🇯🇵 An die Japanfans


Hakuba

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Nachlese Teil 1

Das durch den überstürzten Abbruch abgewürgte Teamspringen war in meinen Augen einmal mehr keine gute Werbung für das Skispringen. Eine Unterbrechung oder Verzögerung von etwa 20 bis 25 Minuten kommt häufig vor und ist im geplanten Zeitablauf immer „eingepreist“.

Team Japan, seit 2014 medaillenlos im Team, das eine Medaille in Predazzo fest im Blick hatte, blieb durch den Abbruch ohne die Chance, um die ersehnte Medaille am Ende mitzukämpfen.

Der drittbeste Sprung des Wettkampfes auf 138,5 Meter und 146,8 Punkte wurde zum – wie ihn japanische Medien nennen - „Geistersprung“. (幻のジャンプ – maboroshi no jampu. Maboroshi bedeutet ‚Trugbild/Illusion/Phantom‘)


Lassen wir sie selbst zu Wort kommen.

Nori: „Japan war in der Position, bis zur Silbermedaille mitzukämpfen.“

Okabe: „Bei Weltcupspringen in Europa ist es üblich, auch wenn durch starken Wind Verzögerungen eintreten, alles zu tun, um den Wettkampf durchzuziehen. Mein Eindruck ist, dass man diesmal viel zu schnell einfach so abgebrochen hat.“

Ryô hat kein Verständnis für den Abbruch: „Es ist so bitter, ich wollte springen.“
Dazu, dass die Bedingungen wenige Minuten später besser wurden:
„Ich war die ganze Zeit startbereit. Wenn man auf das Wetterradar geschaut hätte, hätte man auf jeden Fall erkannt, dass es in fünf Minuten oder so aufhört…“

Ren auf die Frage, ob die Olympischen Spiele irgendwie verhext seien:
„Mhm, so könnte man es fassen. Aber das gilt nicht nur für Olympia, man weiß nie, bei jedem Wettkampf kann etwas passieren. Es handelt sich hier um ein Ereignis, das ein Mal in vier Jahren stattfindet, und daher gibt es hier viele Menschen, die unterschiedliche Erwartungen und Gedanken mit sich tragen. Gerade deshalb können sicherlich die verschiedensten Dinge sehr leicht passieren.“

Sakuyama: „Um ehrlich zu sein, ich hätte gewollt, dass man etwa 30 Minuten wartet. Die Entscheidung fiel übereilt. Es war ziemlich seltsam.“

Drei Enttäuschte:

Ren-Hille.png Ryô-Ende.png

(Fotos: AP und Emori)


Teil 2

Ren ist nach Funaki 1998 der erste Japaner, der drei Medaillen bei einem OS -Ereignis gewinnen konnte. Diese Leistung wird in in Japan hoch bewertet, auch wenn Gold nicht dabei ist.

Auch Harada als Vize-Delegationsleiter hat sich stolz und lobend über das Sprungteam mit seinen Erfolgen geäußert.

Außerdem freut man sich darüber, dass es bei den Herren nun ein Doppel-As gibt und Ryô nicht mehr der einzige Japaner an der Spitze ist. Ryô selbst: „Für uns als Team Japan ist das erfreulich. Mich erschreckt der Gedanke, wie es ohne ihn gewesen wäre.“

Okabe: „Es waren gute Olympische Spiele. Man kann sagen, dass Japan wieder so stark ist, um an der Weltspitze mitzukämpfen.“
 
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MK2311984

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Pertile said that the main reason of cancellation was running out of scheduled broadcasting time for competition...
 

Hakuba

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Pertile said that the main reason of cancellation was running out of scheduled broadcasting time for competition...

That is surely just an excuse.
Yesterday snowboard and freeski competitions were largely postponed and no-one talks about TV time slots.

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Die beiden erfolgreichen Damen sind bereits wieder in Japan.
Am Flughafen Haneda wurden sie von 50 Journalisten, 10 Fernsehkamers und etwa 300 applaudierenden Fans in Empfang genommen.

nozomisara.png
(Foto: Furukawa)
 

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Auch die beiden Herren sind wieder in der Heimat. Auch sie wurden in Haneda von Fans gefeiert.

Den Medientermin nahm nur Ryôyû wahr, Ren fühlte sich nicht wohl (ich hoffe, er ist nur ermüdet).
Ryô gab sich relaxed und dankte für den herzlichen Empfang.

zu seinen Resultaten: "In den Einzeln konnte ich mich nicht so in Szene setzen, hatte aber gute Sprünge dabei. Im Mixed konnten wir eine Medaille gewinnen, so dass ich viel von den Spielen mitnehmen kann."

zum Super Team: "Das ist vorbei, darüber gibt es nichts mehr machzudenken."

zu den wenigen Tagen, die er jetzt in Japan ist: "Erst einmal zu Hause Ordnung schaffen, dann will ich Ramen und Sushi essen."

zum weiteren Weltcup: "Ich werde mich in aller Ruhe darauf vorbereiten. Ich glaube, der Druck nur noch halb so groß und ich möchte Spaß haben beim Springen."

Ren sieht echt fix und fertig aus. Hoffentlich findet er daheim schnell wieder zu alter Kraft!

Ryô-Ren.png
(Foto: sponichi)
 

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Gestern und heute gab es weitere Wettkämpfe in Sapporo auf der NH, einen Pokal der Firma Snow Brand und das Sapporo Olympic Memorial.

24. Februar

Damen
1. Ichinohe Kurumi
2. Iwasa Haruka
3. Nakayama Nagomi

Herren
1. Kobayashi Junshirô
2. Satô Keiichi
3. Satô Yukiya
4. Nakamura Yûto
5. Takehana Daimatsu
6. Kudô Sôta


25. Februar

Damen
1. Nakayama
2. Ichinohe
3. Iwasa

Herren
1. Kobayashi Sakutarô
2. Iwasa Yûken
3. Kobayashi Junshirô
4. Satô Keiichi
5. Ikeda Ryûsei
6. Kudô Sôta
9. Kasai Noriaki

 

Hakuba

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Sind das die Wettkämpfe die aus irgendeinem Grund auch im FIS-Kalender stehen?

Nein, die FIS-Springen beginnen morgen. Die insgesamt vier Springen (Männer und Frauen auf NH und LH) sind Teil der Miyasama-Skispiele, bei denen es außerdem Wettkämpfe in der NoKo, im Langlauf, im Biathlon, auf der Buckelpiste und im Ski Alpin gibt.

Die Springen sind seit langem als FIS-Wettkämpfe gelistet. Es können ausländische Sportler teilnehmen und es sind auch immer ein paar dabei, in den letzten Jahren aber wohl nur aus Korea, früher waren auch Europäer dort.
 

Hakuba

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Ergebnisse Miyasama-Spiele, Normalschanze:
(Ausländische Springer waren leider nicht am Start. Aber es gab einen koreanischen Sprungrichter.)

Damen
1. Ichinohe Kurumi
2. Nakayama Nagomi
3. Iwasa Haruka

Schüler (männl.)
1. Mori Taiyô
2. Fuse Hyûma
3. Takahashi Ryûsei

Herren
1. Kobayashi Junshirô
2. Kobayashi Sakutarô
3. Satô Keiichi
4. Kudô Sôta
5. Ikeda Ryûsei
6. Iwasa Yûken
12. Kasai Noriaki
14. Takeuchi Taku

 

Hakuba

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Der heutige Sieger Junshirô denkt vorerst nicht ans Aufhören. (@Skisprungschwester wird es freuen!)
Er fühlt sich gut in Form.

Die olympischen Springen mit den japanischen Medaillen hat er am TV verfolgt. "Als Japaner, der Skispringen betreibt, hat mich das überaus gefreut. Ich möchte alles dafür tun, beim nächsten Mal selbst dort zu stehen."

Im Juni wird er 35 Jahre alt, aber: "Ich spüre keine physischen Veränderungen und meine, dass ich weiterhin mithalten können werde."

Er hat den Willen, 2030 im Alter von 38 Jahren eine Medaille zu erringen.
"Ich möchte höhere Ziele anstreben, damit ich nicht das Gefühl habe, an eine Grenze zu kommen. (Mit 38) ist die beste Zeit dafür. Ich hoffe, mir einen Erfahrungsschatz anzueignen, den jüngere Menschen nicht haben, und auf der größten Bühne zu stehen."

 

Skisprungschwester

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Der heutige Sieger Junshirô denkt vorerst nicht ans Aufhören. (@Skisprungschwester wird es freuen!)
Er fühlt sich gut in Form.

Die olympischen Springen mit den japanischen Medaillen hat er am TV verfolgt. "Als Japaner, der Skispringen betreibt, hat mich das überaus gefreut. Ich möchte alles dafür tun, beim nächsten Mal selbst dort zu stehen."

Im Juni wird er 35 Jahre alt, aber: "Ich spüre keine physischen Veränderungen und meine, dass ich weiterhin mithalten können werde."

Er hat den Willen, 2030 im Alter von 38 Jahren eine Medaille zu erringen.
"Ich möchte höhere Ziele anstreben, damit ich nicht das Gefühl habe, an eine Grenze zu kommen. (Mit 38) ist die beste Zeit dafür. Ich hoffe, mir einen Erfahrungsschatz anzueignen, den jüngere Menschen nicht haben, und auf der größten Bühne zu stehen."


Das allerdings freut mich sehr.
 
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