Kürzlich gelesene Literatur - Belletristik


vinz

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Ich dachte ich machen hier mal ein Tread auf wo man jedewede Literatur die man gelesen hat, zusammen fassen und bewerten kann, praktisch nach dem Vorbild in TV & Film.

Sodann beginne ich:

Herz der Finsternis (Joseph Conrad)

Der Erzähler Marlow berichtet von seinem Erlebnissen im Kongo zur Zeit des Kolonialismus.
Als Kapitän eines kleinen Dampfers dringt er tief in die Wildnis des Urwaldes ein, auf der Suche nach dem Elfenbeinhändler Mr. Kurtz.
Dieser schafft es mit höchst fragwürdigen Methoden so viel Elfenbein anzuschaffen wie alle andere Agenten zusammen und scheint außerdem ein ganz außerordentlicher Mensch zu sein, welcher ''nicht mit gewöhnlichen Maßstäben zu messen sei''.
Soweit die eigentliche Handlung.
Was das Buch aber so interessant macht, ist die Thematik der Moral und Ethik.
Sie wird im Laufe des Buches immer wieder aufgegriffen und durch Handlungen oder Geschenisse anschaulich gemacht.
Es werden Tiefe Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele gewert, welche anhand der Behandlung der schwarzen Ureinwohner durch die weißen 'Herren' aufgezeigt werden.
Der Film 'Apocalypse Now' basiert übrigens auch auf diesem Buch.

Leichte Abzüge lediglich, weil ich es auf Deutsch gelesen habe und von daher Einiges sprachlich nicht sehr hochwertig war, was sicherlich daran liegt, dass das Original in Englisch geschrieben ist.

Alles in allem trotzdem ein gutes Buch was allemal zum Denken anregt.

9/10
 
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Smokey2020

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Ich dachte ich machen hier mal ein Tread auf wo man jedewede Literatur die man gelesen hat, zusammen fassen und bewerten kann, praktisch nach dem Vorbild in TV & Film.

Sodann beginne ich:

Herz der Finsternis (Joseph Conrad)

Der Erzähler Marlow berichtet von seinem Erlebnissen im Kongo zur Zeit des Kolonialismus.
Als Kapitän eines kleinen Dampfers dringt er tief in die Wildnis des Urwaldes ein, auf der Suche nach dem Elfenbeinhändler Mr. Kurtz.
Dieser schafft es mit höchst fragwürdigen Methoden so viel Elfenbein anzuschaffen wie alle andere Agenten zusammen und scheint außerdem ein ganz außerordentlicher Mensch zu sein, welcher ''nicht mit gewöhnlichen Maßstäben zu messen sei''.
Soweit die eigentliche Handlung.
Was das Buch aber so interessant macht, ist die Thematik der Moral und Ethik.
Sie wird im Laufe des Buches immer wieder aufgegriffen und durch Handlungen oder Geschenisse anschaulich gemacht.
Es werden Tiefe Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele gewert, welche anhand der Behandlung der schwarzen Ureinwohner durch die weißen 'Herren' aufgezeigt werden.
Der Film 'Apocalypse Now' basiert übrigens auch auf diesem Buch.

Leichte Abzüge lediglich, weil ich es auf Deutsch gelesen habe und von daher Einiges sprachlich nicht sehr hochwertig war, was sicherlich daran liegt, dass das Original in Englisch geschrieben ist.

Alles in allem trotzdem ein gutes Buch was allemal zum Denken anregt.

9/10
Man sollte allerdings nicht vergessen den Rassismus zu erwähnen, der in allen von Conrads Werken permanent vorherrscht.
 
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probabilmenteperso

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Zuletzt habe ich von Uwe Timm "Kopfjäger" gelesen. Wirklich ein starkes Buch, das immer wieder mit mehr oder weniger unterschwelligem Humor überzeugen kann. Allerdings hatte es in meinen Augen auch einige Längen. Trotzdem ist Timm mein Lieblingsgegenwartsautor aus Deutschland.

Momentan lese ich "Long walk to freedom", die Autobiographie von Nelson Mandela. Bin jetzt gut halb durch und war selten von einem Werk so begeistert. Mandela schildert anschaulich und gibt tiefe Einblicke in seine Gedankenwelt. Hatte eigentlich ein teilweise langweiliges Epos erwartet, aber bisher war jede der 500 Seiten mehr als lesenswert.

Außerdem habe ich zuletzt für meine Hausarbeit "The strange case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde" und "The Picture of Dorian Gray" nochmal komplett durchgearbeitet. Jetzt beim Aufarbeiten gefiel mir auch Wildes Werk deutlich besser als beim ersten Lesen. Da haben sich manche Seiten für mich echt ewig hingezogen.
Stevensons Klassiker fand ich schon beim ersten Mal einfach super.
 

vinz

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Man sollte allerdings nicht vergessen den Rassismus zu erwähnen, der in allen von Conrads Werken permanent vorherrscht.
Konnte keinen Rassismus rauslesen, ganz im Gegenteil der Haupterzähler äußert schon am Anfang einen Satz dem Sinne nach: Es ist eine Ungerechtigkeit, dass die eine Hälfte der Menschheit die andere unterdrückt.

Das er schwarze in seinem Buch ''******'' nennt ist einfach der Zeit entsprechend und nicht wie heute als Schimpfwort gedacht, sondern war damals die politisch korrekte Bezeichnung.

Des weiteren sollte man klar zwischen Autor und Werk differenzieren.
 

Rhaegar1

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Des weiteren sollte man klar zwischen Autor und Werk differenzieren.
Naja, das ist eine Aussage, die man so natürlich überhaupt nicht pauschalisieren kann. Ich könnte jedenfalls auf die schnelle kein Werk nennen, das nicht stark biographisch geprägt ist.
 

Smokey2020

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Konnte keinen Rassismus rauslesen, ganz im Gegenteil der Haupterzähler äußert schon am Anfang einen Satz dem Sinne nach: Es ist eine Ungerechtigkeit, dass die eine Hälfte der Menschheit die andere unterdrückt.

Das er schwarze in seinem Buch ''******'' nennt ist einfach der Zeit entsprechend und nicht wie heute als Schimpfwort gedacht, sondern war damals die politisch korrekte Bezeichnung.

Des weiteren sollte man klar zwischen Autor und Werk differenzieren.
Abgesehen von dem Punkt den Rhaeger gerade genannt hat, ist Conrad ein Rassist und nicht, weil er Schwarze Neger nennt.
Um der Einfachheit halber Wikipedia zu zitieren:
"Noch deutlicher urteilte der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels Chinua Achebe über diese Ambivalenz Conrads, den er in einer Polemik einen "abgrundtiefen Rassisten" nannte, der jedoch "das Böse der kolonialen Ausbeutung gesehen und verdammt" habe. Wolter weist darauf hin, dass Conrad "neben inferiorisierenden Zuschreibungen bei der Darstellung der Kolonisierten ... auch misogyne und antisemitische Tendenzen bescheinigt" wurden, "denen jedoch jeweils auch ganz entgegengesetzte Einschätzungen gegenüber stehen.""

Dennoch ist es ein sehr sehr gutes Buch und ich teile im Allgemeinen deine Meinung, dennoch muss der Rassismus seine Erwähnung finden.
 

vinz

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Naja, das ist eine Aussage, die man so natürlich überhaupt nicht pauschalisieren kann. Ich könnte jedenfalls auf die schnelle kein Werk nennen, das nicht stark biographisch geprägt ist.
Harry Potter?:D

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fällt mir jezt auf die Schnelle ein.
Abgesehen von dem Punkt den Rhaeger gerade genannt hat, ist Conrad ein Rassist und nicht, weil er Schwarze Neger nennt.
Um der Einfachheit halber Wikipedia zu zitieren:
"Noch deutlicher urteilte der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels Chinua Achebe über diese Ambivalenz Conrads, den er in einer Polemik einen "abgrundtiefen Rassisten" nannte, der jedoch "das Böse der kolonialen Ausbeutung gesehen und verdammt" habe. Wolter weist darauf hin, dass Conrad "neben inferiorisierenden Zuschreibungen bei der Darstellung der Kolonisierten ... auch misogyne und antisemitische Tendenzen bescheinigt" wurden, "denen jedoch jeweils auch ganz entgegengesetzte Einschätzungen gegenüber stehen.""

Dennoch ist es ein sehr sehr gutes Buch und ich teile im Allgemeinen deine Meinung, dennoch muss der Rassismus seine Erwähnung finden.
In dem Werk kann ich definitiv keinen Rassismus rauslesen.
Als größte aller Tugenden würd von Erzähler Marlow eher die 'Mäßigung' gepriesen, kann da keinen Rassenhass reininterpretieren.

Das Conrad selber ein Rassist gewesen sein mag, möcht ich gar nicht anzweifeln. (Obwohl ich mich ehrlich gesagt noch gar nicht mit der Person Conrad beschäftigt habe, also sollte ich mich einem Urteil eigendlich gänzlich enthalten)

Vielleicht habe ich auch nicht genau genug gelesen, solltest du Textstellen finden welche deutlich rassistisch sind bin ich auch gerne bereit mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen.
 

Rhaegar1

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Harry Potter?:D

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fällt mir jezt auf die Schnelle ein.
Harry Potter ist in Sachen Charaktergestaltung stark biographisch. Gut, bei Sachbüchern wird es natürlich schwierig, aber auch hier können persönliche Erfahrungen/Meinungen die Darstellung in hohem Maße beeinflussen.
 

twinpeaks

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Naja, das ist eine Aussage, die man so natürlich überhaupt nicht pauschalisieren kann. Ich könnte jedenfalls auf die schnelle kein Werk nennen, das nicht stark biographisch geprägt ist.
Natürlich sind literarische Werke immer (auto)biographisch geprägt, das kann ja entstehungsgeschichtlich gar nicht anders sein. Dennoch halte ich diesen Satz

Des weiteren sollte man klar zwischen Autor und Werk differenzieren.
für eine wichtige Maxime. Leider ist es eine in der Literaturwissenschaft immer noch weit verbreitete Unsitte, allzu voreilige Querverbindungen zwischen Autor und Erzählerinstanz zu ziehen - zumal wenn es sich, wie bei "Heart of Darkness", um einen Ich-Erzähler handelt.
 
Y

Yinka Dare

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Wusste gar nicht, dass es eine Literaturecke gibt! Werde demnächst mal meine letzten Bücher hier posten.
 

vinz

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Bitte darum über Harry Potter im Harry Potter - Tread weiterzuschreiben.
Dieser Tread hier soll dazu dienen, Gelesenes zusammenzufassen, zu bewerten und eventuell über diese Bewertung zu diskutieren.
Andernfalls wird es zu unübersichtlich.
 

Tuco

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@ vinz: Mal ein Vorschlag - wäre es nicht sinnvoll, zwei unterschiedliche "kürzlich gelesene" Threads für Sachbücher und Belletristik zu erstellen?
 

Tuco

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Sachbüchern und Belletristik sind einfach zwei völlig unterschiedliche Welten, da ist es übersichtlicher und sinnvoller, das zu trennen. Im Filmforum ist der Unterschied, dass es kaum einen Sinn machen würde, für Dokumentarfilme einen eigenen Thread zu erstellen, da die einfach eine zu geringe Rolle spielen und im Vergleich zu Spielfilmen viel weniger gesehen werden. Aber das ist bei Sachbüchern ja anders, die haben durchaus einen bedeutenden Marktanteil. Abwechselnd fiktionale Romane und Ratgeber etc., ich weiß nicht. Ich finde das unpassend.
 

vinz

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Antrag stattgegeben.
Frage: Würdet ihr Biographien als Belletristik oder Sachbücher einstufen?
 

vinz

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Ja, ich war so blöd erst zu fragen und dann bei Wikipedia nachzulesen, ist wohl ganz klar bei der Sachliteratur einzuordnen.

Ich habe mal die Threads entsprechen geändert bzw. erstellt und die 'Thread Regelung' dhingehend aktualisiert.
 

Drahtbeen1

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Der Sunde sold von Inge Löhnig

1. Fall von Kommissar Konstantin Dühnfort


Klappentext:

Eine Frau will nur noch vergessen. Ein Mann fühlt sich berufen. Ein Kind verschwindet spurlos. Doch das ist erst der Beginn. Bald jagt Kommissar Konstantin Dühnfort im bayrischen Mariaseeon einen sadistischen Mörder, der die Strafen der Inquisition das Licht der Welt neu erblicken lässt. Unter den Dorfbewohnern geht die Angst um. Einer von ihnen ist der Täter und Dühnfort muss ihn finden, bevor er erneut zuschlägt.

Meine Meinung.

Gleich zu Beginn wird man vom fesselnden Schreibstil Inge Löhnigs in den Bann gezogen. Über das gesamte Buch wird ein Spannungsbogen hoch gehalten. Die Autorin schafft es problemlos den komplexen Sachverhalt anschaulich darzustellen und immer wieder interessante Fragen aufzugreifen. Gelungene Geschichte und gut platzierte Charakteren. Rundherum ein Krimischmaus.

Im Übrigen gibt es eine Leseprobe auf der Homepage der Autorin.
 
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