Skisprung-News: Neuigkeiten aller Art


Ich stimme dir ja grundsätzlich zu, dass man bei jeder Sportart ein Stück weit "mit der Zeit gehen" muss. Aber: Biathlon ist Laufen und Schießen. Das kannst du überall machen. Geht genauso auf Schalke wie in München oder sonst wo. Für Skispringen oder NoKo braucht man eine Schanze. Die entsprechend zertifiziert sein muss. Das schränkt es schon ein. Da kann man nicht Springer mal eben von nem Deich hüpfen lassen. Oder von einer Brücke. Das ist eine Sportart wie Biathlon flexibler für neue Formate oder Events.
 
Wie und warum sollte man von FIS bei irgendeinem komplexen Thema eine vernünftige Idee erwarten, wenn man nicht fähig ist, ein solides System für die Materialkontrolle zu entwickeln? Dabei handelt es sich um eine rein technische Frage, die viele technisch versierte Personen bewältigen könnten – einschließlich der Angabe von Messunsicherheiten und Konfidenzintervallen.
 
Sportarten die nicht Fußball heißen, müssen sich aber leider stetig weiterentwickeln, um ihre Position zu behaupten und nicht an Relevanz zu verlieren. Stillstand bedeutet auch hier Rückstand.
Ich sag das jetzt mal durch die Biathlonbrille, aber die IBU hat hier in den vergangenen Jahren wahrscheinlich einiges mehr richtig gemacht als die FIS. Man hat viel ins Marketing investiert, viel in die Sponsorengewinnung, viel in die Optimierung des Zuschauererlebnisses, viel in die Unterstützung der kleineren Nationen, sie haben mit dem Event in München den Sport in die Großstadt zu den Menschen gebracht, nur um mal ein paar Beispiele nennen. Auch wenn es nur kleine oder unscheinbare Aspekte sind, letztlich haben sie die Sportart so weiterentwickelt, dass sie hierzulande weiterhin Spitzenreiter in Sachen Wintersport ist.
Dem gegenüber steht die FIS, die nicht nur finanziell in extreme Schwierigkeiten geraten ist, sondern auch droht Sportarten wie die Nordische Kombination komplett zu verlieren. Du hast es ja selber im Kombi-Thread gelesen, wie viel die FIS nun auf einmal ändern möchte bzw. muss. Das ist leider nötig, weil man sich über Jahre ausgeruht hat und nicht aktiv in die Sportart investiert hat. Hätte man nicht die Quittung vom IOC on top bekommen, wäre vermutlich weiterhin nichts passiert.
Deshalb ist es sehr wichtig, dass die FIS kontinuierlich versucht die Sportarten zu optimieren. Auch wenn nicht alle Neuerungen, wie den Entfall von Qualifikationen oder die Einführung einer jährlichen WM, von allen positiv angesehen werden, letztlich geht es darum, sich in einem umkämpften Markt weiterhin erfolgreich zu positionieren und insbesondere keine Marktanteile zu verlieren. Wenn das Fernsehen als wichtigster Kunde Optimierungen im Wettbewerbsprogramm haben möchte und Frauen sowie Herren Bewerbe enger aneinander haben möchte, wäre es seitens der FIS äußerst ungeschickt diesem Wunsch nicht zu folgen. Das kann sich leider hier nur der Fußball erlauben, dass alles sich um ihn richtet.
Stefan Schwarzbach hat es in deinem verlinkten Artikel erwähnt, die FIS muss jetzt reagieren und sich entwickeln und zwar auf allen Ebenen, auch auf der sportlichen.

Ich gebe dir in einigen Punkten recht; in einem muss ich aber widersprechen: Wenn man der FIS eines nicht vorwerfen kann, dann ist es meiner Ansicht nach, dass sie sich im Bereich der Kombination ausgeruht bzw. zu wenig aktiv investiert hätte. Im Gegenteil, mir fällt kaum eine andere FIS-Sportart ein, wo man in den letzten 25 Jahren so viel geändert hätte:
  • Die Einführung der Sprints
  • Die Einführung der Massenstarts - beides, weil man meinte, eine einzige Disziplin sei auf Dauer zu langweilig
  • Die Abschaffung der klassischen Gundersen-Wettkämpfe (2 Sprünge + 15 km)
  • Die Abschaffung des Massenstarts und die Etablierung einer einzigen Disziplin (1 Sprung + 10 km) weil man meinte, zu viele verschiedene Disziplinen seien zu unübersichtlich
  • Die Abschaffung des Systems aus A-Weltcup und B-Weltcup zugunsten des Systems aus Weltcup und COC
  • Die Einführung von Wind- und Gatepunkten
  • Die Einführung einer Qualifikation
  • Die Einführung der PCR
  • Die Einführung des Penalty-Race, weil man meinte, eine einzige Disziplin sei auf Dauer zu langweilig
  • Die Einführung von Team Sprints
  • Die Abschaffung des Penalty-Race, weil es doch nicht so viel getaugt hat
  • Das Seefeld-Triple
  • Die diversen Änderungen beim Seefeld-Triple
  • Die Wiedereinführung des Massenstarts
  • Das Compact-Format
  • Mixed-Teams
  • Skifliegen in der Kombi
  • Best-Jumper- und Best-Skier-Trophy
Hat nur alles nicht wirklich viel genutzt (wobei: Wenn die Kombi heute noch aus zwei Sprüngen und einem 15-km-Lauf bestehen würde, wäre sie wahrscheinlich jetzt schon tot). Aber die neuesten Änderungsvorschläge reihen sich da eigentlich nur ein in eine lange Reihe an Änderungen mit mäßigem Erfolg.

Ein bisschen erinnert mich das Ganze immer an das deutsche Bildungssystem, wo man gefühlt auch jedes Jahr irgendwas ändert und trotzdem jeder fordert, dass es endlich mal Reformen gibt - und wo die Schülerleistungen in der PISA-Studie am Schluss trotzdem so schlecht wie noch nie ausgefallen sind…
 
  • Die Einführung von Team Sprints (2011/12)
  • Die Abschaffung des Penalty-Race, weil es doch nicht so viel getaugt hat (2013/14)
  • Das Seefeld-Triple (2013/14)
  • Die diversen Änderungen beim Seefeld-Triple (2021/22)
  • Die Wiedereinführung des Massenstarts (2022/23)
  • Das Compact-Format (2023/24)
  • Mixed-Teams (2022/23)
  • Skifliegen in der Kombi (2025/26)
  • Best-Jumper- und Best-Skier-Trophy (2018/19)
Ich erlaube mir mal, in deinen Zitaten zu ergänzen. Deine Auflistung zeigt eigentlich nochmals recht schön, dass die FIS eigentlich von 2014 bis 2022 nichts verändert hat und das der Zeitpunkt war, wo die Sportart ihren Absturz eingeleitet hat. Die letzten vier Jahre hat man viel versucht, aber die acht verlorenen Jahre holt man sich eben nicht so einfach zurück.

Ich stimme dir ja grundsätzlich zu, dass man bei jeder Sportart ein Stück weit "mit der Zeit gehen" muss. Aber: Biathlon ist Laufen und Schießen. Das kannst du überall machen. Geht genauso auf Schalke wie in München oder sonst wo. Für Skispringen oder NoKo braucht man eine Schanze. Die entsprechend zertifiziert sein muss. Das schränkt es schon ein. Da kann man nicht Springer mal eben von nem Deich hüpfen lassen. Oder von einer Brücke. Das ist eine Sportart wie Biathlon flexibler für neue Formate oder Events.
Natürlich braucht man für jede Sportart individuelle Lösungen. Mir ging es auch hier darum zu zeigen, dass man viel investiert hat um sich der heutigen Generation zu stellen und sich Gedanken gemacht hat, wie man den Sport weiterentwickeln kann:
  • Sport zu den Menschen bringen: Mit kurzen, zuschauerfreundlichen Rennen, Konzerten, Foodtrucks und Mitmachangeboten wird Biathlon stärker als Erlebnis inszeniert. Auch die Athletenpräsentation orientiert sich bewusst an modernen Sportformaten wie der Formel 1.
  • Neue und jüngere Zielgruppen erreichen: Neben den bestehenden Fans sollen gezielt Familien, Gelegenheitszuschauer und insbesondere die Gen Z angesprochen werden. Dabei spielen die Persönlichkeiten der Athleten und das gemeinsame Erlebnis vor Ort eine wichtige Rolle.
  • Sport auch digital weiterentwickeln: Social Media, persönliche Einblicke der Athleten und Influencer sollen neue Zugänge zur Sportart schaffen und Menschen erreichen, die über klassische Sportübertragungen möglicherweise nicht mit Biathlon in Kontakt kommen.
 
Es ist an den vier Orten zeitplantechnisch nicht möglich eine zweite Quali auszutragen, deshalb gibt es sie nicht.
Hat bisher in Willingen doch auch funktioniert, da Sonntag vor beiden Wettkämpfen die Quali zu springen ;) Zumindest bei den Männern, bei den Damen war keine Quali notwendig. Vergleicht man die beiden Pläne von 2026 und 2027, dann hat sich Sonntag an den Wettkampfzeiten nichts geändert, man hat nur die Quali vorher gestrichen.

20262027
Quali Herren11:45 Uhr -
Wettkampf Damen13:15 Uhr13:15 Uhr
Wettkampf Herren16:00 Uhr16:05 Uhr

Warum also soll diese Quali nicht in den Zeitplan passen?

Die eine Quali der Herren findet Freitag statt, die Damen springen die Quali Samstag. Man würde sicher Freitag noch eine Damenquali unterbringen, die dann z.B. für Sonntag gilt. Und für die Herrenquali würde man eben den bisherigen, jetzt leeren Zeitslot, nutzen.
 
Ich erlaube mir mal, in deinen Zitaten zu ergänzen. Deine Auflistung zeigt eigentlich nochmals recht schön, dass die FIS eigentlich von 2014 bis 2022 nichts verändert hat und das der Zeitpunkt war, wo die Sportart ihren Absturz eingeleitet hat. Die letzten vier Jahre hat man viel versucht, aber die acht verlorenen Jahre holt man sich eben nicht so einfach zurück.
Wie haben sich diese Änderungen denn auf die Zuschauerzahlen vor Ort ausgewirkt? Da die Kombi ohnehin im TV die schlechten Zeitfenster bekommt sollte man hier klar den Fokus auf möglichst viele zahlende Zuschauer setzen meiner Meinung nach. Für mich auch unverständlich warum Veranstalter das gratis anbieten. 10 oder 15 Euro wäre da völlig okay.

Natürlich braucht man für jede Sportart individuelle Lösungen. Mir ging es auch hier darum zu zeigen, dass man viel investiert hat um sich der heutigen Generation zu stellen und sich Gedanken gemacht hat, wie man den Sport weiterentwickeln kann:
  • Sport zu den Menschen bringen: Mit kurzen, zuschauerfreundlichen Rennen, Konzerten, Foodtrucks und Mitmachangeboten wird Biathlon stärker als Erlebnis inszeniert. Auch die Athletenpräsentation orientiert sich bewusst an modernen Sportformaten wie der Formel 1.

Teamvorstellung macht man doch teilweise an den Weltcuporten. In Klingenthal auf dem Marktplatz abends vorher, in Willingen Freitagabend. Auch wenn da nicht mehr die kompletten Teams noch an der Schanze sind weil vorher nur Mixed ist und da nicht alle starten. Dazu Feuerwerk und Showact. Da hatte Willingen schon Scooter und Alvaro Soler. Dazu Futterbuden wie auf ner Kirmes. Lässt sich aber so nicht in jedem Stadion machen denke ich. Ist ein Stadion ebenerdig geht das im Stadion, am Isel kannst du keine Foodtrucks den Berg hochfahren, die engen Wege braucht man für die Zuschauer. Deswegen stehen die Buden ganz unten, bevor man hochläuft. Entsprechend verlagert sich die Party und die Leute kommen spät in die Blöcke und hauen sofort ab.

  • Neue und jüngere Zielgruppen erreichen: Neben den bestehenden Fans sollen gezielt Familien, Gelegenheitszuschauer und insbesondere die Gen Z angesprochen werden. Dabei spielen die Persönlichkeiten der Athleten und das gemeinsame Erlebnis vor Ort eine wichtige Rolle.
Die gucken sich weder 2 noch 1 Stunde Sport am Stück an. Nicht mal ne halbe. Sehe ich beim Fussball, wo quasi fast nonstop aufs Smartphone gestarrt wird. Die sind im Stadion, um dabei zu sein. Weil die Pyro toll ist. Aber das sportliche Geschehen ist für die zum Teil eher nebensächlich. Und welche Persönlichkeiten meinst du? Skispringen hat keine Stars verglichen mit Fussball oder Tennis. Für uns als Insider ja. Aber ausserhalb der kleinen Skisprungwelt sind die Topleute eher unbekannt. Weil Randsportart!!! Für mehr sind sie viel zu normal. Was auch gar nicht schlimm ist. Das macht es gerade aus.


  • Sport auch digital weiterentwickeln: Social Media, persönliche Einblicke der Athleten und Influencer sollen neue Zugänge zur Sportart schaffen und Menschen erreichen, die über klassische Sportübertragungen möglicherweise nicht mit Biathlon in
Diesen Selbstdarstellerkram braucht bei Randsportarten keiner, das bringt keine zusätzlichen Leute in ein Sportstadion. Wie ich oben schon sagte: Wintersport eignet sich dazu nicht. Weil ihn Kinder und Jugendliche generell nicht schauen. Die vermeintlich wichtigen Internettypen sind eher im Bereich Klamotten oder Gaming. Oder Produkten wie Energydrinks. Ich glaube auch nicht, dass das jeder Sportler die totale Präsenz bis ins Privateste in den sozialen Medien überhaupt will.
 
@Biathlon-Fan
Du hast sicher bei einigen Maßnahmen Recht, die der Nordischen Kombination gut tun würden. Der Hauptgrund für das zurück gegangene Interesse ist für mich jedoch ein anderer: Die Zeit des Niedergangs fiel zusammen mit der Zeit der Dominanz von Karl Magnus Riiber. Einen Wettbewerb anzusehen, bei dem man den Sieger schon vorher kennt, ist natürlich langweilig.

Das Skispringen hat sich in der Zeit weniger verändert als die Kombination und steht trotzdem besser da.
 
Hat bisher in Willingen doch auch funktioniert, da Sonntag vor beiden Wettkämpfen die Quali zu springen ;) Zumindest bei den Männern, bei den Damen war keine Quali notwendig. Vergleicht man die beiden Pläne von 2026 und 2027, dann hat sich Sonntag an den Wettkampfzeiten nichts geändert, man hat nur die Quali vorher gestrichen.

20262027
Quali Herren11:45 Uhr-
Wettkampf Damen13:15 Uhr13:15 Uhr
Wettkampf Herren16:00 Uhr16:05 Uhr

Warum also soll diese Quali nicht in den Zeitplan passen?

Die eine Quali der Herren findet Freitag statt, die Damen springen die Quali Samstag. Man würde sicher Freitag noch eine Damenquali unterbringen, die dann z.B. für Sonntag gilt. Und für die Herrenquali würde man eben den bisherigen, jetzt leeren Zeitslot, nutzen.
Ich denke die FIS wollte/sollte einfach ein TV Fenster sparen, wo man nun anderen Sport zeigen kann. Biathlon vermutlich. Und der Veranstalter hat Luft, falls die Wetterbedingungen Verschiebungen nötig machen.
 
@Biathlon-Fan
Du hast sicher bei einigen Maßnahmen Recht, die der Nordischen Kombination gut tun würden. Der Hauptgrund für das zurück gegangene Interesse ist für mich jedoch ein anderer: Die Zeit des Niedergangs fiel zusammen mit der Zeit der Dominanz von Karl Magnus Riiber. Einen Wettbewerb anzusehen, bei dem man den Sieger schon vorher kennt, ist natürlich langweilig.
Hat bei Martin Schmitt und Sven Hannawald auch keinen gestört. ;) Im Gegenteil. Die konnten einen Hype auslösen. Ein Riiber konnte das trotz seines Riesentalents nicht. Hier hätte die Kombi die Möglichkeit gehabt, einen Superstar entsprechend zu verkaufen- und mit ihm die ganze Sportart. Das habe ich nie verstanden. Kann mir das nur damit erklären, dass er als Sportler zu normal war. Und die Kombi, wie auch Skispringen mittlerweile wieder nach der Ära Schmitt, zu bodenständig.

Das Skispringen hat sich in der Zeit weniger verändert als die Kombination und steht trotzdem besser da.

Ich denke das zurückgehende Intersse liegt eher daran, dass die alten Fans einfach weniger werden. Und dass es sich eben um Wintersport handelt, der nur 4 Monate im Jahr präsent ist.
 
Ich denke die FIS wollte/sollte einfach ein TV Fenster sparen, wo man nun anderen Sport zeigen kann. Biathlon vermutlich. Und der Veranstalter hat Luft, falls die Wetterbedingungen Verschiebungen nötig machen.

Dann wird eben die Quali nicht gesendet oder nur in einem Bezahlstream. Es ist aus sportlicher Sicht doch besser, sie stattfinden zu lassen.
 
Ich denke die FIS wollte/sollte einfach ein TV Fenster sparen, wo man nun anderen Sport zeigen kann. Biathlon vermutlich. Und der Veranstalter hat Luft, falls die Wetterbedingungen Verschiebungen nötig machen.
Wurde die Quali denn die letzten Jahre übertragen? Bei ARD/ZDF bestimmt nicht.

Und Verschiebungen einfacher sehe ich nicht, denn der Wettkampf fängt da deswegen nicht früher an, nach hinten wird es also genauso eng wie vorher. Und dass sie einen Wettkampf deutlich nach vorne ziehen, passiert ja eigentlich fast nie. Vor allem müssten sie dann beide Wettkämpfe nach vorne ziehen oder die Herren vor die Damen legen, nur weil man nachmittags mit schlechtem Wetter rechnet.
Dann hätten sie alles direkt früher ansetzen müssen, um da nach hinten Puffer zu haben.
 
Hat bei Martin Schmitt und Sven Hannawald auch keinen gestört. ;) Im Gegenteil. Die konnten einen Hype auslösen. Ein Riiber konnte das trotz seines Riesentalents nicht. Hier hätte die Kombi die Möglichkeit gehabt, einen Superstar entsprechend zu verkaufen- und mit ihm die ganze Sportart. Das habe ich nie verstanden. Kann mir das nur damit erklären, dass er als Sportler zu normal war. Und die Kombi, wie auch Skispringen mittlerweile wieder nach der Ära Schmitt, zu bodenständig.
Was aber an der Aussage von @Benjamin komplett vorbeigeht. Die Dominanz eines Jarl Magnus Riiber ist doch mit der von dir skizzierten angeblichen Dominanz von Martin Schmitt oder Sven Hannawald gar nicht vergleichbar, mehr noch, faktisch nicht haltbar.
In der Saison 1997/98 ging der Skisprung-Weltcup zwischen Peterka, Funaki (-19 Punkten), Widhölzl (-45) und Harada (-133) weg. In der darauffolgenden Saison zwischen Schmitt, Ahonen (-58), Kasai (-150) und Funaki (-164) war es ebenfalls nicht dominant. Deutlicher wurde es erst in 1999/2000, als Schmitt 381 Punkte vor Widhölzl und 396 vor Ahonen oder 2000/01 Małysz vor 358 Punkte vor Schmitt lag. Hannawald war zu diesem Zeitpunkt ein stabiler Top 10-Springer mit vereinzelten Weltcupsiegen, spielte aber eher eine Nebenrolle. Und selbst in 2001/02 mit dem Grand Slam bei der VST ging der Weltcup an Małysz mit 216 Punkten vor Hannawald, Olympische Goldmedaillen gingen an Simon Ammann, der den Gesamt-Weltcup als 7. beendete.
Riiber hat 78 Weltcupsiege binnen 9 Jahren. Seinen ersten Gesamterfolg in 2018/19 holte er mit 625 Punkten Vorsprung.
Das Skispringen damals lebte davon, dass es mehrere „Idole“ wie Schmitt und Hannawald (mit der für RTL praktischen deutschen Brille), aber auch Ahonen, Małysz oder Kasai/Funaki gab. RTL war bereit, massig in Sportübertragungen zu investieren, konnte Sponsoren generieren und überschritt dafür auch viele Grenzen des bislang Bekannten. Da griffen viele Faktoren ineinander, die den Hype auslösten. Für die Präsenz des Sports im öffentlichen Blickpunkt waren die Athleten einfach Glücksfälle. Ob die das tatsächlich so toll fanden, mag ich bezweifeln.
 
Die FIS scheint aber der Meinung zu sein, dass sich das in anderer Form so wiederholen ließe. Und Biathlon-Fan glaubt ja auch, dass man über die Präsentation von Stars in den sozialen Medien mehr Reichweite (und mehr Geld!) generieren kann. Was ich eben bezweifle. Weil es damals einfach völlig andere Zeiten waren. Allein, dass wir stundenlang vor Einlass am Eingang gewartet haben.....würde heute doch keine Jugendliche mehr machen. All diese Änderungen in Ablauf oder Formaten werden keine zusätzlichen jüngeren Zuschauer bringen. Eher vergrault man noch welche. Durchgänge streichen und gleichzeitig die Preise erhöhen geht für mich auch gar nicht. Da müsste man fairerweise senken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hat bisher in Willingen doch auch funktioniert, da Sonntag vor beiden Wettkämpfen die Quali zu springen ;) Zumindest bei den Männern, bei den Damen war keine Quali notwendig. Vergleicht man die beiden Pläne von 2026 und 2027, dann hat sich Sonntag an den Wettkampfzeiten nichts geändert, man hat nur die Quali vorher gestrichen.

20262027
Quali Herren11:45 Uhr-
Wettkampf Damen13:15 Uhr13:15 Uhr
Wettkampf Herren16:00 Uhr16:05 Uhr

Warum also soll diese Quali nicht in den Zeitplan passen?

Die eine Quali der Herren findet Freitag statt, die Damen springen die Quali Samstag. Man würde sicher Freitag noch eine Damenquali unterbringen, die dann z.B. für Sonntag gilt. Und für die Herrenquali würde man eben den bisherigen, jetzt leeren Zeitslot, nutzen.
Das wurde auch erst dieses Frühjahr auf der Frühjahres-Konferenz beschlossen:
Im Sinne des Fernsehens, der Medien, des örtlichen Organisationskomitees und der Freiwilligen wird bei gemeinsamen Weltcupveranstaltungen von Frauen und Herren das Programm so komprimiert, dass alle Sprünge möglichst innerhalb von viereinhalb Stunden an einem Tag stattfinden. Damit wird auch die Attraktivität für das Publikum an den Schanzen erhöht und die Kosten für die Security und Mitarbeitenden vor Ort reduziert.
Im Sinne dessen wird an ausgewählten Wochenenden, wenn Frauen- und Herrenbewerbe zusammen ausgetragen werden und es keinen Mannschaftsbewerb gibt, Sonntags die Qualifikation und der Probedurchgang gestrichen und die Qualifikationen vom Freitag sind sowohl am Samstag als auch am Sonntag gültig.
Diese Regel gilt in der kommenden Saison an vier Wettkampforten (Titisee-Neustadt, Engelberg, Willingen und Oslo).
 
Das wurde auch erst dieses Frühjahr auf der Frühjahres-Konferenz beschlossen:
Im Sinne des Fernsehens, der Medien, des örtlichen Organisationskomitees und der Freiwilligen wird bei gemeinsamen Weltcupveranstaltungen von Frauen und Herren das Programm so komprimiert, dass alle Sprünge möglichst innerhalb von viereinhalb Stunden an einem Tag stattfinden. Damit wird auch die Attraktivität für das Publikum an den Schanzen erhöht und die Kosten für die Security und Mitarbeitenden vor Ort reduziert.
Im Sinne dessen wird an ausgewählten Wochenenden, wenn Frauen- und Herrenbewerbe zusammen ausgetragen werden und es keinen Mannschaftsbewerb gibt, Sonntags die Qualifikation und der Probedurchgang gestrichen und die Qualifikationen vom Freitag sind sowohl am Samstag als auch am Sonntag gültig.
Diese Regel gilt in der kommenden Saison an vier Wettkampforten (Titisee-Neustadt, Engelberg, Willingen und Oslo).
Deine Aussage war: eine Quali passt nicht in den Zeitplan, meine Aussage war, dass das nicht stimmt. Ja, der neue Zeitplan ist kompakter, aber das muss er ja anscheinend nicht sein, wenn es nur ausgewählte Orte betrifft. Man hätte rein zeitlich gesehen einfach Sonntag eine Quali machen können...

Das Programm in Willingen dauert übrigens Freitag ca. 8 Stunden, Samstag ca 6 Stunden und Sonntag kommt das mit den 4,5 Stunden in etwa hin. An 2 von 3 Tagen passt es also nicht mal annähernd mit den 4,5 Sunden, aber Hauptsache, man streicht da dann Sonntag die Quali...

Bin echt mal gespannt, wenn wegen Wetterbedingungen oder so jemand, der vorne im Weltcup dabei ist, die Quali nicht schaffen kann und dann direkt 2 Weltcups zusehen muss...
Ist eh für alle blöd, die dann ggf. für eine Quali anreisen und dann Freitag schon Feierabend haben, aber wenn deswegen jemand, der vielleicht um den Gesamtsieg springt, direkt 2 Springen verpasst, kommt sicher mehr Gegenwehr
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist aber auch blöd für die Nationale Gruppe, weil die in Ländern, die nur zwei Springen veranstalten, nur einmal eingesetzt werden kann. Die haben nicht mehr die Möglichkeit, an beiden Tagen unterschiedliche Springer zu nehmen.
 
Deine Aussage war: eine Quali passt nicht in den Zeitplan, meine Aussage war, dass das nicht stimmt. Ja, der neue Zeitplan ist kompakter, aber das muss er ja anscheinend nicht sein, wenn es nur ausgewählte Orte betrifft. Man hätte rein zeitlich gesehen einfach Sonntag eine Quali machen können...

Das Programm in Willingen dauert übrigens Freitag ca. 8 Stunden, Samstag ca 6 Stunden und Sonntag kommt das mit den 4,5 Stunden in etwa hin. An 2 von 3 Tagen passt es also nicht mal annähernd mit den 4,5 Sunden, aber Hauptsache, man streicht da dann Sonntag die Quali...

Bin echt mal gespannt, wenn wegen Wetterbedingungen oder so jemand, der vorne im Weltcup dabei ist, die Quali nicht schaffen kann und dann direkt 2 Weltcups zusehen muss...
Ist eh für alle blöd, die dann ggf. für eine Quali anreisen und dann Freitag schon Feierabend haben, aber wenn deswegen jemand, der vielleicht um den Gesamtsieg springt, direkt 2 Springen verpasst, kommt sicher mehr Gegenwehr
Spätestens wenn es einen grossen Namen trifft (vielleicht aus dem Veranstalterland) wird das Geschrei verdammt groß sein. Du sprichst es an: die Zeitpläne an den anderen beiden Tagen sind deutlich länger. Das Argument ist also Unsinn. Dann müsste man das konsequent auch Freitag und Samstag so machen.

Kann mir auch nicht vorstellen, dass eine Begrenzung auf 4 1/2 Stunden im Interesse des Veranstalters ist. Der verdient doch mehr, wenn das Stadion schon früher voll ist. Allein die Sauferei im Festzelt.

Ich gehe davon aus, dass der Samstag in Wilingen gut laufen wird....der Sonntag aber noch weniger Zuschauer haben wird als die letzten Jahre.
 
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