Gibt beim Kicker ein
Interview mit Eisei, in dem er "ĂŒber Nervenkitzel, Schmerzen, Nachfolger und Freiheit." spricht
Wieso ziehen Sie jetzt den Schlussstrich? Der Entschluss ist in den letzten Wochen und Monaten in mir gereift. Ich war jetzt nie der groĂe Olympia-Fan, wollte vor allem zu Olympia, um eine Medaille zu holen. Das ist mir 2022 mit Bronze geglĂŒckt. [...] Es gibt keinen Teamwettbewerb mit vier Springern mehr, nur ein Super-Team mit zwei. Es sind sehr weite Wege zwischen den SportstĂ€tten. Von Predazzo nach Mailand brauchst du drei Stunden. Es war dann auch eine Befreiung, nachdem ich den RĂŒcktritt verkĂŒndet hatte.
Waren die körperlichen Probleme auch der Hauptgrund fĂŒr Ihre sportliche Misere in den letzten Jahren? Ja, das war definitiv ein entscheidender Faktor. Ich hatte immer Schmerzen im Knie und im RĂŒcken. Ich muss mich eine Stunde vorbereiten, eine Stunde nachbereiten. Und das halt einfach jeden Tag. Entscheidend war, dass mir die Ărzte gesagt haben, dass ich mit 40 oder 50 ein kĂŒnstliches Knie brauche, wenn ich so weitermache. Ich möchte meine Sportler-Rente gesund und fit beginnen.
War natĂŒrlich einiges schon klar, aber gerade der gesundheitliche Aspekt macht den RĂŒcktritt nochmal verstĂ€ndlicher.
Was wollen Sie denn nach Ihrem RĂŒcktritt konkret genieĂen? Skitouren gehen, langlaufen, berg-gehen, was ich halt einfach gerne tue. Und das dann vielleicht exzessiver.[...].
Er kanns trotzdem nicht lassen: Ganz oder gar nicht - nur dann hoffentlich ohne das Sieg-oder-Sarg-Motto
Und ein typischer Eisenbichler:
"Ich kann essen gehen, wann ich will, und werde es sogar genieĂen, mir mal ein Schnitzel zu gönnen, obwohl es gar nicht mein Lieblingsgericht ist. Ich bin vogelfrei und kann einfach nur das tun, worauf ich Lust habe."
Es war zu lesen, dass Sie sich auch vorstellen könnten, als Trainer oder in anderer Funktion fĂŒr den Deutschen Skiverband zu arbeiten? Ich werde auf alle FĂ€lle dem Skispringen erhalten bleiben und meine Erfahrungen jungen Athleten weitergeben. Ich habe viele Höhen und Tiefen erlebt und kann da vielleicht den einen oder anderen jungen Sportler vor gewissen Problemen bewahren. Ich könnte mir auch gut vorstellen, als Experte zu arbeiten.

Experte...Bitte Hannawald ablösen
Er spricht weiterhin auch ĂŒber hĂ€ufiges Aneinanderrasseln mit seinem frĂŒheren Jugendtrainer und Werner Schuster, mit denen er sich aber immer sehr schnell wieder vertragen hat. Beide standen stets hinter ihm. Horngacher gefiel nicht, dass Eisei Freiheiten, u.a. auch mal anderen Sport, brauchte, um sein Bestes geben zu können - "Ansonsten werde ich im Endeffekt unertrĂ€glich"
Nun will er seine Freiheit genieĂen, irgendwann Frau und Kinder haben und als nĂ€chstes erst mal ein Haus bauen.
