🇯🇵 An die Japanfans


Hakuba

J-Fan
Beiträge
19.692
Punkte
113
Ort
Berlin
Nachlese Teil 1

Das durch den überstürzten Abbruch abgewürgte Teamspringen war in meinen Augen einmal mehr keine gute Werbung für das Skispringen. Eine Unterbrechung oder Verzögerung von etwa 20 bis 25 Minuten kommt häufig vor und ist im geplanten Zeitablauf immer „eingepreist“.

Team Japan, seit 2014 medaillenlos im Team, das eine Medaille in Predazzo fest im Blick hatte, blieb durch den Abbruch ohne die Chance, um die ersehnte Medaille am Ende mitzukämpfen.

Der drittbeste Sprung des Wettkampfes auf 138,5 Meter und 146,8 Punkte wurde zum – wie ihn japanische Medien nennen - „Geistersprung“. (幻のジャンプ – maboroshi no jampu. Maboroshi bedeutet ‚Trugbild/Illusion/Phantom‘)


Lassen wir sie selbst zu Wort kommen.

Nori: „Japan war in der Position, bis zur Silbermedaille mitzukämpfen.“

Okabe: „Bei Weltcupspringen in Europa ist es üblich, auch wenn durch starken Wind Verzögerungen eintreten, alles zu tun, um den Wettkampf durchzuziehen. Mein Eindruck ist, dass man diesmal viel zu schnell einfach so abgebrochen hat.“

Ryô hat kein Verständnis für den Abbruch: „Es ist so bitter, ich wollte springen.“
Dazu, dass die Bedingungen wenige Minuten später besser wurden:
„Ich war die ganze Zeit startbereit. Wenn man auf das Wetterradar geschaut hätte, hätte man auf jeden Fall erkannt, dass es in fünf Minuten oder so aufhört…“

Ren auf die Frage, ob die Olympischen Spiele irgendwie verhext seien:
„Mhm, so könnte man es fassen. Aber das gilt nicht nur für Olympia, man weiß nie, bei jedem Wettkampf kann etwas passieren. Es handelt sich hier um ein Ereignis, das ein Mal in vier Jahren stattfindet, und daher gibt es hier viele Menschen, die unterschiedliche Erwartungen und Gedanken mit sich tragen. Gerade deshalb können sicherlich die verschiedensten Dinge sehr leicht passieren.“

Sakuyama: „Um ehrlich zu sein, ich hätte gewollt, dass man etwa 30 Minuten wartet. Die Entscheidung fiel übereilt. Es war ziemlich seltsam.“

Drei Enttäuschte:

Ren-Hille.png Ryô-Ende.png

(Fotos: AP und Emori)


Teil 2

Ren ist nach Funaki 1998 der erste Japaner, der drei Medaillen bei einem OS -Ereignis gewinnen konnte. Diese Leistung wird in in Japan hoch bewertet, auch wenn Gold nicht dabei ist.

Auch Harada als Vize-Delegationsleiter hat sich stolz und lobend über das Sprungteam mit seinen Erfolgen geäußert.

Außerdem freut man sich darüber, dass es bei den Herren nun ein Doppel-As gibt und Ryô nicht mehr der einzige Japaner an der Spitze ist. Ryô selbst: „Für uns als Team Japan ist das erfreulich. Mich erschreckt der Gedanke, wie es ohne ihn gewesen wäre.“

Okabe: „Es waren gute Olympische Spiele. Man kann sagen, dass Japan wieder so stark ist, um an der Weltspitze mitzukämpfen.“
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben