Das Tor von Kane war ein klassisches too little, too late. Immerhin verliert man nicht, aber kaufen kann man sich davon leider Gottes herzlich wenig. Und nach dem Ausgleich war man eben auch nicht zwingend genug, wie über das gesamte Spiel. Aber so ist es halt.
Was soll man also abschließend sagen? Man ist gegen die wohl beste Mannschaft Europas nach Hin- und Rückspiel trotz durchaus großem Kampf letztendlich völlig verdient ausgeschieden. Das ist keine Schande, die Saison war trotzdem hervorragend bisher und wenn man an den Fehlern arbeitet, dann ist man nächstes Jahr definitiv wieder einer der Favoriten auf den Titel.
Trotzdem bleibt das Gefühl, dass auch gegen dieses tolle PSG mehr drin gewesen wäre. Man hat in Hin- und Rückspiel locker zwei, drei Tore easy verschenkt. Besonders das 0:1 heute war brutal unnötig in der Situation und darf nie, nie, nie, niemals passieren. Hinzukommt, dass man heute zum absoluten miesesten Zeitpunkt das Vertrauen in die eigene Offensivstärke verloren hat. Das war erschreckend, wie sich keiner den Steilpass zugetraut hat, wie sich keiner den Abschluss zugetraut hat. Die Angst vor einem weiteren Fehler, einem weiteren Gegentor, war einfach zu groß. Und diesen Bärendienst hat man sich mit dem abermals verkorksten Start und völlig unnötigen Gegentor selbst erwiesen.
Heute hatte dazu fast keiner auf dem Platz Normalform – und das lag nicht nur an einem exzellent eingestellten und brutal starken Paris. Hinzukommen dann noch der Elfer gegen Davies und der Zwischenschlaf kurz nach der Pause im Hinspiel, dann die nicht-gegebene Gelb-Rote Karte gegen Mendes heute – das sind dann auch Nackenschläge, die man, wenn es eh schon gegen einen läuft, nicht so easy wegsteckt. Und nein, bevor mich hier wieder alle anrammeln: Es lag nicht am Schiedsrichter, es lag an Paris und vielleicht auch daran, dass man zum entscheidenden Zeitpunkt nicht das eigene Potential zeigen konnte.
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Zu guter Letzt: Ich finde es übrigens echt unnötig – und auch dafür werde ich hier mit Sicherheit wieder einen draufkriegen –, wenn hier Leute die ganze Zeit semi-neunmalklug provozieren müssen. Keine Sau von den Anti-Bayern hier ist tatsächlich PSG-Fan – zumindest nicht, dass ich wüsste. Warum hält man sich dann nicht während des Spiels, wenn die Emotionen eh hochkochen, mal geschlossen? Warum muss man dann den Jungs, die eben sehr emotional sind, noch irgendwelche Hihihi-Sprüche drücken und sich dann über Konter echauffieren a lá "nenn mich nicht Junge" und so'n Blödsinn? Alman'inger ging's in der Situation ja kaum. Kann man dann nicht einfach mal, salopp gesagt, die Fresse halten und nach dem Spiel normal miteinander diskutieren oder zumindest die Häme weglassen? Ohne Emotionen? Gibt ja genug Fussballfachwissen bei den Leuten und Dinge, über die man im Anschluss wie normale Menschen sprechen kann. Zum Beispiel hat
@Gladio ein ums andere Mal einfach den Fussball von Paris gefeiert, von hervorragendem Rasenschach gesprochen, ohne im selben Satz über die Bayern-Fans hier zu lachen oder sie lächerlich zu machen. Das ist ja auch legitim. Warum nicht so? Warum nach dem Motto "hauptsache sticheln"? Wie die kleinen Kinder, ohne ******. Ich würde ja die Frotzeleien und Co. total verstehen, wenn einer wirklich Paris-Fan ist – aber als, Pardon, Bayern-Hater hier in einem Thread mit 90 Prozent Bayern-Fans seine als "Objektivität" schlecht-getarnten Provokationen loszulassen. Das ist so albern, Leute. Schlechte "Gewinner". Was man ja nichtmal sagen kann, weil ja keine Sau davon ein "Gewinner", sprich Paris-Fan ist. Wird eh wieder im Nirvana verhallen oder es werden sich die üblichen Leute drüber lustig machen, aber, ja, ist meine Meinung dazu.
Ich hatte mir schon einen ausführlichen Beitrag zum Spiel zurecht gelegt, aber der ist ziemlich obsolet, wenn ich mir Deinen Beitrag durchlese. Da ist schon fast alles gesagt, was ich hätte schreiben wollen.
Übrigens sind mir Deine Beiträge schon oft positiv aufgefallen, auch während der Spiele. Macht immer Spaß sie zu lesen und deckt sich oft mit meinen Beobachtungen.
Als kleine Ergänzungen dann noch:
Fühlt sich ganz schön bitter an. Vor dem Spiel war ich drauf eingestellt, dass PSG einfach zu stark sein könnte. Allerdings war die Art und Weise des Ausscheidens gestern so enttäuschend. Man wirkte vor allem mental nie ebenbürtig. Anfangs nervös, wieder mit einem Gegentor, welches man so (schnell) nicht kassieren darf. Danach Verunsicherung bis hin zu Angst. Das Problem hatte man auch im Rückspiel gegen Real, wo es auch beinahe das Ausscheiden bedeutet hätte. Da war man nur insgesamt deutlich besser als der Gegner, was es dann zum Guten gewendet hat.
Nur Neuer, Laimer und Diaz wirkten gestern mental gefestigt und haben wie immer gespielt. Ungenauigkeiten zogen sich durchs ganze Spiel, falsche Entscheidungen, zu wenig Risiko.
Im Nachhinein wäre ich lieber mit einem 0:3 oder 2:4 ausgeschieden, bei dem die Bayern alles versucht hätten in dem Stil, den sie die ganze Saison gezeigt haben. Das ganze hat ja auch zuhause stattgefunden, da muss einfach ein anderes Auftreten an den Tag gelegt werden.
Dennoch Respekt an Paris. Wegen des Scheichs sicher grundsätzlich abzulehnen, aber diese Mannschaft ist jetzt über zwei Saisons das Nonplusultra in Europa. Dabei weitestgehend fair und mit tollem Fussball und mannschaftlicher Geschlossenheit. Sie sind verdient weiter.
Dennoch gönne ich eher Arsenal den Titel, weil es für mich die schönere Geschichte ist.
Zu den Schiedsrichterentscheidungen in beiden Spielen, weil ja darauf auch Bezug genommen wurde.
Hinspiel: MMn sind beide Elfer nicht unbedingt zu geben. Diaz "erspielt" sich den ersten geschickt, aber für mich muss man den nicht geben.
Davies hat Pech, ist null gewollt, aber regelkonform den zu geben, auch wenn man nicht muss, der Ball trifft erst den Körper, und ich da grundsätzlich eher keinen Elfer für sehen will.
Im Rückspiel:
Gelb-Rot für Mendes ist ein Muss. Man hat das Gefühl der Schiedsrichter ist in der Situation erleichtert, dass er nicht dazu gezwungen wird so früh gelb-rot zu geben und nimmt den Zuruf von außen dankbar an. Bitter für Bayern, aber das musst du dann abhaken. Man hat noch eine Stunde Zeit und hat es selbst nicht gut genug gemacht.
Abseits von Kane (fälschlicherweise) abpfeifen. Auch das eine Fehlentscheidung. Ich gehe von einer Fehlkommunikation aus. Der Linienrichter sagt vielleicht, dass es eher abseits ist und der Schiri reagiert sofort, anstatt laufen zu lassen.
Kane ist aber in der Situation niemals durch, kann sein, dass der Ball am Ende locker von PSG verteidigt wird.
Das Handspiel im Strafraum. Sorry, für mich absolut unverständlich, wie man da Elfer fordern kann. Das ist in keinerlei Sinne des Sports oder des Fairplays, dafür einen Elfer zu geben. Sollte es irgendein Regelkonstrukt geben, dass dafür einen Elfer zulässt, müsste man es sofort ändern. PSG hat in der Situation 0 Vorteil durch das Handspiel, welches zu 100% unabsichtlich ist.
Es gab noch ein paar Kleinigkeiten, die der Schiri (fälschlicherweise) gegen Bayern entschieden hat. Außerdem gab es recht wenig Nachspielzeit und nach dem Ausgleich quasi keine Aktion im Spiel mehr.
Dennoch hat der Schiri nichts mit dem Ausscheiden am Hut, sondern nur die Bayern selbst, die einfach gestern nicht gut genug waren.
Trotzdem eine tolle (CL-)Saison. Natürlich schmerzt die vergebene Chance und in den nächsten Jahren wird es wahrscheinlich nicht leichter. Allerdings wäre ja auch noch ein Finale zu spielen gewesen, in dem man höchsten leichter Favorit gewesen wäre.
Insgesamt kann das Team stolz auf sich sein. Ich hoffe allerdings, dass sich der Frust mit etwas Abstand in die Erkenntnis wandelt, dass man sich selbst der Chance beraubt hat, indem man zu ängstlich und nervös war anstatt das Risiko zu gehen und den eigenen offensiven Stärken zu vertrauen, bzw. darauf zu setzen.