derrick brooks schrieb:
...der five fehlt die unbekümmertheit vergangener tage, als sie noch über die üblichen journalistischen grenzen ging mit dieser " na und? wir tun was wir tun!" attitüde
Ich habe so das Gefühl, dass sich noch einer der Jungs aus der Redaktion zu Wort melden wird, aber ich sag einfach schonmal meine Meinung zu dem Thema "Unbekümmertheit" der Five.
In den frühen Ausgaben stehen sicherlich Dinge, die wir heute so wohl nicht mehr schreiben würden. Bei gewissen Sachen verstehe ich, dass man das so einfach nicht schreiben kann; bei anderen wiederum nicht. Aber da steckt auch schon das Problem: Jeder besitzt eine andere "Toleranzschwelle", was verschiedenste Dinge angeht. Besonders die Redaktion, und wir als Autoren generell, müssen drauf achten, inwieweit krasse Artikel, Absätze oder Metaphern bei den meisten unserer Leser auf Gegenliebe stoßen. Da gibt es in der Tat heiße Diskussionen bei jeder Heftkonferenz.
Ich bin überzeugt, dass wir nach wie vor sehr viele "off-mainstream" Themen im Heft haben. Aus dem Stehgreif fallen mir Sachen wie die Rassismus-Story, die Omar Cook- oder Red Auerbach-Artikel sowie Svens Euroleague-Artikel ein, die sonst kein anderes Magazin so bringen würde. Selbst die ach so off-mainstream'igen Ami-Magazine nicht.
Und was die Sprache der Artikel angeht: Es ist schwierig, beständig ein Feuerwerk an funky Formulierungen rauszuhauen. Nicht jeder versteht HipHop-inspirierte Andeutungen oder findet Witze über die erzwungene Kopulation mit Ordensschwestern witzig. Und auch dabei stellt sich die Frage: Inwieweit ist es die beste Lösung für alle.
Ihr hier im Forum seid sowas wie die Speerspitze der Leserschaft, aber es gibt noch (zehn-)tausende andere Leser, die bei zuviel Ghettoslang das Mag genervt beiseite legen würden. Trotzdem finde ich, dass auch das nicht zu kurz kommt. Also ich persönlich lach mich z.B. regelmäßig bei Jans Artikeln schlapp. Einerseits sind die Texte "erwachsener" geworden, dabei aber immernoch "gangsta". "Erwachsener" dahingehend, dass die angesprochene "Unbekümmertheit", der "Anarcho-Stil" oder auch die "Gangsta'ness" nach wie vor in Maßen vorkommt - und es damit für jeden lesbar macht: Sei es Fachpublikum, chilliger Baller oder auch schlicht ein Otto-Normal-Basketballinteressierter.
Ob ich mit diesem Post Derrick den Wanderpokal für den längsten Threadbeitrag entreißen konnte, weiß ich nicht. Bitte weiterhin um Feedback.