@Malte: Du verstehst mich vollkommen richtig, dass ich den Profiradsport abschaffen würde. (d.h. eigentlich nicht ganz, weil das Geld eben nur sehr viel später käme). Nur so gäbe es halbweg sauberen Sport. Dein Einwand, dass auch im Amateurradsport gedopt würde ,wäre ebenfalls hinfällig, denn nach meiner Strategie würde KEINER mehr dopen. Titel und Geld würden offiziell erst -sagen wir - 5 Jahre danach vergeben.
Und zwischendurch fahren die um die Goldenen Ananas und gehen betteln, um ihren Lebensunterhalt zu sichern oder wie? Pippen das ist doch unrealistisch. Sport lebt doch von der Aktualität der Ereignisse. Warum sollte man sich den ein Sportereignis ansehen, bei dem erst 5 Jahre später der Sieger bestätigt wird. Sollen die Fans ihren Sieger auch erst 5 Jahre später feiern dürfen, nachdem es zwischendurch 4 weitere Sieger gegeben hat (die allerdings auch erst in einigen Jahren bestätigt werden?) In 5 Jahren interessiert sich kein Mensch mehr dafür, höchstens als Fußnote. Sport lebt von den Emotionen, von dem Moment der über Sieg und Niederlage entscheidet.
Das ist echt Unfug Pippen, so leid es mir tut. Und es funktioniert auch aus finanzieller Sicht nicht. Oder willst du den Sportlern auch verbieten sich zu vermarkten? Wer ein großes Sportereignis gewinnt (und selbst wenn er erst 5 Jahre danach offiziell bestätigt wird) erzielt dadurch enorme Popularität. Danach folgen Werbeverträge, bezahlte öffentliche Auftritte etc., wie willst du hier vorgehen? Willst du das alles verbieten lassen? Wovon leben die Sportler dann den bitte, wie finanzieren sie ihren Sport (Sport zu treiben kostet erstaunlicherweise Geld Pippen. Training kostet Geld, Material kostet Geld, eine sportgerechte Ernährung kostet Geld etc)?
Es ist schon erstaunlich, wie viele Leute ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass Radsportler als Profis ihr Geld bekommen müssen, dagegen zB Notärzte einem nicht Krankenversicherten (ganz unentgeltlich) helfen sollen.
Den Zusammenhang verstehe ich nicht und unglücklicherweise hast du auch hier nicht richtig nachgedacht. Notärzte, mein lieber Pippen, arbeitet nicht unentgeltlich auch dann nicht, wenn sie einen Menschen ohne Versicherung behandeln. Es gibt genau für solche Fälle Landschaftsverbände, die als Kostenträger die entstandenen Kosten übernehmen. Wäre ja auch noch schöner, wenn demnächst unversicherte Menschen auf der Straße liegen gelassen würden, weil die Ärzte Angst haben müssten, ihr Geld zu bekommen.
Der ganze Profisport ist doch heute ein Sumpf aus reiner und freier Marktwirtschaft, die zu genau den Blüten führt, die wir heute haben: Dopingsumpf, Wettskandale, Wahnsinnsgehälter, Skandale allg. Art. Ich plädiere hiermit für eine staatliche Reglementierung. Ärzte, Rechtsanwälte können auch nicht einfach ihre Verträge aushandeln o. machen was sie wollen, sondern sind durch viele Gesetze beschränkt. Dasselbe gilt für Handwerker u.a. "Dienstleister": Da gibt es zB eine Gewährleistungsfrist von 6 Monaten...erst ab diesem Zeitpunkt kann der Handwerker sich relativ sicher sein, das Entgelt auch wirklich behalten zu können. So ähnlich wäre das nach meiner Methode dann auch bei Radprofis.... Gar nicht so ungewöhnlich als...es wäre dann eben eine "Gewährleistungsfrist" darauf, dass der Zuschauer und die Sponsoren zu Recht ihr Geld und ihre Emotione in die Dienstleistung "Tour der France 1997 von Jan U." gesteckt hätten.
Nur nebenbei, es gibt auch Menschen in diesem Land die selbstständig ihren Lebensunterhalt bestreiten und da ich zufälligerweise dazu gehöre kann ich nur sagen, Gottseidank ist das so. Ich handel meine Veträge nämlich gerne selber aus, ohne das mir der Staat vorschreiben möchte, wieviel meine Leistung Wert sein darf.
Aber zum Thema Gewährleistungsfrist. Welchen rechtlichen Anspruch hast du als Zuschauer bei einer Tour de France? Hat Ullrich keinen Radsport geboten, hat er seine Leistung dir gegenüber nicht erfüllt? Wolltest du Radsport sehen und hast du das gesehen? Du kannst moralische und rechtliche Aspekte nicht in einen Topf schmeißen und vermischen.
Alles in allem geht dein Vorschlag einfach völlig an den Realität vorbei.