Winterpause ist angesagt: das heisst, es ist zwischen den ganzen Österreicherinnen und Österreichern hier auch einmal auf die Liga hier in der Schweiz zu schauen.
Platz 1: FC Thun - 40 Punkte - 39:23
Nach fünf Jahren in der zweiten Liga hat man es endlich wieder in die höchste Etage geschafft und was schreiben die Berner Oberländer denn gerade für ein Märchen. Nach 19 gespielten Runden steht Thun mit drei Punkten Vorsprung an der Spitze der Tabelle. Und was man sagen muss: man tut es nicht einfach glücklich, sondern völlig verdient. Am vierten Spieltag stand man erstmals zuoberst und seither blieb man dort. Man rechnet gefühlt jede Woche mit dem Einbruch, doch er kommt irgendwie nicht. Ende November schien es dann aber soweit: drei Niederlagen in vier Spielen, man konterte aber mit einem deutlichen Sieg gegen Winterthur und einem 4:2 nach 0:2 gegen Zürich. Somit festigte man seine Position vorne wieder.
Es sind nicht die Einzelspieler, welche den Erfolg bringen, sondern es ist das starke Kollektiv, welches Woche für Woche überzeugt. Es gibt keinen Spieler, welche man zwingend explizit hervorheben müsste. Es ist im Gegenteil die gelungene Mischung zwischen den erfahrenen Haudegen wie Bürki, Bertone und Ibayi und den jungen Wilden wie Heule, Meichtry und Rastoder, welche die Mannschaft prägt. Es ist der unbändige Wille, dass man die Spiele gewinnt, welche man eigentlich gar nicht gewinnen kann. Kann man diesen Flow nach der Pause beibehalten, dann werden sich die anderen Mannschaften strecken müssen. Man wird sich beim Aufsteiger jedoch hüten, dass M-Wort in den Mund zu nehmen.
Platz 2: FC St. Gallen - 37 Punkte - 38:22
Durch die famose Saison von Thun geht beinahe unter, was die Ostschweizer für eine gute Saison spielen. Man ist seit geraumer Zeit im vorderen Mittelfeld anzutreffen, der wirkliche Angriff nach ganz oben ist aber nie wirklich gelungen. Oftmals fehlte die Konstanz, um an den Spitzenplätzen dran zu bleiben. Diese Konstanz hat man aber in dieser Saison gefunden. Die Mannschaft von Enrico Maassen überzeugt durch eine starke Defensive und ein effizientes Umschaltspiel.
Getragen wird die Mannschaft unter anderem von einem deutschen Trio: Lukas Görtler ist seit langer Zeit das Mentalitätsmonster des Teams, der von St. Pauli nach St. Gallen gewechselte Carlo Boukhalfa hat schon acht Mal getroffen und Lukas Daschner übernimmt nach seiner Verletzungspause eine tragende Rolle im Mittelfeld. Die Rückkehr von Daschner kommt zum richtigen Zeitpunkt, denn mit Behar Neziri fällt der Aufsteiger der Saison mit einem Kreuzbandriss die restlichen Monate aus. Wobei: der eigentliche Aufsteiger der Saison ist eigentlicu ganz klar Alessandro Vogt. Der 20-jährige kam auf diese Saison erst in den Profikader und setzte sich im Sturm auf Anhieb durch. Wettbewerbsübergreifend steht Vogt mittlerweile bei elf Toren und ist damit rasant zur neuen Sturmhoffnung der Schweiz aufgestiegen.
Platz 3: FC Lugano - 33 Punkte - 28:23
Die Tessiner sind der beste Beweis, dass es sich ab und an doch lohnt, an einem bewährten Trainer festzuhalten. Mattia Croci-Torti war nach einem verkorksten Saisonbeginn arg angezählt: nach sechs Partien stand man mit vier Punkten im Tabellenkeller, dazu scheiterte man in den internationalen Wettbewerben an Cluj und Celje (darunter ein indiskutables 0:5 zu Hause). Und auch im Pokal scheiterte man am drittklassigen Cham. Doch es scheint das richtige Mittel gewesen zu sein, am dienstältesten Trainer der Liga festzuhalten, scheint man unter Investor Joe Mansueto doch auch einen klaren Plan zu verfolgen. Ein Teil davon: das neue Stadion, in welchem man ab nächster Saison spielen wird, auch wenn der Charme des rudimentären Cornaredo fehlen wird.
Der Saisonstart ist mittlerweile vergessen, Lugano gehört zu den formstärksten Mannschaften. Seit dem erwähnten Saisonstart gab es lediglich noch zwei Niederlagen und zwei Remis, die restlichen neun Partien gestaltete man siegreich. Die Defensive ist auch nach dem Abgang von Albian Hajdari zu Hoffenheim noch die grosse Stärke der Mannschaft, die Viererkette aus Mattia Zanotti, Lukas Mai, Antonios Papadoupoulos und Martim Marques ist womöglich noch immer die stärkste Kette der Liga. In der Offensive funktioniert Routinier Kevin Behrens auch immer besser, mittlerweile steht der 34-jährige bei sechs Toren.
Platz 4: FC Basel - 32 Punkte - 28:20
Als amtierender Meister und Cupsieger ging man nach verkorksten Jahren mit grossen Ambitionen in die neue Saison. Davon ist man aktuell jedoch weit entfernt, auch wenn die Punkteausbeute eigentlich noch besser ist als zum gleichen Zeitpunkt der letzten Saison. Blutleere Auftritte und komplette Ladehemmungen in der Offensive (man hat europaweit einen der höchsten xG-Werte) prägen die letzten Wochen und Monate. Ludovic Magnin, welcher den Trainerposten vom nach Russland abgewanderten Fabio Celestini übernahm, ist von Medien und Fans schon arg angezählt, aber die Sportkommission stärkt ihm den Rücken. Dennoch ist man weit entfernt vom Anspruch, welcher man an sich selbst hat.
Es hilft natürlich nicht, dass der in der letzten Saison kongeniale Shaqiri komplett seiner Form hinterher hinkt. Die meiste Zeit verbringt er auch mit lamentieren und fluchen über misslungene Aktionen der Mitspieler, obwohl er selbst kaum einen Fuss vor den anderen bringt. Und mit Broschinski (in Bochum wird man die erhaltenen Millionen wahrscheinlich nach wie vor nicht verstehen) und Ajeti gibt es zwei Stürmer im Kader, welche momentan auch ein offenes Scheuentor nicht treffen würden. Magnin wirkt zudem auch zunehmend planlos, da die Offensive die ausgespielten Chancen nicht verwerten kann. Bestes Beispiel hierfür: vier verschossene Elfmeter in Folge. Es klappt also auch nicht, wenn man die Möglichkeiten auf dem Tablett serviert bekommt. Aber es gibt auch Lichtblicke: mit Flavius Daniliuc hat man einen absoluten Fels in der Abwehr geholt, der sich innert kürzester Zeit zum absoluten Chef der Defensive gemausert hat. Der Typ ist eine Wucht und an der Stelle von ÖFB-Rangnik würde ich da ganz rasch den Hörer wieder in die Hand nehmen. Und auch der von der City Group definitiv übernommene Metinho entwickelt sich toll, auch wenn er noch immer etwas roh ist. Magnin muss insgesamt aber relativ schnell einen Weg finden, um der Mannschaft das verloren gegangene Selbstvertrauen zurückzubringen, ansonsten wird man kaum noch in den Kampf um die Meisterschaft eingreifen können.
Platz 5: BSC Young Boys - 29 Punkte - 38:38
Wenn man bei Basel von unzufrieden spricht, dann muss man das bei den Young Boys definitiv auch tun. Giorgio Contini musste seinen Hut nehmen, mit Gerardo Seoane übernahm der frühere Meistertrainer wieder in der Bundesstadt das Zepter. Was vor allem auffällt, ist die fehlende Konstanz. Das beste Beispiel gab es zum Ende der Hinrunde: auf einen engagierten Auftritt bei Aston Villa, folgte ein 4:4 gegen Servette und eine Niederlage gegen Sion. Es folgte ein unerwarteter Sieg gegen Lille, nur um sich nach einem weiteren Sieg gegen Luzern sich von den Grasshoppers und von Lugano mit 2:6 und 0:3 weghauen zu lassen.
Im Sommer liess man die finanzielle Überlegenheit auf dem Transfermarkt spielen kaufte fleissig für einige Millionen ein. Das Problem: bislang konnten die Neuzugänge nicht wirklich überzeugen. Armin Gigovic flog schon zwei Mal vom Platz, Ryan Andrews ist gemessen an der Ablöse nicht die gewünschte Verstärkung, Edimilson Fernandes bringt noch nicht die gewünschte Stabilität und Gregory Wüthrich ist bislang mehr verletzt als auf dem Feld. Doch der Königstransfer ist sicherlich Alvyn Sanches, welcher zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung jedoch noch seinen Kreuzbandriss auskurierte. Doch die Leistungen stimmen, sein Spielwitz hat Sanches nicht verloren und auch sammelt er bereits wieder fleissig Scorerpunkte. In der Rückrunde muss man mit dem Jungen definitiv rechnen. Ebenfalls wichtig wird die starke Form von Christian Fassnacht sein. Der England-Rückkehrer drückt seit letztem Winter dem YB-Spiel seinen Stempel auf und steht auch diese Saison bereits wieder bei elf Toren und fünf Assists. Und wenn man in der Vergangenheit etwas gelernt hat: YB sollte man bis zum Ende nicht abschreiben. Findet die Mannschaft im Winter seinen Flow, dann werden sie auch trotz elf Punkten Rückstand noch einmal den Kantonsrivalen aus Thun angreifen.
Platz 6: FC Sion - 27 Punkte - 27:23
Es ist nicht mehr der FC Sion, welchen man sich gewohnt ist. Im Wallis gibt es erstmals etwas, dass man unter dem Namen Konstanz deklarieren könnte. Seit mittlerweile 2.5 Jahren ist Didier Tholot als Trainer an der Seitenlinie - vor einigen Jahren wäre dies unvorstellbar gewesen. Da war man überrascht, wenn ein Übungsleiter eine ganze Saison geschafft hat. Seit Christian Constantin seinen Sohn Barth als Sportchef installiert hat (was anfangs auch als vogelwilde Entscheidung beurteilt wurde), kommt der Verein langsam in ruhigere Fahrwasser. Wenn man das kurze Balotelli-Abenteuer da mal ausklammert. Man muss sagen: die Constantins leben für den FC Sion und mit der gewonnenen Ruhe kann man dort wohl wirklich etwas aufbauen. Mittlerweile ist auch ein neues Stadion in Planung.
Die lange Zeit vogelwilde Kaderplanung scheint mittlerweile wirklich Hand und Fuss zu haben, das Team hat eine harmonische Mischung zwischen den jungen Wilden und erfahreneren Routiniers. Die Transfers vor der Saison haben für mich schon relativ plausibel gewirkt und das Ganze scheint in dieser Saison wirklich aufzugehen. Kreshnik Hajrizi wurde von Lodz definitiv übernommen und bildet mit Jan Kronig eine starke Innenverteidigung. Vorne hat man mit Rilind Nivokazi den Challenge League-Goalgetter der vergangenen Saison übernommen, welcher auch in der höchsten Liga überzeugt. Es ist wie bei Thun und St. Gallen das Kollektiv, welches zu überzeugen weiss. Und wenn man diese Entwicklung beibehält, dann ist es ein realistisches Szenario, dass man diese Saison über dem Strich beendet.
Platz 7: FC Zürich - 24 Punkte - 28:35
Eigentlich haben in Zürich die Grasshoppers den Ruf, der Chaos-Verein der Stadt zu sein. Aber der FCZ hat sich in dieser Saison wohl vorgenommen, sich diesen Titel in der Stadt zu sichern. Und man macht aktuell sehr viel dafür. Mitte Oktober trennte man sich von Trainer van der Gaag, obwohl man bisher in der Saison keinen all zu schlechten Eindruck hinterlassen hat. Dennis Hediger wurde vom Interims- mittlerweile zum Cheftrainer, nachdem er elf Punkte in zehn Spielen geholt hat, obwohl auch einige davon äusserst glücklich zu Stande kamen. Im Winter erfolgte die Trennung vom umstrittenen Sportchef Milos Malenovic. Nach etwas mehr als zwei Jahren und einigen Böcken schliesst sich ein Kapitel, wo die Fans wohl nicht sehr positiv zurückblicken werden. Und zum 01. Januar gab es den nächsten Paukenschlag: nach einem Jahr in Zürich löst Steven Zuber den Vertrag auf eigenen Wunsch auf. Und damit verlässt der wohl individuell beste Spieler des Kaders den Verein. Es bleiben wilde Tage bei den Stadtzürchern.
Der Kader ist eigentlich perspektivisch gut aufgestellt, nur schafft man es nicht, die PS auf den Platz zu bringen. Im Mittelfeld hat man mit dem 19-jährigen Cheveyo Tsawa einen Rohdiamanten, der die Kassen sicherlich irgendwann ordentlich füllen wird. Und in der Offensive hat man mit Philippe Keny und Matthias Phaeton zwei Offensivspieler, die gute Zahlen liefern - und bis anhin mit dem nun abgewanderten Zuber ein bisschen die Lebensversicherung des FCZ waren. Insgesamt scheint der Kader aber etwas unausgewogen aufgestellt zu sein - auch wieder ein „Verdienst“ des kritisierten Sportchefs Malenovic. Und so, wie das Ganze aktuell gerade weitergeht, stellt man sich die Frage, wie man mit dieser Ausgangslage irgendwie über den Strich kommen soll.
Platz 8: FC Luzern - 21 Punkte - 35:35
Die Innerschweizer sind in einer unangenehmen Situation. Aktuell trägt man wohl zurecht den Titel der grössten Talentschmiede der Schweiz, aber die Leistungen auf dem Platz stimmen nur bedingt mit dem eigenen Anspruch überein. Man verzichtete zuletzt auch öffentlich auf eine vorzeitige Verlängerung des Vertrags von Trainer Mario Frick. Gut möglich, dass sich die Wege des durchaus erfolgreichen Duos im Sommer trennen. Zuletzt gab es erstmals in dessen Amtszeit vier Niederlagen in Folge, auch in den drei Spielen zuvor holte man lediglich einen Punkt. Immerhin gelang mit einem deutlichen Sieg in Lausanne vor der Winterpause noch ein kleiner Befreiungsschlag.
Wenn man sich den Kader anschaut, müsste man eigentlich davon ausgehen, dass man in der Tabelle weiter oben stehen müsste. Mit Adrian Bajrami hat man wieder einen Nationalspieler der Schweiz in den eigenen Reihen und mit unter anderem Pascal Loretz, Bung Freimann, Tyron Owusu, Lucas Ferreira und Lars Villiger ein breites Arsenal an sehr talentierten Spielern. Und mit Matteo Di Giusto dirigiert der für mich bislang mitunter beste Spieler der Hinrunde die Offensive. Das Problem ist wie schon in der vergangenen Saison die Defensive. Frick versuchte es mit einem Systemwechsel, doch auch auf diese Spielzeit findet man nicht die Lösung, die die bestehenden Probleme löst. Wird der passende Schlüssel gefunden, dann kann man womöglich noch einmal die Championship Group angreifen. Wenn nicht, wird man sich im Niemandsland finden - und die Talente würden dann wohl auch auf dem Absprung stehen.
Platz 9: FC Lausanne-Sport - 21 Punkte - 27:27
Es sind unter dem neuen Trainer Peter Zeidler zwei Welten: das nationale und das europäische Lausanne. Während man die Ligaphase der Conference League nach einem Sieg gegen die Fiorentina auf Rang 9 beendete (und man sich in der Quali gegen Besiktas durchsetzte), strauchelt man in der Super League gewaltig. Und wenn man sich einzelne Ergebnisse anschaut, kann man sich das Ganze noch weniger erklären. Im heimischen Stade de la Tuiliere putzte man zuerst YB mit 5:0 weg, kurz danach wurde auch Basel mit einem 5:1 nach Hause geschickt und auch beim Leader aus Thun konnte man sich drei Punkte holen. Sicherlich spielt die ungewohnte Doppelbelastung eine Rolle, dennoch sind die gezeigten Leistungen viel zu unkonstant, um die vergangene Saison zu wiederholen.
Für mich sind zwei der besten Spieler aus (Lausanne-Sicht) leider nur Leihgaben. Aus Salzburg kam Gaoussou Diakité zu den Romands, welcher vor allem technisch zu überzeugen weiss. Wettbewerbsübergreifend steht er bei neun Toren und vier Assists und er sollte wohl gute Chancen haben, bei RB nächste Saison eine gute Rolle zu spielen. Gabriel Sigua dagegen wurde von Basel an den Lac Leman verliehen, der junge Georgier ist mittlerweile Taktgeber im Mittelfeld von Lausanne.
Platz 10: Servette Genf - 20 Punkte - 30:36
Für die Grenats ist es eine ungemütliche Saison. Nach dem Wiederaufstieg klassierte man sich in fünf der sechs Saison in den Top 4, die letzte Saison beendete man als Vize-Meister. Durch eine stets kluge Kaderplanung (man zeichnet sich eher selten durch individuelle Qualität der Spieler aus) hat man sich den Anspruch erarbeitet, auch in dieser Saison vorne anzugreifen, davon ist man aktuell aber sehr weit entfernt. Den ablösefreien Abgang von Nationalspieler Dereck Kutesa konnte man nicht wirklich ersetzen und insgesamt setzte man wohl ein bisschen auf die falschen Pferde. Die bestehenden Spieler rennen zudem der vergangenen Form hinterher.
Ein Glücksgriff scheint jedoch der Transfer von Florian Ayé zu sein. Der 28-jährige Franzose wechselte für 500‘000 Euro von Auxerre an den Genfersee und netzte mittlerweile acht Mal ein. Mit Timothé Cognat hat man zudem weiterhin einen der stärksten Mittelfeldspieler der Liga in den eigenen Reihen. Miroslav Stevanovic ist immer noch das kreative Genie der Mannschaft, jedoch ist dieser mittlerweile auch schon 35-jährig und liefert auch nicht mehr so sehr wie auch schon. Über den Rest der Mannschaft muss man aber wohl sagen, dass man sich hierbei mit Durchschnitt begnügen muss. Wenn man die Mannschaft momentan anschaut, stellt man sich durchaus die Frage, wie man noch einmal die obere Hälfte angreifen will.
Platz 11: Grasshoppers Zürich - 17 Punkte - 26:35
Jahrelang waren die Grasshoppers der Chaos-Verein der Stadt - wie schon eingehend erwähnt, will der FCZ diesen Titel wohl übernehmen. Und aktuell bietet GC auch nicht wirklich eine Plattform, weswegen man von Chaos sprechen kann. Die Möglichkeiten, die man aktuell hat, sind beim Rekordmeister begrenzt und dafür leistet man meines Erachtens solide Arbeit. Das ist sicherlich auch sehr auf den im Mai eingestellten Sportchef Alain Sutter zurückzuführen, welcher den Verein aufräumt und in ruhigere Gewässer führen soll. Dies tat er bereits bei St. Gallen erfolgreich. Mit Gerhard Scheiblehner holte man von Blau-Weiss Linz einen Trainer, der weiss, wie man aus wenigen Mitteln viel herausholt. Und auch wenn man auf der Habenseite noch nicht so viel zu Buche stehen hat, ist die eingeschlagene Entwicklung durchaus positiv zu sehen.
Durch die finanziellen Mittel ist man gezwungen, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. Und die jungen Leute machen hierbei einen guten Job. Besonders positiv fällt mir hier Samuel Marques auf, auch Simone Stroscio zeigt positive Ansätze. Desweiteren profitiert man von der Partnerschaft mit den Bayern: Lovro Zvonarek und vor allem Jonathan Asp Jensen helfen der Mannschaft sehr. Ansonsten ist man darauf angewiesen, sich mit ablösefreien Spielern zu verstärken. Ein guter Griff scheint Luke Plange zu sein, welcher mittlerweile bei sechs Toren und drei Assists steht. Man wird wohl bis zum Schluss im Abstiegskampf stecken, doch für die Entwicklung der Mannschaft hoffe ich, dass man sich letztendlich retten kann. Wenn nötig, auch über die Barrage. Mit Alain Sutter als starkem Mann bin ich sicher, dass man beim einst grossen GC wieder ein paar Schritte nach vorne machen kann.
Platz 12: FC Winterthur - 10 Punkte - 23:50
Der FC Winterthur spielt seine vierte Saison in der Super League und eigentlich ist man in jedem Jahr als Abstiegskandidat Nummer 1 ins Rennen gegangen. Vor zwei Jahren erreichte man sogar sensationell Rang 6 und damit nur knapp die europäischen Plätze, in dieser Saison agierte man jedoch weit über den eigentlichen Möglichkeiten. Zu überschaubar sind die Mittel, welche man bei Winterthur hat, zu gering die Qualität des Kaders, um in der Liga bestehen zu können. Und dieses Jahr scheint wohl wirklich der Punkt zu kommen, wo man sich nicht mehr irgendwie retten kann. Einzelne gute Spiele reichen da nicht aus, vor allem dann nicht, wenn man schlussendlich trotzdem mit null Punkten aus dem Spiel geht. Unter Patrick Rahmen, der seine Rückkehr an die Seitenlinie des FCW „feiert“, liess sich zwar eine leicht verbesserte Tendenz erkennen, aber es scheint nicht so, als könnte man das Ruder noch einmal herumreissen.
Wie bereits erwähnt: die Qualität im Kader ist, geschuldet den Möglichkeiten, überschaubar. Was sicherlich auch nicht hilft, ist die Tatsache, dass mit Innenverteidiger Loic Lüthi der wohl individuell stärkste Spieler bereits die gesamte Saison ausfällt. Es braucht im Winter wohl einige gute Leihen, um irgendwie noch einmal im Kampf um dem Klassenerhalt mitreden zu können. Da reicht Basel-Leihgabe Andrin Hunziker nicht aus, auch wenn er im Sturm ein bisschen die Hoffnung am Leben hält. Spieler, welche zukünftig die Kassen füllen könnten, gibt es im Kader auch nicht unbedingt. Am ehesten fallen mir hier noch Elias Maluvunu und Theo Golliard auf.