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Kürzlich gelesene Literatur - Belletristik


Seoulsaram

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Anbei das von KI Übersetzte Review von mir.

„Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara ist ein emotionaler Ritt der Extreme. Das Buch beginnt eher langsam und zumindest für mich auch nicht besonders zugänglich, entwickelt sich dann aber zu einem emotionalen Auf und Ab, bei dem man immer wieder kurz davor ist zu weinen, weil die Geschichte so schwer zu ertragen wird. Das Buch macht einem bewusst, wie verheerend und langanhaltend die Auswirkungen von sexuellem Missbrauch sein können und wie tief dadurch das Vertrauen eines Opfers in seine Umwelt, seine Freunde und sogar in sich selbst zerstört werden kann.


Obwohl der Klappentext suggeriert, dass das Buch von einer Gruppe von vier Collegefreunden und ihrem Leben handelt, geht es letztlich viel stärker um Jude St. Francis und sein Leben mit und rund um seine Freunde. Am Anfang hält das Buch dieses Versprechen noch ein und porträtiert alle vier Freunde und ihre individuellen Geschichten. Ab einem gewissen Punkt verschiebt sich der Fokus jedoch fast vollständig auf Jude und seinen besten Freund Willem.


Ich muss zugeben, dass mir das Buch am Anfang nicht besonders gefallen hat. Es wirkte ein wenig so, als hätte die Autorin einen Diversitätskurs besucht und danach versucht, jede nur denkbare Art von Figur in einen einzigen Roman zu packen. Als kurz darauf dann auch noch eine lesbische Figur im Übergang erwähnt wurde, dachte ich: Jetzt habe ich wirklich alles gesehen. Dieser Eindruck beschränkte sich aber grösstenteils auf den Anfang. Je weiter das Buch voranschritt, desto packender und berührender wurde es.


Gleichzeitig ist es aber auch ein zutiefst verstörendes Buch. Yanagihara beschreibt Judes sexuellen Missbrauch sehr detailliert, genauso wie seinen Selbsthass, seine Selbstverletzungen und Suizidversuche. Deshalb würde ich dieses Buch definitiv niemandem empfehlen, der sich aktuell psychisch nicht in einer guten Verfassung befindet. Es ist nicht einfach nur traurig, sondern emotional brutal.


Am Ende hat mir das Buch insgesamt ziemlich gut gefallen, trotzdem kann ich einige Schwächen nicht ignorieren. Besonders gestört haben mich die plötzlichen Perspektivwechsel, bei denen ich teilweise Seiten erneut lesen musste, bis mir klar wurde, aus wessen Sicht gerade erzählt wird. Da grosse Teile des Buches in einer sehr nahen Perspektive geschrieben sind, wirkten diese Wechsel manchmal verwirrend und rissen mich aus der Geschichte heraus.


Es gab auch einige Punkte, die für mich nicht ganz logisch wirkten:


  • Das Buch erschien 2015, und ungefähr fünfzig Jahre davor soll ein verarmter Priester plötzlich einen Laptop benutzt und Dinge im Internet nachgeschlagen haben – historisch ergab das für mich keinen Sinn.
  • Über 9/11 wird fast gar nicht gesprochen, obwohl die Handlung grösstenteils in New York City und besonders in Manhattan spielt.
  • Ausserdem wirkte es eher unrealistisch, dass fast alle Freunde – ausser JB – absolute Spitzenpositionen in ihren jeweiligen Berufen erreichen.

Trotzdem ist das Buch enorm kraftvoll. Die Tode von Willem und Malcolm waren Wendungen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte, und Judes versuchte Heilung war schlicht herzzerreissend. Es ist eines dieser Bücher, die ich nicht immer gerne gelesen habe, die aber mit jeder Seite mehr Wirkung entfaltet haben.


Insgesamt würde ich „Ein wenig Leben“ mit 4 von 5 Sternen bewerten. Die emotionale Wucht des Buches ist unbestreitbar, aber einige logische Schwächen, die teilweise verwirrenden Perspektivwechsel und das etwas erzwungen wirkende Gefühl am Anfang verhindern für mich die perfekte Bewertung.
 
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