Hab mir jetzt Deutschland mit Sarah Engels und das siegerlied angehört. Kann mir jemand erklären warum Deutschland 0 Punkte bekommt und der andere Beitrag gleich das Ding gewinnt, obwohl hier genau null Qualitätsunterschied ist?
Qualität ist Geschmackssache, klar. Aber wie hieß es seitens Lordi über den eigenen ESC-Sieg so schön? "Wir waren die falsche Band zur richtigen Zeit am richtigen Ort."
Was man braucht, ist auch ein Song der auch zu der Zeit - als er teilnimmt - einfach gut passt. Das war z.B. auch bei Lena Meyer-Landrut und Salvador Sobral der Fall, die in einem Moment punkteten, als das Publikum auch einfach mal Lust auf eine vergleichsweise schlichte Bühnen-Show hatte. Und beide konnten halt auch irgendwo mit ihrem Charisma punkten.
Der Song von Sarah Engels ist nicht per se schlecht ... aber die musikalische Untermalung klingt halt simpel gestrickt und der Song so, als wäre Zypern schon 3 Mal damit angetreten (z.B. 2018). Es klingt halt ein wenig wie ein Song, mit dem jemand vor 10-15 Jahren in den Charts war.
Da ist der Wiedererkennungswert begrenzt. Und gerade das ist halt ein Punkt, mit dem Beiträge von DARA, JJ, Tommy Cash, Käärijä (traurig, dass Loreen 2023 gewonnen hat), Maneskin, Daði Freyr, Mahmood, Salvador Sobral uvm. gepunktet haben.
Sogar die Kontroverse um die live oder nicht live gespielte Geige aus Finnland verschafft einen gewissen Wiedererkennungswert.
Abgesehen davon, dass man einen Sieger-Song natürlich auch noch stark performen sollte. Das können manche mehr, manche weniger.
In der Hinsicht Wiedererkennungswert war dann auch "Baller" vom letzten Jahr besser (wo es dann aber vielleicht an den sängerischen Möglichkeiten von Tynna scheiterte), oder dieses Jahr beim Vorentscheid der Beitrag von wavvyboi (wenngleich dieser auch nicht gerade "modern" wirkte).
Vielleicht hätte auch der diesjährige schwedische Beitrag vor ein paar Jahren mehr Erfolg beim Televoting gehabt.
Gewiss ist nun wieder das Geheule bei manchen Beobachtern groß, von wegen "Man mag uns nicht" und "andere Länder schachern sich die Punkte zu", weil hier und da in manchen Regionen bestimmte Musikgenres/-stile populärer sind. So wie dieses Jahr der deutschsprachige NDW-mäßige Österreich-Beitrag halt nur beim deutschen Publikum punkten konnte (und bei der Jury von Luxemburg).
Gewiss, es gibt für manch Länder auch mal "Sympathiepunkte" (siehe Ukraine und Israel) und ich denke, dass Bulgarien den ESC vorher noch nie gewonnen hat, spielte einen vielleicht auch ein wenig zu, dass man dieses Jahr zum ersten Mal seit 2017 einen Sieger-Song sah, der sowohl bei Jury als auch beim Televote ganz vorne lag.
Damals - 2017 - war Bulgarien übrigens 2ter geworden.
Aber das war nicht der Grund, warum dieses Jahr die letzten drei Plätze von einem deutschsprachigen Song, einem Song mit deutschem Titel und einem deutschen Beitrag belegt wurden.