Immerhin geht der neue Waldmeister direkt in die vollen und will seinen Titel gegen Klitschko verteidigen....Gefahrlevel wird da wohl genauso niedrig sein, wie gegen Knybra oder wie der letzte Gigantengener hieß...
Die Melkmaschine wird sowas von auf Turbo die nächsten Jahre laufen.
Ist Vitali Klitschko eigentlich auch bei seinem zweiten Rücktritt beim WBC zum Champion Emeritus ernannt worden? Nunja ... ich denke er ist gerade andertweitig mehr beschäftigt.
Bei Wladimir Klitschko kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass es ihn reizen würde, den Foreman-Rekord anzugehen. Wobei ich ihm dann eher empfehlen würde in Richtung WBA-Titel zu schielen.
Da er seit über 10 Jahren keinen Profibox-Kampf mehr gewonnen hat, kann man ihn
eigentlich auch nicht einfach so mirnichtsdirnichts in eine Rangliste setzen. Foreman hat sich ja damals mit einigen Kämpfen gegen Aufbaugegner ab 1987 den Rost abgeschüttelt, bevor er '91 gegen Holyfield im Ring sand.
Und da Wladimir Klitschko seit 26 Jahren nichts mehr mit dem WBC zu tun hatte,
sollte er da auch keine Sonderstellung bekommen.
Nunja, für Kabayel wird es vermutlich eh erstmal darum gehen, welche Pflichtverteidigung der WBC von ihm verlangt.
1. Tyson Fury
Schielt sicherlich eher in Richtung Anthony Joshua als auf den Gürtel seines Kumpels. Muss in Punkto WM-Titel nichts mehr beweisen und würde - wenn er doch Bock auf einen Gürtel hätte - vermutlich eher mit Dubois in den Ring steigen.
2. Lawrence Okolie
Hätte grundsätzlich wohl Zeit, auch wenn bislang noch unklar ist, ob und wielange er ggf. für seine positive Doping-Probe vor dem geplanten Yoka-Kampf gesperrt wird. Evntl. klappt die Ausrede mit der Bizeps-Verletzung.
3. Moses Itauma
4. Filip Hrgovic
Boxen bald gegeneinander. Der Gewinner kann sich dann aussuchen, ob er gegen Kabayel, gegen Sanchez oder gegen Dubois boxen will. Er wäre jeweils in drei Ranglisten an der Spitze zu finden.
Ok, Itauma ist auch bei der WBA an #1 ... aber da sieht man sich selten genötigt eine Pflichtverteidigung einzufordern. Der kleine WBA-Titel stieß halt oft auf geringes Interesse, weil es seit Joshua vs. Klitschko wieder zwei Titelträger gab und zuletzt bei Klitschko vs Povetkin eine Pflichtverteidigung gegen den "kleinen" Weltmeister bestritten wurde.
Die IBF hat Sanchez vs Itauma bereits angesetzt. Soll heißen, Itauma könnte den Kampf gegen Hrgovic auch absagen.
Man könnte fast sagen, dass es Kabayel vielleicht entgegen kommt, dass er höchstwahrscheinlich nicht gegen einen der beiden ran muss, weil der Kampf mit Sanchez schon auf dem Tisch liegt und weil alternativ Dubois z.B. einen Kampf mit größerer Börse generieren kann.
5. Anthony Joshua
Hat seit 2019 keinen Top-Mann mehr geschlagen (Wallin und Past-Prime-Pulev zähle ich da nicht zu), steht aber bei allen Verbänden in den Top 5 und hofft - mit Usyk als Mentor - auf einen zweiten Frühling.
Dafür gibt es in 2 Wochen erstmal den Test gegen den Journeyman-Klatscher Prenga, welcher Joshua eigentlich keine Probleme bereiten sollte.
Fury boxt einen Tag vorher gegen Wach.
Gewinnen beide ihre jeweiligen Kämpfe, so werden sie wohl gegeneinander antreten. Sollte Fury überraschenderweise gegen Wach verlieren, dann sähe die Sache anders aus. Aber die Wahrscheinlichkeit hält sich in Grenzen.
Ebenso wie es dann auch wahrscheinlicher wäre, dass die Briten ihre Titel unter sich ausboxen und Kabayel da nichts groß mit zu tun hat. Warren als Promoter hin oder her...
6. Frank Sanchez
Man kann drüber streiten inwiefern eine etwaige Verletzung Sanchez im Kampf gegen Kabayel beeinträchtigt hat ... letztlich sieht es nunmal so aus, dass jener eher in Richtung IBF-Titel tendiert als in Richtung Rückkampf mit Kabayel.
7. Deontay Wilder
Wie bei Joshua gilt auch für Wilder, dass er seit 2019 keinen Top-Mann mehr geschlagen hat. Naja ... Chisora ist immernoch mehr oder weniger zweite Reihe, aber der Kampf wirkte nun wirklich nicht wie die Crème de la Crème des Schwergewichts.
Wilder befindet sich in der glücklichen Situation, dass er als noch aktiver Has-Been im Fokus von Usyk liegt, der nochmal einen nicht allzu herausfordernden Kampf sucht, um seine Karriere ausklingen zu lassen. Der 2026-Wilder erscheint dafür wie gemacht.
Wilders Chancen gegen Kabayel zu gewinnen wären vermutlich deutlich höher als gegen Usyk zu gewinnen ... aber für jemanden der auch nahe dem Karriereende ist, wirkt die Aussicht auf einen vermeintlich lukrativen Deal mit Usyk sicherlich sehr attraktiv.
8. Rico Verhoeven
Eine etwas ungewöhnliche Ranglisten-Position für jemanden, der als einzigen Profibox-Sieg einen gewonnenen Kampf gegen einen 0-5-Mann vorzuweisen hat. Aber klar, Verhoeven hat nunmal seine Reputation über das Kickboxen und über seine Leistung gegen Usyk.
Angesichts des vermeintlichen Desinteresses von Fury/Joshua, Itauma/Hrogovic, Wilder und Sanchez so wie des wohl unklaren Status' von Okolie könnte es tatsächlich dazu kommen, dass Verhoeven ein potentieller Gegner für eine Pflichtverteidigung von Kabayel wäre.
Klingt glatt etwas verrückt ... aber nicht unmöglich.
9. Efe Ajagba
Hat hinten raus einen Sieg gegen Bakole verspielt, aber gegen Charles Martin einen vorzeitigen Sieg einfahren dürfen.
Das ist nicht unbedingt beeindruckend, aber reicht für einen gewissen Aufwärts-Trend.
Ich bin mir nicht sicher, inwiefern die Zuffa-Boxer überhaupt (noch) in Richtung der "klassischen" WM-Titel der Weltverbände tendieren, oder ob Dana White da eher versucht sein Titelchen zu etablieren (wie mit Opetaia im Cruiser).
Hab da so meine Zweifel, dass er da viele in den Top20 dazu bekommen könnte, eher auf seinen Zuffa-Gürtel zu schielen, als auf einen von WBC/WBA/IBF/WBO.
10. Richard Riakporhe
Teilt sich mit Okolie den Status der "von-Billam-Smith-Besiegten".
Ist aktuell der britische Schwergewichts-Champ, allerdings hat der Gürtel schon höherklassige Ansetzungen gesehen, als dass Jeamie Tschikeva zwei Mal versuchen durfte den jeweils vakanten Titel zu holen, bevor er dann gegen Riakporhe verlor.
Und wenn der WBC nicht zu Potte kommt?
Eine freiwillige Titelverteidigung als nächster Kabayel-Kampf ist auch denkbar.
Genannt wird da z.B. der Ranglisten-Dreizehnte Guido Vianello, welcher gegen Ajagba knapp verlor ... gegen Richard Torrez dafür umso deutlicher.
Auch Jarrell Miller wird ins Spiel gebracht. Das 300lb "Big Baby" bekam von Dubois ziemlich auf die Mütze, bevor Miller und Andy Ruiz sich ein zähes Duell lieferten, das ein Prime-Ruiz wohl locker gewonnen hätte ... so dass dieser sich ob seiner Selbstzweifel erstmal wieder zuückzog.
Millers Sieg gegen Lenier Pero - als Amateur nicht gerade unerfolgreich - war quasi sowas wie ein "Zurückmelden", zumal Miller dabei so wenig wie zuletzt 2018 wog (seine Leber dürfte dennoch gut gepolsters sein). Allerdings ist er nur bei der WBA in der Rangliste geführt.
Ich bin mir unsicher, ob das vielleicht an seiner positiven Doping-Probe von 2019 liegen könnte. Pero steht beim WBC übrigens auf Platz 22.