Bin bei dem Thema recht zwiegespalten. Einerseits mag ich ähnlich wie
@Totto oder
@Maxx Verbote gar nicht. Bis auf zwei Jahre, in denen ich mich als Halbstarker innerhalb einer Clique beweisen wollte, hatte ich in meinem Leben nie das Bedürfnis, Böller oder Raketen zu zünden.
Ein Verbot würde für mich also keinen Verzicht bedeuten, aber ich fände es irgendwie auch unfair, jetzt, wo ich als alter Mann nichts mehr damit zu schaffen habe, es den jüngeren verbieten zu wollen...
Aber meine eigenen Erfahrungen als Halbstarker würden fast schon eher für ein Verbot sprechen. Und wir kamen allesamt nicht auf sozialen Brennpunkten. Im Nachhinein finde ich es sogar erstaunlich, dass diese Kombination aus Vollsuff und Sprengstoff überhaupt in so vielen Fällen gut geht. Da waren Gruppen, die sich gegenseitig beschossen hatte, ein sehr guter Freund wollte den starken Mann markieren, indem er die Böller angezündet noch möglichst lange in der Hand hielt - der war dann so besoffen, dass er tatsächlich dabei vergessen hatte, einen gezündeten Kracher in der Hand zu halten. Er war tatsächlich überrascht/erschrocken, als wir ihn hektisch darauf hinwiesen und hätte uns in der Panik fast noch das Ding an den Kopf geworfen...
Als Teenager hielt ich als Hund einen Wolfspitz. Der hatte massive Schussangst. Das lässt ich auch mit viel Training nur bedingt therapieren - Silvester dann gar nicht. In der Silvesternacht lässt sich das ja noch managen, aber die überraschenden Kracher außerhalb der Kernzeit sind dann übel. Der Hund war super erzogen, ist dann aber im Wald bei dem Terror ins Dickicht ausgebrochen und musste mühsam aus dem Gestrüpp rausoperiert werden. Den konntest Du nicht mehr erreichen, so durch war er.
Mittlerweile halte ich Schäferhunde. Da ist es kein Problem, da Schussangst bei der Schäferhundzucht seit Jahrzehnten ein zuchtausschließendes Kriterium darstellt.
Bin dieses Jahr kurz vor Mitternacht von Düsseldorf nach Dortmund in den Tresor (Techno-Club) gefahren. Da führt die A1 durch dichtbesiedeltes Gebiet. War wirklich schön, von der Autobahn aus das Feuerwerk zu betrachten. Auch wenn alle rationalen Gründe dagegensprechen, gönne ich den Menschen dennoch diese Tradition und auch die Schönheit, die damit einhergeht.
In Dortmund selbst bin ich halt langsam gefahren. Die Feiernden auf den Straßen waren gut drauf und, soweit das mit 3 Promille möglich ist, auch kooperativ.
Der Krach und der Dreck sind für die Umwelt mies. Ich weiß da auch keine Lösung.