Ich denke, dass Sportjournalisten derzeit russische Athleten und Athletinnen nicht nach der aktuellen Situation im Ukraine-Krieg befragen sollten. Wenn sie sich offen gegen Putin stellen oder nix sagen, würde das vermutlich böse Konsequenzen für sie und ggfs. ihre Angehörigen in der Heimat bedeuten. Da sollten Journalisten auch etwas sensibler vorgehen. Wir wissen alle nicht, unter welchem internen Druck die Athleten und Athletinnen stehen und was sie letztlich wirklich denken. Wir leben wahrscheinlich alle nicht in einer Diktatur und können schwerlich nachvollziehen, wie es ist unter einem Verbrecherregime wie dem Putins zu leben. Ich glaube nicht, dass es einem russischen Sportler/Sportlerin derzeit möglich ist, offen eine Meinung zu äußern, die sich klar gegen den Krieg und das Handeln Putins stellt. Deswegen wäre ich vorsichtig Aussagen von Klimov oder Barkov vorschnell zu beurteilen.
Trotzdem bin ich für eine Sperre russischer und belarussischer Athleten und Athletinnen. Es kann in der aktuellen Situation keine andere Entscheidung geben. Man sollte jedoch Putin und seine Regierung nicht mit dem russischen Volk gleichsetzen.