Nene, das war schon super Matchmaking vom Warren. Der kennt sich in seinem Geschäft schlichtweg aus. Bei Hrgovic wusste man genau was man bekommt; nämlich keinen besonders starken Puncher, der gegen Ende gerne keine Luft mehr hat. Das bedeutet, dass Itauma nicht Gefahr läuft, in den ersten Runden ausgeknockt zu werden und gleichzeitig (unter normalen Umständen) gegen den völlig fertigen Hrgovic auf den Punktzetteln auch nicht besonders gefährdet ist. Und parallel musste man Itauma (auch für dessen Entwicklung) einen step up in der Gegnerwahl zumuten. Warum also nicht einen Mann wie Hrgovic, der rein zufällig auch noch bei Queensberry unter Vertrag ist? Also ein anerkannter Gegner, den man aber so genau kennt, dass das Risiko überschaubar ist. Das war die ganz alte Schule des Matchmakings, die zu 99 % eben auch gut geht. Deswegen waren die Quoten auch spot on. Da kann man doch nicht jemanden wie Jalolov nehmen, bei dem man überhaupt nicht weiß, was man erwarten kann.
Und letztlich ging die Rechnung doch auch komplett auf. Die Schläge von Hrgovic nahm Itauma ohne mit der Wimper zu zucken. Und Hrgovic war doch am Ende völlig tot. Womit man halt nicht rechnen konnte (und deswegen müssen Kämpfe halt auch noch geboxt werden), dass Itauma eine so abstruse Kampfesführung an den Tag legt, dass er in Runde 9 auf eine Weise stehend KO ist, die ich selten in meinem Leben (und ich hab den ein oder anderen Fight schon gesehen) so erlebt hab.
An Warrens Stelle würde ich eher das frühere Matchmaking kritisch hinterfragen. Die Briten haben Zugriff auf Eisenschädel über Eisenschädel. Das macht die Kämpfe totlangweilig, aber gibt den Prospects eben wertvolle Runden. Am Anfang hatte man noch solche Leute, aber dann wurde es eben immer weniger, weil er eben auch in guten Slots boxen sollte und solche Fights ja auch niemand sehen möchte. Aber im Ergebnis fehlte diese Kampferfahrung Itauma deutlich. In der zweiten Hälfte wusste er einfach nicht mehr, was er machen sollte.