O-Scoring: Moses Itauma vs. Filip Hrgovic | IBF-Weltmeisterschaft im Schwergewicht | DAZN PPV


Hrgovic hat das gut gemacht, hat immer gut mitgeschlagen. Er hat selbst gesagt, dass er die Schläge nicht gesehen hat, weil Itauma zu schnell ist. Er hat aber auch gesagt, dass sie zwar akkurat aber nicht hart waren. Für mich war die Leistung top. Ich stelle mir die Frage, warum man ihn in die 9. Runde schickt.
Find ich ehrlich gesagt nicht. Er hatte hier und da seine Momente, natürlich vor allem am Ende.
Aber eigentlich war er über die meiste Zeit sehr passiv und hat den Sandsack gegeben. Auch Druck hat Hrgovic nicht gemacht, eher war er im Rückwärtsgang, weil es immer eingeschlagen hat. Selbst geschlagen hat er auch wenig, ganz einfach weil er zu langsam für den fitten Itauma war und er keine Lust auf die Konter hatte. An und für sich hat Itauma seinen Stiefel runtergboxt und war am Ende trotzdem im roten Bereich. Ich denke, dass das hier sein grösster Kampf bisher war und der Druck ihn da auch ein wenig die Kondi geklaut hat.

Grundsätzlich kann man Kondition als auch Schlagkraft bis zu einem gewissen Grad optimieren, aber nicht unendlich steigern. Ich würde sagen Itauma gehört eher zur Kategorie der Kurzstreckensprinter: 100m sehr gut, 200m geht so bis gut, 400m schon ziemlich weit abgeschlagen.
Er muss lernen sich Pausen zu nehmen, den KO nicht erzwingen, Cuts sofern vorhanden, gezielt weiter zu bearbeiten, damit diese zu Kampfabbruch führen. Hinten raus wird es immer eng für ihn. Bekommt Itauma kleinere kompakte Gegner mit guter Doppeldeckung, die Druck machen und ihm die Pace vorgeben, wird sein Tank schneller leerlaufen als wie bei Hrgovic.

Die andere Frage die sich stellt ist, wer kann die Volltreffer die Hrgovic kassiert hat, genauso gut verdauen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Itauma ist für einen Schwergewichtler schnell, wenn aber Hrgovic sagt, dass er die Schläge teilweise nicht gesehen hat spricht das ebenso wenig für seine boxerischen Fähigkeiten, wie seine wenig vorhandene Defensive und die Tatsache, dass der größere Mann mit der größeren Reichweite den Jab nicht etabliert bekommt. Ich rede Hrgovic nicht schlechter als er ist. Ich habe vermutet, dass das für Itauma hart werden könnte, weil Hrgovic härter als alle seine Gegner ist, aber letztlich ist Itauma bei durchaus erkennbaren Schwächen an sich selbst gescheitert. Itauma wollte mit jedem Treffer den KO erzwingen , obwohl er kein Duracell-Hase ist und Hrgovic erkennbar nicht umgehend auseinander fällt.

Da mangelt es dann eben an Erfahrung und Ringintelligenz - wären die vorhanden gewesen, dann hätte Itauma das locker über die Punkte nach Hause geboxt. Dies eingedenk, kann Hrgovic das boxerisch nicht so gut gemacht haben, auch wenn der Erfolg am Ende auf seiner Seite war.

Nebenbei bemerkt war Hrgovic in der ß. Runde konditionell ebenfalls ziemlich am Ende.
Hat glaube ich auch keiner gesagt. Hrgo ist im Gesamtpaket ein guter bis sehr guter HW. Er ist aber auch nicht der erste dessen Stärken eher in der Widerstandsfähigkeit liegen.
Moses hat schnelle Hände aber nicht diese unglaubliche onepunch Power die jeden sofort ausknippst. Wie @Young Kaelin🥊 sagte, er begann schon ab Runde 3 an zu pumpen. Wie gut er irgendwann mal wird hängt von vielen Faktoren auch von seiner zukünftigen Gegnerschaft ab. Für heute muss er erstmal schauen, dass er sich von diesem schweren Abend (auch mental) erholt.
 
Find ich ehrlich gesagt nicht. Er hatte hier und da seine Momente, natürlich vor allem am Ende.
Aber eigentlich war er über die meiste Zeit sehr passiv und hat den Sandsack gegeben. Auch Druck hat Hrgovic nicht gemacht, eher war er im Rückwärtsgang, weil es immer eingeschlagen hat. Selbst geschlagen hat er auch wenig, ganz einfach weil er zu langsam für den fitten Itauma war und er keine Lust auf die Konter hatte. An und für sich hat Itauma seinen Stiefel runtergboxt und war am Ende trotzdem im roten Bereich. Ich denke, dass das hier sein grösster Kampf bisher war und der Druck ihn da auch ein wenig die Kondi geklaut hat.

Grundsätzlich kann man Kondition als auch Schlagkraft bis zu einem gewissen Grad optimieren, aber nicht unendlich steigern. Ich würde sagen gehört Itauma eher zur Kategorie der Kurzstreckensprinter: 100m sehr gut, 200m geht so bis gut, 400m schon ziemlich weit abgeschlagen.
Er muss lernen sich Pausen zu nehmen, den KO nicht erzwingen, Cuts sofern vorhanden, gezielt weiter zu bearbeiten, damit diese zu Kampfabbruch führen. Hinten raus wird es immer eng für ihn. Bekommt Itauma kleinere kompakte Gegner mit guter Doppeldeckung, die Druck machen und ihm die Pace vorgeben, wird sein Tank schneller leerlaufen als wie bei Hrgovic.

Die andere Frage die sich stellt ist, wer kann die Volltreffer die Hrgovic kassiert hat, genauso gut verdauen?
Taktisch war es zumindest erfahren genug, dass Hrgo nicht selbst zu Beginn durch Luftlöcher Körner lässt.
Prime Usyk oder auch Fury wären für Itauma ein Alptraum. Mal gucken welche Gegner zukünftig auf ihn warten
 
Also das war schon großes Kino insgesamt. Meine Erwartungen an Hrgovic waren überschaubar und die an Itauma nicht wirklich groß, da m.E. bisher ungeprüft und zu großer Hype. Beide haben mich überrascht.

Die ersten 3-4 Runden muss man gegen Itauma erstmal überleben. Ich wüsste gar nicht, wem man das zur Zeit so zutrauen kann. Dieser Speed und auch die Kraft hinter den Schlägen, sowohl zum Kopf als auch Körper waren schon brachial. Das hat ordentlich Gehirnzellen gekostet.

Ab der 4. Runde war der Gameplan aber fertig und Hrgovoc kam ins Spiel. Von ihm hätte ich nicht gedacht, dass er soooo viel und hart nehmen kann. Gesund ist das nicht. Itauma hat das Spiel mitgespielt und versucht ihn KO zu schlagen. Kondition ist seine größte Schwäche, die man aber gut abstellen kann. Hier wurde WK vs. RP ins Spiel gebracht, auch WK vs. LB ist ein ähnliches Beispiel. Itauma muss auch lernen Schwachstellen zu nutzen. Den üblen Cut von Hrgovic hat er komplett ignoriert und das bei der Vorgeschichte. Das war schon fast dumm. Wenn das Decken mit der Birne zum Gameplan von Hrgovic gehört hat ist auch er dumm, merkt es dann aber sicher nicht mehr so und es hat ja funktioniert. Die Ecke von Itauma hat dann aber wirklich gut aufgepasst, auch wenn der Ref schneller war.

Für Itauma kam der Kampf genau zur richtigen Zeit, ihm gehört die Zukunft, wenn er das mental nicht zu hoch hängt und sich nen anderen Trainer sucht. Denke WK könnte ihn jetzt gut beraten.
 
Blankes Entsetzen

Wenn ich das richtig sehe, hat Davison erst das Handtuch geworfen, kurz nachdem der Ringrichter den Kampf sowieso abgebrochen hat.
Schwach.
Übrigens das hier hab ich bei reddit gelesen:

[talkSPORT] „Wie oft hast du im Training 12 intensive Runden gemacht?“ Moses Itauma: „Wenn ich ganz ehrlich bin, weiß ich nicht, ob ich jemals 12 Runden Sparring gemacht habe. Es gibt keinen Grund, länger im Ring zu sein, als man sein muss.“

 
Itauma hat gestern bewiesen, dass er schnelle Hände hat. Ob ihm die Zukunft gehört hängt wohl er davon ab, wie gut seine Gegnerschaft und er selber wird. Der Hype Train ist erstmal ausgebremst.
 
Wenn ich das richtig sehe, hat Davison erst das Handtuch geworfen, kurz nachdem der Ringrichter den Kampf sowieso abgebrochen hat.
Schwach.
Übrigens das hier hab ich bei reddit gelesen:

Ein kroatischer Schwergewichtsweltmeister ist eh die bessere Geschichte 😉
Itauma ist mir wumpe. Verdiente Niederlage gestern in einer geilen Ringschlacht.
Danke @Valentin für den Spitzen Stream 💪
 
Sich selber derart zu outgassen, während man uneinholbar vorne liegt, ist natürlich haarsträubend, aber es zeigt vielleicht auch, dass er nicht nur an seiner Ausdauer arbeiten oder Kämpfe taktisch und strategisch versierter gestalten, sondern überhaupt variantenreicher boxen muss. Was er gut kann, ist überragend und outstanding, aber noch fehlt ihm offenbar das Skillset für einen Plan B, C oder D. Manche haben es hier schon im Voraus geschrieben, ich erinnere mich vor allem an Gladios Analyse, ich selber konnte es nicht gut genug einschätzen; aber jetzt hat man seine Stärken wie seine Schwächen mal in einem einzigen Kampf durchdekliniert bekommen. Aber, mein Gott, er ist so fürchterlich jung, er kann noch so viel lernen und hat noch alle Zeit, einer der Granden der kommenden HW-Ära zu werden. Es klingt abgedroschen, aber es ist eine Niederlage, wie schmerzhaft auch immer, aus der er sehr, sehr viel lernen kann. Wenn er das tut und hoffentlich einen qualitativ hochwertigeren Trainer bekommt, steht ihm weiterhin alles offen.
Es gibt halt die Gefahr, dass er mit ner Niederlage nicht umgehen kann, weil er für andere "lesbar" geworden ist und unsicher wird und mit weniger Selbstvertauen in die nächsten Kämpfe geht.

Ähnlich wie bei AJ, der jetzt oftmals so wirkt, wie das Häschen vor der Schlange.

Hätte er gewonnen, wäre die Gefahr des Abhebens aber auch drin.
Wir wissen es nicht genau.

Mit Ring IQ hatte das nichts zu tun.
Das war grundsätzlich nicht intelligent.

Bis zur 12 Runde lang boxen und Hrgovic meiden, wäre so viel gescheider gewesen.

Diese brillianten 6 oder 7 Runden wären bei einem Sieg definitiv übrig geblieben.
Darüber würde man heute und in Zukunft sprechen und er hätte rel. einfach den WM Titel.

Moses hat Hrgovic mit dem unzähligen Bodyshots so langsam gemacht... keine Ahnung, was sich die Ringecke da gedacht hat.

... unerfahren, im ersten WM Kampf einen, der echt nen Eisenschädel hat einfach mal wegknallen und die eigenen Stärken ausfaden?
Risiko gehen, wo man nichts riskieren muß?

Ein Camp bei Usyk, dem Großmeister der Ökonomie wäre die richtige Fortbildung.

Jetzt hat ihn Hrgovic von hinten vom vermeintlichen Thron geschubst.
 
UK hat sich seinen neuen Juggernaut mit Hrgovic erschaffen.

Filip boxt so riskant für die eigene Gesundheit, das müsste man fast unterbinden.

...aber die Augenbrauen haben halbwegs dicht gehalten.
 
Mit Torrez Jr, Huni, Wardley, Pero und Barriere haben so einige aufstrebende HW's in letzter Zeit die 1. Niederlage kassiert.
 
Mit Torrez Jr, Huni, Wardley, Pero und Barriere haben so einige aufstrebende HW's in letzter Zeit die 1. Niederlage kassiert.
Das Matchmaking der Zukunft ist eben nicht mehr die "Null" im Rekord.
In UK lebt man das vor.
Liegt aber wohl auch an Warren, der stallinterne Duelle auf die Beine stellen muß, weil er den Großteil der Elite promotet.
 
Ich finde nicht, dass der Kampf zu früh kam. Es waren ja nicht Hrgovic' boxing skills, an denen Itauma gescheitert ist. Im Gegenteil, Itauma hat ihn über weite Strecken dominiert. Dass er overpaced und dann nicht die Erfahrung hat das Tempo rauszunehmen und den Kampf über die Punkte nach hause zu boxen, hätte ihm genauso gegen einen schwächeren Gegner passieren können.

Ich finde die Niederlage auch halb so schlimm. Wenn ihn jemand ausgeboxt hätte oder er schwer KO gegangen wäre, wäre es (potentiell) viel schlimmer gewesen. So war es “nur” seine eigene Unerfahrenheit und taktischen Fehler. Daran kann er gut arbeiten.
Dass seine Skills selbst gegen Top10 so gut funktionieren, dürfte ihm ja eher noch Selbstvertrauen geben. Moses ist super jung, hoffentlich zieht er die richtigen Lehren daraus. Langfristig kann ihm diese Niederlage viel bringen, wenn sie dazu führt, dass er demütig bleibt.

Du kannst ihn schon anders aufbauen, ihn auch mal ein paar Runden für den Flow mitnehmen lassen, auch wenn es dann nicht so flashy gewesen wäre. Die eine oder andere Runde mehr wäre sicherlich gut für ihn gewesen. Die KI gibt mir 105:31 Profi Runden vor dem Kampf an.
 
  • Like
Reaktionen: xEr
Es gibt halt die Gefahr, dass er mit ner Niederlage nicht umgehen kann, weil er für andere "lesbar" geworden ist und unsicher wird und mit weniger Selbstvertauen in die nächsten Kämpfe geht.
Der wird jetzt erstmal 1-2 Aufbaukämpfe machen. Das Selbstvertrauen dürfte nicht allzu ramponiert sein, da die Niederlage ja in erster Linie an mangelnder Kondition lag. Und daran kann man arbeiten. Ich würde ihm auch zu einem Trainerwechsel raten. Und dann im Training 15 Runden Sparring. Außerdem muss er lernen, auch im Kampf mal Pausen einzulegen, wie es die erfahrenen Champs machen. Auch dafür ist ein Trainer verantwortlich. Die Niederlage gestern kann Itauma in seiner Entwicklung sogar helfen, wenn er die richtigen Schlüsse daraus zieht.
 
talkSPORT] „Wie oft hast du im Training 12 intensive Runden gemacht?“ Moses Itauma: „Wenn ich ganz ehrlich bin, weiß ich nicht, ob ich jemals 12 Runden Sparring gemacht habe. Es gibt keinen Grund, länger im Ring zu sein, als man sein muss.“
Das ist mit Sicherheit rein pr-technisch unehrlich geantwortet. Die geplante Rundendistanz geht jeder Boxer mindestens 1x im Training, wenn er genug Vorbereitungszeit, Ressourcen hat, "gesundheitlich" ok ist uä. Allerdings lässt sich der Ernstfall leider nie garantiert 1:1 im Training üben und Entsprechendes im Wettkampf umsetzen, angefangen von besprochenen Taktiken bis hin zur Rundeneinteilung hinsichtlich Kondition usw. Die Hitze eines Wettkampfes kann da immer schnell einen Strich durch die ganze Rechnung/Kalkulation machen, da sich selbst bei bester Vorbereitung nie ausschließen oder steuern lässt, welche Folgen unsichere Faktoren wie z.B. Psyche, Schlagwirkung, Druck etc. haben.
 
Der wird jetzt erstmal 1-2 Aufbaukämpfe machen. Das Selbstvertrauen dürfte nicht allzu ramponiert sein
Das wird sich erst zeigen, wie demütig er zurückkommt.

da die Niederlage ja in erster Linie an mangelnder Kondition lag
Finde ich nicht, wenn er sich die "unnötig verschossenen Energie" eingeteilt hätte,
hätte das gestern für Hrgovic gereicht und er wäre vor allem Weltmeister.
 
Wenn Moses jetzt wieder aufgebaut wird,
wer könnte dann der nächst Prüfstein werden?

Auch einer der schon gescholten ist und die Null verloren hat?

Einer wie Fisher, Allen, Joyce?
Oder die Ex-Nuller Huni, Okolie, Sanchez, Torrez?

Wie sollte man da jetzt vorgehen?
Das sind alles Namen, die größer sind, als die bisherigen Gegner, vor Hrgovic.

Da stehen Schlachten an, die wieder das verlangen, was gestern gefehlt hat.
 
Oben