Für Ruandas Präsident Paul Kagame ist ein Formel-1-Rennen ein Riesenschritt, sein Land noch stärker in den internationalen Fokus zu rücken. "Heute gehört der Tag Afrika. Seit mehr als drei Jahrzehnten fand die weltweit führende Motorsportmeisterschaft ohne diesen Kontinent statt – das ändert sich nun mit dieser Vereinbarung", sagte Kagame. Der Grand Prix im kleinen ostafrikanischen Land soll im Distrikt Bugesera stattfinden, südlich der Hauptstadt Kigali. Dort entsteht der neue internationale Flughafen. Qatar Airways ist 60-prozentiger Anteilseigner und auch einer der Hauptsponsoren der Formel 1. Die Rennstrecke soll Anfang der 2030er fertig sein. Sie soll im "Einklang mit der natürlichen Landschaft" stehen, wie es hieß.
Entworfen wurde sie von einem Österreicher. "Ich arbeite als Track Designer seit fast drei Jahren an dem Projekt in Kigali, habe den Masterplan entworfen", berichtete Alexander Wurz im ORF. Der ehemalige McLaren- und Williams-Pilot ist auch Teil eines Konsortiums, das die Strecke nun perfektionieren soll. "Es ist eine wunderschöne Strecke, eingebettet in zwei Hügeln, neben einem schönen See. Für die Fahrer wird es ein Rollercoaster, eine sehr schnelle, flüssige Strecke", so Wurz. Die Bauarbeiten würden bald beginnen. "Da wird Vollgas gegeben."
Für Formel-1-Superstar Lewis Hamilton wird ein Traum wahr. "Ruanda ist eines meiner liebsten Länder, in denen ich gewesen bin", hatte der einzige schwarze Fahrer der Motorsport-Königsklasse zuletzt gesagt. Zu "100 Prozent" sei die Zeit reif für einen Grand Prix in Afrika. Ob der heute 41-jährige Ferrari-Pilot die Premiere allerdings noch als Rennfahrer erlebt, ist ob seines Alters aber fraglich. Für Wurz ist Ruanda womöglich erst der Anfang. "Wir werden vielleicht noch den einen oder anderen Grand Prix in Afrika sehen", merkte der Niederösterreicher an.