erhoben wurde, formaljuristisch die Unschuldsvermutung. Daraus ergibt sich ein Spannungsverhältnis (siehe nächster Absatz).
An dieser Stelle wird schon deutlich, dass Zverevs Aussage, dass ein Gericht seine Unschuld festgestellt habe formal und inhaltlich falsch ist. Da Zverev eine Rechtsvertretung gehabt hat und diese ihm die Bedeutung einer Einstellung nach § 153a Abs. 2 StPO erläutert hat, ist Zverevs Aussage irgendwo zwischen fehlerhafter Schutzbehauptung und bewusster Lüge einzustufen.

Für die Staatsanwaltschaft und das Gericht kann sich die Einstellung lohnen, weil sie beiden Stellen Aufwand erspart. Unter Juristen ist die Einstellung nach § 153a StPO daher nicht unumstritten (formaljuristische Unschuldsvermutung trotz staatsanwaltschaftlicher Schuldvermutung und faktisch Einstellung zur Entlastung der StA und der Gerichte - juristisches Spannungsverhältnis).

Ein Betroffener kann der Maßnahme nicht zustimmen. Das passiert insbesondere dann, wenn der Betroffene von seiner völligen Unschuld überzeugt ist, die Beweislage extrem schwach ist oder der berufliche Ruf eine "reine Weste“ erfordert, die nur durch einen Freispruch wiederhergestellt werden kann. Zverev hat sich dagegen entschieden, vielleicht unter dem Aspekt Kindeswohl, aber das ist spekulativ.

Wie man diese Fakten im Fall Zverev bewertet, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Aber das hier ist einfach nur Quark:
Wie da im Nebel rumgestochen wird und man Vermutungen über mögliche strafrechtlichliche Vorgänge aufstellt, ist schon ziemlich peinlich.
Ist natürlich nicht der Fall, aber lustig wäre es schon wenn hier Zverev seine Anwälte mitlesen würden, denn hier wäre einiges klagbar mit sehr guten Aussichten auf Erfolg.
Es gibt zu den juristischen Vorgängen, die offen liegen und nachgelesen werden können, keine Vermutung sondern juristische Fakten.
 

gentleman

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Ist natürlich nicht der Fall, aber lustig wäre es schon wenn hier Zverev seine Anwälte mitlesen würden, denn hier wäre einiges klagbar mit sehr guten Aussichten auf Erfolg.
Ich hab hier sowohl als Mod, Admin und auch studierter Jurist eigentlich schon immer ein Auge drauf was hier geschrieben werden kann, und was nicht. Du kannst entsprechende Beiträge oder Passagen auch gerne melden wenn wir uns was extra ansehen sollen. Ich nehme an du meinst jetzt entweder @Talib s Beitrag in dem er schreibt, dass er den Ex-Partnerinnen Glauben schenkt oder @Big d s Spekulation dass "jemand mit Zverevs fehlender Impulskontrolle auch gegenüber Frauen handgreiflich werden könnte"? Bei letzterem Beitrag bin ich auch dabei, dass du @Big d da aufpassen solltest mit solchen pauschalen Spekulationen, weil am Ende ist es dann doch primär das.

Ansonsten hätte ich hier aber keine bedenkenswerten Aussagen gesehen, die meisten hier (wie ich selbst auch) trennen auch klar zwischen Zverevs sportlichem Erfolg, der medialen Berichterstattung dazu sowie zu ihm als Person und zur Aufarbeitung der Vorwürfe gegen ihn. Denke das können und sollten wir hier auch sachlich und differenziert tun können, wer sich daran nicht beteiligen möchte und primär seinen Titel abfeiern will, kann das natürlich genauso tun.
 

Francois

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Finde es ok wenn sich Mitglieder mit Zverevs Vorgeschichte beschäftigen. Soll ja jeder machen wie er will. Nur jetzt nach dem Triumph wieder derartige Romane zu schreiben die auch derart emotional aufgeladen sind, wenn es NULL neue Erkenntnise gibt oder geben wird ist halt der z.T. gelungene Versuch aus einem sportlichen Thema wieder in persönliche Angriffe überzugehen. Wenn ihr wirklich Jahre später Bedarf habt darüber zu schreiben hey warum nicht aber dann macht das doch im non sports wo es hingehört. Darum gibts den Bereich ja bei sportforen.de

Mein Eindruck ist halt doch bei einigen das die Sache nur Vehikel ist um sich an Zverev abzuarbeiten aus ganz unterschiedl. Motiven (wenn man die Vorgeschichte einiger kennt).. Darum auch hier um Thread wo man dann seine Tennis Fans triggern kann ins. nach dem mit grössten Triumph seiner Karriere. Für mich klares Indiz dafür ist das dabei meißt auch sportlich Zverev herabgesetzt wird was in der Verkettung null logisch Sinn macht außer ich fahre halt ne Vendetta. Wäre schön wenn man sich wieder auf das sportliche fokussiert in dem Thread.

Deutschland hat nach 30 Jahren wieder nen GS Sieger! So wie der Nachwuchs gerade aussieht wird das nach Zverev wohl noch ne Weile so bleiben. Die klaren big 3 damit auch alle GS Sieger (Kohlschreiber als heimlichen Favoriten pack ich noch rein :D )

Bin echt mal gespannt ob während Zverevs Karriere noch ein deutsches Talent sich hochspielen kann. So wie ich den DTB in meinem Umfeld mitbekomme fehlt mir zumindest der Eindruck das Reformwille ala Italien vorhanden ist. Wäre echt schade wenn dann nach Zverev ganz schluss ist mit deutschen Top Spielern.
 

Steigerwald

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Bin echt mal gespannt ob während Zverevs Karriere noch ein deutsches Talent sich hochspielen kann. So wie ich den DTB in meinem Umfeld mitbekomme fehlt mir zumindest der Eindruck das Reformwille ala Italien vorhanden ist. Wäre echt schade wenn dann nach Zverev ganz schluss ist mit deutschen Top Spielern.
Kannst du einschätzen, auf welchem Niveau sich der deutsche Nachwuchs derzeit befindet? Eher in der Kategorie Haas und Schüttler oder doch eher Kohlschreiber, Mayer, Struff etc.?

Ich habe dazu schon ganz unterschiedliche Meinungen gehört. Immerhin hatten wir 2025 doch ein rein deutsches Finale bei den French Open.

Das wäre sicher einmal eine tiefere Diskussion wert: Wie sieht eigentlich die Zukunft des Tennissports in Deutschland aus?
 

gentleman

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Kannst du einschätzen, auf welchem Niveau sich der deutsche Nachwuchs derzeit befindet? Eher in der Kategorie Haas und Schüttler oder doch eher Kohlschreiber, Mayer, Struff etc.?

Ich habe dazu schon ganz unterschiedliche Meinungen gehört. Immerhin hatten wir 2025 doch ein rein deutsches Finale bei den French Open.

Das wäre sicher einmal eine tiefere Diskussion wert: Wie sieht eigentlich die Zukunft des Tennissports in Deutschland aus?
Schau mal in die anderen Threads dazu? :)
 

zick

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Kannst du einschätzen, auf welchem Niveau sich der deutsche Nachwuchs derzeit befindet? Eher in der Kategorie Haas und Schüttler oder doch eher Kohlschreiber, Mayer, Struff etc.?

Ich habe dazu schon ganz unterschiedliche Meinungen gehört. Immerhin hatten wir 2025 doch ein rein deutsches Finale bei den French Open.

Das wäre sicher einmal eine tiefere Diskussion wert: Wie sieht eigentlich die Zukunft des Tennissports in Deutschland aus?
Um Dich zu beruhigen, sie sieht gut aus. Die Jahrgänge 2007 und 2008 erscheinen sehr hoffnungsvoll. Es gibt da vor allem Engel, aber auch Schönhaus, Dedura und die beiden Macs(Niels McDonald & Jamie Mackenzie). Engel könnte m. E. n. zumindest 10 vielleicht auch mehr und die anderen zumindest Top 50 werden. Es gibt auch noch Vincent Reisach(2009) Mika Petkovic(Dez. 2006) Die habe ich jedoch noch nie spielen gesehen.
 

Francois

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Kannst du einschätzen, auf welchem Niveau sich der deutsche Nachwuchs derzeit befindet? Eher in der Kategorie Haas und Schüttler oder doch eher Kohlschreiber, Mayer, Struff etc.?
Da bin ich leider nicht kompetent. Ich bewege mich da mehrere level darunter und begleite Tennis auf regionaler Ebene in etwas fortgeschrittenem Jugendbereich. Ich recherchiere halt ab und zu für Eltern etc und sobald es auf den DTB kommt ist das alles eher frustrierend. Aber andere sind da besser drin
 
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